Olivia Kroth: Russlands Rückkehr nach Vietnam

Russlands Rückkehr nach Vietnam

von Olivia Kroth

Am 10. November 2017 nahm Russlands Präsident Wladimir Putin am 25. Gipfeltreffen des Wirtschaftsforums von APEC in Vietnam teil. Bei dieser Gelegenheit unterhielt er sich mit dem vietnamesischen Präsidenten Tran Dai Quang in Danang, wo das Treffen stattfand. Die beiden Staatsführer diskutierten Themen der bilateralen Kooperation, die “gut voran geht”, wie Wladimir Putin bemerkte. 

Danang in Vietnam

Wladimir Putin gratulierte seinem vietnamesischen Kollegen für die erfolgreiche Ausrichtung des APEC-Forums. Vietnams Präsident dankte seinerseits für “die Unterstützung unserer Menschen, welche kürzlich durch den Taifun Damri Schaden erlitten. Wir schätzen die humanitäre Hilfe sehr, die uns durch Russland zuteil wurde.”  Wladimir Putin antwortete: “Ich möchte mein Beileid ausdrücken, dass Menschen ihr Leben verloren und die zentralen Regionen von Vietnam durch den Taifun grossen Schaden erlitten. Was die humanitäre Hilfe betrifft, so ist dies ganz natürlich, dass wir helfen, insbesondere solch langjährigen Freunden wie Vietnam. Ich bin sicher, dass Vietnam mit diesen Problemen selbst fertig wird. Dies ist ein Zeichen der Aufmerksamkeit und des Respekts für das vietnamesische Volk” (Kremlin.ru, 10.11.2017). Die russische Regierung sandte humanitäre Hilfe nach Vietnam, nachdem der Taifun Damri 90 Menschen getötet und den zentralen Landesteil durch Überflutung und Erdrutsche geschädigt hatte. Dabei wurden mehr als 1.300 Häuser zerstört und 115.000 Fischerboote beschädigt oder versenkt (VIETNAM EXPRESS INTERNATIONAL, 09.11.2017).

APEC-Gipfel 2017 in Vietnam: Staatsführer von Russland, Vietnam und China

Russlands Beziehungen zu Vietnam bestehen seit Januar 1950, als eine sowjetische Botschaft in Nordvietnam eingerichtet wurde. Die UDSSR war ein treuer und starker Verbündeter für Vietnam. Auch nach Auflösung der Sowjetunion 1991 blieben die freundschaftlichen Beziehungen erhalten. Viele vietnamesische Studenten studieren heute mit Hilfe von Stipendien der russischen Regierung in der Russischen Föderation.

Ein vietnamesischer Diplomat in Russland erklärte, dass heutzutage “Vietnam eine besondere Rolle in Russlands Politik ‘Blick nach Osten’ spielt. Vietnam ist ein zuverlässiger Partner für Russland. Das Land liegt auf einer wichtigen Seeroute Russlands zum asiatischen Pazifik. Vietnam erneuerte 2001 die strategische Partnerschaft mit Russland und baute sie 2012 weiter aus. Beide Seiten arbeiteten in verschiedenen multilateralen Foren zusammen, zum Beispiel bei den Vereinten Nationen und ASEAN.  So konnten sie ihren Beitrag leisten, um Frieden und Stabilität in der Region des asiatischen Pazifik und der gesamten Welt zu erhalten. Russland hat Vietnam auch als Gastgeberland für APEC 2017 unterstützt”, sagte der vietnamesische Botschafter in Russland, Nguyen Thanh Son (VIETNAM PLUS, 23.06.2017).

In seiner Ansprache für den 25. APEC-Gipfel in Danang erklärte der russische Präsident Wladimir Putin einen der Gründe, warum Vietnam für Russland wichtig ist:  “Als eine eurasische Grossmacht mit riesigem Territorium im Fernen Osten, welcher bedeutendes Potential enthält, ist Russland an der erfolgreichen Zukunft der Region Asien-Pazifik interessiert. Deshalb unterstützt Russland das nachhaltige und umfassende Wachstum des gesamten Territoriums. Vietnam war der erste Staat, welcher die Vereinbarung über Freihandel mit der Eurasischen Wirtschaftsunion unterzeichnete. Als Ergebnis ist unser Handel in verschiedenen Bereichen stark angewachsen” (TASS, 09.11.2017). Die Gründung der Eurasische Wirtschaftsunion war Wladimir Putins Idee. Russland kooperiert in dieser Union mit Armenien, Kasachstan und Kirgisien.

APEC-Gipfel 2017 in Vietnam: Russlands Präsident Wladimir Putin im Gespräch mit dem vietnamesischen Präsidenten Tran Dai Quang

Nun will der russische Präsident eine ‘Grössere Eurasische Partnerschaft” aufbauen. In seiner Rede auf dem APEC-Gipfel sagte er: “Ich möchte die Idee erwähnen, eine Grössere Eurasische Partnerschaft zu erschaffen. Wir schlagen vor, sie auf der Basis der Eurasischen Wirtschaftsunion und des chinesischen Projekts ‘Ein Band, Eine Strasse’ einzurichten. Dies ist ein flexibles, modernes Projekt, welches auch anderen Teilnehmern offensteht. Als Grundlage für effektive Integration sollen Infrastruktur, inklusive Transport, Telekommunikation und Energie dienen. Jetzt ist Russland dabei, aktiv seine See- und Flughäfen im russischen Fernen Osten zu modernisieren. Wir entwickeln transkontinentale Zuglinien, legen neue Gas- und Erdölleitungen. Wir haben uns verpflichtet, Projekte der bi- und multilateralen Infrastruktur zu implementieren, die unsere Märkte und Wirtschaftsbereiche miteinander verbinden werden” (TASS, 09.11.2017).

Bereits Ende Juni 2017 wurden bilaterale Wirtschaftsverträge unterzeichnet, als der vietnamesische Präsident Moskau besuchte. Tran Dai Quang und Wladimir Putin bezeugten besonderes Interesse an der Stärkung wirtschaftlicher Kooperation. Sie vereinbarten, über $10 Milliarden in 20 Projekte zu investieren, unter anderem ein russisch-vietnamesisches Projekt für Erdöl und -gas, die Konstruktion von Leichtindustrie in Moskau und Projekte der vietnamesischen Firma TH für Milchprodukte in einigen russischen Gegenden. Weitere $500 Millionen sollen in Projekte fliessen, die ein hohes Potential für bilaterale Kooperation in neuen Bereichen aufweisen, insbesondere Landwirtschaft oder medizinische Kräuter. Beide Länder vereinbarten als ehrgeizige Zielvorgabe, bis 2020 ihr bilaterales Handeslvolumen auf  $10 Milliarden zu erhöhen.

Vietsovpetro

Erdöl und -gas werden die Prioritäten der Kooperation sein, sagte Präsident Putin. Vietsovpetro, ein russisch-vietnamesisches Gemeinschaftsunternehmen, fördert ein Drittel des Rohöls in Vietnam. Präsident Putin verkündete, dass Russland sich verpflichtet habe, Vietnam mit Flüssiggas und anderen Brennstoffen zu versorgen. Russische Firmen seien auch bereit, Vietnams Kraftwerke zu modernisieren und zu helfen, dass im Land neue Kraftwerde errichtet werden. Bald werden Gemeinschaftsunternehmen eingerichtet, die Autos in Vietnam bauen. Die Zusammenarbeit in den Bereichen von Energie und Infrastruktur wurde intensiviert. Beide Seiten denken zudem über die Möglichkeit nach, ihre Kooperation in der Nutzung von Kernenergie für friedliche Zwecke fortzusetzen. Die Präsidenten von Russland und Vietnam waren bei der Zeremonie der Vertragsunterzeichnungen anwesend, inkluse dem Vertrag zur Einrichtung eines Kerntechnologie- und Wissenschaftszentrums in Vietnam. Hierfür sind das vietnamesische Ministerium für Wissenschaft und Technologie sowie die russische Rosatom-Gruppe verantwortlich.

Auch ein Memorandum über technische Kooperation beider Staaten wurde unterzeichnet, weiterhin ein Programm für Kooperation der vietnamesischen Akademie der Wissenschaften mit der russischen Firma Roskosmos in Weltraumtechnologie für die Jahre 2017 bis 2022. Zudem wurde eine Vereinbarung zwischen der vietnamesischen und der russischen Eisenbahn geschlossen. Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Vietnam und Russland sind gut vorangeschritten. In beiden Ländern werden Projekte im Bereich Erdöl und -gas implementiert. Der bilaterale Handel erreichte 2016 ein Volumen von $2.7 Milliarden, 25 Prozent mehr als 2015. In den ersten vier Monaten des Jahres 2017 stieg diese Zahl um 30 Prozent weiter an und erreichte $1.1 Milliarden. Die Expansion der Partnerschaft im Bereich der Autoproduktion war gleichfalls erfolgreich (VIETNAM ECONOMIC TIMES, 30.06.2017)

cam ranh bay 5

Vietnam: Bucht von Cam Ranh

Militärische Hilfe ist ein anderer Bereich der russisch-vietnamesischen Kooperation. Im November 2010 hatte man russische Experten eingeladen, den Marinestützpunkt Cam Ranh zu modernisieren. Die Bucht von Cam Ranh befindet sich in der vietnamesischen Provinz Khanh Hoa, etwa 290 Kilometer nördlich von Ho-Tschi-Minh-Stadt, vormals Saigon. Die Bucht war schon immer von militärischer Bedeutung für Russland. 1905 nutzte die Flotte des Zarenreiches unter Admiral Sinowi Petrowitsch Roschestwenski (1848-1909) diese Bucht während des Russisch-Japanischen Krieges von 1904/1905. Ab 1979 war die sowjetische Pazifikflotte dauerhaft an dem Marinestützpunkt stationiert, dem grössten sowjetischen Marinestützpunkt ausserhalb der Sowjetunion. Bis 1987 war er zur vierfachen Grösse ausgebaut worden.

Im Mai 2002 zog sich die Russische Föderation aus Cam Ranh zurück. Nach einer Pause von zehn Jahren wollten die Russen ab 2013 wieder in Cam Ranh präsent sein und schickten General Sergej Schoigu  nach Vietnam, um Details mit der vietnamesischen Regierung auszuhandeln. Ein Jahr später, im November 2014, beschlossen Russland und Vietnam eine erleichterte Prozedur für die Einfahrt russischer Kriegsschiffe in Cam Ranh. “Diese Vereinbarung wurde am 25. November (2014) in Sochi unterzeichnet, als der Generalsekretär der vietnamenischen kommunistischen Partei, Ngyen Phu Trong, Russland besuchte. Die erleichterte Prozedur verlangt nur, dass russische Kriegsschiffe, welche sich dem vietnamesischen Hafen nähern, der Hafenverwaltung ihre Einfahrt signalisieren” (TASS, 27.11.2014).

Admiral Sinowi Petrowitsch Roschestwenski (1848 – 1909)

Seit 2011 verkauft Russland Kriegsschiffe an die vietnamesische Marine: das Schiff Dinh Tien Hoang (HQ-011) im März 2011 und Ly Thai To im August 2011. Diese Fregatten der Gepard-Klasse “haben sich bewährt”, wie General Pham Ngoc Minh mitteilte. Im Jahr 2016 wurden zwei weitere Fregatten der Gepard-Klasse von Russland nach Vietnam geliefert. Diese Fregatten besitzen Aufbauten mit ‘Stealth’-Eigenschaften und sind für den Betrieb der Bordhubschrauber Ka-28 und Ka-31 ausgestattet. Die Reichweite beträgt bei 10 km 5.000 Seemeilen. Die Fregatten besitzen modernes Gerät zur U-Jagd mit Radar und Sonar, elektronische Waffen, zwei 533 Milometer Torpedorohre, Wasserbomben und einen RBU-6000 Raketenwerfer gegen U-Boote (THE DIPLOMAT, 18.05.2016).

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Verteidigungsminister der Russischen Föderation: General Sergej Schoigu

Vietnam erwarb ausserdem sechs Projekt 636 Jagd-U-Boote der dieselelektrisch angetriebenen Kilo-Klasse. Die U-Boote des Projekts 636 sind mit sechs Torpedorohren bewaffnet und können Kalibr-Marschflugkörper einsetzen. Von diesen durch die Torpedorohre ausgestoßenen Waffen werden vier Stück in Ergänzung zu 14 Torpedos mitgeführt. Die russische Firma Rosoborenexport und die vietnamesische Regierung unterzeichneten 2009 einen Vertrag zum Kauf der sechs Jagd-U-Boote sowie Training von Besatzung. Die Lieferung der Boote begann 2013 und ging im Januar 2017 zuende. Im März 2017 wurde im Marinestützpunkt Cam Ranh eine Taufzeremonie gehalten, an welcher der vietnamesische Verteidigungsminister Nguyn Xuan Phuc teilnahm. Die letzten beiden aus Russland eingetroffenen Jagd-U-Boote erhielten die Bezeichnungen Da Nang (HQ 186) und Ba Ria Vung Tau (HQ 187). Die ersten vier heissen Ha Noi (HQ 182), Ho Chi Minh City (HQ 183), Hai Phong (HQ 184) und Khanh Hoa (HQ 185).

Kulturelle und touristische Aktivitäten sowie Programme zum Austausch von Studenten bringen einen zusätzlichen Vorteil von Russlands Rückkehr nach Vietnam. Interessante Kulturveranstaltungen werden von den Botschaften und Konsulaten beider Länder organisiert. Vietnam hat eine Botschaft in Moskau und ein Generalkonsulat in Wladiwostok. Die Russische Föderation wird in Vietnam durch ihre Botschaft in Hanoi und das Generalkonsulat in Danang repräsentiert.

Laut einer Umfrage ist Vietnam weltweit eines der Länder mit der höchsten Rate des Vertrauens in Präsident Putin: 80 Prozent. Seit sowjetischer Zeit lieben die Vietnamesen Russland und alles, was russisch ist. Denn sie wissen, dass die russische Regierung die Freiheit der Völker repektiert. Das Vertrauen basiert auf einer langen Geschichte persönlicher Beziehungen. Dazu gehören auch die positiven Erfahrungsberichte von vietnamesischen Immigranten in Russland.

Ho Tschi Minh (1890-1969)

Der kommunistische vietnamesische Staatschef Ho Tschi Minh (1890-1969) besuchte 1925 zum ersten Mal und 1927 zum zweiten Mal die Sowjetunion. Sein Mausoleum aus Granit in Hanoi ist Lenins Mausoleum in Moskau nachempfunden. Ho Tschi Minh sagte einst: “Denk daran, der Sturm ist eine gute Gelegenheit für die Pinie und die Zypresse, ihre Stärke und Stabilität zu zeigen!” Beide Länder, Russland und Vietnam, haben bereits einige Stürme in ihrer ereignisreichen Geschichte überstanden. So erhielten beide Nationen Gelegenheit, wie die Zypresse und die Pinie ihre Stabilität und Stärke zu beweisen.

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Moskau. Ihr Blog:

http://olivia2012kroth.wordpress.com

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Olivia Kroth: Russia’s return to Vietnam

Russia’s return to Vietnam

by Olivia Kroth

On the 10th of November 2017, Russia’s President Vladimir Putin attended the 25th APEC Economic Leaders’ Meeting in Vietnam. This was a good opportunity to speak with the President of Vietnam, Tran Dai Quang, in Danang, where the APEC Summit took place. The two leaders discussed issues of bilateral cooperation which are making “steady headway”, according to President Vladimir Putin.

He also congratulated his Vietnamese counterpart on his country’s successful hosting of the APEC Forum. The Vietnamese President thanked him “for assistance to our people who suffered damage from the Damri typhoon recently. We highly appreciate the aid extended to us by Russia in disaster relief.” Vladimir Putin answered, “I would like to express my condolences over the loss of life and large-scale destruction caused by the typhoon in Vietnam’s central regions. As for humanitarian assistance, it is absolutely natural, especially for such long-standing friends as Vietnam. I am sure that Vietnam can cope with these problems on its own and this is just a sign of attention and respect for the Vietnamese people” (Kremlin.ru, 10.11.2017). The Russian Government sent humanitarian aid to Vietnam, following typhoon Damri, which killed 90 people and devastated central Vietnam with floods and landslides. It destroyed more than 1.300 houses, sunk or damaged 115.000 fishing boats (VIETNAM EXPRESS INTERNATIONAL, 09.11.2017).

Ho Chi Minh City, Vietnam

Russia’s friendly relations with Vietnam date back to January 1950, when a Soviet Embassy was established in North Vietnam. The USSR was a loyal and strong ally for Vietnam. After the dissolution of the Soviet Union in 1991, relations remained friendly. Many Vietnamese students study in Russia today with Russian government scholarships. Besides mutual trade and cultural exchange, military assistance is also of great importance in the Russian-Vietnamese relationship.

A Vietnamese diplomat in Russia explained that nowadays “Vietnam is an important part in Russia’s ‘Look East’ policy. Vietnam is a reliable and traditional partner of Russia. Vietnam, located in an important maritime route connecting Russia and the Asia-Pacific, reset its strategic partnership with Russia  in 2001 and upgraded it to a comprehensive strategic partnership in 2012. The two sides have worked together at multilateral forums such as the United Nations and within ASEAN-Russia cooperation, contributing to maintaining peace, stability in the Asia-Pacific region and the world. Russia has supported Vietnam’s hosting of the APEC 2017”, said the Vietnamese Ambassador to Russia, Nguyen Thanh Son (VIETNAM PLUS, 23. 06.2017).

Dragon River Bridge in Danang, Vietnam

In his article for the 25th APEC Summmit in Danang, Russia’s President Vladimir Putin explained one of the reasons, why Vietnam is important for Russia. “As a major Eurasian power with vast Far Eastern territories that boast significant potential, Russia has a stake in the successful future of the Asia-Pacific region and in promoting sustainable and comprehensive growth throughout its entire territory. Vietnam was the first state to sign a free trade agreement with the Eurasian Economic Union. As a result, our trade grew significantly and became more divisified ” (TASS, 09.11.2017). In the Eurasian Economic Union, the creation of which was Vladimir Putin’s idea, Russia cooperates with Armenia, Kazakhstan and Kyrgyzstan.

Now the Russian President is eager to build an even larger “Greater Eurasian Partnership”. In his speech at the APEC Summit he said, “I would like to mention our idea to create the Greater Eurasian Partnership. We suggested forming it on the basis of the Eurasian Economic Union and China’s Belt and Road initiative. To reiterate, this is a flexible modern project open to other participants. Comprehensive development of infrastructure, including transport, telecommunications and energy, will serve as the basis for effective integration. Today Russia is actively modernising its sea and air ports in the Russian Far East, developing transcontinental rail routes, and building new gas and oil pipelines. We are committed to implementing bilateral and multilateral infrastructure projects which will link our economies and markets” (TASS, 09.11.2017).

Already at the end of June 2017, when the Vietnamese President visited Moscow, bilateral investment agreements were signed. Tran Dai Quang and Vladimir Putin expressed particular interest in strengthening commercial cooperation, agreeing on investing more than $10 billion into 20 priority projects, including a joint Vietnamese-Russian oil and gas enterprise, the construction of a light industrial zone in Moscow, and projects carried out by Vietnamese dairy group TH in some Russian localities. Another $500 million will be spent on projects with high potential in new areas of bilateral cooperation, such as agriculture or medicinal herbs. The two countries also set an ambitious target of raising bilateral trade to $10 billion by 2020.

Vietsovpetro

Oil and gas will remain the top priority for cooperation, President Putin said. Vietsovpetro, a Vietnam-Russia joint venture, accounts for one-third of crude oil extracted in Vietnam. President Putin said that Russia is committed to providing Vietnam with LPG and other fuels and Russian enterprises are ready to join in modernizing Vietnam’s power plants and help the country build new plants. Joint ventures to assemble and produce cars in Vietnam will soon be set up and cooperation stepped up in energy and infrastructure. The two sides will also consider the possibility for continuing cooperation in the use of nuclear power for peaceful purposes. The two leaders witnessed signing ceremonies for several cooperation projects, including the building of a nuclear technology and science center in Vietnam between the Ministry of Science and Technology and Russia’s Rosatom Group.

A memorandum on technical cooperation between the two State treasuries was also signed, along with a 2017-2022 cooperation program in aerospace technology between the Vietnam Academy of Science and Technology and the Roscosmos State Corporation for Space Activities, and an agreement between the Vietnam Railways Corporation and the Russian Railways Open Joint Stock Company. Economic and trade links between Vietnam and Russia have made much progress. Oil and gas projects are being implemented in both countries and bilateral trade is growing, reaching $2.7 billion in 2016, up 25 per cent from 2015. The figure increased 30 per cent to $1.1 billion in the first four months of 2017. The expansion of the partnership in auto assembly and production also shows promise (VIETNAM ECONOMIC TIMES, 30.06.2017)

cam ranh bay 1

Naval Base at Cam Ranh Bay, Vietnam

Military assistance and cooperation is another of the main areas of Russian-Vietnamese cooperation. In November 2010, the Vietnamese Government invited Russian experts to update the naval base of Cam Ranh Bay. It is located in the Vietnamese province of Khanh Hoa, about 290 kilometres north of Ho-Chi-Minh City, formerly called Saigon. The bay has always been militarily important for Russia. The Imperial Russian Fleet already used it, in 1905, under Admiral Zinovy Petrovich Rozhestvensky (1848-1909) in the Russo-Japanese War of 1904/1905. From 1979 on, the Soviet Pacific Fleet was present at the naval base of Cam Ranh. It was the largest Soviet naval base outside of the Soviet Union. By 1987, it had been expanded to four times its original size.

In May 2002, Russia withdrew from Cam Ranh. In 2013, however, after a lapse of ten years, its use was revived, after General Sergei Shoigu negotiated details with the Vietnamese Government. One year later, in November 2014, Russia and Vietnam agreed on simplified Cam Ranh port entry for Russian warships. “The agreement was signed in Sochi on November 25 during the visit of Secretary General of the Central Committee of the Vietnamese Communist Party, Ngyen Phu Trong, to Russia. The procedure sets the requirement for Russian vessels approaching the Vietnamese port only to notify its authorities before entry” (TASS, 27.11.2014).

Russia’s missile cruiser Varyag in Cam Ranh port:

Since 2011, Russia has been supplying the Vietnam People’s Navy with Russian warships. The Gepard-class ship Dinh Tien Hoang (HQ-011) was commissioned in March 2011 and the Ly Thai To in August 2011. These Gepard-class frigates “have proved their efficiency,” according to the Deputy Chief of the General Staff of the Vietnamese People’s Army (VPA) General Pham Ngoc Minh. In 2016, two more Gepard-class frigates with a stealth-enhanced ship design were delivered to the Vietnam People’s Navy from Russia’s Zelenodolsk Shipyard. These vessels are fitted with an enhanced anti-submarine warfare suit, including two twin 533 milometer torpedo tubes, depth charges, and an RBU-6000 12-barreled anti-submarine rocket launcher. The ships also feature modern electronic warfare and sonar suits, and a flight deck that can accommodate a Ka-28 or a Ka-31 Helix naval helicopter (THE DIPLOMAT, 18.05.2016).

Furthermore, Vietnam bought six Project 636 Kilo-class diesel-electric submarines from Russia’s Admiralty Shipyards. Russia’s arms exporter Rosoboronexport and Vietnam’s government signed the contract for the six submarines and crew training, in 2009. The delivery of the ships began in 2013 and was completed in January 2017. The submarines were delivered in the standard layout, including the Club (SS-N-27 Sizzler) missile system. In March 2017, a ceremony was held at the Cam Ranh Naval base, attended by Vietnamese Defense Minister Nguyn Xuan Phuc, to name the last two submarines, which had arrived from Russia. The were named Da Nang (HQ 186) and Ba Ria Vung Tau (HQ 187). The first four are Ha Noi (HQ 182), Ho Chi Minh City (HQ 183), Hai Phong (HQ 184) and Khanh Hoa (HQ 185).

ho chi minh city - statue of hi chi minh

Statue of Ho Chi Minh in Ho-Chi-Minh-City

Cultural, touristic and student exchange activities are an additional bonus of Russia’s return to Vietnam. Interesting cultural events are organized through the Embassies and Consulates of both countries. Vietnam has an Embassy in Moscow and a Consulate-General in Vladivostok. The Russian Federation is represented in Vietnam by its Embassy in Hanoi and the Consulate-General in Danang.

Vietnam is one of the countries with the highest amount of confidence in President Putin (80 percent), according to a recent poll. Since Soviet times, the Vietnamese love Russia and everything Russian. The Vietnamese know that the Russian Government respects the personal freedom of people, based on a long history of personal interactions with one another, including the positive experiences of Vietnamese immigrants, reporting positively about Russia.

Ho Chi Minh

The Vietnamese Communist leader, Ho Chi Minh (1890-1969), who visited the Soviet Union for the first time in 1923, then again 1927, and whose granite mausoleum in Hanoi is modelled after Lenin’s Tomb in Moscow, once said, “Remember, the storm is a good opportunity for the pine and the cypress to show their strength and stability.” Both countries, Russia and Vietnam, have survived quite a few storms in their turbulent history. Thus, both nations had good opportunities to prove their stability and strength, similar to the cypress and the pine.

Olivia Kroth: The journalist and author of four books lives in Moscow. Her blog:

http://olivia2012kroth.wordpress.com

 

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Olivia Kroth: Zur Erinnerung an Admiral Fjodor Uschakow, 200 Jahre nach seinem Tod

Zur Erinnerung an Admiral Fjodor Uschakow, 200 Jahre nach seinem Tod

von Olivia Kroth

 Im September 2017 führten das russische Kriegsschiff “Admiral Uschakow” und andere Schiffe der Nordflotte in der Barentssee Manöver durch. Es nahmen auch Flugzeuge zur U-Boot-Abwehr, U-Boote und Atomkreuzer teil. Ihre Aufgabe bestand darin, Kooperation zur See zu trainieren, die Bereitschaft der Mannschaften im Fall von Notsituationen zu überprüfen und militärische Waffenübungen vorzubereiten. An diesen Manövern waren mehr als 5.000 Streitkräfte und über 300 Gerätschaftseinheiten beteiligt (TASS, 14.09.2017). Der nach Admiral Uschakow benannte Atomkreuzer wurde ursprünglich für die sowjetische Kriegsmarine gebaut. Das Schiff wurde 1980 in Betrieb genommen und 2012 komplett modernisiert. Heute ist es mit modernsten Waffen ausgestattet als einer der führenden Zerstörer in der russischen Nordflotte. Sein Name erinnert an einen berühmten russischen Admiral. Fjodor Uschakow ging aus vielen Seeschlachten siegreich hervor und betreute den Bau von Russlands Kriegsmarinestützpunkt in Sewastopol auf der Halbinsel Krim.

Fjodor Uschakow wurde am 24. Februar 1745 in einer Adelsfamilie bei Jaroslawl geboren, 280 km nordöstlich von Moskau. Seine Eltern waren fromme Menschen. Mit 16 Jahren trat Fjodor Uschakow in die Marineschule von Sankt Petersburg ein. Dort widmete er sich insbesondere den Fächern Arithmetik, Geschichte, Navigation und war stets der Beste seiner Klasse. 1765 schloss er die Schule als Seekadett ab und begann den Dienst auf einem Kriegsschiff der Baltischen Flotte. Er nahm an Fahrten teil, die ihn vom russischen Marinestützpunkt Kronstadt in der Ostsee zum Hafen Archangelsk in der Barentssee führten. Die Ostsee sowie die Barentssee waren für die  Schifffahrt schwierig. Sie erwiesen sich als harte Prüfung für den jungen Seemann, der von erfahrenen Offizierten lernte, unter harschen Bedingungen zur See zu überleben.

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Marine-Kathedrale in Kronstadt

Als der erste Russisch-Türkische Krieg (1768-1774) im Schwarzen Meer begann, wurde Fjodor Uschakow 1768 zur Don-Flotille versetzt. Er war in der Stadt Taganrog am benachbarten Asowschen Meer stationiert. Später diente er als Kapitän auf einem kleinen Kriegschiff im Schwarzen Meer, wo er in Seeschlachten seine Führungsqualitäten bewies. Er analysierte die Schlachten und fand seine eigenen Angriffsstrategien. Als die Krim Teil des Russischen Reichs wurde, überwachte Fjodor Uschakow persönlich den Bau von Russlands Marinekriegsstützpunkt in Sewastopol, der zum Standort der Kaiserlichen Russischen Schwarzmeerflotte wurde. Fjodor Uschakow überwachte auch die Konstruktion der Docks in der kleinen Stadt Cherson am Schwarzen Meer.

Im zweiten Russisch-Türkischen Krieg (1787-1792) musste Fjodor Uschakow feststellen, dass die türkischen Truppen seinen eigenen zahlenmässig weit überlegen waren. Deshalb richtete er 1788 seinen Angriff gegen das erste Schiff der türkischen Schlachtordnung. Die Offensive verlief erfolgreich. So behielt er diese Taktik auch in weiteren Seeschlachten bei. Dank Fjodor Uschakows Siegen zur See konnte russische Infantrie im Juli 1788 die Festung Otschakow einnehmen. Zum Jahresende fiel diese ehemals von den Türken besetzte Festung in russische Hände. Wegen seiner Erfolge wurde Fjodor Uschakow zum Admiral und Kommandeur der russischen Schwarzmeerflotte ernannt. Bei den Türken, die ihn fürchteten, erhielt er den ehrenvollen Beinamen “Pascha Uschak”.

Festung Otschakow am Schwarzen Meer

Im Juli 1790 fand die entscheidende Schlacht des zweiten Russisch-Türkischen Kriegs bei der Stadt Kertsch statt. Russland ging dank der hervorragenden Taktik von Admiral Uschakow siegreich daraus hervor. Die meisten türkischen Schiffe wurden beschädigt, die türkischen Truppen erlitten herbe Verluste. Fjodor Uschakow kehrte “mit fliegenden Fahnen” nach Sewastopol zurück. Zarin Katharina die Grosse lobte ihn für seinen Sieg. Der Admiral beendete diese Kampagne erfolgreich, indem er die türkische Flotte 1790 bei Tendra und 1791 in der Nähe des Kaps Kaliakria besiegte. Hierbei bewies Fjodor Uschakow die Qualität seiner neuen Doktrin zur Führung von Seeschlachten. Dadurch, dass er die türkische Flotte vernichtete, beendete er ein- für allemal die Vormacht der Türken im Schwarzen Meer. Fjodor Uschakows Siege garantierten dem Russischen Reich permanenten Zugang zur Nordküste des Schwarzen Meers. Seitdem zählt Russland zu den grossen seefahrenden Nationen der Welt.

Екатерина Великая – Katherina die Grosse (1729-1796)

 Fjodor Uschakow nahm insgesamt an 40 Seeschlachten teil und verlor keine einzige davon. 1807 zog er sich in das Kloster Sanaksar in Mordowien zurück, 500 km östlich von Moskau. Der Admiral blieb zeitlebens unverheiratet. Sein klösterliches Leben endete am 14. Oktober 1817. Fjodor Uschakow wurde auf dem Gelände des Klosters begraben. 1944 schuf die Sowjetunion den “Uschakow-Orden”, eine der höchsten militärischen Auszeichnungen für Generäle und Offiziere der sowjetischen Marine. 2001 wurde Fjodor Uschakow durch die Russisch-Orthodoxe Kirche heilig gesprochen. Dies war das erste Mal, dass ein Marineoffizier als Heiliger im russischen Kirchenkalender erschien. Auf diese Weise wurde der legendäre Admiral für seine Spiritualität geehrt. Gläubige der Russisch-Orthodoxen Kirche sagen, dass Fjodor Uschakow von Gott zum Schwarzen Meer geschickt wurde, um alle Schlachten gegen die Türken zu gewinnen. Denn dort zeigte sich sein von Gott gegebenes Talent  als Marinekommandeur in vollem Umfang. 

Heiligsprechung des Admirals

Einer von Admiral Uschakows zahlreichen Erfolgen war die Modernisierung der russischen Kriegsmarine. Seine herausragenden militärischen Manöver werden noch heute, 200 Jahre nach seinem Tod, in Marineakademien sorgfältig studiert. Besonderheiten von Admiral Uschakows militärischer Taktik waren geeinte Marsch- und Kampfordnungen; Nähe zum Feind ohne bestimmte Schlachtordnung; Konzentration des Angriffs auf das Leitschiff des Feindes; Reserve von Schwadronen; Kombination von gezieltem Artilleriefeuer und Marinemanövern; Verfolgung des Feindes bis zur vollständigen Zerstörung oder Gefangennahme. Admiral Uschakow legte grossen Wert darauf, seine Offiziere für Seegefechte gut auszubilden. Seine innovativen Änderungen von Taktik- und Manöverplänen ermöglichten es, die Kampflinien feindlicher Flotten zu brechen.

Uschakow-Orden

Wegen seiner Verdienste gilt Admiral Fjodor Uschakow als “Vater” der modernen russischen Kriegsmarine. Etliche russische Kriegsschiffe sind nach ihm benannt. Viele Statuen und Denkmäler wurden ihm zu Ehren in der gesamten Russischen Föderation errichtet. Er ist auch der “Vater” der modernen russischen Schwarzmeerflotte und des Marinestützpunktes in Sewastopol auf der russischen Halbinsel Krim.

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Moskau. Ihr Blog: 

https://olivia2010kroth.wordpress.com

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Olivia Kroth: Remembering Admiral Fyodor Ushakov, 200 years after his death

Remembering Admiral Fyodor Ushakov, 200 years after his death

by Olivia Kroth

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 In September 2017, the Russian destroyer “Admiral Ushakov” and other war ships of the Northern Fleet went for drills to the Barents Sea. The group included anti-submarine aircraft, submarines and nuclear-powered guided-missile cruisers. Their task was to train cooperation at sea, check readiness of crews for emergency actions and prepare military exercises with weapon deployment. The drills involved more than 5.000 servicemen and over 300 equipment units (TASS, 14.09.2017). The destroyer named after Admiral Ushakov is a nuclear-powered missile cruiser, originally built for the Soviet Navy. The ship was commissioned, in 1980, and completely overhauled, in 2012. Today, it is outfitted with modern armament as one of the Northern Fleet’s leading destroyers. The name reminds us of one of Russia’s greatest admirals, Fyodor Ushakov, who was victorious in many sea battles and supervised the construction of Russia’s naval base in Sevastopol, Crimea.  

Fyodor Ushakov was born into a noble family near Yaroslavl, 280 km northeast of Moscow, on the 24th of February 1745. His parents were religious people. At 16, Fyodor Ushakov enrolled in the Naval College of Saint Petersburg. He paid special attention to the subjects of arithmetic, history, navigation and was always at the top of his class. In 1765, Fyodor Ushakov graduated with the rank of midshipman and began serving on a galley of the Baltic Fleet. He took part in excursions from the Russian naval base of Kronstadt in the Baltic Sea to the Russian port of Arkhangelsk in the Barents Sea. The waters of the Baltic Sea and the Barents Sea were difficult to navigate, proving to be a hard test for the young sailor, who listened to experienced officers, thus learning how to survive under harsh conditions at sea.

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Naval Cathedral of Saint Nicholas in Kronstadt

When the first Russo-Turkish War (1768-1774) broke out on the Black Sea, Fyodor Ushakov was transferred to the Don Flotilla, in 1768. He served in the city of Taganrog on the neighboring Azov Sea, later as captain of a small ship on the Black Sea, where he took part in combat operations to perfect his commanding skills. He analyzed the battles and found his own strategy for offensives. When Crimea became part of the Russian Empire, Fyodor Ushakov personally supervised the construction of Russia’s naval base in Sevastopol, which would become the stronghold of the Imperial Russian Black Sea Fleet. He also oversaw the building of docks in the city of Kherson on the Black Sea.

In the second Russo-Turkish war (1787-1792) Fyodor Ushakov realized that the Turks by far outnumbered his own troops. In 1788, he directed his offensive at the Turkish flagship of the first column which brought him success. This became his favourite pattern during future battles. Thanks to Fyodor Ushakov’s victories at sea, Russian infantry troops were able to attack the Ochakov Fortress, in July 1788. By the end of the year,  the major Turkish stronghold had fallen into Russian hands. Due to his success, Fyodor Ushakov was elevated to the rank of Rear Admiral and placed at the head of the Black Sea Fleet. The Turks feared him, calling him deferentially “Ushak-Pasha.”

Ochakov Fortress falls into Russian hands, 1788

In July 1790, the crucial battle of the second Russo-Turkish War took place near the Crimean city of Kerch. It proved to be a great victory for Russia, due to the skillful tactics of Rear Admiral Ushakov. Most of the Turkish ships were damaged, the Turkish troops suffered serious losses. Fyodor Ushakov returned to Sevastopol “with flying colors” and was highly praised by the Russian Empress Catherine the Great. He successfully finished the campaign, defeating the Turkish fleet near Tendra, in 1790, and near Cape Kaliakria, in 1791. In these battles he demonstrated the excellence of his innovative doctrines in the art of naval fighting. He routed the Turkish fleet, thus ending Turkish domination of the Black Sea, once and for all. Fyodor Ushakov’s victories at sea granted the Russian Empire permanent access to the Black Sea’s northern coast. Since then, Russia has been able to hold its own among other great seafaring nations.

Sea Battle of Tendra, 1790

Fyodor Ushakov participated in a total of 40 naval battles and lost none of them. In 1807, he retired to the Sanaksar monastery in Mordovia, 500 kilometers east of Moscow. He never married. His reclusive life ended on the 14th of October, 1817. Fyodor Ushakov was buried at the site of that monastery. In 1944, the Supreme Soviet of the USSR established the “Order of Ushakov”, one of the highest military awards in the Soviet Navy for generals and officers. In 2001, Fyodor Ushakov was canonized as a saint by the Russian Orthodox Church. This was the first appearance of a navy officer who became a saint in the Russian church calendar. The legendary Admiral was paid homage for his spiritual valour. Russian Orthodox believers say that Fyodor Ushakov was sent to the Black Sea by God to win the battles against the Turks. It was there that his God-given talent as a naval commander fully manifested itself. 

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  Фёдор Фёдорович Ушаков – Fyodor Fydorovich  Ushakov (1745 – 1817)

Admiral Ushakov’s numerous lifetime achievements include the modernization of the Russian Navy, in the 18th century. His  outstanding military operations are still carefully studied in naval academies worldwide today, 200 years later. Distinguishing features of Admiral Ushakov’s military tactics were the use of unified marching and fighting orders; close quarters to the enemy forces without evolution of a fighting order; concentration of effort against enemy flagships; maintaining a reserve of squadrons; combination of aimed artillery fire and maneuvering; chasing the enemy to its total destruction or capture. Admiral Ushakov gave great value to sea training of his staff. His innovative changes of naval tactics and maneuvering concepts were able to break the enemy’s naval lines.

Due to his merits, Admiral Fyodor Ushakov can be regarded as “Father” of Russia’s modern military Navy. Several Russian warships have been named after him. Many statues and monuments have been erected all over the Russian territory to honour his memory. He is also the “Father” of  the modern Russian Black Sea Fleet and its naval base of Sevastopol in Russia’s Crimea.

Russia’s Black Sea Fleet in Sevastopol, Crimea

Olivia Kroth: The journalist and author of four books lives in Moscow. Her blog: 

https://olivia2010kroth.wordpress.com

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Olivia Kroth: Ivan Aivazovsky’s 200th birthday

Ivan Aivazovsky’s 200th birthday

by Olivia Kroth

One year prior to the anniversary of the great Armenian-Russian painter, a restrospective exhibition with more than 200 of his famous works was organized by the Tretyakov Gallery in Krimsky Val, Moscow. Many people were interested, waiting up to two hours in long cues in front of the entrance to buy tickets. Ivan Aivazovsky is well remembered to this very day. His paintings are part of many private collections of Armenians all around the globe. Armenian and Russian museums  own some of his best works. The artist of Armenian origin, Ivan Konstantinovich Aivazovsky, was born in Feodosia, Crimea, on the 29th of July 1817. He died in this town, on the 2nd of May 1900. In between, he also lived and worked in Saint Petersburg. The marine painter loved both places, located on the sea. Water was the favourite element of his life. He was able to create spectacular seascapes, capturing the shimmering, translucent texture of waves. Light and shadow are presented in a masterful mix of colours, to simulate the effects of sunlight or moonlight on the surface of water, filtered through clouds. Ivan Aivazovsky became a master of magic realism because of his ability to express the soul’s emotions in connection with a calm or agitated sea. 

As a young boy Ivan Aivazovsky attended the Russian gymnasium in Simferopol, Crimea. In 1833, he moved to Saint Petersburg, because he wanted to enter the Imperial Acadamy of Arts, at the age of 16. He decided early in his life that he wanted to be a painter. In 1844, his works were exhibited for the first time. They became so popular  that Nicolas I of Russia invited him for an audience. The Russian Emperor loved Ivan Aivazovsky’s paintings and named him “Painter of the Imperial Marine”. Ivan Aivazovsky was allowed to wear the uniform of the Imperial Navy and sail on it ships. So he got to know the Emperor’s Navy and learnt a lot about life on the sea, which became one of his favourite motifs. In 1844, Ivan Aivazovsky became a member of the Imperial Academy of Arts in Saint Petersburg. In honour of the Russian Emperors, in 1846, he created the monumental painting “Peter the Great at Krasnaya Gorka, Lighting a Signal Fire on the Shore for His Sinking Ships”. In 1847, the painter was awarded the title of professor by the academy.

Ivan Aivazovsky: Peter the Great at Krasnaya Gorka, Lighting a Signal Fire on the Shore for His Sinking Ships (1846)

He wanted to go home, however, to his native Crimea. Ivan Aivazovsky settled down in his home town Feodosia, where he built a house with gallery for himself and his family. In the following years, he painted “sea symphonies”, showing the sea near Saint Petersburg and Feodosia. These works were completed from impressions in his memory: “Ships in front of the Stock Exchange in Saint Petersburg” (1847), “Maneuvers of the Black Sea Fleet” (1850). In this picture, eleven sailing vessels are maneuvering in a  straight line on the Black Sea. In the front right corner, officers are watching the maneuvers from the quay.

Ivan Aivazovsky: Ships in Front of the Stock Exchange in Saint Petersburg (1847)

The holiday towns of the Russian Riviera – Feodosia, Gurzuf, Sudak and others – as well as the Black Sea itself inspired the gifted painter to many more of his works:  “Moonlit Night in Feodosia” (1853), “Port of Feodosia” (1855), “Morning on the Sea near Sudak” (1856), “Sunset on the Crimean Coast” (1856), “Hill in Feodosia” (1858), “Gurzuf” (1865), “Feodosia at Sunset” (1865). Repeatedly, his beloved home town of Feodosia played the main role in his art. Ivan Aizazovsky made the little town on the Black Sea famous. Today, many lovers of art come to Feodosia to visit his gallery. Furthermore, they enjoy the beach of this popular seaside resort. The Southern coast of the Russian Crimea on the Black Sea can be compared to the French Riviera on the Mediterranean Sea. Like pearls on a string one holiday resort follows the other, each being attractive in its own right.

Ivan Aivazovsky: Before the Storm, Feodosia (1850)

In 1873, another exhibition of Ivan Aivazovsky’s paintings was organized in Saint Petersburg.  His “sea symphonies” of the Black Sea and the Baltic Sea found great acclaim. Because he was flexible and could adapt easily, the painter felt at home in Saint Petersburg as well as in Feodosia, where he found his favourite element, sea water. It played the main role both in his life and work. Ivan Aivazovsky was fascinated by the sea, painting it in many different ways, either in a romantic mood, full of feelings, or in a realistic way, as an element which is often adverse and dangerous for human life. Again and again he varied the theme of shipwrecks.

In his famous painting “Rainbow” (1873) we see 13 sailors in a life boat, rowing desperately to save their lives during a strong storm on the high sea. In the background their sailing ship is sinking in the roaring waves. White crests on wave peaks look menacing, while the sea is mounting high as a tower on the left. The main colours are white, grey, green, many shades of blue and turquoise – “water” colours. A rainbow shines weakly, a symbol of hope. Ivan Aivazovsky proved to be a master of filigree technique. His wave crests look like bobbin lace from Vologda, his seascapes glimmer and glow. He painted transparent water, with blurred horizons in the distance.

Ivan Aivazovsky: Rainbow (1873)

“The sea was my life,” the artist confessed late in his life. He left a legacy of 6.000 paintings, most of them sea scapes, sea battles and ports. There were also landscapes, the Caucasus mountains and portraits of his family, as well as famous people of his time. In 1877, the Imperial Academy of Arts in Saint Petersburg made Ivan Aivazovsky an honorary member and printed a gold medal for him. He painted “Tsar Alexander II Riding a Sleigh on the Ice of the Neva River”, in 1890, because he knew what he owed to the tsars and honoured them in his work. Some of his later paintings are exhibited  in the Aivazovsky Gallery of his hometown Feodosia,  “Breakwaters at the Crimean Coast” (1892), “View of the Caucasus from the Sea” (1894).

Ivan Aizavosky’s paintings can also be admired in the Tretyakov Gallery of Moscow and the Russian Museum of Saint Petersburg, as well as numerous other exhibition venues in the Russian Federation and Armenia. Nowadays, his works are worth millions. In his beautiful pictures people love to see shimmering water, shiny clouds, the sky in a multitude of shades. The painter is admired for his creation of light effects: sun- and moonlight, opaque fog or rain, the darkness of storms. He preferred soft, iridescent colours like pearl white, beige, pink, all shades of grey, green, blue, brown and turquoise. His waves are shaped artfully. Ivan Aivazovsky is the Russian marine painter par excellence, unsurpassed until this very day.

Olivia Kroth: The journalist and author of four books lives in Moscow. Her blog:

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Olivia Kroth: Iwan Aiwasowskis 200. Geburtstag

Iwan Aiwasowskis 200. Geburtstag

von Olivia Kroth

Ein Jahr vor dem Jubiläum des armenisch-russischen Malers Iwan Aiwasowski organisierte die Tretjakow-Galerie in Moskau eine grosse Retrospektive mit über 200 Werken des weltweit berühmten Malers. Der Andrang war so gross, dass die Interessenten bis zu zwei Stunden in langen Warteschlangen vor der Kasse der Ausstellung warteten, bis sie ihre Eintrittskarten erhielten. Iwan Aiwasowski ist heute nach wie vor unvergessen. Seine Werke hängen in vielen privaten Gemäldesammlungen von Armeniern rund um den Globus. Auch armenische und russische Museen besitzen einige seiner besten Gemälde. Der russische Künstler armenischer Abstammung, Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski, wurde am 29. Juli 1817 in Feodossija auf der russischen Halbinsel Krim geboren. Er starb dort am 2. Mai 1900. Zwischendurch lebte und arbeitete er auch in Sankt Petersburg. In beiden Städten am Meer fühlte der Marinemaler sich wohl, denn das Wasser war sein Lebenselement. Seine Gestaltung von Licht und Schatten auf dem Meer war virtuos, insbesondere seine Darstellung der Lichteffekte des Wassers. 

Iwan Aiwasowski: “Poseidon reitet über das Meer”

Als Junge besuchte Iwan Aiwasowski das Gymnasium in Simferopol, Krim. 1833 siedelte er nach Sankt Petersburg über, weil er dort mit 16 Jahren die Kunstakademie besuchen wollte. Sein Entschluss, Maler zu werden, stand früh fest. 1844 stellte er zum ersten Mal seine Bilder aus. Sie waren so beliebt, dass Zar Nikolaus I ihm eine Audienz gewährte. Der Zar liebte die Bilder von Iwan Aiwasowski. Er ernannte ihn sogar zum “Maler des Marinestabs”. Der Künstler durfte die Uniform der Kriegsmarine tragen und fuhr mit den Matrosen zur See. So lernte er die Schiffe und das Leben der Seeleute kennen, welches er auf seinen Bildern darstellte. 1844 wurde Iwan Aiwasowski Mitglied der Kunstakademie von Sankt Petersburg. Dem Zarentum zu Ehren malte der Künstler 1846 das monumentale Gemälde “Zar Peter der Grosse bei Krasnaja Gorka – Er zündet Signalfeuer für sinkende Schiffe an”. 1847 verlieh die Kunstakademie ihm den Titel eines Professors.

Doch zog es ihn wieder in die Heimat,  auf die Krim zurück. Er liess sich in seiner Heimatstadt Feodossija nieder, wo er für sich und seine Familie ein Haus mit Galerie baute. Danach malte er “See-Symphonien”, deren Themen zwischen Sankt Petersburg und Feodossija angesiedelt sind. Diese Bilder entstanden grossenteils nach Eindrücken aus dem Gedächtnis: “Schiffe vor der Börse von Sankt Petersburg” (1847), “Manöver der Schwarzmeerflotte” (1850). Auf diesem Gemälde manövrieren elf Segelschiffe in einer geraden Linie hintereinander auf dem Schwarzen Meer, während rechts vorne am Kai Offiziere stehen, die das Manöver betrachten.

Iwan Aiwasowski: “Begrüssung der Schwarzmeerflotte im Hafen von Sewastopol, Krim”

Die russischen Küstenorte Feodossija, Gurzuf und Sudak auf der Halbinsel Krim sowie das Schwarze Meer inspirierten den Maler zu vielen weiteren Bildern: “Mondnacht in Feodossija” (1853), “Hafen von Feodossija” (1855), “Morgen am Meer bei Sudak” (1856), “Sonnenuntergang an der Küste der Krim” (1856), “Hügel in Feodossija” (1858), “Gurzuf” (1865), “Feodossija bei Sonnenuntergang” (1865). Immer wieder spielt seine geliebte Heimatstadt Feodossija die Hauptrolle in seinen Werken. Er hat diesen kleinen Ferienort weltberühmt gemacht. Heute pilgern viele Liebhaber seiner Bilder dorthin, um die Galerie von Iwan Aiwasowski zu besuchen. Nebenbei können sie auch das Strandleben an der beliebten Badebucht von Feodossija geniessen. Die Südküste der russischen Krim am Schwarzen Meer ist vergleichbar mit der französischen Riviera am Mittelmeer. Ein Bade- und Kurort reiht sich an den anderen wie Perlen auf einer Schnur.

Iwan Aiwasowski: “Feodossija bei Sonnenuntergang” (1865)

1873 fand eine weitere Ausstellung von Iwans Aiwasowskis Gemälden in Sankt Petersburg statt. Seine “See-Symphonien” zwischen Schwarzem Meer und Baltischem Meer fanden grossen Anklang. Der Künstler fühlte sich in Sankt Petersburg ebenso zuhause wie in Feodossija, denn er war flexibel und anpassungsfähig. In beiden Städten fand er sein Lieblingselement, das Meerwasser. Es spielte die Hauptrolle in seinem Leben und Werk. Iwan Aiwasowski war vom Meer fasziniert. Er malte es gefühlvoll und romantisch, aber auch realistisch, als ein dem Menschen oft feindliches und  widriges Element. Immer wieder variierte er das Thema des Schiffbruchs, zum Beispiel in seinem weltberühmten Gemälde “Regenbogen” (1873).

Iwan Aiwasowski: “Regenbogen” (1873)

In einem Rettungsboot sitzen 13 Seeleute, die verzweifelt um ihr Leben rudern gegen den starken Sturm auf hoher See. Im Hintergrund versinkt ihre Fregatte in den tosenden Wogen. Weisse Schaumkronen auf Wellenbergen wirken bedrohlich. Links im Bild türmt sich das Meer auf wie ein Gebirge. Die vorherrschenden Farben sind Weiss, Grau, Grün sowie alle Schattierungen von Blau und Türkis: “Wasser”-Farben. Am Rand leuchtet ganz schwach ein Regenbogen, Symbol der Hoffnung auf Rettung. Iwan Aiwasowski war ein Meister der filigranen Technik. Seine Schaumkronen sehen aus wie geklöppelte Spitze aus Wologda. Seine Meeresbilder leuchten. Das Wasser wirkt transparent. Der Horizont verschwimmt in der Ferne.

Iwan Aiwasowski: “Wolkengruppe” (1889)

“Das Meer war mein Leben”, bekannte der Künstler im Alter. Er hinterliess 6.000 Bilder. Die meisten sind Seestücke, Seeschlachten, Ansichten von Städten und Landschaften am Meer, aber auch die Berge des Kaukasus und Porträts von Mitgliedern seiner Familie oder Zeitgenossen. 1877 ernannte die Kunstakademie von Sankt Petersburg Iwan Aiwasowski zum Ehrenmitglied und prägte eine Goldmedaille für ihn. 1890 malte der Künstler “Zar Alexander II bei einer Schlittenfahrt auf dem Eis der Newa”. Der Maler wusste, was er den Zaren schuldete. Er huldigte ihnen in seinem Werk. “Wellenbrecher an der Küste der Krim” (1892), “Blick auf den Kaukasus vom Meer” (1894), diese beiden Werke hängen in der Aiwasowski-Galerie von Feodossija.

Aiwasowski-Galerie in Feodossija, Krim

Auch in der Tretjakow-Galerie von Moskau und im Russischen Museum von Sankt Petersburg sowie zahlreichen anderen Museen der Russischen Föderation und in Armenien hängen Bilder des Malers. Seine Werke werden heute für Millionen gehandelt. Kunstliebhaber wissen die Marinebilder von Iwan Aiwasowski zu schätzen. Sein Wasser schimmert, seine Wolken leuchten, der Himmel schillert in vielen Farben. Er war ein Meister der Lichteffekte: Sonnen- und Mondlicht, diffuser Nebel oder Regen, Dunkelheit im Sturm. In seiner Palette bevorzugte er zarte, irisierende Farben: Perlmutt, Beige, Rosarot, alle Schattierungen von Grau, Grün, Blau, Braun und Meeresfarben. Seine Wellen und Wogen sind kunstvolle Gebilde. Iwan Aiwasowski ist der russische Wassermaler par excellence. Es gibt keinen besseren als ihn.

Iwan Aiwasowskis Werke im Russischen Museum von Sankt Petersburg

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Moskau. Ihr Blog:

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Russland und die Philippinen

Russland und die Philippinen

von Olivia Kroth

Nach Präsident Dutertes Besuch in Moskau unterzeichneten Russland und die Philippinen acht Kooperationsverträge. Laut Rodrigo Duterte braucht die philippinische Regierung Russlands Hilfe und Waffen, um die heimischen Terroristen zu bekämpfen. “Ich bin nach Moskau gekommen, um unsere Freundschaft zu vertiefen”, sagte der Präsident der Philippinen, als er den russischen Präsidenten Wladimir Putin traf. Er nannte Russland einen verlässlichen Partner und Wladimir Putin seinen Lieblingshelden. Rodrigo Duterte bekündete sein Interesse am Kauf von Waffen, Helikoptern und Flugzeugen in Moskau (RUSSIA TODAY, 24.05.2017). Die Philippinen und Russland wollen in den Bereichen von Landwirtschaft, Fischerei, Tierzucht sowie Herstellung, Transport und Lagerung von Gütern kooperieren. Wanda Teo, Sekretärin für Tourismus der Philippinen, sicherte für ihre Regierung  ein gemeinsames dreijähriges Programm im Tourismus, welches dieses Jahr beginnt. Ein Memorandum der Zusammenarbeit wurde mit der staatlichen russischen Korporation für Atomenergie unterschrieben. Das Gesamtpaket der Vereinbarungen zwischen Russland und den Philippinen enthält auch Austausch für Training, Information und Kultur (ABS / CBS NEWS, 25.05.2017). 

Strand von Palawan auf den Philippinen:

Diese Freundschaft mag überraschen, aber sie ist nicht neu. Die Philippinen und Russland sind seit sowjetischer Zeit miteinander befreundet. Durch die Organisationen Komintern und Profintern hielt die Sowjetunion steten Kontakt zu den Philippinen. Die Kommunistische Internationale “Komintern” (1919–1943) war der internationale Zusammenschluss kommunistischer Parteien zu einer weltweiten gemeinsamen Organisation. Die Gewerkschafts-Internationale Profintern war der internationale Dachverband aller kommunistischen Gewerkschaften. Profintern wurde 1921 von Komintern in Moskau gegründet. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts strebte der philippinische Präsident Ferdinand Marcos nach einer Vertiefung der Beziehung seines Landes zur Sowjetunion. Er bewunderte die Russen, so wie Präsident Duterte es derzeit tut. Formal wurde die Beziehung beider Länder 1976 etabliert.

Genauso wie China, Korea, Laos und Vietnam wurden in Asien auch die Philippinen aufgrund ihrer kolonialen Vergangenheit von der kommunistischen Idee berührt. Die Philippinen umfassen mehr als 7.600 Inseln im Pazifischen Ozean. Sie wurden nach der Ankunft von Ferdinand Magellan 1521 durch Spanien kolonialisiert. Die Spanier nannten diesen Archipel nach dem spanischen König Philipp II “Las Islas Filipinas”. Über 300 Jahre lang war die Inselgruppe eine spanische Kolonie mit Spanisch als Amtssprache und der römisch-katholischen Kirche als Amtskirche. Am Ende des 19. Jahrhunderts befreiten sich die Philippinen durch die Philippinische Revolution vom spanischen Kolonialjoch. Doch dauerte die Freiheit nicht lange. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts besetzte US-Militär den Archipel. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Philippinen schliesslich als unabhängige Nation anerkannt. Fast 500 Jahre der Fremdherrschaft und Ausbeutung haben die Inseln geprägt. So wundert es nicht, dass Präsident Rodrigo Duterte Waffen von Russland kaufen will.

Philippinische Traditionen und Bekleidung:

Rodrigo Duterte ist am 28. März 1945 in Mindanao geboren, von Beruf Jurist und seit dem 16. Mai 2016 der 16. Präsident der Philippinen. Seine Innenpolitik ist auf den Kampf gegen illegalen Drogenhandel und Terrorismus konzentriert, die Aussenpolitik auf Unabhängigkeit von der EU und den USA. Präsident Duterte strebt engere Bindungen zu China und Russland an. Eine Umfrage von “Pulse Asia” im Juli 2016 zeigte, dass 91 Prozent der Bevölkerung ihm vertrauen. “Pulse Asia” ist ein Meinungsforschungsinstitut, das 1999 auf den Philippinen gegründet wurde.

Rodrigo Duterte:

Rodrigo Duterte ist von russischen Schiffen fasziniert. Im April 2017 besuchte er den russischen Kreuzer Warjag, der sich vier Tage lag im Hafen von Manila befand. “Am Landesteg 15 wurde der Präsident von der russischen Marine in Ehren empfangen. Er bestieg das obere Deck, wo das Kurzstrecke-Raketenabwehrsystem platziert ist. Dann ging er weiter zur Mitte des Schiffs und besichtigte das Langstrecke-Raketenabwehrsystem.  Der Präsident lief auch zum Bug, um die Hauptwaffe des Kreuzers zu sehen, einen Langstrecke-Seezielflugkörper. Rodrigo Duterte besuchte zudem das Schiffsmuseum und den Raum des Admirals, wo er sich in das Gästebuch eintrug” (PHILSTAR, 22.04.2017).

Warjag (Варяг) ist ein russischer Lenkwaffenkreuzer der Slawa-Klasse. Das Schiff lief im Juli 1983 vom Stapel und wurde 1990 der Pazifikflotte zugeteilt. Russlands Pazifikflotte (Тихоокеанский флот) ist im Pazifischen Ozean stationiert, mit Hauptquartier in Wladiwostok. Im Dezember 2015 wurde die Besatzung der Warjag mit dem russischen Marine-Orden “Nachimow” ausgezeichnet. Ihr Kapitän ist Alexei Jurjewitsch Uljanenko (Алексей Юрьевич Ульяненкo).

Russlands Lenkwaffenkreuzer Warjag:

Was die Handelsbeziehungen zwischen Russland und den Philippinen betrifft, so “haben sie das Potential zu wachsen. Russland folgt dem Pfad der Kooperation und aktiven Partizipation an den lebhaften Märkten Ostasiens. Die Russen sind an Handel und Einfluss interessiert. Deshalb könnten sie versuchen, ihre Beziehungen zu den Philippinen zu stärken, deren Ausmass und Reichweite zurzeit noch bescheiden sind” (PHILSTAR, 21.04.2017). In diesem Sinne sprach auch Präsident Wladimir Putin, als er darauf hinwies, dass “das Handelsvolumen bescheiden ist, jedoch dieses Jahr zu wachsen begann und bereits 25 Prozent zugelegt hat. Es gibt vielversprechende Bereiche für bilaterale Zusammenarbeit, zum Beispiel Maschinenbau, Infrastruktur des Transports, Energie und möglicherweise auch militärische Kooperation” (Kremlin.ru, 23.05.2017).

Beide Präsidenten waren mit den Gesprächsergebnissen in Moskau zufrieden, wie sie in der gemeinsamen Presseerklärung mitteilten, welche in russischer und englischer Sprache auf der Internetseite des russischen Präsidenten zu lesen steht: “Die russisch-philippinischen Verhandlungen verliefen in einer Atmosphäre von Freundschaft und Verständnis. Die Beteiligten waren zufrieden mit der seit kurzem verstärkten Kooperation auf verschiedenen Gebieten. Sie besprachen ausführlich die Aussichten für weitere Verbesserung der russisch-philippinischen Zusammenarbeit in wichtigen Bereichen.”

Rodrigo Duterte:

Weiterhin können Verbesserungen in vielen verschiedenen Bereichen stattfinden: “Es ist wichtig, das Handelsvolumen zu erweitern, ebenso die wirtschaftliche und soziokulturelle Kooperation, wobei gemeinsame Projekte und Initiativen in Wissenschaft und Technologie, Landwirtschaft, Energie, Transport, Bildung und Erziehung, Kultur und Sport Vorrang haben. Die Beteiligten finden es wichtig, eine gemeinsame russisch-philippinische Kommission für Handel und wirtschaftliche Kooperation ins Leben zu rufen. Hierfür findet das erste Treffen am 28. April 2017 in Manila statt.”

Südostasien ist eine Region von grossem geopolitischem Interesse für die Russische Föderation, wie in weiteren Punkten der gemeinsamen Pressekonforenz mitgeteilt wurde. “Beide Seiten wiederholten, sie seien bereit, weiterhin die Kooperation in der Region Asien-Pazifik zu verbessern, um günstige Bedingungen für Wirtschaftswachstum zu schaffen und Frieden sowie Stabilitiät in Südostasien zu garantieren. Die Beteiligten zeigten ihren gemeinsamen Willen, die Zusammenarbeit in verschiedenen Gremien zu fördern: Ostasien-Gipfel (Саммит стран Восточной Азии), Verband Südostasischer  Nationen (Ассоциация государств Юго-Восточной Азии), Asiatisch-Pazifische Wirtschaftsgemeinschaft (Азиатско-Тихоокеанское экономическое сотрудничество), Kooperationsdialog für Asien” (kremlin.ru, 24.05.2017).

Manila:

Werden die philippinische Hauptstadt Manila und die schönen Inseln des Archipelago im Pazifischen Ozean bald zu den bevorzugten Reisezielen der Russen gehören? Werden russische Studenten an philippinischen Universitäten studieren und philippinische Studenten russische Universitäten besuchen? Kultureller und touristischer Austausch zwischen der Russischen Föderation und den Philippinen wird für beide Staaten eine Neuheit sein, die einen Versuch wert ist, ebenso wie die intensivierte wirtschaftliche und militärische Kooperation nach den vorliegenden Plänen bis 2025.

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Moskau. Ihr Blog:

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