Olivia Kroth: Iwan Aiwasowskis 200. Geburtstag

Iwan Aiwasowskis 200. Geburtstag

von Olivia Kroth

Ein Jahr vor dem Jubiläum des armenisch-russischen Malers Iwan Aiwasowski organisierte die Tretjakow-Galerie in Moskau eine grosse Retrospektive mit über 200 Werken des weltweit berühmten Malers. Der Andrang war so gross, dass die Interessenten bis zu zwei Stunden in langen Warteschlangen vor der Kasse der Ausstellung warteten, bis sie ihre Eintrittskarten erhielten. Iwan Aiwasowski ist heute nach wie vor unvergessen. Seine Werke hängen in vielen privaten Gemäldesammlungen von Armeniern rund um den Globus. Auch armenische und russische Museen besitzen einige seiner besten Gemälde. Der russische Künstler armenischer Abstammung, Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski, wurde am 29. Juli 1817 in Feodossija auf der russischen Halbinsel Krim geboren. Er starb dort am 2. Mai 1900. Zwischendurch lebte und arbeitete er auch in Sankt Petersburg. In beiden Städten am Meer fühlte der Marinemaler sich wohl, denn das Wasser war sein Lebenselement. Seine Gestaltung von Licht und Schatten auf dem Meer war virtuos, insbesondere seine Darstellung der Lichteffekte des Wassers. 

Iwan Aiwasowski: “Poseidon reitet über das Meer”

Als Junge besuchte Iwan Aiwasowski das Gymnasium in Simferopol, Krim. 1833 siedelte er nach Sankt Petersburg über, weil er dort mit 16 Jahren die Kunstakademie besuchen wollte. Sein Entschluss, Maler zu werden, stand früh fest. 1844 stellte er zum ersten Mal seine Bilder aus. Sie waren so beliebt, dass Zar Nikolaus I ihm eine Audienz gewährte. Der Zar liebte die Bilder von Iwan Aiwasowski. Er ernannte ihn sogar zum “Maler des Marinestabs”. Der Künstler durfte die Uniform der Kriegsmarine tragen und fuhr mit den Matrosen zur See. So lernte er die Schiffe und das Leben der Seeleute kennen, welches er auf seinen Bildern darstellte. 1844 wurde Iwan Aiwasowski Mitglied der Kunstakademie von Sankt Petersburg. Dem Zarentum zu Ehren malte der Künstler 1846 das monumentale Gemälde “Zar Peter der Grosse bei Krasnaja Gorka – Er zündet Signalfeuer für sinkende Schiffe an”. 1847 verlieh die Kunstakademie ihm den Titel eines Professors.

Doch zog es ihn wieder in die Heimat,  auf die Krim zurück. Er liess sich in seiner Heimatstadt Feodossija nieder, wo er für sich und seine Familie ein Haus mit Galerie baute. Danach malte er “See-Symphonien”, deren Themen zwischen Sankt Petersburg und Feodossija angesiedelt sind. Diese Bilder entstanden grossenteils nach Eindrücken aus dem Gedächtnis: “Schiffe vor der Börse von Sankt Petersburg” (1847), “Manöver der Schwarzmeerflotte” (1850). Auf diesem Gemälde manövrieren elf Segelschiffe in einer geraden Linie hintereinander auf dem Schwarzen Meer, während rechts vorne am Kai Offiziere stehen, die das Manöver betrachten.

Iwan Aiwasowski: “Begrüssung der Schwarzmeerflotte im Hafen von Sewastopol, Krim”

Die russischen Küstenorte Feodossija, Gurzuf und Sudak auf der Halbinsel Krim sowie das Schwarze Meer inspirierten den Maler zu vielen weiteren Bildern: “Mondnacht in Feodossija” (1853), “Hafen von Feodossija” (1855), “Morgen am Meer bei Sudak” (1856), “Sonnenuntergang an der Küste der Krim” (1856), “Hügel in Feodossija” (1858), “Gurzuf” (1865), “Feodossija bei Sonnenuntergang” (1865). Immer wieder spielt seine geliebte Heimatstadt Feodossija die Hauptrolle in seinen Werken. Er hat diesen kleinen Ferienort weltberühmt gemacht. Heute pilgern viele Liebhaber seiner Bilder dorthin, um die Galerie von Iwan Aiwasowski zu besuchen. Nebenbei können sie auch das Strandleben an der beliebten Badebuch von Feodossija geniessen. Die Südküste der russischen Krim am Schwarzen Meer ist vergleichbar mit der französischen Riviera am Mittelmeer. Ein Bade- und Kurort reiht sich an den anderen wie Perlen auf einer Schnur.

Iwan Aiwasowski: “Feodossija bei Sonnenuntergang” (1865)

1873 fand eine weitere Ausstellung von Iwans Aiwasowskis Gemälden in Sankt Petersburg statt. Seine “See-Symphonien” zwischen Schwarzem Meer und Baltischem Meer fanden grossen Anklang. Der Künstler fühlte sich in Sankt Petersburg ebenso zuhause wie in Feodossija, denn er war flexibel und anpassungsfähig. In beiden Städten fand er sein Lieblingselement, das Meerwasser. Es spielte die Hauptrolle in seinem Leben und Werk. Iwan Aiwasowski war vom Meer fasziniert. Er malte es gefühlvoll und romantisch, aber auch realistisch, als ein dem Menschen oft feindliches und  widriges Element. Immer wieder variierte er das Thema des Schiffbruchs, zum Beispiel in seinem weltberühmten Gemälde “Regenbogen” (1873).

Iwan Aiwasowski: “Regenbogen” (1873)

In einem Rettungsboot sitzen 13 Seeleute, die verzweifelt um ihr Leben rudern gegen den starken Sturm auf hoher See. Im Hintergrund versinkt ihre Fregatte in den tosenden Wogen. Weisse Schaumkronen auf Wellenbergen wirken bedrohlich. Links im Bild türmt sich das Meer auf wie ein Gebirge. Die vorherrschenden Farben sind Weiss, Grau, Grün sowie alle Schattierungen von Blau und Türkis: “Wasser”-Farben. Am Rand leuchtet ganz schwach ein Regenbogen, Symbol der Hoffnung auf Rettung. Iwan Aiwasowski war ein Meister der filigranen Technik. Seine Schaumkronen sehen aus wie geklöppelte Spitze aus Wologda. Seine Meeresbilder leuchten. Das Wasser wirkt transparent. Der Horizont verschwimmt in der Ferne.

Iwan Aiwasowski: “Wolkengruppe” (1889)

“Das Meer war mein Leben”, bekannte der Künstler im Alter. Er hinterliess 6.000 Bilder. Die meisten sind Seestücke, Seeschlachten, Ansichten von Städten und Landschaften am Meer, aber auch die Berge des Kaukasus und Porträts von Mitgliedern seiner Familie oder Zeitgenossen. 1877 ernannte die Kunstakademie von Sankt Petersburg Iwan Aiwasowski zum Ehrenmitglied und prägte eine Goldmedaille für ihn. 1890 malte der Künstler “Zar Alexander II bei einer Schlittenfahrt auf dem Eis der Newa”. Der Maler wusste, was er den Zaren schuldete. Er huldigte ihnen in seinem Werk. “Wellenbrecher an der Küste der Krim” (1892), “Blick auf den Kaukasus vom Meer” (1894), diese beiden Werke hängen in der Aiwasowski-Galerie von Feodossija.

Aiwasowski-Galerie in Feodossija, Krim

Auch in der Tretjakow-Galerie von Moskau und im Russischen Museum von Sankt Petersburg sowie zahlreichen anderen Museen der Russischen Föderation und in Armenien hängen Bilder des Malers. Seine Werke werden heute für Millionen gehandelt. Kunstliebhaber wissen die Marinebilder von Iwan Aiwasowski zu schätzen. Sein Wasser schimmert, seine Wolken leuchten, der Himmel schillert in vielen Farben. Er war ein Meister der Lichteffekte: Sonnen- und Mondlicht, diffuser Nebel oder Regen, Dunkelheit im Sturm. In seiner Palette bevorzugte er zarte, irisierende Farben: Perlmutt, Beige, Rosarot, alle Schattierungen von Grau, Grün, Blau, Braun und Meeresfarben. Seine Wellen und Wogen sind kunstvolle Gebilde. Iwan Aiwasowski ist der russische Wassermaler par excellence. Es gibt keinen besseren als ihn.

Iwan Aiwasowskis Werke im Russischen Museum von Sankt Petersburg

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Moskau. Ihr Blog:

https://olivia2010kroth.wordpress.com

 

 

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Russland und die Philippinen

Russland und die Philippinen

von Olivia Kroth

Nach Präsident Dutertes Besuch in Moskau unterzeichneten Russland und die Philippinen acht Kooperationsverträge. Laut Rodrigo Duterte braucht die philippinische Regierung Russlands Hilfe und Waffen, um die heimischen Terroristen zu bekämpfen. “Ich bin nach Moskau gekommen, um unsere Freundschaft zu vertiefen”, sagte der Präsident der Philippinen, als er den russischen Präsidenten Wladimir Putin traf. Er nannte Russland einen verlässlichen Partner und Wladimir Putin seinen Lieblingshelden. Rodrigo Duterte bekündete sein Interesse am Kauf von Waffen, Helikoptern und Flugzeugen in Moskau (RUSSIA TODAY, 24.05.2017). Die Philippinen und Russland wollen in den Bereichen von Landwirtschaft, Fischerei, Tierzucht sowie Herstellung, Transport und Lagerung von Gütern kooperieren. Wanda Teo, Sekretärin für Tourismus der Philippinen, sicherte für ihre Regierung  ein gemeinsames dreijähriges Programm im Tourismus, welches dieses Jahr beginnt. Ein Memorandum der Zusammenarbeit wurde mit der staatlichen russischen Korporation für Atomenergie unterschrieben. Das Gesamtpaket der Vereinbarungen zwischen Russland und den Philippinen enthält auch Austausch für Training, Information und Kultur (ABS / CBS NEWS, 25.05.2017). 

Strand von Palawan auf den Philippinen:

Diese Freundschaft mag überraschen, aber sie ist nicht neu. Die Philippinen und Russland sind seit sowjetischer Zeit miteinander befreundet. Durch die Organisationen Komintern und Profintern hielt die Sowjetunion steten Kontakt zu den Philippinen. Die Kommunistische Internationale “Komintern” (1919–1943) war der internationale Zusammenschluss kommunistischer Parteien zu einer weltweiten gemeinsamen Organisation. Die Gewerkschafts-Internationale Profintern war der internationale Dachverband aller kommunistischen Gewerkschaften. Profintern wurde 1921 von Komintern in Moskau gegründet. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts strebte der philippinische Präsident Ferdinand Marcos nach einer Vertiefung der Beziehung seines Landes zur Sowjetunion. Er bewunderte die Russen, so wie Präsident Duterte es derzeit tut. Formal wurde die Beziehung beider Länder 1976 etabliert.

Genauso wie China, Korea, Laos und Vietnam wurden in Asien auch die Philippinen aufgrund ihrer kolonialen Vergangenheit von der kommunistischen Idee berührt. Die Philippinen umfassen mehr als 7.600 Inseln im Pazifischen Ozean. Sie wurden nach der Ankunft von Ferdinand Magellan 1521 durch Spanien kolonialisiert. Die Spanier nannten diesen Archipel nach dem spanischen König Philipp II “Las Islas Filipinas”. Über 300 Jahre lang war die Inselgruppe eine spanische Kolonie mit Spanisch als Amtssprache und der römisch-katholischen Kirche als Amtskirche. Am Ende des 19. Jahrhunderts befreiten sich die Philippinen durch die Philippinische Revolution vom spanischen Kolonialjoch. Doch dauerte die Freiheit nicht lange. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts besetzte US-Militär den Archipel. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Philippinen schliesslich als unabhängige Nation anerkannt. Fast 500 Jahre der Fremdherrschaft und Ausbeutung haben die Inseln geprägt. So wundert es nicht, dass Präsident Rodrigo Duterte Waffen von Russland kaufen will.

Philippinische Traditionen und Bekleidung:

Rodrigo Duterte ist am 28. März 1945 in Mindanao geboren, von Beruf Jurist und seit dem 16. Mai 2016 der 16. Präsident der Philippinen. Seine Innenpolitik ist auf den Kampf gegen illegalen Drogenhandel und Terrorismus konzentriert, die Aussenpolitik auf Unabhängigkeit von der EU und den USA. Präsident Duterte strebt engere Bindungen zu China und Russland an. Eine Umfrage von “Pulse Asia” im Juli 2016 zeigte, dass 91 Prozent der Bevölkerung ihm vertrauen. “Pulse Asia” ist ein Meinungsforschungsinstitut, das 1999 auf den Philippinen gegründet wurde.

Rodrigo Duterte:

Rodrigo Duterte ist von russischen Schiffen fasziniert. Im April 2017 besuchte er den russischen Kreuzer Warjag, der sich vier Tage lag im Hafen von Manila befand. “Am Landesteg 15 wurde der Präsident von der russischen Marine in Ehren empfangen. Er bestieg das obere Deck, wo das Kurzstrecke-Raketenabwehrsystem platziert ist. Dann ging er weiter zur Mitte des Schiffs und besichtigte das Langstrecke-Raketenabwehrsystem.  Der Präsident lief auch zum Bug, um die Hauptwaffe des Kreuzers zu sehen, einen Langstrecke-Seezielflugkörper. Rodrigo Duterte besuchte zudem das Schiffsmuseum und den Raum des Admirals, wo er sich in das Gästebuch eintrug” (PHILSTAR, 22.04.2017).

Warjag (Варяг) ist ein russischer Lenkwaffenkreuzer der Slawa-Klasse. Das Schiff lief im Juli 1983 vom Stapel und wurde 1990 der Pazifikflotte zugeteilt. Russlands Pazifikflotte (Тихоокеанский флот) ist im Pazifischen Ozean stationiert, mit Hauptquartier in Wladiwostok. Im Dezember 2015 wurde die Besatzung der Warjag mit dem russischen Marine-Orden “Nachimow” ausgezeichnet. Ihr Kapitän ist Alexei Jurjewitsch Uljanenko (Алексей Юрьевич Ульяненкo).

Russlands Lenkwaffenkreuzer Warjag:

Was die Handelsbeziehungen zwischen Russland und den Philippinen betrifft, so “haben sie das Potential zu wachsen. Russland folgt dem Pfad der Kooperation und aktiven Partizipation an den lebhaften Märkten Ostasiens. Die Russen sind an Handel und Einfluss interessiert. Deshalb könnten sie versuchen, ihre Beziehungen zu den Philippinen zu stärken, deren Ausmass und Reichweite zurzeit noch bescheiden sind” (PHILSTAR, 21.04.2017). In diesem Sinne sprach auch Präsident Wladimir Putin, als er darauf hinwies, dass “das Handelsvolumen bescheiden ist, jedoch dieses Jahr zu wachsen begann und bereits 25 Prozent zugelegt hat. Es gibt vielversprechende Bereiche für bilaterale Zusammenarbeit, zum Beispiel Maschinenbau, Infrastruktur des Transports, Energie und möglicherweise auch militärische Kooperation” (Kremlin.ru, 23.05.2017).

Beide Präsidenten waren mit den Gesprächsergebnissen in Moskau zufrieden, wie sie in der gemeinsamen Presseerklärung mitteilten, welche in russischer und englischer Sprache auf der Internetseite des russischen Präsidenten zu lesen steht: “Die russisch-philippinischen Verhandlungen verliefen in einer Atmosphäre von Freundschaft und Verständnis. Die Beteiligten waren zufrieden mit der seit kurzem verstärkten Kooperation auf verschiedenen Gebieten. Sie besprachen ausführlich die Aussichten für weitere Verbesserung der russisch-philippinischen Zusammenarbeit in wichtigen Bereichen.”

Rodrigo Duterte:

Weiterhin können Verbesserungen in vielen verschiedenen Bereichen stattfinden: “Es ist wichtig, das Handelsvolumen zu erweitern, ebenso die wirtschaftliche und soziokulturelle Kooperation, wobei gemeinsame Projekte und Initiativen in Wissenschaft und Technologie, Landwirtschaft, Energie, Transport, Bildung und Erziehung, Kultur und Sport Vorrang haben. Die Beteiligten finden es wichtig, eine gemeinsame russisch-philippinische Kommission für Handel und wirtschaftliche Kooperation ins Leben zu rufen. Hierfür findet das erste Treffen am 28. April 2017 in Manila statt.”

Südostasien ist eine Region von grossem geopolitischem Interesse für die Russische Föderation, wie in weiteren Punkten der gemeinsamen Pressekonforenz mitgeteilt wurde. “Beide Seiten wiederholten, sie seien bereit, weiterhin die Kooperation in der Region Asien-Pazifik zu verbessern, um günstige Bedingungen für Wirtschaftswachstum zu schaffen und Frieden sowie Stabilitiät in Südostasien zu garantieren. Die Beteiligten zeigten ihren gemeinsamen Willen, die Zusammenarbeit in verschiedenen Gremien zu fördern: Ostasien-Gipfel (Саммит стран Восточной Азии), Verband Südostasischer  Nationen (Ассоциация государств Юго-Восточной Азии), Asiatisch-Pazifische Wirtschaftsgemeinschaft (Азиатско-Тихоокеанское экономическое сотрудничество), Kooperationsdialog für Asien” (kremlin.ru, 24.05.2017).

Manila:

Werden die philippinische Hauptstadt Manila und die schönen Inseln des Archipelago im Pazifischen Ozean bald zu den bevorzugten Reisezielen der Russen gehören? Werden russische Studenten an philippinischen Universitäten studieren und philippinische Studenten russische Universitäten besuchen? Kultureller und touristischer Austausch zwischen der Russischen Föderation und den Philippinen wird für beide Staaten eine Neuheit sein, die einen Versuch wert ist, ebenso wie die intensivierte wirtschaftliche und militärische Kooperation nach den vorliegenden Plänen bis 2025.

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Moskau. Ihr Blog:

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Olivia Kroth: Russia and the Philippines

Russia and the Philippines

by Olivia Kroth

After President Duterte’s visit to Moscow, Russia and the Philippines signed a total of eight cooperation agreements. According to Rodrigo Duterte, the Philippine Government needs support and weapons from Russia to fight terrorism back home. “I came to Moscow to confirm our friendship,” the Philippine President said as he met Russian President Vladimir Putin. He called the Russian Federation a reliable partner and Vladimir Putin his favourite hero. Rodrigo Duterte signaled his interest in buying small arms, helicopters and jets from Moscow (RUSSIA TODAY, 24.05.2017). The Philippines and Russia signed a package of agreements for cooperation in agriculture and fisheries; livestock breeding; processing, transportation and storage of produce. A three-year joint action programme on tourism, starting this year, was secured by the Philippine Tourism Secretary Wanda Teo. A memorandum of agreement was signed with the Russian State Atomic Energy Corporation for cooperation on nuclear energy. The overall package of Russian-Philippine agreements also includes training exchanges, as well as exchanges in information and culture (ABS / CBS NEWS, 25.05.2017). 

This friendship seems striking but is not new. The Philippines and Russia have been partners in friendly cooperation since Soviet times. The Soviet Union held contact with the Philippines through its organizations Comintern and Profintern. The Communist International, abbreviated as Comintern (1919–1943), was an international Communist organization advocating world Communism. The Red International of Labor Unions (Красный интернационал профсоюзов), known as Profintern, was an international body, established by Comintern in 1921, with the aim of coordinating Communist activities within trade unions. In the second half of the 20th century, Philippines President Ferdinand Marcos sought to further deepen ties with the Soviet Union. He admired the Russians, as President Rodrigo Duterte does today. Formal ties were established between both countries, in 1976.

In the 15th century, the Philippines were invaded by Spain:

Just like China, Korea, Laos and Vietnam, among other Asian countries, the Philippines were also drawn to the Communist experience due to their common colonial past. The Philippines, consisting of more than 7.600 islands in the Pacific Ocean, were colonized by Spain after the arrival of Ferdinand Magellan, in 1521. The archipelago was named “Las Islas Filipinas” after King Philipp II of Spain. For 300 years, the islands were a Spanish colony, with Spanish as their dominant language and Roman Catholicism as their dominant religion. At the end of the 19th century, the Philippines freed themselves from the Spanish colonial yoke in the Philippine Revolution. However, their freedom did not last long. At the beginning of the 20th century, the archipelago became occupied by US forces. After World War II, the Philippines were finally recognized as an independent nation. Nearly five hundred years of foreign colonial dominance and exploitation have left their mark on the Philippines. No wonder, President Rodrigo Duterte is eager to buy arms from Russia.

Rodrigo Duterte was born in Mindanao, on the 28th of March 1945. A lawyer by profession, he is the 16th President of the Philippines. In May 2016, he won the presidential election. His domestic policy is focused on fighting against the illegal drug trade and ISIS terrorism. His foreign policy is geared towards independence from the USA and EU. President Duterte wants closer ties with China and Russia. He is a highly respected president. A Pulse Asia survey, conducted in July 2016, showed that Rodrigo Duterte had a trust rating of 91% among his population. Pulse Asia Research is a public opinion polling body in the Philippines, founded in 1999.

Rodrigo Duterte is fascinated by Russian ships. In April 2017, he visited the Russian ship Varyag, which docked in Manila for a four-day port call. “At Pier 15, the President was accorded arrival honours by the Russian Navy contingent. He first went to the upper deck where the short-range anti-missile rocket system is located. He then proceeded to the mid-ship where the long-range anti-aircraft missile rocket system is placed. The President also went to the bow to inspect the ship’s main weapon or long distance anti-ship missile. Duterte went to the ship museum and the admiral’s room for the guest book signing” (PHILSTAR, 22.04.2017).

The Russian cruiser Varyag is a ship of the Slava class of guided missile cruisers, built for the Soviet Navy, now serving the Russian Navy. The vessel was launched in July 1983, and commissioned in October 1989. The warship joined the Pacific Fleet in 1990. After an overhaul, it re-entered service in the Pacific Fleet, in 2008. Russia’s Pacific Fleet (Тихоокеанский флот) is stationed in the Pacific Ocean, with headquarters in Vladivostok.

Russian cruiser Varyag:

Regarding commerce and trade, “the relationship between the Philippines and Russia has the potential to grow. Russia follows the path of cooperation and active participation in the vibrant markets of East Asia. The Russians are interested in commerce and influence. So they might try to strengthen ties with the Philippines, which are cordial albeit modest in scope and depth” (PHILSTAR, 21.04.2017). The same tenor was heard in President Vladimir Putin’s words, who pointed out that mutual “trade has been modest, but it started growing early this year and has already increased by 25 percent. There are many promising areas of bilateral cooperation, such as power machine building, transport infrastructure, energy and possibly military technical cooperation” (PRESIDENT  OF RUSSIA, Kremlin.ru, 23.05.2017).

Both leaders were satisfied with the outcome of their talk in Moscow, as the joint press statement indicated, reprinted in  Russian and English on the Russian President’s website: “Russian-Philippine negotiations were held in an atmosphere of friendship and understanding. The parties expressed satisfaction with the recently increased cooperation in various fields. They reviewed thoroughly the prospects of further enhancement of the Russian-Philippine cooperation in priority areas.”

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Further enhancement could be achieved in the near future in a myriad of different areas: “It is important to expand trade, economic and socio-cultural cooperation, giving priority to the promotion of joint projects and initiatives in the sectors of science and technology, agriculture, energy, transport, education, culture and sports. The parties attach great importance to the launch of the Joint Russian-Philippine Commission on Trade and Economic Cooperation which held its first meeting in Manila on April 28, 2017.”

Southeast Asia is clearly a region of great geopolitical interest for the Russian Federation, as indicated in further points of the joint press conference: “The parties reiterated their readiness to further enhance cooperation in the Asia-Pacific region and on the international arena on the whole, aimed at the creation of favourable conditions for economic growth of both states, and contributing to maintaining peace and stability in Southeast Asia and the Asia-Pacific region. The parties highlighted their shared determination to foster cooperation within the framework of the East Asia Summit (EAS), the ASEAN Regional Forum, the ASEAN Defense Ministers’ Meetings Plus, the Asia Pacific Economic Cooperation, the Asia-Europe Meeting, the Asia Cooperation Dialogue” (PRESIDENT OF RUSSIA, kremlin.ru, 24.05.2017).

Will the Philippine capital of Manila and the beautiful islands of the archipelago in the Pacific Ocean become one of Russia’s favourite tourist destinations in the near future? Will Russian students study at Philippine universities and Philippine students visit Russian universities? Cultural and touristic exchanges between the Russian Federation and the Philippines will be a novelty for both sides, certainly worth while trying, besides intensifying economic and military cooperation according to plans until 2025.

Olivia Kroth: The journalist and author of four books lives in Moscow. Her blog:

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Olivia Kroth: Dem Europäischen Bison geht es gut in Russland

Dem Europäischen Bison geht es gut in Russland

von Olivia Kroth

Der Europäische Bison (Bison bonasus) steht in Russland als gefährdete Tierart auf der Roten Liste. Es gibt nur noch circa 1.500 wild lebende Bisons in der Russischen Föderation, aber das russische Ministerium für Naturschutz kümmert sich darum, dass diese Tierart erhalten wird. Unter Präsident Wladimir Putins Führung, der als sehr tierliebend bekannt ist, widmet sich Russland intensiv der Pflege und dem Schutz einheimischer Tierarten. So unterstützt die Regierung Naturreservate, damit gefährdete Wildtiere angemessene Lebensräume finden, wo sie sich fortpflanzen und ihrem Nachwuchs widmen können. 2002 gab das russische Ministerium für Naturschutz ein Programm zur Arterhaltung des Europäischen Bisons heraus. Seitdem ist die Zahl der freilebenden Herden um mehr als das Dreifache gestiegen. Drei russische Regionen kümmern sich insbesondere um den Europäischen Bison: die Oblast Brjansk (Брянская область), die Oblast Kaluga (Калужская область) und die Oblast Tula ( Тульская область).

Nach Schätzungen des Ministeriums wird die Zahl freilebender Bisons in Russland bis zum Jahresende 2017 auf 500 und in zehn Jahren auf 1000 steigen. “Bis 2020 wird das Vorkommen des Europäischen Bisons in Russland das grösste der Erde sein”, sagte Sergei Donskoi, Minister für Naturressourcen.

“In dem Naturreservat der Gebücke von Kaluga, Oblast Kaluga, leben etwa 160 Bisons. Diese Herde wächst jährlich um circa 30 Prozent. Eine stabile Gruppe von Bisons hat sich ebenfalls im Grenzgebiet zwischen der Oblast Orjol, Oblast Kaluga und Oblast Brjansk geformt. Zwei Bisonkühe wurden 2017 vom Naturreservat der Gebücke von Kaluga in das Naturreservat Brjansker Wald gebracht, wo man seit 2011 an einem Projekt arbeitet, die Population freilebender Bisons zu erhalten. Die einheimischen Herden benötigen dringend Bisonkühe. Mit den beiden Neuzugängen hoffen nun die Spezialisten, dass die Herde im Brjansker Wald schneller wachsen wird. Ausserdem werden zwei weitere weibliche Tiere aus dem Nationalpark Orjol Polesye erwartet” (TASS, 07.03.2017).

Der Europäische Bison (Bison bonasus), auch Wisent genannt, ist eine eurasische Spezies. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde diese Tierart durch die Jagd beinahe ausgerottet. Die Tiere wurden auch wegen ihrer Haut getötet. Aus ihren Hörnern wurden Trinkhörner fabriziert. Ausser den Menschen hatte der Wisent fast keine natürlichen Feinde. Auf russischem Territorium gab es früher Wisente im Kaukasus, entlang der Wolga und in den weiten Steppen östlich des Urals. Sie lebten auch im sibirischen Altaigebirge, rund um den Baikalsee und auf der Insel Kamtschatka in Russlands Fernem Osten.

Ein ausgewachsener Bulle wiegt bis zu 1000 Kilogramm, die Höhe des Widerrists beträgt etwa zwei Meter. Damit ist der Europäische Bison Europas grösstes Säugetier. Bei der Geburt sind die Kälber ziemlich klein und wiegen nur 15 bis 35 Kilogramm. Wisente fressen hauptsächlich Gras, Blätter und Sprossen. Im Sommer braucht ein erwachsener Bulle täglich etwa 32 Kilogramm Futter und viel Wasser. Im Winter brechen die Wisente mit ihren schweren Hufen Eisflächen auf, um an Trinkwasser zu gelangen. Sie sind gute Schwimmer, die schwimmend Flüsse überqueren. Auch springen sie gerne über Zäune.

Der Europäische Bison ist ein Herdentier, das in gemischten oder reinen Bullenherden lebt. Gemischte Herden bestehen aus erwachsenen Kühen, jungen Bullen und Kälbern von zwei bis drei Jahren. In einer gemischen Herde leben durchschnittlich acht bis dreizehn Tiere. Reine Bullenherden sind kleiner, meistens nur zwei Tiere je Herde. Die Herden des Wisent bilden keine festen Familieneinheiten. Sie mischen sich häufig und tauschen untereinander Tiere aus. Die Grösse des bewohnten Territorums hängt vom Alter der Bullen ab. Fünf- bis sechsjährige Jungbullen bewohnen grössere Flächen als ältere Bullen. Der Wisent verteidigt sein Territorium nicht. Oft überschneiden sich die Territorien verschiedener Wisentherden. Kerngebiete sind Wiesen in Wassernähe.

Die Brunftzeit ist August bis Oktober. Nach einer Tragezeit von 264 Tagen gebären die Kühe jeweils ein einzelnes Kalb, das binnen zwei Stunden zur Welt kommt. Meist kann es schon nach 30 Minuten auf den Beinen stehen. Wenige Tage nach der Geburt schliessen sich die Kühe mit ihren Kälbern wieder der Herde an. Die Kälber bleiben ständig in unmittelbarerer Nähe zur Mutterkuh und werden drei Monate lang gesäugt. Wisentbullen erreichen die Geschlechtsreife mit zwei Jahren, die Kühe erst nach drei Jahren. Wisentbullen werden durchschnittlich 20 Jahre, Wisentkühe 25 Jahre alt.

Das russische Naturreservat “Brjansker Wald” lohnt einen Besuch. Tierfreunde können dort Wisente in ihrem natürlichen Lebensraum sehen. Das pittoreske Naturschutzgebiet liegt in der Oblast Brjansk, nahe an der Grenze zur Ukraine. 2001 erhielt der “Brjansker Wald” den Status eines Biosphärereservats der UNESCO in ihrem Programm “Mensch und Biosphäre”. Mit diesem Status kann der “Bransker Wald” als Testgelände für neue Formen von nachhaltiger Entwicklung genutzt werden, um die Bedürfnisse von Mensch und Natur in Einklang zu bringen.

Das Naturreservat “Brjansker Wald” wurde am 14. Juli 1987  in Westrussland gegründet. Es ist eines der 15 kleinsten staatlichen Reservate Russlands mit 12.186 Hektar Schwemmgebiet der Flüsse Desna und Nerussa. Die Desna (Десна) ist ein Nebenfluss des Dnjepr im westlichen Teil Russlands, die Nerussa (Нерусса) ein linker Nebenfluss der Desna in der Oblast Orjol und Oblast Brjansk.

Die Nerussa im Winter:

Das Naturreservat “Brjansker Wald” umfasst 0,3 Prozent der Oblast Brjansk und 1,45 der Wälder in dieser Gegend. Um das Reservat als ursprüngliche Wildness gegen Einflüsse von Menschenhand zu schützen, wurde rundherum eine Pufferzone von circa 10 Hektar geschaffen. Die Regelung für diese Zone ist nicht so streng wie die für das Kerngebiet. Hier dürfen Besucher fischen, Beeren und Pilze sammeln.

Besucher müssen sich anmelden, wenn sie an einem der speziellen Gastprogramme im Naturschutzgebiet “Brjansker Wald” teilnehmen wollen. Auf der Internetseite des Reservats steht in russischer und englischer Sprache zu lesen: “Umweltschutz und Ökotourismus stehen ganz oben auf unserer Prioritätenliste. Wir erklären Besuchern, warum es wichtig ist, das Ökosystem unseres Brjansker Waldes intakt zu erhalten. Wir führen Veranstaltung durch mit Wettbewerben für Kinder, damit sie den Sinn von Naturschutz verstehen lernen. Gäste sind willkommen. Wir zeigen ihnen, wie wunderbar es ist, wenn sie helfen, den Brjansker Wald zu schützen. Neben speziellen Naturschutzveranstaltungen mit Ökotouristen und Wettbewerben bieten wir auch Fotoausstellungen, Führungen, Exkursionen auf Waldwegen und längeren Strecken in der Natur. Alle Exkursionen und Wanderungen im Brjansker Wald sind so organisiert, dass das Gelände des Reservats nicht geschädigt wird und sein natürliches Erscheinungsbild behält.”

http://en.bryansky-les.ru/territory/

Wisente leben auch im Naturreservat “Gebücke von Kaluga” (Государственный природный заповедник «Калужские засеки») in der Oblast Kaluga. Diese Gegend mit altem Baumbestand wird seit tausend Jahren geschützt. Offiziell erhielten die 18.533 Hektar Land jedoch erst 1992 den Status eines Naturreservats. Es besteht aus sanften Hügeln zwischen Wasserfurchen und Schluchten über Gletschermoränen und erodiertem Boden. In der Nähe fliesst der Fluss Vytebet, dort hat sich ein Netz aus Waldbächen gebildet. Das Reservat ist zu 96 Prozent mit Wald bedeckt, davon 25 Prozent Birken und weitere 25 Prozent sonstiger Laubwald: Eschen, Ulmen, Eichen und Ahorn. Dazu gibt es zwölf Prozent Fichten und ebensoviel Kiefern. Die Wissenschaftler des Naturreservats haben über 400 Arten von Gefässpflanzen und 500 Pilzsorten gefunden. Das Naturreservat “Gebücke von Kaluga” arbeitet überdies aktiv an der Wiedereinführung des Europäischen Bisons in Zentralrussland.

Ein Grossteil des streng geführten Naturreservats ist für Publikum geschlossen, aber Wissenschaftler können Besuche anmelden. Einige Routen sind auch für Ökotouristen zugänglich. Passierscheine müssen im Voraus beantragt werden. Der nördliche Teil hat geführte Wanderwege über eine Länge von 2,7 Kilometern mit Erklärungsschildern. Kinder und Radfahrer dürfen diese Wege ebenfalls benutzen. Im südlichen Teil gibt es drei Rundwege über insgesamt 5 Kilometer. Hier werden die Flora und Fauna der Region gezeigt mit Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung. Das Informationszentrum zur Naturkunde ist täglich geöffnet. Das Hauptbüro befindet sich in Uljanowsk.

http://zaseki.ru/

Der Europäische Bison ist ein Tier aus vorhistorischer Zeit. Im Gegensatz zum Auerochs, der ausstarb, gibt es den Bison in Europa und Zentralasien immer noch. Doch er verschwindet zunehmend. Die landwirtschaftliche Entwicklung hat ihn in in die Wälder getrieben und die Jagd hat den Bestand dezimiert. Vor 50.000 Jahren gab es zum Beispiel im Ural noch frei lebende Wisente. Alte Höhlenmalereien sind Quellen für die Forschung. Sie liefern wissenschaftliche Daten, denn sie wurden von jagenden Malern bzw. malenden Jägern geschaffen, die darin geübt waren, die Tiere genau zu beobachten. In der vorhistorischen Höhlenmalerei waren Wisente ein beliebtes Motiv. Deshalb wissen heutige Wissenschaftler im Detail, wie diese Tiere früher aussahen.

Die prähistorischen Abbildungen des Europäischen Bisons, welche in der spanischen Höhle von Altamira gefunden wurden, könnten Porträts jener Waldtiere sein, die heute in Russland leben. Ihr Aussehen hat sich kaum verändert. So wird ein Besuch der russischen Naturreservate “Brjansker Wald” und “Gebücke von Kaluga” eine Zeitreise in frühere Jahrtausende, eine interessante Expedition für all jene mit Interesse an Naturschutz, Biologie, Ökologie und Paläontologie.

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Moskau. Ihr Blog:

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Olivia Kroth: The European bison is doing well in Russia

The European bison is doing well in Russia

by Olivia Kroth

The European bison (Bison bonasus) is on Russia’s Red List of endangered species. Only about 1.500 free-living bisons can be found in Russia but special care is taken by the Russian Ministry of Natural Resources to let the free-living bison population survive. Under President Vladimir Putin’s leadership, who is known as a great animal lover, Russia’s wildlife has gradually gained special attention. The government supports nature reserves all over the Russian Federation to help endangered species find adequate habitats for breeding and growing. In 2002, Russia’s Ministry of Natural Resources adopted a European bison conservation programme. Since then, the population of free-living European bisons has more than tripled. Three Russian regions are taking special care of the European bison: the Bryansk, Kaluga and Tula regions. 

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According to the ministry’s estimates, the free-living population of European bison in Russia will increase up to 500 animals by the year’s end and to 1,000 animals within ten years. “By the year 2020, the European bison population in Russia will grow to be the world’s biggest,” said Russian Minister of Natural Resources Sergei Donskoi.

“About 160 bisons live in the Kaluzhskiye Zaseki nature reserve of the Kaluga region. This population demonstrates an annual growth of about 30 percent. A stable bison group has also formed in the borderland between the Oryol, Kaluga and Bryansk region. In 2017, two bison females from Kaluzhskiye Zaseki were taken to the Bryansk Forest nature reserve, which has been working on the project of restoring free-living bison populations, since 2011. The local herds badly need females, so now, with two new females, specialists hope for quicker growth of the population. Apart from that, two more animals are expected to arrive here from the Orlovskoye Polesye national park” (TASS, 07.03.2017).

The European bison (Bison bonasus), also known as wisent, is a Eurasian species of bison. At the beginning of the 20th century, European bisons were hunted to near extinction. The animal was killed for its hide and to produce drinking horns. Besides humans, the species had few other predators. Historically, the European bison’s range on Russian territory encompassed the Caucasus, Volga River and steppes east of the Urals. They were also roaming in the Siberian Altay Mountains, around Lake Baikal and even on the island of Kamchatka in Russia’s Far East.

Standing up to two metres tall at the shoulders and weighing up to 1,000 kg, the European bison is Eurasia’s largest terrestrial animal. At birth, calves are quite small, weighing only 15 to 35 kg. Wisents feed mainly on grass but also like to browse on leaves and shoots. In summer, an adult male will consume about 32 kg of food per day. European bisons need to drink every day. In winter, they will break the ice on rivers and ponds with their heavy hooves to reach drinking water. European bisons are good swimmers. They swim across streams and like jumping over fences, too. 

The European bison is a herd animal, living in mixed or solely male groups. Mixed groups consist of adult females, young adult bulls and calves of 2–3 years. The average herd size is 8-13 animals per herd. Herds consisting only of bulls are smaller than mixed ones, containing two individuals on average. European bison herds are not family units. Different herds frequently interact, combine and quickly split after exchanging individuals. The size of territory held by bulls depends on their age. Young bulls aged between five and six tend to form larger home ranges than older males. The European bison does not defend territory and herd ranges tend to greatly overlap. Core areas of territory are usually found near meadows and water sources.

The rutting season occurs from August to October. Cows usually have a gestation period of 264 days and give birth to one calf at a time. Bulls reach sexual maturity at the age of two, while cows do so in their third year. Productive breeding years are between 4 and 20 years of age in females, between 6 and 12 years of age in males.

Russia’s nature reserve “Bryansk Forest” is worth while visiting. Animal lovers can watch wisents in their natural habitat in this picturesque nature reserve located in the Bryansk Region, at the border to Ukraine. In 2001, “Bryansk Forest” was awarded the status of biosphere reserve by the UNESCO «Man and the Biosphere» programme.  This means that the territory of the “Bryansk Forest” nature reserve  can be used to develop and test models of sustainable development, balancing the needs of people and nature.

“The Bryansk Forest Zapovednik (strict nature reserve) was established on July 14, 1987 in the Trubchevsk and Suzemka districts of the Bryansk Region of western Russia.  The preserve covers 12,186 hectares of the Desna and Nerussa river floodplains, making it one of the 15 smallest federal preserves in Russia. The Bryansk Forest Zapovednik covers 0.3 percent of the Bryansk Region and 1.45 percent of  forested lands of the region. A buffer zone (9,654 hectares) was created around the reserve in order to minimize human impact on its pristine wilderness. The buffer zone regime is less strict than the protected regime of the reserve: sport fishing, mushroom and berry collecting are allowed here but not on the territory of the Bryansk Forest Zapovednik itself”, the reserve website informs in Russian and English.

Visitors need to apply so they may take part in a special guest programme: “Environmental outreach and ecotourism are paramount for the Bryansk Forest Nature Reserve. We explain to our visitors the importance of conserving the intact natural ecosystems of the Bryansk Forest. We carry out events and contests among children to help them learn the spirit of nature conservation. We welcome guests and show them how wonderful the Bryansk Forest is when people help to preserve it. We conduct interpretative work and work with ecotourists through environmental events, special contests, photo exhibitions, lectures in the field, excursions along nature trails and longer routes in nature. All excusions in the Bryansk Forest are organized in such a way that the reserve territory remains unharmed, its natural appearance preserved.”

http://en.bryansky-les.ru/territory/

Three inhabitants of Russia’s nature reserve “Bryansk Forest”:

Wisents also live in the Kaluzhskiye Zaseki Nature Reserve (Государственный природный заповедник «Калужские засеки») of the Kaluga Oblast. The reserve has been protected for a thousand years with its old-growth forest. However, it was formally established only in 1992 and covers an area of 18,533 hectares. The terrain is gently rolling hills with riverine gullies and ravines over glacial moraines and eroded soil. The nearby Vytebet River has formed a network of forest streams. The reserve is 96% covered with forest, of which about 25% is broad-leaf forest: ash, elm, lime, oak and maple. Another 25% of the forest consists of birch trees. Twelve percent of the area is pine forest and an equal amount is spruce. Scientists on the reserve have recorded over 400 species of vascular plants and over 500 species of mushrooms. The Kaluzhskiye Zaseki Reserve is actively working on the reintroduction of the European bison in Central Russia.

As a strict nature reserve, a large part of it is closed to the general public, although scientists can make arrangements with the park’s management for visits. Some ecotourist routes in the reserve are open to the public. Visiting permits must be obtained in advance. The northern sector has 2.7 km of guided trails with information boards. It is also accessible to hikers and children. There are three trails on the southern tract, with a total of 5 km circular routes that highlight the flora and fauna of the region, also providing vantages for bird watching. Furthermore, the reserve sponsors a nature education centre which is open to the public daily. The main office is located in Ulyanovsk.

http://zaseki.ru/

Two inhabitants of Russia’s nature reserve Kaluzhskiye Zaseki of the Kaluga Oblast:

The European bison is an animal of ancient times. Unlike the now extinct aurochs and the mammoth, bisons have survived since prehistoric times, spreading across Europe and Central Russia before gradually disappearing, as the development of agriculture pushed them into the remaining forests and hunting endangered the species. In the Urals, for example, wisents were found living as early as 50,000 years ago. Ancient cave drawings are a source of precious data because they were drawn by ‘artist-hunters’ trained to observe living animals for hunting. In prehistoric cave art, bisons were a favourite subject among cave painters. So scientist today know exactly what the ancient wisent looked like.

The prehistoric cave paintings of the European bison, found in the Spanish Cave of Altamira, could be portraits of those bison forest dwellers living in Russia today. Their looks have not changed much. So, visiting the Russian nature reserves of Bryansk Forest and Kaluzhskiye Zaseki is like traveling back to prehistoric times in a time machine, an interesting expedition for all those who have an interest in nature preservation, biology, ecology and paleontology.

Prehistoric “Cave Art”: European bison in the Cave of Altamira, Spain

Olivia Kroth: The journalist and author of four books lives in Moscow. Her blog:

https://olivia2010kroth.wordpress.com

 

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Olivia Kroth: Gold für Russlands Herrenstaffel bei den Biathlon Weltmeisterschaften 2017

Gold für Russlands Herrenstaffel bei den Biathlon Weltmeisterschaften 2017

von Olivia Kroth

Nach fast einem Jahrzehnt seit 2008 hat die russische Herrenstaffel im Biathlon wieder Gold gewonnen. Dieses Jahr fanden die Wettkämpfe für den IBU Pokal am 19. Februar 2017 im österreichischen Wintersportort Hochfilzen statt. Die Biathlon-Weltmeisterschaften werden von der Internationalen Biathlon-Union (IBU) veranstaltet. Vier russische Biathleten – Maxim Zwetkow, Anton Babikow, Alexei Wolkow und Anton Schipulin – nahmen an der Staffel 4×7,5 km teil. Dieser Wintersport besteht aus einer Kombination von Skilanglauf und Schiessen. Er ist seit den 1950er Jahren in Russland populär. Zuerst wurde er im Rahmen von militärischem Training für die sowjetische Armee eingeführt, dann auch von Zivilisten ausgeübt. Später gelangte Biathlon in den Rang einer olympischen Disziplin und erhielt eigene Weltmeisterschaften mit Pokal, dem IBU Cup. 

Maxim Zwetkow:

Der russische Biathlet Maxim Zwetkow ist am 3. Januar 1992 in Babajewo, Oblast Wologda, geboren. Er war 2014 Europameister und gewann 2017 die Weltmilitärspiele. Anton Babikow kam am 2. August 1991 in Ufa, Baschkortostan, zur Welt. Er wurde dreimal Europameister und gewann dreimal Bronze bei Europameisterschaften. Alexei Wolkow wurde am 5. April 1988 im Autonomen Kreis der Chanten und Mansen, Oblast Tjumen, geboren. Er gewann 2014 mit der Herrenstaffel bei der Winterolympiade in Sotschi und war siebenmal Europameister. Alexei Wolkow hat sich den Titel “Geehrter Meister des Sports in Russland” verdient.

Anton Babikow:

Alexei Wolkow:

 Anton Schipulin gilt als Russlands erfolgreichster Biathlet. Er wurde am 21. August 1987 in Tjumen, Föderationskreis Ural, geboren. Seine sportliche Familie liess den Jungen schon früh Skilanglauf üben. Ab 2002 besuchte er eine Sportschule in Chanty-Mansijsk, wo seine Karriere in Biathlon begann. Der junge Mann kehrte 2004 in seinen Heimatort zurück und studierte Jura am Juristischen Institut in Tjumen. Er schloss diese Ausbildung mit dem Examen ab. 2006 zog Anton Schipulin nach Jekaterinburg. Bei der Europameisterschaft 2007 gewann er Silber im Sprint und Gold in der Herrenstaffel. 2008 wurde Anton absoluter Europameister, nachdem er in allen drei Einzelwettkämpfen und Staffeln gesiegt hatte. Anton Schipulin war Mitglied der russischen Biathlon-Mannschaft für die Winterolympiade 2010, wo er in der Herrenstaffel Bronze erreichte.  Der russische Präsident zeichnete ihn mit der Medaille “Verdienste für das Vaterland” aus. Gemeinsam mit Jewgeni Ustjugow, Alexei Wolkow und Dmitri Malyschko gewann er bei der Winterolympiade in Sotschi 2014 die Goldmedaille in der Herrenstaffel. Anton Schipulin heiratete 2015 and hat einen kleinen Sohn.

Anton Schipulin:

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Die Internetseite BIATHLONWORLD bringt ein interessantes Porträt des russischen Sportlers. Anton Schipulin ist die treibende Kraft der russischen Mannschaft und hat sich in den letzten vier Wettbewerben am konstantesten in den Leistungen gezeigt. Auf der Ebene des Weltpokals hat er 31 Einzelwettkämpfe und 20 Staffelläufe gewonnen, inklusive acht individuelle Siege. Das Glanzlicht seiner Karriere zuhause in Russland waren für ihn die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi, wo er mit der russischen Mannschaft die Goldmedaille in der Herrenstaffel gewann. Anton Schipulin ist als willensstarker Kämpfer bekannt, aber privat ist er locker, leicht und lustig. In einem Interview sagte er: “Meine Familie ist für mich die Nummer eins, der Sport die Nummer zwei. Ich weiss, dass ich so viel wie möglich im Sport gewinnen muss, um Gutes für meine Familie zu tun. Mein Ziel ist es, ein guter Vater, guter Ehemann und guter Sportler zu sein. Die Familie, Fischen und Biathlon sind die drei wichtigsten Dinge in meinem Leben.”

Regionales Zentrum für Wintersport in Tjumen:

Die sibirische Stadt Tjumen, in der Anton Schipulin geboren wurde, ist ein idealer Ort für den Wintersport. Sie liegt 2.500 Kilometer östlich von Moskau. Es ist die grösste Stadt in der Oblast Tjumen und im Föderationskreis Ural. Tjumen war die erste russische Siedlung in Sibirien, sie wurde 1586 gegründet. Heute ist Tjumen eines der wichtigen Industrie- und Wirtschaftszentren im Ural. Viele Jahre lang war die Stadt ein russischen Reservoir für den Sport. Viele bekannte sowjetische und russische Sportler begannen ihre Laufbahn im Jugendsport von Tjumen. Auch einige der Biathleten in der derzeitigen russischen Nationalmannschaft stammen von hier. Tjumen bietet sportliche Aktivitäten für jede Altersgruppe an. Es gibt viele Sport- und Fitnessklubs in der Stadt, dazu ganzjährig geöffnete Eisbahnen, ein Skizentrum und einen Schiessstand. Im Winter werden manche Parks für den Skilanglauf präpariert.

Biathlon-Training in Tjumen:

Die 49. Weltmeisterschaft in Biathlon fand vom 9. bis 19. Februar 2017 in dem kleinen österreichischen Dorf Hochfilzen/Tirol statt. Insgesamt gab es 11 Wettbewerbe. Alle Ergebnisse werden auf den Weltmeisterschaftspokal dieser Saison angerechnet. IBU-Präsident Anders Besseberg pries die Austragung: “Nun sind die letzten Kugeln geschossen, die letzten Medaillen verliehen, die Besucher abgereist. Wir hatten eine grosse Vielfalt an Nationalitäten zu verzeichnen. Das Wetter war ausgezeichnet und die Wettbewerbe in Hochfilzen liefen gerecht ab.” Insgesamt nahmen 315 Athleten aus 37 Nationen teil, es wurden 33 Medaillen vergeben. Für die Herrenstaffel über 4 x 7,5 Kilometer, welche die Russen gewannen, waren 22.300 Zuschauer anwesend. Die 1.100 Einwohner von Hochfilzen bei Kitzbühel fanden die Veranstaltungen bestimmt spannend. Das kleine Dorf im Pillerseetal ist bekannt als Ort für den Skilanglauf.

Biathlon in Hochfilzen:

Biathlon ist ein beliebter Sport in Russland. In der Mitte der 1950er Jahre wurde er in der Sowjetunion als Wintersport eingeführt. Schliesslich ging Biathlon wegen seiner Popularität ab 1960 als Disziplin in die Winterolympiade ein. Ab 1992 durften auch Frauen am olympischen Biathlon teilnehmen. Der Wettbewerb in Biathlon besteht aus einer Kombination von Skilanglauf und Schiessen. Beim Langlauf wird Ausdauer verlangt, beim Schiessen Präzision. Der eine Teil des Schiessens wird im Liegen, der andere im Stehen absolviert. Für jede Schiessrunde muss der Biathlet fünfmal die Zielscheibe treffen. Der Schiessstand besteht aus 30 Bahnen, die meist 2,75 Meter breit sind. Ein elektrisches System registriert das Auftreffen des Projektils auf die Zielscheibe. Das Verfehlen einer Scheibe wird entweder mit einer Strafrunde von 150 Metern oder einer Strafzeit von einer Minute bestraft. Alle Langlauftechniken sind im Biathlon zugelassen. Meist laufen die Biathleten mit der freien Technik, weil sie die schnellste ist.

Russlands Präsident Wladimir Putin beim Biathlon-Schiessen:

Putin shoots a rifle during the para-Olympic biathlon championship of Russia in the Krasnaya Polyana ski resort

Biathlon-Wettbewerbe finden in folgenden Disziplinen statt: Einzel, Sprint, Verfolgung, Massenstart und Staffeln. Die Russen sind in der Herrenstaffel besonders erfolgreich. Eine Herrenstaffel besteht aus vier Biathleten, die jeweils 7,5 Kilometer laufen. Hat ein Läufer seine Strecke absolviert, übergibt er an den nächsten Läufer seiner Staffel, indem er dessen Körper berührt. Der Staffelwettbewerb besteht für jeden Athleten aus je einem Liegend- und einem Stehendschießen. Jeder hat acht Patronen, um fünf Scheiben zu treffen.

Obwoh auch Frauen teilnehmen, wird Biathlon in Russland immer noch als typisch männlicher Sport angesehen. Mit einem Gewehr auf dem Rücken auf Skiern über Schneeflächen zu laufen weckt den Jagdinstikt in Männern. Kein Wunder, dass Biathlon in den schier endlos langen Wintern der sibirischen Taiga eine so beliebte Sportart ist. Dort kann man tagelang laufen, ohne einer anderen Menschenseele zu begegnen.

Biathleten brauchen eine gute Technik, Durchhaltevermögen und Treffsicherheit beim Schiessen. Sie müssen in der Lage sein, ihre Herzfrequenz zu senken, so dass sie das Gewehr still halten können, wenn sie die Zielscheibe anvisieren. Um Biathlet zu werden, muss der Sportler hart und konsequent trainieren. So gehören Biathleten zu den gesündesten Wettbewerbern beim Wintersport. Der Skilanglauf ist ein gelenkschonendes Ganzkörpertraining und ein exzellenter Test für das Herzkreislaufsystem. Zum Schiessen braucht man Balance und Kontrolle sowie Regulierung von Puls und Atmung, um die erforderlichen Schüsse im angemessenen zeitlichen Rahmen zu bewältigen.

Biathlonvereine empfehlen diesen Sport als Kombination aus Spass und lebenslangem Konditionstraining. Natürlich wird nicht jeder eine olympische Goldmedaille oder den Weltmeisterschaftspokal gewinnen, aber es es gibt viele andere Gründe, diese Sportart zu betreiben: in erster Linie die Freude an der Bewegung in frischer Luft. Biathlon fördert eine gesunde Lebensweise und kann bis ins hohe Alter ausgeübt werden. Bei diesem Sport ist die Verletzungsgefahr gering.  Biathlon trainiert auch die Psyche, weil das Schiessen Konzentration und Präzision, Ruhe und Selbstgewahrsam erfordert. Die Sportler lernen, bei hohem körperlichem und geistigem Stress fokussiert zu bleiben. Das ist eine sehr nützliche Fähigkeit im täglichen Leben. Biathleten nehmen bei allen möglichen Wetterlagen an Wettbewerben teil. So üben sie, Herausforderungen und Widrigkeiten zu bewältigen. Dies stärkt Geist, Körper und Seele.

Biathlon-Training in Tjumen:

Aus diesen Gründen sind die Russen von Biathlon fasziniert. Russland war schon immer eine Nation, die sich grossen Herausforderungen und Widerständen gegenüber sah. Biathlon passt zur russischen Mentalität. Viele Goldmedaillen und Weltmeisterschaftspokale warten in Zukunft auf die russischen Herrenstaffeln in Biathlon.

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Moskau. Ihr Blog:

http://olivia2010wordpress.com

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Olivia Kroth: Gold for Russian men’s relay team in Biathlon World Cup

Gold for Russian men’s relay team in Biathlon World Cup

by Olivia Kroth

After almost a decade since 2008, a Russian biathlon relay team once again won gold in the IBU World Cup. This year, it took place in Austria’s Hochfilzen, on the 19th of February 2017. Four Russian biathletes – Aleksei Volkov, Maksim Tsvetkov, Anton Babikov and Anton Shipulin – took part in the 4 x 7.5 km relay. This winter sport, consisting of cross country skiing and rifle shooting, has been popular in Russia since the 1950s. First used as a military drill, it has become a civilian sport, an Olympic discipline and has its own World Cup. 

Maksim Tsvetkov:

The Russian biathlete Maksim Tsvetkov was born in Babaevo, Vologda Oblast, on the 3rd of January 1992. He was European Champion (2014) and Champion of the Military World Games (2017). Anton Babikov was born in Ufa, Bashkortostan, on the 2nd of August 1991. He was a three-time European Champion and three times bronze medalist at European Championships. Aleksei Volkov was born in the Khanty-Mansi Autonomous Okrug, Tyumen Oblast, on the 5th of April 1988. He was Olympic Champion 2014 in the relay and seven-time European Champion. Aleksei Volkov has earned himself the title “Honored Master of Sports in Russia”.

Anton Babikov:

 Anton Shipulin is considered as Russia’s superstar in biathlon. He was born in Tyumen, Urals Federal District, in a sports family, on the 21st of August 1987, and began cross-country skiing at an early age. In 2002, he enrolled in a sports school of Khanty Mansiysk, where his career in biathlon began. In 2004, the young biathlete returned to his native Tyumen and entered the Tyumen Law Institute to acquire a degree in Law. In 2006, Anton Shipulin moved to Ekaterinburg. At the European Championships in 2007, he won silver in sprint and gold in the relay. In 2008, Anton became the absolute European Champion after having won all three individual races and relay races. Anton Shipulin was a member of Russia’s biathlon team at the 2010 Olympic Games, where the men’s relay won the bronze medal. Russia’s President awarded Anton Shipulin the medal “Merits for the Fatherland”. Together with Evgeny Ustyugov, Aleksei Volkov, and Dmitri Malyshko he won the gold medal in the men’s relay at the 2014 Winter Olympics in Sochi, Russia. Anton Shipulin got married in 2015 and has a small son.

The website BIATHLONWORLD printed an interesting portrait of the Russian sportsman: Anton Shipulin is the biggest star and has been the most consistent performer over the past four seasons in the Russian team. At World Cup level, he has won 31 individual podiums and 20 relay podiums, including eight individual victories. His career highlight came in his home country Russia at the 2014 Sochi Olympic Winter Games, when he anchored the men’s relay team to the Olympic gold medal. Anton Shipulin is known as a determined competitor but is a relaxed, easy-going, fun-loving man away from the stadium. He said in an interview, “my family is number one, sport is number two. I know that to do good things for my family, I need to gain as much as possible from sport. My goal is to be a good father, a good husband and to have good results in biathlon. My family, fishing and biathlon are the three most important things in my life.”

http://www.biathlonworld.com/athletes/anton-shipulin/id/btrus12108198701/

President Vladimir Putin congratulates Anton Shipulin in Sochi:

The Siberian city of Tyumen, Anton Shipulin’s birthplace, is an ideal location for winter sports. It is the largest city of Tyumen Oblast in the Urals Federal District, 2.500 km east of Moscow. Tyumen was the first Russian settlement in Siberia, founded in 1586. Today it is one of the most important economic and industrial centres of the Ural Mountains. For many years Tyumen was the source for the Soviet and Russian sport reserve. Many famous Soviet and Russian sportsmen started their career in Tyumen youth sport. There are some Tyumen biathletes in the current Russian national team. Tyumen offers a number of sport activities for all ages. There are numerous sport and fitness clubs around the town. Tyumen has all season ice arenas, a ski centre and a shooting range. In winter, some parks are prepared for cross country skiing.

Aleksei Volkov:

The 49th Biathlon World Championships took place in the small Austrian village of Hochfilzen, Tirol, from 9 to 19 February 2017. There were a total of 11 competitions. All the events during these World Championships also count for the Biathlon World Cup season. IBU President Anders Besseberg praised the event, “The last bullets are shot, the medals are handed out and the fans have left. We had a great diversity of nationalities, perfect weather and fair competitions in Hochfilzen.” Altogether, 37 nations competed with 315 athletes and 33 medals were handed out. The men’s 4 x 7.5 km relay competition, where Russia’s team won gold, was attended by 22.300 spectators. It surely was an exciting spectacle for the 1.100 villagers of Hochfilzen in the Kitzbühel district. This little village in the Pillersee Valley is a popular winter sports resort, famous for cross country skiing.

Hochfilzen, Austria:

Biathlon is a popular sport in Russia. During the mid-1950s, it was introduced into the Soviet winter sport circuit and widely enjoyed by the public. This popularity finally helped the sport to gain entry into the Winter Olympics, starting in 1960. Women were first allowed in the Olympic biathlon, in 1992. A biathlon competition consists of a race through a cross-country trail system, whose total distance is divided into either two or four shooting rounds: half in prone position, the other half standing. For each shooting round, the biathlete must hit five targets. He will receive a penalty for each missed target. Split times (intermediate times) are taken at several points along the skiing track and upon finishing each shooting round. Large display screens list the split time of the fastest contestant at each intermediate point and time differences to the closest runners-up. All cross-country skiing techniques are permitted in the biathlon. Usually the free technique is preferred, being the fastest.

Biathlon competition formats are individual, sprint, pursuit, mass start, relay and mixed relay. The Russians are especially successful in men’s relay. The relay teams consist of four biathletes, who each ski 7.5 kilometres. Each leg is skied over three laps, with two shooting rounds: one prone, one standing. For every round of five targets there are eight bullets available. If after eight bullets there are still misses, one 150 m penalty loop must be taken for each missed target remaining. The first-leg participants start all at the same time. Every athlete of a team must touch the team’s next-leg participant to perform a valid changeover.

Although women participate, too, biathlon is still considered as a typical masculine sport. Skiing through snow with a rifle awakens the hunting instinct in men. No wonder it is such a popular sport in Siberia, with its endless winters in the taiga, where people can ski across the country for days without meeting another soul. Biathlon competitors need technique and stamina, as well as shooting skills. They must be able to lower their heart rate enough to hold the gun steady as they aim at a tiny target – with the threat of extra distance to ski or time penalties if they miss. Becoming a biathlete requires a very tough training regime, turning biathletes into some of the fittest competitors in winter sport. Cross country skiing offers a low-impact, full-body workout. It is an excellent test for the cardiovascular system. Shooting requires control and balance, managing the heart rate and breathing to complete the shots in the time required.

Anton Shipulin on the go:

Biathlon associations recommend this sport as a combination of fun, fitness and lifetime training. Of course, not everybody will win gold at Olympic or World Cup competitions, but there are plenty of reasons to practice biathlon. It is an exciting sport and the training is fun. It promotes a healthy lifestyle, biathletes can participate well into old age. There is also a very low injury rate in biathlon. Biathletes are some of the fittest athletes on the planet and cross country skiing is a great training tool for other sports. Furthermore, biathlon offers excellent mental training because shooting demands concentration, precision and self-awareness. Learning to remain calm and focussed, while under high levels of physical and mental stress, is a very useful skill in everyday life. Biathletes compete in all kinds of weather conditions. They learn to deal with adversity and all sorts of challenges, becoming mentally stronger for it.

This explains the Russians’ fascination  with biathlon. Russia has always been a nation overcoming difficult challenges and adversity. Biathlon suits the Russian mentality, with many more gold medals waiting for the Russian Olympic and World Cup teams in the future.

Olivia Kroth: The journalist and author of four books lives in Moscow. Her blog:

http://olivia2010wordpress.com

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