Olivia Kroth: Lektionen in russischer Geschichte – Die letzten Tage des letzten Zaren (II.Teil)

Lektionen in russischer Geschichte: Die letzten Tage des letzten Zaren (II. Teil)

von Olivia Kroth

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Ruhm und Ehre scheinen vergängliche Phänomene zu sein, schwer zu gewinnen, leicht zu verlieren. Der letzte Zar des Russischen Reichs, Nikolaus II., wurde von den Bolschewiken getötet. Sie schafften 1917/1918 das Zarentum endgültig ab. Doch hält sein Ruhm bis heute an und scheint sogar noch zu wachsen. Über sein Leben werden Filme gedreht und Bücher geschrieben. Kürzlich erschien sein Tagebuch als Taschenbuchausgabe in Frankreich: „Nicholas II – Journal intime“ (Perrin, Paris 2020), vom Herausgeber Jean-Christophe Buisson mit einem Kommentar versehen.

Der letzte Zar war ein frommer Mann, ein treuer Anhänger des russisch-orthodoxen Glaubens. Er ging regelmäßig mit seiner Familie zur Messe. Nikolaus II. war seiner Ehefrau ergeben und ein fürsorglicher Vater für seine fünf Kinder. Er war leicht beeinflussbar und weichherzig. Nach der Machtübernahme der Bolschewiken lebte er als Gefangener im Winterpalast von Zarskoje Selo. Der letzte Zar und seine Familie saßen wie exotische Vögel im vergoldeten Käfig in Gefangenschaft und warteten darauf, dass ihr Schicksal von den Revolutionären entschieden würde.

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Leben und Tod von Nikolaus II. sind noch heute von Interesse, da sie einen wichtigen Wendepunkt in der russischen Geschichte markieren. Der letzte Zar erlebte im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts das Ende der autokratischen Monarchie und die Bildung einer kommunistischen Regierung. Er sah die Zerstörung einer alten, aristokratischen, privilegierten Lebensweise und den Aufbau einer neuen Präsenz mit dem Aufstieg des Proletariats.

Der Erste Weltkrieg (1914-1918) beschleunigte seinen Untergang, da er nach einigen hoffnungsvollen Ereignissen am Anfang schlecht für das Russische Reich lief. Aufgrund des maroden Eisenbahnsystems war die Versorgung der Truppen an der Front nicht gewährleistet. Russlands Wirtschaft war auch nicht in der Lage, genügend Nahrungsmittel und Heizmaterial für die Bevölkerung zu produzieren. Insgesamt starben zweieinhalb Millionen russische Soldaten, fast vier Millionen wurden im Ersten Weltkrieg verstümmelt.

Russische Soldaten im Ersten Weltkrieg:

Константинополь - главная цель России в Первой мировой войне

Nikolaus II. bekleidete die Position des Oberbefehlshabers der russischen Armee, obwohl er kein militärisches Genie war. An der Front wurde er nicht vermisst, sein Rat wurde nicht gebraucht. Der Herausgeber, Jean-Christophe Buisson, zitiert Generalleutnant Tscherewin, der über Nikolaus Romanow sagte: „Er ist ein so weiches Handtuch, dass man es nicht einmal waschen kann“ (Journal intime, S. 228).

Generalleutnant Pjotr ​​Alexandrowitsch Tscherewin (1837-1896) stammte aus dem Adel des Gouvernements Kostroma. Er nahm an den letzten Schlachten des Krimkriegs (1853–1856) teil und an der Niederschlagung des polnischen Aufstands (1863–1864). Im Jahr 1865 wurde er Kriegsminister des Russischen Reichs unter Zar Alexander II., dem Großvater des letzten Zaren.

Im Jahr 1877 kämpfte Generalleutnant Tscherewin erfolgreich im Russisch-Türkischen Krieg. Er starb am 8. Februar 1896 in Sankt Petersburg an einer Lungenentzündung, kurz vor der Krönungszeremonie von Nikolaus II. am 26. Mai 1896. Wenn man die Biographie von Pjotr ​​Tscherewin liest, erhält man den Eindruck, dass der Erste Weltkrieg möglicherweise für das Russische Reich besser ausgegangen wäre, hätte er von 1914 bis 1918 die russische Armee befehligt.

Porträt des russischen Generalleutnants Pjotr Tscherewin von Ilja Repin aus dem Jahr 1885:

Le général Pyotr Aleksandrovich Cherevin en uniforme de la garde impériale  (1885, Galerie Tretiakov, Moscou) d'Ilya Repine (1844-1930)

Nikolaus II. erwähnte den Krieg oft in seinem Tagebuch. 19.06./02.07.1917: „Kurz vor dem Abendessen erhielten wir die gute Nachricht von der beginnenden Offensive an der Südwestfront. In Richtung Solotschew brachen unsere Truppen nach einer zweitägigen Vorbereitung der Artillerie in die Stellungen der Feinde ein. Sie nahmen 176 Offiziere und 10.000 Soldaten gefangen. Gott sei gelobt! Hoffentlich geht das so weiter! Ich fühlte mich viel besser, nachdem ich diese erfreuliche Nachricht erhalten hatte“ (Journal intime, S. 104).

Die Südwestfront (Юго-Западный фронт) war eine Heeresgruppe der russischen Armee, welche für die Leitung von Operationen entlang einer 615 Kilometer langen Frontlinie verantwortlich war. Diese Heeresgruppe nahm an der Schlacht in Galizien und an der Brussilow-Offensive teil. Die Südwestfront kämpfte gegen österreichisch-ungarische, bulgarische und deutsche Truppen.

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05.07./18.07.1917: „In diesen Tagen gab es Unruhen mit Schießereien in Petrograd. Aus Kronstadt kam eine Schar von Matrosen und Soldaten, um gegen die Regierung zu protestieren. Unverständlich! Wo sind die Männer, welche diese Bewegung bremsen, Zwietracht und Blutvergießen beenden könnten?“ (Journal intime, S. 111).

Der Marinestützpunkt Kronstadt stand unter dem Einfluss von Bolschewiken und Anarchisten, welche gegen die Regierung kämpften. Bereits im Mai 1917 hatte der Kronstädter Sowjet die Macht in dieser Stadt ergriffen. Überall herrschte Unzufriedenheit über die Untätigkeit der Regierung, denn die seit langem versprochene Land- und Industriereform liess auf sich warten. Die Bevölkerung litt an Nahrungsmittelknappheit. Wegen dieser Zustände marschierten die Kronstädter Matrosen und Soldaten nach Petrograd. Ihre Losung lautete: „Alle Macht den Sowjets!“

Protestierende Matrosen aus Kronstadt:

r/Fuhrerreich - Pro-Kronstadt Rebellion propaganda poster

Schon bald erhielt der Zar schlechte Nachrichten von der Front. 13.07./26.07.1917: „In den letzten Tagen kamen schlechte Nachrichten aus dem Südwesten. Nach unserer Offensive bei Galitsch weigerte sich die Armee vorzurücken, sie kehrte ohne Druck der Feinde zurück. Unsere Soldaten sind von negativer Propaganda beeinflusst. Die Österreicher und Deutschen profitierten von der für sie günstigen Lage. Dies könnte unsere südwestliche Heeresgruppe behindern und zwingen, sich nach Osten zurückzuziehen. Es ist wirklich beschämend und ärgerlich!” (Journal intime, S. 113).

Die Pläne für das Exil des Zaren hatten sich gleichfalls geändert. Die Bolschewiken schickten ihn weder nach England noch auf die Krim, sondern nach Sibirien. 31.07./15.08.2017: „Unser letzter Tag in Zarskoje Selo. Wir fuhren in zwei Autos zum Alexander-Bahnhof. Dort stiegen wir in den Zug nach Tobolsk“ (Journal intime, S.121).

Wladimir Lenin, Organisator der Russischen Revolution:

Как сторонники версии о ритуальном убийстве представляют себе гибель  Николая II

Tobolsk (Тобольск) am Zusammenfluss von Tobol und Irtysch wurde 1590 gegründet. Es war die zweitälteste russische Siedlung östlich des Uralgebirges und die historische Hauptstadt des russischen Gouvernements Sibirien. Die Stadt wuchs schnell aufgrund der sibirischen Flussrouten und florierte durch ihren Handel mit China. Im Jahr 1708 erhielt Tobolsk die erste Schule, ein Theater und eine eigene Zeitung.

Nach dem Dekabristenaufstand (Восстание декабристов) am 14. Dezember 1825 wurden einige Dekabristen nach Sibirien deportiert. Sie ließen sich in Tobolsk nieder. Die Dekabristen waren russische Adlige und Intellektuelle mit liberalen Ideen. Um das Leid der russischen Bauern und Soldaten zu lindern, wollten sie die Gesellschaft reformieren. Sie kritisierten auch den verschwenderischen Lebensstil am zaristischen Hof und forderten die Abschaffung der Leibeigenschaft.

Die Entfernung von Zarskoje Selo nach Tobolsk beträgt 2.500 Kilometer. Für die bolschewistischen Revolutionäre war die Wahl von Tobolsk ein symbolischer Akt. Nikolaus II. und seine Familie wurden in dieselbe Stadt deportiert, in welcher einige der Dekabristen im Exil gelebt hatten. Die Zeiten änderten sich, der Spieß wurde umgedreht.

Tobolsk inSibirien:

Sibirien verstehen: Die Stadt Tobolsk - Russia Beyond DE

Die Fahrt des letzten Zaren nach Tobolsk wird in seinem Tagebuch wie eine luxuriöse Touristenreise beschrieben. 03.08./16.08.1917: „Wir durchquerten Perm und unternahmen einen Spaziergang bei Kungur entlang des Sylwa-Flusses in einem sehr schönen Tal“ (Journal intime, S.123).

Perm (Пермь) ist eine Stadt in der Region des Urals. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Perm zu einem bedeutenden Handels- und Industriezentrum mit über 20.000 Einwohnern. Die Stadt besaß mehrere Fabriken zur Herstellung von Metallurgie, Papier und Dampfschiffen. Im Jahr 1870 wurde ein Theater eröffnet. Heute ist Perm das Verwaltungszentrum der Region Perm mit einer Bevölkerung von über einer Million Einwohnern.

Perm im 19. Jahrhundert:

With and Without Galton - 1. The Author: Vasilii Florinskii - Open Book  Publishers

Die Stadt Kungur (Кунгур) befindet sich südöstlich von Perm, am Zusammenfluss der Flüsse Iren, Schakwa und Sylwa. Im Jahr 1648 gegründet, wurde Kungur im 18. Jahrhundert zu einem Zentrum der Leder- und Schuhindustrie. Weithin bekannt war Kungurauch für die Herstellung von Seilen und Leinöl. Die Stadt spielte eine wichtige Rolle im Transithandel auf der sibirischen Straße.

Kungur ist der wichtigste Hafen am Fluss Sylwa (Сылва). Dieser schöne Fluss in der Region Perm hat eine Länge von 493 Kilometern. Er gefriert im November und bleibt bis April vereist. Jedes Jahr unternehmen Hunderte von Touristen Bootsfahrten auf dem Fluss Sylwa, der gemächlich durch das Naturschutzgebiet des Vor-Urals fließt, an steilen Klippen und versteinerten Überresten von Korallenriffen vorbei, die das Große Permische Meer hinterlassen hat.

Kungur am Fluss Sylwa, Region Perm, im Jahr 2015:

04.08./17.08.1917: „Als wir den Ural überquerten, sank die Temperatur sofort. Wir fuhren durch Jekaterinburg und kamen in Tjumen an. Der Zug hielt in der Nähe der Haltestelle. Dort bestiegen wir ein Schiff namens Rus. Der Transfer unseres Gepäcks dauerte die ganze Nacht“ (Journal intime, S. 123).

Der Herausgeber des Tagebuchs, Jean-Christophe Buisson, erklärt in seinem Kommentar, warum der Transfer so lange dauerte. Viele Gegenstände und Personen mussten an Bord des Schiffs gebracht werden: „Weinflaschen aus dem Weinkeller des Zaren, Teppiche, Porzellan und Tafelsilber, Gemälde, ein großer Koffer voller kostbarer Juwelen im Wert von etwa einer Million Rubel. Die sieben Mitglieder der Familie Romanow wurden von 46 Personen begleitet, darunter befanden sich einige Kabinettsmitglieder, zehn Lakaien, sieben Köche, sechs Butler, zwei Kammerdiener, ein Weinkoster, ein Friseur, ein Arzt, eine Krankenschwester, ein Sekretär, die Privatlehrer der Kinder, auch zwei Cocker Spaniels“ (Journal intime, S. 238).

Silberpokal des letzten russischen Zaren:

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06.08./19.08.1917: „Ich stand spät auf, weil ich wegen des Lärms an Bord schlecht schlafen konnte. Nachts wechselten wir von der Tura zum größeren Tobol über. Er hat höhere Böschungen“ (Journal intime, S. 123). Die Tura (Тура) ist ein historisch bedeutender sibirischer Fluss, der vom zentralen Ural nach Osten in den Tobol fließt. Von 1600 bis 1750 war die Tura der wichtigste Zugang nach Sibirien. Im oberen Tura-Becken befinden sich eine Reihe von Bergbaustädten. Mit einer Länge von 1.030 Kilometern ist dieser Fluss von November bis Mitte April zugefroren.

Der Tobol (Тобол) hat eine Länge von 1.591 Kilometern, sein Einzugsgebiet beträgt 426.000 Quadratkilometer. Dieser Fluss ist reich an Fischen: Barsche, Hechte, Karpfen, Plötze, Sibirische Störe werden hier gefangen. Der Tobol war früher einer der vier wichtigen Flüsse des sibirischen Khanats. Das Khanat Sibir war ein tatarisches Khanat mit der Hauptstadt Tobolsk. Dieses Khanat wurde 1425 von der Goldenen Horde gegründet und 1588 von Russland erobert. Nach ihm wurde das heutige Gebiet Sibirien benannt.

Der Fluss Tura im Ural, Frühjahr 2019:

Ende August 1917 ließ sich die Familie Romanow im Haus des Gouverneurs in Tobolsk nieder. Die Dienstboten wurden in benachbarten Häusern untergebracht. Hier las der Zar Bücher, fällte Bäume im Garten und sägte Holz. Außerdem spielte er mit seinen Kindern Billard, Domino, Karten oder würfelte, während er auf Nachrichten von der Front wartete.

24.08./06.09.1917: „Die schlechten Nachrichten von der Front werden leider bestätigt. Heute hörten wir, dass Riga evakuiert werden musste. Unsere Truppen zogen sich nach Nordosten zurück“ (Journal intime, S.132). Die Operation Riga wurde in der ersten Septemberwoche 1917 von der deutschen gegen die russische Armee durchgeführt. Sie endete mit dem Sieg der deutschen Truppen und der Einnahme von Riga. Bei dieser Operation wurden 125.000 Russen getötet, bis zu 15.000 wurden gefangen genommen oder galten als vermisst.

Russische Postkarte vom I. Weltkrieg in Riga:

Первая мировая война —

Im Oktober erreichten den Zaren weitere schlechte Nachrichten von der Front. 01.10./14.10.1917: „Wir haben ein Telegramm erhalten, dass die Deutschen die Inseln Ösel und Dagö eingenommen haben“ (Journal intime, S.124). Heute heißen diese Inseln Saaremaa und Hiiumaa. Sie gehören zu Estland. Nach Lettland nahmen die Deutschen auch Estland ein.

Das Russische Reich begann zu bröckeln. Im Baltikum und in Galizien, den nordwestlichen und südwestlichen Ecken des Reichs, gingen große Landstücke verloren. Als sich der Erste Weltkrieg seinem Ende näherte, zeichnete sich für das Russische Reich eine Katastrophe ab. …

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Die nächste Fortsetzung folgt im November 2021:

„Die letzten Tage des letzten Zaren“ (III. Teil)

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Russland. Ihr Blog:

http://olivia2010.kroth.wordpress.com

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Olivia Kroth: Lessons of Russian History – The last days of the last Tsar (Part II)

Lessons of Russian History: The last days of the last Tsar (Part II)

by Olivia Kroth

Тайна холста. Как за портретом Ленина нашли изображение Николая II |  События | КУЛЬТУРА | АиФ Санкт-Петербург

Fame and glory seem to be ephemeral phenomena, hard to win, easily lost. The last Tsar of the Russian Empire, Nicholas II, was killed by the Bolsheviks who abolished tsardom, once and for all, in 1917/1918. Yet his fame has lasted until today and seems to be still growing. Films are being made, books are written about him. His diary was recently published as a pocket book in France: “Nicholas II – Journal intime” (Perrin, Paris 2020), edited with a commentary by Jean-Christophe Buisson.

The last Tsar was a pious man, a loyal believer of Russian Orthodox faith. He went to mass regularly with his family. Nicholas II was a devout husband and a caring father for his five children. He was also a malleable and soft-hearted man, who became a prisoner in his own home, the Winter Palace of Tsarskoye Selo, when the Bolsheviks came into power. Like exotic birds in their guilded cage, the last Tsar and his family sat in captivity, waiting for their fate to be decided by the revolutionaries.

The Tsar’s private apartments in the Winter Palace at Tsarskoye Selo:

Private Apartments of the Winter Palace - Wikiwand

The life and death of Nicholas II are still of interest today because they mark an important turning point in Russian history. The last Tsar witnessed the end of autocratic monarchy and the formation of a communist government, in the first quarter of the 20th century. He saw the destruction of an old, aristocratic, privileged way of life and the construction of a new presence with the rise of the proletariat.

The First World War (1914-1918) accelerated his downfall, since it was going badly for the Russian Empire, after a few hopeful events at the beginning. Due to Russia’s decrepit railway system, supplies did not reach the troops at the front in time. Russia’s economy was not able to produce enough food and heating material for the population. All in all, two and a half million Russian soldiers died, nearly four million were mutilated in World War I.

The last Tsar in military uniform with his officers:

37 Days to WWI timeline | Timetoast timelines

Nicholas II occupied the position of supreme commander of the Imperial Russian Army, although he was no military genius. He was not missed at the front, his advice was not needed. The editor Jean-Christophe Buisson quotes Lieutenant General Cherevin, who said about Nicholas Romanov: “He is such a soft towel that you cannot even wash it” (Journal intime, p. 228).

Lieutenant General Pyotr Alexandrovich Cherevin (1837-1896) descended from the nobility of the Kostroma Governorate. He took part in the final battles of the Crimean War (1853-1856) and in the suppression of the Polish uprising (1863-1864). In 1865, he became the Russian Empire’s Minister of War under Tsar Alexander II, the last Tsar’s grandfather.

In 1877, Lieutenant General Cherevin fought successfully in the Russian-Turkish War. He died from pneumonia in Saint Petersburg, on the 8th of February 1896, shortly before the coronation ceremony of Nicholas II, on the 26th of May 1896. Reading the biography of Pyotr Cherevin, one gets the impression that the First World War might have ended better for the Russian Empire, had he been in command of the Imperial Army, from 1914 to 1918.

Lieutenant General Pyotr Alexandrovich Cherevin (1837-1896):

File:Pyotr A. Cherevin.jpeg - Wikimedia Commons

Nicholas II mentioned the war often in his diary. 19.06/02.07.1917: “Just before dinner, we received the good news of the beginning offensive on the Southwestern Front. In direction of Zolochev, after a preparation of artillery that lasted two days, our troops broke into the enemies’ positions. They captured 176 officers and 10.000 soldiers. God be praised! Hopefully this will continue! I felt a lot better after receiving these fortunate news” (Journal intime, p. 104).

The Southwestern Front (Юго-Западный фронт) was an army group of the Imperial Russian Army, responsible for managing operations along a front line that stretched 615 kilometres. This army group took part in the Battle of Galicia and the Brusilov Offensive, fighting against Austro-Hungarian, Bulgarian and German troops.

The Southwestern Front:

Последнее слово предателя: что на самом деле сказал атаман Краснов |  Русская семерка

05.07./18.07.1917: “These days, there was trouble in Petrograd, with shootings yesterday, a crowd of soldiers and seamen arrived from Kronstadt to march against the government. Incomprehensible! Where are the men who could calm down this movement, stop the discord and bloodshed?” (Journal intime, p. 111).

The Kronstadt naval base was under the influence of the Bolsheviks and Anarchists, who fought against the government. As early as May 1917, the Kronstadt Soviet had become the main authority in the city. General unhappiness with the government’s inaction, regarding the promised land reform and industrial reform, as well as outrage about food shortages caused the Kronstadt sailors and soldiers to march to Petrograd with the slogan “All Power to the Soviets!”

The Kronstadt Fort near Saint Petersburg in the Baltic Sea:

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Soon enough, the Tsar received bad news from the front. 13.07./26.07.1917: “These last days, bad news arrived from the southwest. After our offensive at Galich, many army units, totally poisoned by negative propaganda, not only refused to advance but turned backwards, without being pressured by the enemies. Profiting from this favourable situation, the Austrians and Germans broke through in southern Galicia. This might contain our southwestern army group and force them to retreat eastward. This is truly shameful and exasperating!” (Journal intime, p. 113).

Regarding the Tsar’s exile, plans had changed. The Bolsheviks sent him neither to England nor to the Crimea but to Siberia. 31.07/15.08.2017: “Our last day in Tsarskoye Selo. We departed in two automobiles to the Alexander train station. We got into the train to Tobolsk” (Journal intime, p.121).

The Tobolsk Kremlin:

Тобольский кремль. Гостиный двор

Tobolsk (Тобольск), located at the confluence of the Tobol and Irtysh rivers, was founded in 1590. It was the second-oldest Russian settlement east of the Ural Mountains and the historic capital of the Russian Siberia Governorate. The town grew fast due the Siberian river routes and prospered on trade with China. In 1708, Tobolsk got its first school, theatre and newspaper.

After the Decembrist Revolt (Восстание декабристов), on the 14th of December 1825, some of the Decembrists were deported to Siberia and settled in Tobolsk. The Decembrists were Russian noblemen and intellectuals with liberal ideas. Realizing the suffering of Russian peasants and soldiers, the Decembrists wished to reform society. They rejected the lavish lifestyle at the Tsarist court and asked for the abolishment of serfdom.

The distance from Tsarskoye Selo to Tobolsk is 2.500 kilometres. For the Bolshevik revolutionaries, the choice of Tobolsk was highly symbolic. Nicholas II and his family were deported to the same town, where some of the Decembrists had lived in exile. The times were changing, the tables turned.

Decembrist Revolt in Saint Petersburg, on the 14th of December 1825:

Décembrisme

The last Tsar’s voyage to Tobolsk is described like a luxury tourist trip in his diary. 03.08./16.08.1917: “We passed through Perm and went for a walk around Kungur along the Sylva river in a very beautiful valley” (Journal intime, p.123).

Perm (Пермь) is a city located in the Ural region. In the 19th century, Perm became a major trade and industrial centre with a population of more than 20.000 people. The city owned several metallurgy, paper and steamboat producing factories. In 1870, a theatre was opened. Today, Perm is the administrative centre of Perm Krai, with a population of over one million residents.

The theatre of Perm in the 19th century:

Kungur (Кунгур) is a town southeast of Perm, at the confluence of the Iren, Shakva and Sylva rivers. Founded in 1648, the town became a centre of leather and footwear industries, in the 18th century. Kungur rope and linseed oil were also widely known. The town was important for transit trade on the Siberian road.

Kungur is the main port on the Sylva river (Сылва). This beautiful river in Perm Krai has a length of 493 kilometres. It freezes in November and stays under the ice until April. Every year, hundreds of tourists take boat rides on the Sylva river, which flows leisurely through the Preduraliye Nature Preserve, past abrupt cliffs and fossilized remnants of coral reefs, left by the Great Permian Sea.

The Sylva river in Perm Krai:

СЫЛВА ОТ КУНГУРА ДО д.ПОДКАМЕННОЕ Река Сылва – чистая и многоводная... |  Интересный контент в группе Кунгурский район

04.08./17.08.1917: “We crossed the Ural Mountains, the temperature went down immediately. We went through Yekaterinburg and arrived in Tyumen. The train stopped near the landing. We boarded a ship called Rus. The transfer of our luggage continued the whole night” (Journal intime, p. 123).

The editor Jean-Christophe Buisson explains in his commentary, why the transfer lasted so long. Plenty of items and people needed to be taken aboard the ship: “Wine bottles from the Tsar’s cave, carpets, china and silverware, paintings, a big trunk full of precious jewels, worth about a million rubles. The seven Romanov family members were accompanied by 46 people, among them some cabinet members, ten footmen, seven cooks, six butlers, two valets, a wine taster, a hairdresser, a doctor, a nurse, a secretary, the children’s private teachers, as well as two spaniel dogs” (Journal intime, p. 238).

The Imperial family’s spaniels:

Miracle survival of Joy the spaniel who escaped Bolshevik murder squad |  Daily Mail Online

06.08./19.08.1917: “I got up late because I slept badly due to the noise, whistles, stops. At night, we crossed over from the Tura river to the Tobol river, which is larger, with higher embankments” (Journal intime, p. 123).

The Tura (Тура) is a historically important Siberian river, which flows eastward from the central Ural Mountains into the Tobol river. From 1600 to 1750, the Tura was the main entry point into Siberia. A number of mining towns are located in the upper Tura basin. With a lengh of 1.030 km, this river is frozen from November to mid-April.

The Tobol (Тобол) has a length of 1.591 km, the area of its drainage basin is 426.000 km2. The Tobol river is rich in fish: bream, carp, perch, pike, roach, ruff, Siberian sturgeon are caught here. In former times, the Tobol was one of the four important rivers of the Siberian Khanate.

The Tobol river in western Siberia:

река Тобол

At the end of August 1917, the Romanov family settled down in the Governor’s house in Tobolsk. The servants were accomodated in neighbouring houses. Here the Tsar read books, felled trees and cut wood in the garden. He also played billiard, cards, dice or domino with his children, while waiting for news from the front, which were scarce.

24.08./06.09.1917: “The bad news from the front are unfortunately being confirmed. Today, we heard that Riga had to be evacuated. Our troops withdrew far away, towards the northeast” (Journal intime, p.132).

The Riga Operation was carried out by the German Imperial Army against the Russian Imperial Army, during the first week of September 1917. It ended with the victory of the German troops and the capture of Riga. In this operation, 125.000 Russians were killed, up to 15.000 were taken prisoner or went missing.

The last Tsar and his family in captivity:

More bad news from the front reached the Tsar in October. 01.10./14.10.1917: “We received a telegramme telling us that the Germans have taken the islands of Ösel and Dagö” (Journal intime, p.124). Today, these islands are called Saaremaa and Hiiumaa. They belong to Estonia. After Latvia, the Germans took away Estonia.

The Russian Empire started to crumble. Big pieces of land were lost in the Baltic and in Galicia, the Empire’s northwestern and southwestern corners. As World War I was nearing its end, catastrophe and disaster appeared on the horizon for the Russian Empire. …

To be continued: “The last days of the last Tsar” (Part III) will be published in November 2021.

Olivia Kroth: The journalist and author of four books lives in Russia. Her blog:

http://olivia2010.kroth.wordpress.com

This text was also published in THE DURAN:

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Olivia Kroth: Zur Erinnerung an die russische Künstlerin Anna Ostroumowa-Lebedewa an ihrem 150. Geburtstag

Zur Erinnerung an die russische Künstlerin Anna Ostroumowa-Lebedewa an ihrem 150. Geburtstag

von Olivia Kroth

Anna Petrowna Ostroumowa (Анна Петровна Остроумова) war eine russische Aquarellistin, Graveurin und Landschaftsmalerin. Sie wurde am 17. Mai 1871 in Sankt Petersburg geboren und starb am 5. Mai 1955 in derselben Stadt, die zu Sowjetzeiten Leningrad hieß. Anna war die Tochter des Senators und Privatrats Pjotr ​​Iwanowitsch Ostroumow und seiner Ehefrau Maria Klimentiewna Tschechowitsch. Nach ihrer Heirat mit dem russischen Chemiker und Erfinder Sergej Wassiljewitsch Lebedew im Jahr 1905 nannte sie sich Anna Petrowna Ostroumowa-Lebedewa (Анна Петровна Остроумова-Лебедева). Sankt Petersburg an der Ostsee, 1703 von Zar Peter dem Großen gegründet, ist auf sumpfigem Boden am Ufer der Newa erbaut. Mit seinen zahlreichen Kanälen und kleinen Inseln wird die Stadt oft als „Venedig des Nordens“ bezeichnet. Sankt Petersburg, der visionäre Traum und das Erbe eines großen Zaren, steht im Zentrum von Anna Petrowna Ostroumowa-Lebedewas Lebenswerk.

Von 1889 bis 1892 besuchte sie die Zentrale Schule für Technisches Zeichnen von Baron Alexander Ludwigowitsch von Stieglitz, wo sie in der Klasse von Wassili Wassiljewitsch Maté Grafik lernte. Sie setzte bis 1900 ihr Studium an der Kunstakademie in Sankt Petersburg fort. Hier waren ihre Lehrer Ilja Jefimowitsch Repin, Konstantin Apollonowitsch Sawizki und Pawel Petrowitsch Tschistjakow.

Anschließend erklärte Anna ihre Vorliebe für Holzschnitte: „Viele Male fragte ich mich in meinem Leben, warum ich der Gravur besondere Aufmerksamkeit schenkte und mich anschließend in eine so schwierige Kunst wie den Holzschnitt verliebte, der so viel Aufmerksamkeit und Geduld erfordert. Warum? Zum Teil schreibe ich dies meiner Kurzsichtigkeit zu. Ich wurde kurzsichtig geboren. Wenn die Seite eines Buchs oder ein Notenblatt nur ein wenig von mir entfernt war, konnte ich es kaum lesen. Aber aus nächster Nähe sah ich die kleinsten Dinge ganz deutlich, zum Beispiel Gewebefäden oder Papierfasern. Deshalb waren Holzschnitte für mich sehr praktisch, da keine Lupe erforderlich ist.“

Anna Petrowna Ostrouma, “Kiefer” (Holzschnitt):

Pine tree, 1902 - Anna Ostroumova-Lebedeva

Doch scheint die Kurzsichtigkeit nicht der einzige Grund gewesen zu sein. Anna erkannte den künstlerischen Wert des Holzschnitts und verstand seine Möglichkeiten: „Ich schätze die unglaubliche Prägnanz des Ausdrucks im Holzschnitt. Mir gefällt die Klarheit seiner Linien … und bedaure, dass diese Kunstform nach ihrer Blütezeit im 16. und 17. Jahrhundert zu verschwinden begann. Ich habe immer davon geträumt, sie wiederzubeleben.“

1898 begann Anna, sich an den Aktivitäten der neuen russischen Vereinigung „Welt der Kunst“ zu beteiligen, die von Alexander Benois gegründet wurde. Die Mitglieder lehnten den Akademismus ab. Stattdessen suchten sie nach dem, was sie “reine Kunst” und “Transformation des Lebens” nannten. Anna traf Alexander Benois (1870-1960) und seine Freunde in der Eremitage von Sankt Petersburg.

Alexander Benois (1870-1960), portraitiert von Leon Bakst:

File:Portrait Alexander Benois von Leon Bakst.jpg - Wikimedia Commons

Alexander Benois erinnerte sich später: „Die Eremitage war in jenen Jahren leer. An Wochentagen waren wir normalerweise fast die einzigen Besucher in dem gesamten Gebäude, das aus vielen riesigen Hallen und Büros bestand. Nur ein paar Schritte von uns entfernt arbeitete in der Großen Rembrandt-Halle eine hübsche junge Künstlerin. Sie kopierte ein Gemälde des großen Meisters.“

“Wir waren von ihr fasziniert”, sagte Alexander Benois. „Diese junge Dame erledigte ihre Aufgabe mit viel Geschick und Kraft … Wir verneigten uns aus der Ferne, doch wagten wir nicht, uns zu nähern. In der Folge wurde diese Künstlerin eine unserer engsten Freundinnen, unsere wundervolle Anna Petrowna Ostroumowa.“

Später beschrieb Alexander Benois Annas Arbeit folgendermaßen: „Ihre Gravuren sind stark und lakonisch, um die gewünschte Stimmung zu vermitteln. Der Pinselstrich in ihren Aquarellen erfreut das Auge mit bezauberndem Glanz. Sie hat einen so guten Geschmack, weil sie sicherlich von Gott begnadet ist.”

Die Eremitage in Sankt Petersburg:

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Anna liebte ihre Heimatstadt. Über ihre Arbeit schreibt sie: „Ich studierte die Gesetze der Perspektive, während ich weitläufige Plätze mit prächtigen Bauten und glanzvollen Ensembles abbildete. So versuchte ich, die Harmonie dieser Gebäude durch vertikale Linien zu betonen.“

Sie unternahm gerne lange Spaziergänge durch Sankt Petersburg, um die Stadt aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten: „Als ich an der Akademie studierte, musste ich jeden Tag einen weiten Weg nach Hause zurücklegen. Ich ging über die Newa und kam an großartigen Monumenten vorbei. Dies waren meine ersten selbstständigen Schritte als Künstlerin. Was für ein bezauberndes Modell ich vor mir hatte in meiner Heimatstadt!“

Anna schuf Aquarelle und Holzschnitte im dekorativen Stil. Im Jahr 1901 produzierte sie ihre erste Serie von Holzschnitten mit Ansichten von Sankt Petersburg, die Sergej Djagilew bei ihr bestellt hatte. Sie zeigten die Newa, Fontanka und Moika, die Börse, die Kettenbrücke, den Krjukow-Kanal und Neu-Holland.

Anna Petrowna Ostroumowa, “Blick auf die Säulen der Börse und die Peter-und-Paul-Festung in Sankt Petersburg”:

Die Künstlerin verliebte sich 1901 auch in den Pawlowsk-Park. Sie erinnerte sich später: „Bis zu diesem Jahr kannte ich Pawlowsk und seinen herrlichen Park nicht sehr gut. Er war entzückend, besonders im Frühling, mit seinen Bächen, Brücken, Teichen und abgelegenen Pavillons auf den Inseln. Ich ging einen Weg entlang, plötzlich gelangte ich zu einem alten Tempel.“ Anna aquarellierte oft im Pawlowsk-Park, dann schuf sie eine kleine Serie von Stichen.

Der Pawlowsk-Park (Павловский парк) umgibt den Pawlowsk-Palast, eine russische kaiserliche Residenz aus dem 18. Jahrhundert, von Zar Paul I. erbaut. Nach seinem Tod wurde dieser Palast das Heim seiner Witwe Maria Fjodorowna. Heute ist Pawlowsk ein staatliches Museum und öffentlicher Park mit einer Fläche von etwa 600 Hektar. Den Park schmücken mehrere Gartenbauten: die Kolonnade des Apollo, die Voliere, das Kaltbad, der Rosa Pavillon, die Rundhalle, der Freundschaftstempel. Das Ensemble des Pawlowsk-Palasts mit Park gehört zum Kulturerbe der Russischen Föderation.

Anna Petrowna Ostroumowa-Lebedewa, “Pawlowsk-Park” (Aquarell):

А.П. Остроумова-Лебедева. Акварелисты в поезде Московского метро:  art_tourism — LiveJournal

Neben dem Pawlowsk-Park gefiel Anna auch der Sommergarten. Sie fand dort im Sommer wie im Winter ihre Motive: „Ich arbeitete mit großer Begeisterung im Sommergarten, wo ich Äste abbildete, mit dazwischen tanzenden Schneeflocken. Manchmal druckte ich Gartenmotive in silbrig-grauen Tönen, bei leichtem Nebel. Manchmal hellte ich den Himmel auf, so als würde gerade die Sonne durchbrechen, die Baumstämme druckte ich dunkler. So wurde eine fröhliche, kraftvolle Landschaft daraus.“

Der Sommergarten ist ein historischer öffentlicher Garten auf einer Insel in Sankt Petersburg. Er gehört zum Sommerpalast von Zar Peter dem Großen und zeigt Skulpturen von Charakteren aus der klassischen Mythologie sowie ein Denkmal für den russischen Fabelautor Iwan Krylow. Heute ist der Sommergarten eine Außenstelle des Russischen Museums.

Konstantin Somows Porträt der Künstlerin aus dem Jahr 1904:

E.P. Ostroumova-Lebedeva by K. Somov (1904).jpg

Im Jahr 1905 heiratete die Künstlerin den Chemiker Sergej Wassiljewitsch Lebedew (Сергей Васильевич Лебедев, 1874–1934), den Erfinder von kommerziell nutzbarem und massenproduziertem Synthesekautschuk. Er entwickelte ein industrielles Verfahren zur Herstellung von synthetischem Kautschuk, basierend auf der Polymerisation von Butadien unter Verwendung von metallischem Natrium als Katalysator.

Aufgrund seiner Erfindung wurde die Sowjetunion 1940 führend in der globalen Kautschukindustrie, mit einer Produktion von mehr als 50.000 Tonnen pro Jahr. Ein weiterer wichtiger Beitrag von Sergej Lebedew war die Entwicklung einer Reihe synthetischer Motorenöle für Flugzeugtriebwerke.

Plakette für den Chemiker Sergej Wassiljewitsch Lebedew in der nach ihm benannten Strasse von Sankt Petersburg:

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Die Künstlerin stellte ihre Arbeiten in vielen russischen Städten aus. Die Tretjakow-Galerie in Moskau erwarb fünf ihrer ersten Werke. 1916 kaufte das Russische Museum in Petrograd (Sankt Petersburg) neun ihrer Werke. Ende 1916 wurde sie als erste Frau zum ordentlichen Mitglied der Kaiserlichen Akademie der Künste ihrer Heimatstadt ernannt.

Von 1918 bis 1922 war Anna Petrowna Ostroumowa-Lebedewa Lehrerin am Höheren Institut für Fotografie und Fototechnik, heute die Staatliche Universität für Film und Fernsehen in Sankt Petersburg.

Anna Petrowna Ostroumowa-Lebedewa, “Fontanka”, Aquarell (1924):

Санкт-Петербург. По "Гранитному барину" вслед за кистью и резцом Анны  Остроумовой-Лебедевой. — рассказ от 10.03.18

In den 1930er Jahren bezogen Anna und Sergej eine schöne Wohnung in Zarskoje Selo. Sie hatte einen Dachboden und einen Balkon mit Blick auf den weitläufigen Garten. Von 1934 bis 1935 lehrte Anna am Staatlichen Akademischen Institut für Bildende Kunst, Bildhauerei und Architektur in Sankt Petersburg, der heutigen Kaiserlichen Akademie der Künste.

Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1934 und während des Zweiten Weltkriegs (1941-1945), der in Russland als Großer Vaterländischer Krieg bezeichnet wird, blieb Anna in Leningrad. Sie überlebte die Belagerung ihrer Heimatstad durch die Nazis, schuf weiterhin Gemälde und engagierte sich in Sozialarbeit. Die Künstlerin zeigte keine Bilder der Blockade, sondern präsentierte ihre Heimatstadt in all ihrer Schönheit, so wie sie für immer in Erinnerung bleiben wird.

Die Blockade von Leningrad (блокада Ленинграда) dauerte vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944. Die Nazis wollten die Zivilbevölkerung dieser Stadt systematisch aushungern und vernichten. Es handelt sich um den grössten Genozid der Geschichte. Vor allem im Winter 1941/1942 starben sehr viele Menschen der Region Leningrad an Hungersnot aufgrund der Unterbrechung der Energie-, Lebensmittel- und Wasserversorgung. Von November 1941 bis Februar 1942 erhielten die Bürger nur 125 Gramm Brot pro Tag, wobei die Hälfte dieses sogenannten Brots aus Sägemehl als Füllstoff bestand.

Um die Verteidigung Leningrads aufrechtzuerhalten, richtete die Rote Armee eine Route für den Nachschub ein. Diese Route wurde als Straße des Lebens (Дорога жизни) bekannt. Der Transport über den Ladogasee erfolgte in den wärmeren Monaten mit Wasserfahrzeugen und im Winter mit Landfahrzeugen über dickes Eis. Die Route wurde auch zur Evakuierung von Zivilisten genutzt.

Nach Angaben des sowjetischen Marschalls Georgi Konstantinowitsch Schukow (Георгий Константинович Жуков, 1894-1976) hatte Leningrad vor der Blockade eine Bevölkerung von 3.385.000 Einwohnern, einschließlich der Vororte. Zwischen Juni 1941 und März 1943 wurden bis zu 1.743.120 Menschen zur Wolga, in den Ural, nach Sibirien und nach Kasachstan evakuiert.

Die Blockade von Leningrad, der grösste Genozid der Geschichte:

Die Newa in Sankt Petersburg – Petrograd – Leningrad mit ihren schimmernden Lichtern und Schatten unter blauem, grauem oder schwarzem Himmel fasziniert seit jeher sowohl Künstler als auch Dichter. Die russische Dichterin Bella Achmadulina (Белла Ахмадулина, 1937–2010) schrieb über “den Raum zwischen Himmel und Newa”:

„Ich weiß es nicht, ist es dir bekannt,
Dass ich durch Städte streifte,
Ich hatte kein Dach, keinen Unterstand.
Dann kehrte ich nach Hause zurück,
In den Raum zwischen Himmel und Newa,
Möge Gott mir,
Möge Gott mir,
Möge Gott mir nichts anderes geben.”

” Не знаю я, известно ль вам,
то я бродил по городам,
не имел ристанища и крова.
Hо возвращался, как домой,
В простор меж небом и Невой,
Не дай мне Бог,
Не дай мне Бог,
Не дай мне Бог другого.”

Bella Achmadulinas Gedicht wurde vielfach vertont und zur Ehre der magischen Stadt an der Newa gesungen:

Die Künstlerin Anna Petrowna Ostroumowa-Lebedewa erhielt viele Auszeichnungen, darunter die Medaille „Für die Verteidigung Leningrads“ und die Medaille „Für tapfere Arbeit im Großen Vaterländischen Krieg 1941–1945“. Im Jahr 1946 wurde sie zur Volkskünstlerin der UdSSR ernannt und erhielt den “Orden des Roten Banners der Arbeit”.

Vor ihrem Tod vermachte sie ihr gesamtes künstlerisches Werk dem Russischen Museum. Anna Petrowna Ostroumowa-Lebedewa starb am 5. Mai 1955 im Alter von 84 Jahren. Sie wurde neben ihrem Mann in der Nekropole der Künstler in der Alexander-Newski-Lawra beigesetzt.

Anna Petrowna-Ostroumowa-Lebedwa, “Die Kettenbrücke in Sankt Petersburg”:

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Neben dem Denkmal ihres Ehemanns Sergej Lebedew wurde 1956 für sie ein bescheidener Grabstein aufgestellt, angefertigt nach der Skizze des Moskauer Künstlers Nikolai Wassiljewitsch Sinizyn (1912-2000), eines ihrer ehemaligen Schüler. Er bezahlte für den Grabstein aus eigenen Mitteln. Wie seine berühmte Lehrerin wurde er ein Meister der Holzschnitte.

Eine Ausstellung in der Russischen Akademie der Künste präsentierte 2016 die Arbeiten von Anna Petrowna Ostroumowa-Lebedewa und Nikolai Wassiljewitsch Sinizyn unter dem Titel: „Von Sankt Petersburg nach Moskau. Die Freundschaft zweier Graveure.“ So werden diese beiden großartigen Künstler und außergewöhnlichen Kunsthandwerker auch in Zukunft nicht in Vergessenheit geraten.

Medaille “Für die Verteidigung Leningrads”:

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Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Russland. Ihr Blog:

http://olivia2010.kroth.wordpress.com

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Olivia Kroth: Remembering Russian artist Anna Petrovna Ostroumova-Lebedeva on her 150th birthday

 

Remembering Russian artist Anna Petrovna Ostroumova-Lebedeva on her 150th birthday

by Olivia Kroth

Anna Petrovna Ostroumova (Анна Петровна Остроумова) became famous as a Russian engraving, graphic and water colour artist as well as a landscape painter. She was born in Saint Petersburg, on the 17th of May 1871, and died in the same city, which was called Leningrad during Soviet times, on the 5th of May 1955. Anna was the daughter of Senator and Private Councilor Pyotr Ivanovich Ostroumov and his wife Maria Klimentievna Chekhovich. After her marriage to the Russian chemist and inventor Sergey Vasilyevich Lebedev, in 1905, she signed her work under the name of Anna Petrovna Ostroumova-Lebedeva (Анна Петровна Остроумова-Лебедева). Saint Petersburg on the Baltic Sea was founded by Tsar Peter the Great, in 1703. Built on marshy ground on the banks of the Neva River, it is often called “Venice of the North” because of its many canals and little islands. The visionary dream and heritage of a great Tsar is the true hero of Anna Petrovna Ostroumova-Lebedeva’s lifetime work. 

Ostroumova-Lebedeva by K. Somov (1901).jpg

 From 1889 to 1892, she attended the Central School of Technical Drawing of Baron Alexander Ludvigovich Stieglitz, where she studied graphic art in the class of Vasily Vasilyevich Mate. She continued her studies at the Saint Petersburg Academy of Arts, until 1900. Here her teachers were Ilya Efimovich Repin, Konstantin Apollonovich Savitsky and Pavel Petrovich Chistyakov.

Subsequently, Anna explained her addiction to woodcuts: “Many times in my life I asked myself, why I paid special attention to engraving and subsequently fell in love with such a difficult art as the woodcut that required so much attention and patience. Why? In part, I attribute this to my vision. I was born short-sighted. If an object – the page of a book or a sheet of music – was even a short distance from me, I could hardly read it. But close up I saw the smallest of things clearly, like threads of tissue or nearly imperceptible fibres of paper. Such a vision is very convenient for woodcuts, as it does not require the use of a magnifying glass.”

“Pavlovsk Park”, woodcut by Anna Petrovna Ostroumova-Lebedeva:

Графика . Остроумова-Лебедева - ИЗО - 5 класс

It seems, however, that this was not the only reason. Anna perceived the artistic value of woodcuts and understood its possibilities: “I appreciate the incredible conciseness and brevity of expression in a woodcut. I like the clarity of its lines … I have always regretted that after its brilliant flourishing, in the 16th and 17th centuries, this art began to vanish. And I have always dreamed of reviving it.”

In 1898, Anna began to participate in the activities of the new Russian association “World of Art”, founded by Alexander Benois. The representatives of this association rejected academicism, they were searching for what they called “pure art” and the “transformation of life.” She met Alexander Benois (1870 – 1960) and his friends at the Hermitage Museum in Saint Petersburg.

Alexander Nikolaevich Benois (1870 – 1960):

NPG x44781; Alexandre Benois - Portrait - National Portrait Gallery

Alexander Benois later recalled: “The Hermitage was empty in those years. On weekdays, we were usually almost the only visitors in the entire gigantic building, which consisted of dozens of vast halls and offices. At the same time, a few steps away from us and in the same section of the Great Rembrandt Hall a young, pretty artist was working on a copy of the painting by the great master.”

“She intrigued us”, Alexander Benois said. “This young lady was carrying out her task with skill and strength … We bowed to her from a distance, as we did not dare to approach her. Subsequently, this artist became one of our closest friends, our wonderful Anna Petrovna Ostroumova.”

Later, Alexander Benois described Anna’s work this way: “Her engravings show a strong stroke, bringing her impressions to an extreme degree of convincing laconicism to convey the desired mood. The brush stroke in her water colours pleases the eye with enchanting shine. She has such a peculiarly good taste, she surely possesses God’s grace.”

Hermitage Museum in Saint Petersburg:

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Anna loved her native city. She wrote about her work: “While depicting vast squares with magnificent buildings, brilliant ensembles or embankments stretching into the distance, I studied the laws of perspective. I tried to emphasize the harmony of these buildings with unmistakable vertical lines.”

She liked to take long walks through Saint Petersburg to view it from different angles: “When I was studying at the Academy, I had to walk a long way home every day. I walked across the Neva, past great monuments. These were my first independent steps as an artist. The image of my hometown was clear in my artistic perception. What an enchanting model I had in front of me!”

Anna Petrovna Ostroumova-Lebedeva, “Two islands and birch trees” (1908):

Fichier:Anna Ostroumova-Lebedeva Punkaharju 1908.jpg — Wikipédia

Anna created pictorial and graphic works, characterized by refined decorativeness, stylization and ornamentation. In 1901, she produced the first series of woodcuts with Saint Petersburg cityscapes, ordered by Sergey Diagilev. Her work features the embankments of the Neva, Fontanka and Moika, the Kryukov Canal, the famous Chain Bridge, the Stock Exchange, the Rostral Column and New Holland.

The Kryukov Canal (Крюков канал) was named after the contractor Semyon Kryukov. It runs from the Admiralteysky Canal to the Fontanka River. This Canal was originally dug in 1719 for transport purposes. Its granite embankments were built, from 1801 to 1807.

Anna Petrovna Ostroumova-Lebedeva, “Kryukov Canal” (1910):

ОСТРОУМОВА-ЛЕБЕДЕВА. Обсуждение на LiveInternet - Российский Сервис  Онлайн-Дневников

The artist also fell in love with Pavlovsk Park in Saint Petersburg, in 1901. “Until this year,” she later recalled, “I didn’t know Pavlovsk and its magnificent park very well. It was delightful and charming, especially in spring, with its lakes, rivers, bridges, secluded gazebos on the islands. I walked along a path and suddenly I arrived at some ancient temple.” She painted a lot in Pavlovsk Park, mostly water colours, then she created a small series of engravings.

Pavlovsk Park (Павловский парк), surrounding the Pavlovsk Palace, is an 18th-century Russian Imperial residence, built by Tsar Paul I. After his death, it became the home of his widow Maria Fyodorovna. Today, it is a state museum and public park with an area of about 600 hectares. The park is decorated with various pavilions: Apollo’s Colonade, Aviary, Cold Bath, Pink Pavilion, Round Hall, Temple of Friendship. The Pavlovsk Palace and Park ensemble are a federal cultural heritage site of the Russian Federation.

“Statue of Tsar Paul I in Pavlovsk Park”, woodcut by Anna Petrovna Ostroumova-Lebedeva:

Графика . Остроумова-Лебедева - ИЗО - 5 класс

In 1905, the artist married the chemist Sergey Vasilyevich Lebedev (Сергей Васильевич Лебедев, 1874 – 1934). He invented polybutadiene synthetic rubber, the first commercially viable and mass-produced type of synthetic rubber. He also developed an industrial method for producing synthetic rubber based on polymerisation of butadiene, using metallic sodium as a catalyst. This method became the base for the Soviet industry of synthetic rubber.

Due to his invention, by 1940 the Soviet Union had the largest synthetic rubber industry in the world, producing more than 50.000 tonnes per year. Another important contribution of Lebedev’s was the study of the kinetics of hydrogenation of ethylene hydrocarbons and the development of a number of synthetic motor oils for aircraft engines.

Sergey Vasilyevich Lebedev (Сергей Васильевич Лебедев, 1874 – 1934):

К 145-летию разработчика способа получения синтетического каучука —  Реальное время

Besides Pavlovsk Park, Anna also liked the Summer Garden. She often worked there in summer and winter: “I worked with great enthusiasm in the Summer Garden, drawing branches and dancing snowflakes between them. Sometimes I printed garden motives in silvery-gray tones, in a light fog. Sometimes I made the sky appear lighter, as if the sun was about to break through, and I printed the tree trunks darker. It turned out to be a cheerful, vigorous landscape.”

The Summer Garden is a historic public garden on an island in Saint Petersburg. It belongs to Tsar Peter the Great’s Summer Palace and features sculptures of characters from classical mythology, as well as a monument to the Russian author of fables Ivan Krylov. Today, the Summer Garden is a branch of the Russian Museum.

Anna Petrovna Ostroumova-Lebedeva, “The Summer Garden in winter”:

Анна Остроумова-Лебедева «Летний сад зимой», 1902 г. — Картинотерапия для  всех желающих

The artist exhibited her work in many Russian cities. The Tretyakov Gallery in Moscow acquired five of her engravings, as soon as they came out. In 1916, the Russian Museum in Petrograd (Saint Petersburg) acquired nine of her works. At the end of 1916, she was the first woman to be nominated as a full member of the Imperial Academy of Arts in her native city.

From 1918 to 1922, Anna Petrovna Ostroumova-Lebedeva held the post of a teacher at the Higher Institute of Photography and Photographic Engineering, now called the Saint Petersburg State University of Film and Television. In her private time, the artist portrayed her black and white dog Bobby.

Anna Petrovna Ostroumova-Lebedeva, “Bobby” (1925):

Открытки с репродукциями: Анна Петровна Остроумова-Лебедева (1871-1955) -  "Бобби"

In the 1930s, Anna and Sergey were able to secure a nice flat in Tsarskoe Selo. It had an attic and a balcony overlooking the spacious garden. From 1934 to 1935, Anna taught at the Saint Petersburg State Academic Institute of Fine Arts, Sculpture and Architecture, the present-day Imperial Academy of Arts.

After her husband’s death, in 1934, and during World War II (1941-1945), which is called the Great Patriotic War in Russia, Anna remained in Leningrad, where she witnessed the Nazi siege. Anna continued to create paintings and was engaged in social work. She never showed any images of the siege but presented her native city in all of its beauty, to be remembered forever. In 1944, wenn the blockade ended, Anna painted the “Salute on the Neva River”, a firework of happiness and relief. 

“Salute on the Neva River”, oil painting by Anna Petrovna Ostroumova-Lebedeva (1944):

Остроумова лебедева картины. Художники / Остроумова-Лебедева Анна Петровна

The blockade of Leningrad (блокада Ленинграда) lasted from the 8th of September 1941 until the 27th of January 1944. It was an attempted genocide, due to the systematic starvation and intentional destruction of the city’s civilian population by the fascist German Wehrmacht. The two-and-a-half-year siege caused the greatest destruction and the largest loss of life ever known in a modern city.

People died of famine in the Leningrad region, due to the disruption of energy, utilities, water and food supplies, especially in the winter of 1941/1942. From November 1941 to February 1942, the only food available to the citizens was 125 grammes of bread per day. Half of this so-called bread consisted of sawdust as a filler. 

Inhabitants of Leningrad during the Nazi blockade:

https://cdn-prod.opendemocracy.net/media/images/Leningrade_blockade1_G5aT6fE.width-800.jpg

To sustain the defence of Leningrad, the Red Army established a route for bringing a constant flow of supplies into the besieged city. This route became known as the Road of Life (Дорога жизни). Transport across Lake Ladoga was achieved by means of watercaft during the warmer months and land vehicles driven over thick ice in winter. This route was also used to evacuate civilians.

According to the Soviet General Georgy Konstantinovich Zhukov (Георгий Константинович Жуков, 1894-1976), “before the blockade, Leningrad had a population of 3.385.000 inhabitants, including the suburbs. As many as 1.743.120 people were evacuated between June 1941 and March 1943. They were moved to the Volga area, the Urals, Siberia and Kazakhstan.”

Seventy five years after the Siege of Leningrad:

La Russie célèbre les 75 ans de la fin du siège de Léningrad

The Neva River in Saint Petersburg – Petrograd – Leningrad, with its shimmering lights and shadows under a blue, grey or black sky, has always been fascinating for artists as well as poets. This is what the Russian poet Bella Akhmadulina (Белла Ахмадулина, 1937–2010) had to say about “the space between the sky and the Neva”:

“I do not know, is it known to you
That I roamed through cities,
I had no roof or shelter.
Then I returned home,
To the space between the sky and the Neva,
May God not give me,
May God not give me,
May God not give me anything else.”

“Hе знаю я, известно ль вам,
Что я бродил по городам,
И не имел пристанища и крова.
Hо возвращался, как домой,
В простор меж небом и Невой,
Hе дай мне Бог,
Не дай мне Бог,
Не дай мне Бог другого.”

Anna Petrovna Ostroumova-Lebedeva received many awards, including the Medal “For the Defence of Leningrad” and the  Medal “For Valiant Labour in the Great Patriotic War 1941–1945”. In 1946, she was made a People’s Artist of the USSR and given the “Order of the Red Banner of Labour.”

Before her death, she bequeathed all of her artistic heritage remaining in her property to the Russian Museum. Anna Petrovna Ostroumova-Lebedeva died at the age of 84, on the 5th of May 1955. She was buried next to her husband in the Necropolis of Artists at the Alexander Nevsky Lavra.

A modest tombstone was installed for her next to the monument of her husband Sergey Lebedev, in 1956. it was made according to the sketch of the Moscow artist Nikolai Vasilyevich  Sinitsyn (1912-2000), one of her former students, who also paid for the work from his own funds. Like his teacher, he became a master of woodcuts. 

In 2016, an exhibition at the Russian Academy of Arts showed the works of Anna Petrovna Ostroumova-Lebedeva and Nikolai Vasilyevich Sinitsyn: “From Saint Petersburg to Moscow. The friendship of two engravers.” These two amazing artists and extraordinary craftspeople will not be forgotten in the future. 

Olivia Kroth: The journalist and author of four books lives in Russia.

Her blog:

https://olivia2010kroth.wordpress.com

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Olivia Kroth: Lektionen in russischer Geschichte – Die letzten Tage des letzten Zaren (I. Teil)

Lektionen in russischer Geschichte: Die letzten Tage des letzten Zaren

(I. Teil)

von Olivia Kroth

Le Couronnement de Nicolas II (1868-1918), dernier tsar de Russie  (1894-1917) et de l'impératrice Alexandra Féodorowna (1872-1918) en  l'Eglise de l'Assomption à Moscou de Henri Gervex - Reproduction d'art haut  de gamme

Parallel zu den Ereignissen der russischen Revolution schrieb Zar Nikolaus II. ein privates Tagebuch. Trotz der dramatischen politischen Situation ist sein „Journal intime“ in der Tat sehr intim und privat. Der letzte Zar nahm kaum zur Kenntnis, was in der Außenwelt um ihn herum geschah. Er begann 1881 zu schreiben und hörte einige Tage vor seiner Hinrichtung im Juni 1918 auf. So füllte er 51 in schwarzes Leder gebundene Büchlein. Nach seinem Tod wurden diese Dokumente von den Bolschewiken nach Moskau transportiert und im Archiv des Kremls abgelegt. Die erste französische Ausgabe erschien 1931 bei den Editions Payot in Paris. Eine neue Version wurde als Taschenbuch von den Editions Perrin, Paris 2020, herausgegeben mit dem Titel „Nicolas II – Journal intime“. Ein Vorwort und Kommentar des Herausgebers Jean-Christophe Buisson vervollständigen diese Ausgabe. Die folgenden Zitate wurden ins Englische übersetzt. Die Daten sind nach dem alten julianischen Kalender sowie dem neuen gregorianischen Kalender in Russland angegeben.

Le mystère de la princesse Anastasia, l'autre histoire de la dynastie  Romanov

Wie der Herausgeber feststellt, schrieb Zar Nikolaus II. in einem eher banalen und naiven Stil. Seine Einträge sind kurz. Sie beziehen sich hauptsächlich auf das Wetter, das Essen, die täglichen Aktivitäten und die Familienmitglieder. Trotzdem ist das Tagebuch interessant zu lesen, weil es uns hilft zu verstehen, warum die Romanow-Dynastie 1917 zum Scheitern verurteilt war. Sie hatte sich erschöpft. Nikolaus II. war ein schwacher, schüchterner, realitätsfremder Mann, nicht in der Lage, ein so riesiges Land wie das Russische Reich zu regieren.

Er scheint ein Muttersöhnchen gewesen zu sein. Viele seiner Briefe sind an die “liebe Mama” gerichtet, die Zarenwitwe Maria Fjodorowna (1847-1928), geborene Dagmar von Dänemark. Sie überlebte die russische Revolution und verbrachte den Rest ihres Lebens zuerst in London, dann in ihrer Heimat Dänemark. Die andere willensstarke Frau, welche ihn beeinflusste, war seine deutsche Gattin Alexandra Fjodorowna (1872-1918), geborene Alix von Hessen-Darmstadt. Sie wurde 1918 mit Nikolaus II. und den Kindern hingerichtet.

Nikolaus II. und Alexandra Fjodorowna:

Der Tod von Nikolai II. - PDF Kostenfreier Download

23.02./08.03.1917: „Ich wachte um 9:30 Uhr in Smolensk auf. Es war kalt, der Himmel wolkenfrei, aber ein starker Wind wehte. Ich las ein französisches Buch über die Eroberung Galliens durch Julius Cäsar“ (Journal intime, S. 59).

Wahrlich eine prophetische Lektüre. Julius Cäsar (100 v. Chr. – 44 v. Chr.) wurde an den Iden des März, am 15. März 44 v. Chr., im Senat von Rom ermordet. Die Iden des März waren ein traditioneller Feiertag im alten Rom, auch eine Frist zum Begleichen von Schulden. Sechzig Verschwörer, angeführt von Brutus und Cassius, betraten den Senat und erstachen Julius Cäsar. Nach Angaben des Historikers Plutarch hatte ein Seher Cäsar gewarnt, dass er an den Iden des März Schaden nehmen würde.

Die Ermordung von Julius Cäsar im Senat von Rom an den Iden des März:

Füger: Die Ermordung Julius Cäsars. Kunstdruck, Leinwandbild, Gerahmtes Bild

24.02./09.03.1917: „Um 10:30 Uhr ging ich zum Rapport, der um 12 Uhr endete. Vor dem Mittagessen brachte mir … das Kriegskreuz, vom belgischen König Albert I. geschickt. Das Wetter war schlecht, Schneesturm. Ich ging kurz im Garten spazieren“ (Journal intime, S. 59).

Während der letzte Zar das belgische Kriegskreuz erhielt, kam es in der russischen Hauptstadt Petrograd – ehemals Sankt Petersburg – wegen mangelnder Nahrung zu Unruhen. Die Garnison von Petrograd schloss sich dem Aufstand an. Diese revolutionäre Aktivität dauerte acht Tage lang an. Es gab Demonstrationen und gewaltsame, bewaffnete Zusammenstöße.

Aufstand 1917 in Petrograd:

Palais d'hiver - Le Temps

27.02./12.03.1917: „In Petrograd kam es vor einigen Tagen zu Unruhen. Ich bin unzufrieden, dass auch unsere Truppen daran teilnahmen. Wie schrecklich, so weit weg zu sein und solch schlechte Nachrichten nur bruchstückweise zu erhalten! (…) Ich ging in Orscha spazieren“ (Journal intime, S.60).

Orscha, heute eine Stadt in Weißrussland, gehörte zum Russischen Reich, als Nikolaus II. sie besuchte. Die Siedlung wurde im 11. Jahrhundert gegründet. Im März 1917 umfasste die Stadt etwa 16.000 Einwohner, heute leben dort 125.347 Menschen. Die Entfernung von Orscha nach Sankt Petersburg beträgt 710 km.

Orscha:

Орша (Беларусь) Что посмотреть

Meuternde Garnisonskräfte stellten sich auf die Seite der Revolutionäre. So weigerte sich ein Regiment der Kosaken, in die aufrührerische Menge zu schießen, ein Bataillon des angesehenen Preobraschenski-Leibgarderegiments half den Revolutionären sogar. Dies war eines der ältesten und elitärsten Wachregimenter der kaiserlichen russischen Armee. Es diente dem Zaren auch als Geheimpolizei. Dieses Regiment begann 1906 zu meutern. Am 12. März 1917 nahm es an den revolutionären Aktionen teil, welche zur Abdankung von Zar Nikolaus II. führten.

Das Preobraschenski-Leibgarderegiment wurde im Dezember 1917 aufgelöst und 2013 als 154. unabhängiges Preobraschenski-Kommandantenregiment erneut aufgestellt. Heute ist es in Moskau stationiert und dient als Haupteinheit der Ehrengarde der russischen Streitkräfte. Der Marsch des Preobraschenski-Leibgarderegiments ist einer der bekanntesten russischen Militärmärsche. Er wird im modernen Russland häufig eingesetzt, insbesondere während der jährlichen Siegesparade und zur Inspektion von Truppen.

Marsch des Preobraschenski-Leibgarderegiments:

01.03./14.03.1917: „Als wir heute Abend in Malaja Wischera ankamen, mussten wir umkehren. Ljuban und Tosno befinden sich in den Händen von Aufständischen. Wir kamen durch Waldai, Dno, Pskow, wo ich übernachtete. Gattschina und Luga sind ebenfalls von Aufständischen besetzt. Schade! Es ist unmöglich, Zarskoje Selo zu erreichen, aber mein Herz und meine Gedanken weilen stets dort“ (Journal intime, S. 61).

Pskow ist eine der ältesten Städte Russlands. Die früheste Erwähnung stammt aus dem Jahr 903. Wegen ihrer Bedeutung wurde die Stadt im Lauf der Geschichte vielfach belagert. So widerstand Pskow 1615 einer Belagerung durch die Schweden. Seit 1777 war der Ort Sitz des Gouvernements Pskow. Während des Ersten Weltkriegs wurde Pskow zum Zentrum zahlreicher Aktivitäten hinter den Linien. Auf einem Nebengleis der Eisenbahn in der Nähe von Pskow unterzeichnete Zar Nikolaus II. an Bord des kaiserlichen Zugs das Manifest seiner Abdankung.

Postkarte aus Pskow:

CPA AK PSKOW Palais Pogankine RUSSIA (308804) / HipPostcard

Während der Abwesenheit des Zaren erteilte der Sowjet in Petrograd seinen Befehl Nr. 1, der das Militär anwies, ausschließlich sowjetischen Befehlen Folge zu leisten. Natürlich wusste der Zar das nicht. Er ahnte noch nicht, dass die letzten Tage seiner Herrschaft begonnen hatten. Einen Tag später musste Nikolaus II. abdanken. In seinem Tagebuch schrieb er: „Die Situation in Petrograd erfordert meine Abdankung. Um Russland zu retten und die Ordnung der Truppen an der Front (im Ersten Weltkrieg) aufrechtzuerhalten, ist es notwendig, diese Entscheidung zu treffen. Ich habe zugestimmt“ (Journal intime, S. 61, 62).

Nach der Abdankung des Zaren weigerte sich sein Bruder, Großfürst Michail Alexandrowitsch Romanow (1878-1918), den Thron zu besteigen. Er wusste wahrscheinlich, welches Schicksal ihn erwartete als neuer Zar. Er wurde ebenfalls 1918 liquidiert. So endete nach mehr als 300 Jahren die Regierungszeit der Romanow-Dynastie. Im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es der autokratischen Monarchie des Russischen Reichs nicht gelungen, die archaischen wirtschaftlichen, politischen und sozialen Strukturen zu modernisieren. Der letzte Zar ignorierte diese Fakten. Er war ein passiver, schüchterner, schwacher Mann, der entweder die falschen oder gar keine Entscheidungen traf.

Revolutionäre Aktivitäten in Petrograd 1917:

In seinem Tagebuch schrieb Nikolaus II. keinerlei Gedanken über die Ursachen und Gründe für das Scheitern der Monarchie auf. Wir erfahren nicht, ob er in der Lage war, diese zu analysieren. Stattdessen wandte er sich an seine Mutter, um Trost zu finden.

04.03./16.03.1917: „Mittags ging ich zum Bahnhof, um meine liebe Mama zu treffen, die aus Kiew anreiste“ (Journal intime, S.63). 05.03./17.03.1917: „Um 10 Uhr ging ich in die Kirche. Mama kam später. Wir aßen miteinander zu Mittag, sie blieb bis 15:15 Uhr. Dann machte ich einen Spaziergang im Garten. Um 20 Uhr ging ich zu Mama für das Abendessen“ (Journal Intime, S. 63).

Zar Nikolkaus II. und seine Familie, Würdenträger der russischen Aristokratie und der russisch-orthodoxen Kirche:

Dieses Hin und Her mit der Mama setzte sich eine Weile fort. Nikolaus und seine Mama trafen sich zum Mittagessen, Tee, Abendessen und spielten Karten. Schließlich fuhr sie mit dem Zug zurück nach Kiew.

08.03./21.03.1917: „Um 10:15 Uhr unterschrieb ich den Ukas, meiner Armee (nach der Abdankung) Lebewohl zu sagen. Mittags besuchte ich Mama in ihrem Zug. Ich speiste mit ihr in ihrer Suite zu Mittag und blieb bis 16:30 Uhr bei ihr. Jetzt fühle ich mich sehr deprimiert, einsam und traurig“ (Journal intime, S. 64, 65).

 Die Mutter von Nikolaus II., Maria Fjodorowna, geborene Dagmar von Dänemark:

Princesse Dagmar de Danemark

Als der letzte Zar in Zarskoje Selo ankam, begrüßte ihn die diensthabende Rote Garde mit einem ironischen „Bürger Romanow“ anstelle seines früheren Titels. Nikolaus II. musste um Erlaubnis bitten, seinen Palast zu betreten, der für ihn und seine Familie zu einem Gefängnis geworden war. Er wusste nicht, dass die neue Regierung ihn als Gefangenen in seiner frühere Residenz hielt, während man über seine Zukunft debattierte. Die Bolschewiken waren sich noch nicht sicher, wie sie mit ihm verbleiben wollten.

09.03./22.03.1917: „Ich kam um 11:30 Uhr in Zarskoje Selo an. Guter Gott! Was für eine Veränderung! In den Straßen rund um den Palast, im Park, überall Rote Garde! Ich ging nach oben zu meiner geliebten Gattin (Alix) und meinen lieben Kindern. Alix sah gut aus, überhaupt nicht depressiv. Die Kinder lagen jedoch alle in einem verdunkelten Raum“ (Journal intime, S. 65, 66).

Farbfotos der Familie des letzten Zaren:

Nach und nach entdeckte Zar Nikolaus II., dass sich die Welt um ihn herum für immer verändert hatte. Er hatte alle Autorität verloren. Sein Schicksal war noch nicht entschieden. Exil oder Hinrichtung? Er hoffte, dass er und seine Familie nach England entkommen könnten.

23.03./05.04.1917: „Das Wetter ist schön geworden, das Eis taut auf. Am Morgen machte ich einen kurzen Spaziergang. Ich sortierte meine Bücher und begann alles vorzubereiten, was ich nach England mitnehmen wollte“ (Journal intime, S. 71).

Die russischen Zaren | Torke, Hans-Joachim | Broschur

30.03./12.04.1917: „Am Nachmittag wehte ein heftiger Wind, er jagte die Wolken weg. Wir sahen eine Begräbnisfeier für die ‘Opfer der Revolution’ im Park vor dem Alexanderpalast in der Nähe des chinesischen Pavillons. Ein Trauermarsch und die Marseillaise waren zu hören“ (Journal intime, S.73, 74).

Die Marseillaise ist ein patriotisches Lied der Französischen Revolution. Es wurde erstmals 1792 von seinem Autor Claude Joseph Rouget de Lisle gesungen:

„Auf geht’s, Kinder des Vaterlands,
der Tag der Herrlichkeit ist gekommen!
Gegen uns hat die Tyrannei
ihre blutigen Fahnen erhoben.
Hört ihr im ganzen Land
das Dröhnen dieser wilden Soldaten?
Sie kommen geradewegs in eure Arme,
um euren Söhnen, euren Frauen die Kehlen durchzuschneiden!“

La Marseillaise:

„An die Waffen, Bürger,
bildet eure Bataillone,
lasst uns marschieren, lasst uns marschieren!
Lasst ein unreines Blut
unsere Furchen bewässern!“

„Was will diese Horde von Sklaven,
von Verrätern und verschwörerischen Königen?
Für wen wurden diese abscheulichen Ketten,
diese Eisen schon lange vorbereitet?
Franzosen, für uns, ah! Was für eine Empörung,
was für eine wütende Aktion muss es hervorrufen!
Sie planen für uns
eine Rückkehr in die alte Sklaverei!

Claude Joseph Rouget de Lisle (1760 – 1836):

ROUGET DE L'ISLE : Mourir pour la patrie, C'est le sort le plus beau, Le

18.04./01.05.2017: „Heute ist der 1. Mai in westlichen Ländern. Unsere Idioten haben beschlossen, diesen Feiertag ebenfalls zu begehen. Sie marschierten mit Musik und roten Bannern durch die Straßen. Natürlich betraten sie den Park und legten Kränze auf dem Grab der ‘Opfer der Revolution’ nieder! Das Wetter wurde während ihrer Zeremonie schlecht, Schnee fiel in großen Flocken“ (Journal intime, S. 80, 81).

Der Internationale Tag der Arbeit ist eine Feier der Arbeiterklasse, die jedes Jahr am 1. Mai von der internationalen Arbeiterbewegung gefördert wird. Das Datum wurde 1889 aus politischen Gründen vom Marxistischen Internationalen Sozialistischen Kongress gewählt, der sich in Paris traf und die Zweite Internationale als Nachfolger der früheren Internationalen Arbeitervereinigung etablierte.

Die Sechste Konferenz der Zweiten Internationale von 1904 forderte die Gewerkschaften aller Länder auf, an jedem 1. Mai energisch zu demonstrieren für die legale Einrichtung des Achtstundentags, für die Forderungen des Proletariats und den universellen Frieden.

Sowjetisches Plakat für den 1. Mai:

Советские первомайские открытки : marinagra — LiveJournal

06.05./19.05.1917: „Ich bin heute 49 geworden. Fast ein halbes Jahrhundert! Heute gingen meine Gedanken mehr denn je zu meiner lieben Mama. Wie schrecklich, nicht mit ihr kommunizieren zu können! Ich habe keine Neuigkeiten von ihr, außer dummen, diffamierenden Zeitungsartikeln“ (Journal intime, S. 88, 89). Nikolaus II. war fast ein halbes Jahrhundert alt, doch immer noch Mamas Sohn. Voller Sehnsucht jammerte er, dass er den Kontakt zu ihr verloren hatte.

Der letzte Zar war ein gebildeter Mann. Er las intellektuelle Literatur in mehreren Sprachen und unterrichtete seinen Sohn Alexei in Geschichte. Aber er war emotional nicht in der Lage, den Rock seiner Mutter loszulassen. Natürlich könnte dieses Verhalten eine Form der Regression unter Stress gewesen sein. Der psychologische Abwehrmechanismus verbesserte seine Situation jedoch nicht. Er half nicht, ihn zu retten. Seine infantile Persönlichkeit wurde von den Bolschewiken nicht ernst genommen. Sie beschlossen schließlich, seinem Leben ein Ende zu setzen.

Wladimir Lenin organisierte die russische Revolution:

Lange Nacht der russischen Revolutionen - Vereint im Leiden und Aufbegehren  (Archiv)

Seine kindlichen Fluchtideen, seine Frustrationen und unrealistischen Erwartungen zeigen seine Unfähigkeit, als Herrscher zu handeln. Er wollte und konnte nicht Verantwortung für den russischen Staat und die russische Gesellschaft übernehmen. Der Herausgeber, Jean-Christophe Buisson, bemerkt in seinem Kommentar, dass Nikolaus nicht geeignet war, Russland zu regieren. Er sagte nach dem Tod seines Vaters über sich selbst: „Ich bin kaum darauf vorbereitet, der Zar zu sein. Ich wollte diese Position nie einnehmen.“ Trotzdem wurde er 1896 gekrönt. Danach stolperte er von einer Katastrophe zur nächsten.

Der Herausgeber schreibt, dass Zar Nikolaus II. kein Eroberer war wie Iwan III. oder Iwan IV., der “Schreckliche”. Er war auch kein Baumeister wie Peter II., der “Große”. Er war kein Reformator wie sein Großvater Alexander II. Wenn er so nicht war, wie war er dann? Hätte die Dynastie der Romanows im 20. Jahrhundert gerettet werden können? Dies scheint zweifelhaft, da der letzte Sohn der regierenden Familie, Zarewitsch Alexei, ein Bluter war.

Alexei Nikolajewitsch (Алексей Николаевич, 1904 – 1918), Thronfolger des Russischen Reichs, wurde mit Hämophilie geboren. Er erbte die Krankheit von seiner Mutter. Alexandra Fjodorowa hatte sie durch die Linie ihrer Großmutter mütterlicherseits, der englischen Königin Viktoria, geerbt. Diese Erbkrankheit betraf nur Männer. Sie wurde als “Krankheit der Könige” bezeichnet, weil viele Nachfahren der untereinander verheirateten europäischen Königsfamilien damit belastet waren.

Zarewitsch Alexei Nikolajewitsch (1904 – 1918):

Fine Art Images - Expertensuche | Portr�t von Zesarewitsch Alexei  Nikolajewitsch von Russland (1904-1918) -

Die Hämophilie von Zarewitsch Alexei war so schwerwiegend, dass selbst kleine Verletzungen wie Blutergüsse, Nasenbluten oder Schnittwunden für ihn lebensbedrohlich wurden. Seine Eltern machten sich ständig Sorgen um ihn. Darüber hinaus beeinträchtigten die wiederkehrenden Episoden der Krankheit und die langwierigen Phasen der Genesung Alexeis Kindheit und Ausbildung erheblich. Offensichtlich war dieser Junge körperlich nicht in der Lage, Russland zu regieren.

Das russische Volk erhob sich gegen die nutzlos und schwach gewordene, entartete, dekadente Romanow-Dynastie. …

Die Fortsetzung folgt im Juli 2021:

„Die letzten Tage des letzten Zaren“ (II. Teil)

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Russland. Ihr Blog:

http://olivia2010.kroth.wordpress.com

Die Zarenfamilie in Tobolsk:

La famille Romanov : fin ou survie ? du 09 octobre 2012 - France Inter

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Olivia Kroth: Lessons of Russian History – The last days of the last Tsar (Part I)

Lessons of Russian History: The last days of the last Tsar (Part I)

by Olivia Kroth

Nicolas II (empereur russe) - Sputnik France

Parallel to the events of the Russian Revolution, Tsar Nicholas II wrote his private diary. In spite of the dramatic political situation his “Journal intime” is very intimate indeed, very private, hardly taking notice of what was happening around him in the outside world. He began to write in 1881 and stopped in June 1918, a few days prior to his execution. He filled 51 booklets, bound in black leather. After his death, these documents were transported to Moscow by the Bolsheviks and locked up in the Kremlin archives. The first French edition appeared at Editions Payot, Paris 1931. A new pocket version was published by Editions Perrin, Paris 2020, with a foreword and commentary by Jean-Christophe Buisson: “Nicolas II – Journal intime”. The following quotes have been translated into English, the dates are given according to the old Julian calendar as well as the new Gregorian calendar in Russia.

Le Journal intime de l'empereur Nicolas II. Berlin, Slovo, 1923. — acheter  en ligne aux enchères. Catalogue d'enchères "Rossica Prima - Art Russe" à  27.04.2018: photo, prix lot 121 sur VERYIMPORTANTLOT.com 

As the editor notes, Tsar Nicholas II wrote in a rather banal and naive style. His entries are short, mostly refering to the weather, his food, daily acitivities and family members. Nevertheless, the diary is interesting to read, as it helps us to understand why the Romanov dynasty was doomed and ended, in 1918. It had exhausted itself. Nicholas II was a weak, timid, unrealistic man, out of touch with reality, not fit to rule such an immense country as the Russian Empire.

He appears to have been a mama’s son, often writing letters to his “dear mama”, the widowed Empress Maria Fyodorovna (1847-1928), born Dagmar of Denmark. She survived the Russian Revolution and spent the rest of her life first in London, then in her native Denmark. The other strong-willed woman, who influenced him, was his German wife Alexandra Fyodorovna (1872-1918), born Alix von Hessen-Darmstadt. She was executed with him and the children, in 1918.

The last Tsar’s mother, Maria Fyodorovna:

Dagmar of Denmark - Her life as Empress (Part two) - History of Royal Women

23.02./08.03.1917: “I woke up in Smolensk, at 9:30 a.m. It was cold. The sky was free of clouds but a strong wind blew. I read a French book about the conquest of Gaul by Julius Caesar” (Journal intime, p. 59). A truly prophetic reading. Julius Caesar (100 BC – 44 BC) was murdered in the Senate of Rome on the Ides of March, the 15th of March, 44 BC. The Ides of March was a traditional holiday in ancient Rome, also a deadline for settling debts. Sixty conspirators, led by Brutus and Cassius, entered the Senate and stabbed Julius Caesar to death. According to the historian Plutarch, a seer had warned Caesar that he would be harmed on the Ides of March.

24.02./09.03.1917: “At 10:30 a.m., I went to the report, which ended at noon. Before lunch, … brought me the Cross of War, sent by King Albert I of Belgium. The weather was bad, snow storm. I went for a short walk in the garden” (Journal intime, p. 59). While the last Tsar received the Belgian Cross of War, in the Russian capital of Petrograd – formerly Saint Petersburg – riots broke out, due to the lack of food. The Petrograd garrison joined the revolt. This revolutionary activity lasted eight days, with demonstrations and violent armed clashes.

27.02./12.03.1917: “In Petrograd riots broke out, a few days ago. To my great discontent the troops also took part. How awful, to be so far away and to receive only fragments of such bad news. (…) I took a walk in Orcha” (Journal intime, p.60). Orcha, today a town in Belarus, belonged to the Russian Empire, when Nicholas II visited it. The settlement was founded in the 11th century. In March 1917, it comprised 16.000 inhabitants. The distance from Orcha to Saint Petersburg is 710 km.

The Tsar stayed overnight in Orcha, which  belonged to the Russian Empire (now Belarus):

Орша (Беларусь) Что посмотреть

Mutinous garrison forces sided with the revolutionaries. A regiment of the Cossacks refused to shoot into the rioting crowd. A battalion of the prestigious Preobrazhensky Regiment even helped the revolutionaries. This was the Tsar’s Life Guard Regiment, one of the oldest and most elite guard regiments of the Imperial Russian Army. It also served as the Tsar’s secret police. In 1906, this regiment started to mutiny. On the 12th of March 1917, it participated in the revolutionary actions which led to the abdication of Tsar Nicholas II.

The Preobrazhensky Regiment was disbanded in December 1917 and reestablished in 2013 as the 154th Preobrazhensky Independent Commandant’s Regiment. Today, it is stationed in Moscow and serves as the main Honour Guard unit of the Russian Armed Forces. The Preobrazhensky Regiment March is one of the most famous Russian military marches, often used in modern Russia, especially during the annual Victory Parade, for trooping the colours and the inspection of troops.

March of the Preobrazhensky Regiment:

01.03./14.03.1917: “Tonight, arriving at Malaya Vishera, we had to turn around. Lyuban and Tosno are in the hands of insurgents. We went through Valday, Dno, Pskov, where I stopped for the night …. Gatchina and Luga are also occupied by insurgents. What a shame! Impossible to reach Tsarskoye Selo but my heart and my thoughts are always there” (Journal intime, p. 61).

Pskov is one of the oldest cities in Russia. Its earliest mention comes in 903. The importance of the city made it the subject of numerous sieges throughout its history. Pskov withstood a siege by the Swedish in 1615. It served as a seat of the Pskov Governorate since 1777. During World War I, Pskov became the centre of much activity behind the lines. It was at a railroad siding in Pskov, aboard the imperial train, that Tsar Nicholas II signed the manifesto announcing his abdication.

Pskov:

Псков: только факты

During the Tsar’s absence from Petrograd, the Soviet issued its order number 1, which directed the military to obey only Soviet orders, exclusively. Of course, the Tsar did not know this. He did not realize that the last days of his rule had begun. One day later, Nicholas II was forced to abdicate. He noted in his journal: “The situation in Petrograd demands my abdication. To save Russia and maintain the order of the front troops (in World War I) it is necessary to take this decision. I have agreed” (Journal intime, p. 61, 62).

After the Tsar’s abdication, his brother, Grand Duke Michael Alexandrovich (1878-1918), refused to ascend the throne. He probably knew what would happen to him, if he did. He was killed in 1918, anyhow. Thus, the Romanov dynasty’s reign ended in 1917, after more than 300 years. During the 19th century and at the beginning of the 20th century, the autocratic monarchy of the Russian Empire had failed to modernize its archaic economic, political and social structures. The last Tsar probably ignored these facts. He was a shy, passive, weak man, taking either the wrong decisions or no decisions at all.

Grand Duke Michael Alexandrovich of Russia:

Выставка «Почётный гражданин города Орла Великий князь Михаил Александрович  Романов» :: Афиша Орел

In his journal Nicholas II does not write down his thoughts about causes and reasons for the monarchy’s failure. He turns towards his mother for solace. 04.03./16.03.1917: “At noon, I went to the train station to meet my dear mama, arriving from Kyev” (Journal intime, p.63). 05.03./17.03.1917: “At 10 a.m., I went to church. Mama came later. We had lunch together, she stayed until 3:15 p.m. I took a walk in the garden. At 8 p.m., I went to dine with mama” (Journal intime, p. 63).

This back and forth with mama goes on for a while. Nicholas and his mother have lunch, tea, dinner together and play cards. Finally she departs, taking the train back to Kyev. 08.03./21.03.1917: “At 10:15 a.m., I signed the ukase to tell my armies good-bye (after the abdication). At noon, I went to see mama in her train carriage. I lunched with her in her suite and stayed with her, until 4:30 p.m. I feel very depressed, lonely and sad” (Journal intime, p. 64, 65).

Red Petrograd – Revolution in the factories (1917 and 1918):

Pétrograd Rouge – Les Nuits Rouges

When the last Tsar arrived back at Tsarskoye Selo, the Red Guard on duty saluted him with an ironic “Citizen Romanov”, instead of his former title. Nicholas II had to ask for authorization to enter his palace, which had turned into a prison for him and his family. He did not know that the new government had assigned him as prisoner to his former residence, while debating about his future. They were not sure yet, what to do with him.

09.03./22.03.1917: “I arrived at Tsarskoye Selo, at 11:30 a.m. Good God! What a change! In the streets around the palace, in the park, Red Guards everywhere! I went upstairs to find my beloved (wife) Alix and my dear children. Alix looked good, not depressed at all. The children, however, had all lied down in a dark room” (Journal intime, p. 65, 66).

The Tsar shoveled snow in winter:

Дневник охранника: каким человеком был Николай II ⋆ ГардИнфо

Slowly but surely, Tsar Nicholas II discovered that the world around him had changed forever. He had lost all authority and lived as a prisoner in his own home. His fate had not been decided yet. Would it be exile or execution? He hoped that he and his family could escape to England.

23.03./05.04.1917: “The weather has become nice, the ice is thawing. In the morning, I went for a short walk. I arranged my belongings and books, I began to prepare everything that I want to take with me to England” (Journal intime, p. 71).

Vladimir Lenin returned to Russia from his exile:

Lenin's Return From Exile Put Russia on the Fast Track to Revolution - The  New York Times

30.03./12.04.1917: “A violent wind blew in the afternoon, chasing the clouds away. We saw a funerary celebration for the ‘victims of the revolution’ in the park, in front of the Alexander Palace, not far away from the Chinese Pavilion. We heard the sounds of a funerary march and the Marseillaise” (Journal intime, p.73, 74).

The Marseillaise is a patriotic song of the French Revolution, sung for the first time by its author, Claude Joseph Rouget de Lisle, in 1792:

“Arise, children of the Fatherland,
The day of glory has arrived!
Against us, tyranny’s
Bloody standard is raised,
Do you hear, in the countryside,
The roar of those ferocious soldiers?
They are coming right into your arms
To cut the throats of your sons, your women!”

La Marseillaise, un psychodrame permanent

“To arms, citizens,
Form your battalions,
Let’s march, let’s march!
Let an impure blood
Water our furrows!”

“What does this horde of slaves,
Of traitors and conspiring kings want?
For whom have these vile chains,
These irons, been long prepared?
Frenchmen, for us, ah! What outrage
What furious action it must arouse!
It is to us they dare plan
A return to the old slavery!”

Author of the Marseillaise, Claude Joseph Rouget de Lisle (1760-1836), on a French postage stamp:

Timbre : ROUGET DE LISLE LONS-LE-SAUNIER | WikiTimbres

18.04./01.05.2017: “Today, it is the 1st of May in western countries. Our idiots have decided to celebrate this holiday too, marching through the streets with music and red banners. Of course, they entered the park and placed wreaths on the tomb of the ‘victims of the revolution’! The weather turned nasty during their ceremony, snow fell in big flakes” (Journal intime, p. 80, 81).

International Workers’ Day is a celebration of the working classes, promoted by the international labour movement, every year on May Day. The date was chosen in 1889 for political reasons by the Marxist International Socialist Congress, which met in Paris and established the Second International as a successor to the earlier International Workingmen’s Association. The 1904 Sixth Conference of the Second International  called on trade unions of all countries to demonstrate energetically, on each First of May, for the legal establishment of the eight-hour-day, the class demands of the proletariat and universal peace.

Workers in Petrograd, on the 1st of May 1917:

Laborer's deputation on the Dvortsovyĭ Square, Petrograd, the 1st of May  1917 - PICRYL Public Domain Image

06.05./19.05.1917: “I turned 49 today. Almost half a century! Today, my thoughts went more than ever towards my dear mama. How awful not being able to communicate with her! I have no news from her, other than stupid, defamatory newspaper articles” (Journal intime, p. 88, 89). Almost half a century old, the last Tsar was still his mama’s child, pining and whining to have lost contact to her.

The last Tsar was an educated man. He was able to read intellectual literature in several languages and give private history lessons to his son Alexei. And yet, he seemed to be emotionally unable to let go of his mother’s skirts, clinging to her forever.  Of course, it could have been a form of regression under stress. However, the psychological defence mechanism did not improve his situation. It did not help to save him. His infantile personality was not taken seriously by the Bolsheviks, who finally decided to put an end to his life.

Tsar Nicholas II with his son Alexei:

Alexei Nikolaevich | Mrs Daffodil Digresses

His childish ideas of escape, his frustrations and unrealistic expectations show his inefficacy to act as a ruler, taking responsibility for the Russian state and society. The editor, Jean-Christophe Buisson, remarks in his commentary that Nicholas was not made to rule Russia and said about himself after his father’s death: “I am hardly prepared to be the Tsar. I never wished to take this position.” Nevertheless, he was crowned in 1896, then stumbled from one disaster to the other.

The editor writes that Tsar Nicholas II was never a conqueror like Ivan III or Ivan the Terrible. He was never a builder like Peter the Great. He was never a reformator like his grandfather, Alexander II. If he was none of those, who was he then? Could the Romanov dynasty have been saved, in the 20th century? This seems doubtful, since the last male child of the reigning family, Tsarevich Alexei, was a bleeder.

Alexei Nikolaevich (Алексей Николаевич, 1904 -1918), heir apparent to the throne of the Russian Empire, was born with haemophilia. He inherited the illness from his mother Alexandra, which she had acquired through the line of her maternal grandmother, the English Queen Victoria. This hereditary condition affected males. It was known as the “Royal Disease” because so many descendants of the intermarried European royal families had it or carried it.

Alexei Nikolaevich of Russia (1904-1918):

ALEXEI NIKOLAEVICH ROMANOV DIARY (1916) – The Romanov Family

The hemophilia of Tsarevich Alexei was so severe that even small injuries such as a bruise, a nosebleed or a cut were life-threatening to him. His parents constantly worried about him. In addition, the recurring episodes of illness and long recoveries interfered greatly with Alexei’s childhood and education. Clearly this boy was physically unfit to rule Russia. Thus, the Romanov dynasty had become useless and weak, degenerated and decadent, in the eyes of the revolting Russian people.  …

To be continued: “The last days of the last Tsar” (Part II) will appear in July 2021.

Olivia Kroth: The journalist and author of four books lives in Russia. Her blog:

http://olivia2010.kroth.wordpress.com

This text was also published in THE DURAN:

Lessons of Russian History: The last days of the last Tsar (Part I)

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Olivia Kroth: Russische Smaragde aus dem Ural für den Export

Russische Smaragde aus dem Ural für den Export

von Olivia Kroth

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Die Russische Föderation ist eines der größten Exportländer für Smaragde. Im Jahr 2021 wird die Mariinsky-Mine im Ural den Export von Smaragden ausweiten. Ein Smaragd ist ein erstklassiger Edelstein in derselben Kategorie wie Diamanten, Saphire und Rubine. Smaragde, eine Varietät des Minerals Beryll, werden nach vier Kriterien klassifiziert: Farbe, Klarheit, Schliff und Gewicht in Karat. Ein feiner Smaragd besitzt einen rein grünen Farbton und ein hohes Maß an Transparenz. Die im Ural gewonnenen Kristalle zählen zu den besten und teuersten der Welt, da sie sich durch eine tiefe, grasgrüne Farbe auszeichnen. Viele von ihnen werden in Museen aufbewahrt, weil sie nationale Schätze darstellen. Die bekanntesten der neuesten Funde tragen ihre eigenen Namen: Bergmannsruhm, Präsident, Glorreicher Ural, Trilith, Jubiläum, Swesdar (Geschenk der Sterne). Die Mariinsky-Mine in der Nähe der kleinen Stadt Malyschewa, etwa 60 Kilometer nordwestlich von Jekaterinburg, wurde 1831 entdeckt. Sie versorgte zuerst die Zaren der Romanow-Dynastie, dann die Sowjetunion mit wunderschönen Smaragden und liefert auch heute noch Edelsteine ​​für die Russische Föderation.

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„Die Mariinsky-Mine wird 2021 Smaragde für den Export in Höhe von 100 Millionen Rubel (1,3 Millionen $) liefern. Dem Unternehmen ist es gelungen, das jährlich gewonnene Volumen an Rohkristallen zu steigern. Die Mine verarbeitet im Jahr 150 kg Smaragde “(TASS, 01.10.2020).

Auf seiner Internetseite informiert das Unternehmen: „Die Smaragdlagerstätte Mariinsky ist 220 km lang und befindet sich am Osthang des Uralkamms. Der zentrale Teil des Streifens erhielt den Namen Smaragdmine des Urals. Sie ist eine einzigartige Lagerstätte von globaler Bedeutung. Das Potenzial der Smaragdmine des Urals ist laut Aussagen von Geologen groß. Im Jahr 2017 wurde im Auftrag des russischen Präsidenten Wladimir Putin ein Verfahren zur Umstrukturierung des Unternehmens durchgeführt. Und im Februar 2018 erschien die Aktiengesellschaft Mariinsky-Mine auf der Karte der Russischen Föderation. Alle Aktien gehören der russischen Staatsgesellschaft Rostec.“

https://marmine.ru/

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Im April 2019 öffnete Rostec die Mine für Besucher und kündigte an: „Die Staatsgesellschaft Rostec bietet allen Interessenten eine Gelegenheit, die einzigartige Smaragdlagerstätte Mariinsky Priisk auf touristischen Routen zu besichtigen. Touristen können den Abbau, das Sortieren und Bewerten von Edelsteinen verfolgen, sie können sogar ihren eigenen Schmuck finden. Der erste Ausflug zur Lagerstätte fand heute, am 11. April, statt.“

Jekaterina Baranowa, Rostecs Direktorin für Kommunikation, erklärte: „Die Mariinsky-Mine hat drei touristische Routen vorbereitet, von 40 Minuten bis zu fünf Stunden. Alle Gäste sind eingeladen, das Museum unseres Unternehmens, die Lapidarproduktion und Gewinnungsanlage für Smaragde zu besuchen. Sie können auch Mineralien im Gestein sehen. Unsere Organisatoren haben ein interaktives Programm vorbereitet mit Anleitungen, wie man künstliche Steine ​​von echten Edelsteinen unterscheidet. Die Touristen dürfen auch selbst Erz waschen.“

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Laut Jekaterina Baranowa bietet die Entwicklung des Industrietourismus Besuchern die Möglichkeit, technologische Geheimnisse zu entdecken und Menschen kennenzulernen, die in dieser Branche arbeiten. „All dies ermöglicht uns, ein neues, modernes Bild der russischen Industrie zu zeigen. Wir haben keinen Zweifel daran, dass die Mariinsky-Mine, eine der drei größten Smaragdlagerstätten der Welt, große Aufmerksamkeit erregen und sowohl von russischen als auch von ausländischen Touristen besucht wird“, fügte sie hinzu.

Russlands Smaragd-Export erhielt einen enormen Schub, nachdem im Mai 2019 in der Mariinsky-Mine der größte Smaragd seit 30 Jahren gefunden wurde. Er wog 1,6 kg. „Dies war der größte Fund des Landes seit fast 30 Jahren, einzigartig nicht nur wegen seiner Größe, sondern auch wegen seiner Kristallform. Experten ordneten das Mineral wegen seiner natürlichen Risse der zweiten Farb- und dritten Wertkategorie zu“ (TASS, 28.05.2019).

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Die Mariinsky-Mine ist die größte in Europa, eine der drei größten weltweit und die einzige ihrer Art in Russland. Sie wurde 1831 in der Oblast Swerdlowsk entdeckt, einem ressourcenreichen Gebiet des Urals. Nach der russischen Revolution erhielt das Gebiet den Namen von Jakow Swerdlow, einem kommunistischen Revolutionär.

Jakow Michailowitsch Swerdlow (Яков Михайлович Свердлов; 1885–1919) wurde in Nischni Nowgorod in einer jüdischen Familie geboren. Er unterstützte Wladimir Lenins bolschewistische Fraktion und wurde von 1917 bis 1919 Vorsitzender des Allrussischen Zentralen Exekutivkomitees. Jakow Swerdlow half, die bolschewistische Kontrolle über die neue sowjetische Verwaltung zu festigen.

Jakow Michailowitsch Swerdlow (1885-1919):

Iakov Sverdlov

Er starb mit 33 Jahren im März 1919 und ist in der Nekropole der Kremlmauer von Moskau begraben. Im Jahr 1923 wurde der Zerstörer “Nowik” der sowjetischen Marine in “Jakow Swerdlow” umbenannt. Das erste Kreuzer der Swerdlow-Klasse erhielt ebenfalls seinen Namen. Die Stadt Jekaterinburg im Ural wurde 1924 zu seinen Ehren in Swerdlowsk umbenannt. Heute ist Jekaterinburg das Verwaltungszentrum der Oblast Swerdlowsk.

Die Smaragdmine befindet sich in der Nähe des Dorfs Malyschewa (Малышева) in der Oblast Swerdlowsk, etwa 60 km nordwestlich von Jekaterinburg. Malyschewa hat ungefähr 10.000 Einwohner. Die Geschichte dieses Orts begann 1831 mit der Entdeckung von Smaragden am nahe gelegenen Bach Tokowaja. Im Lauf des 19. Jahrhunderts wurden um Malyschewa herum weitere Smaragdvorkommen entdeckt.

Russischer Smaragd aus der Mine bei Malyschewa in der Oblast Swerdlowsk:

In Russia, a rare emerald was found again at the Mariinsky Priisk mine

Ein bekannter Russe, welcher Smaragde aus dem Ural beschrieb und klassifizierte, war der Geochemiker, Kristallograph und Mineraloge Alexander Jewgenjewitsch Fersman (Александр Евгеньевич Ферсман; 1883–1945). Von 1919 bis 1945 arbeitete er als Mitglied der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften.

Alexander Fersman nahm an einem Projekt der Akademie der Wissenschaften teil, um die natürlichen Ressourcen Russlands zu katalogisieren. Ab 1915 bereiste er ganz Russland und untersuchte vorhandene Mineralvorkommen. Wladimir Lenin konsultierte ihn anschließend zur Beratung für die Nutzung von Bodenschätzen in der Sowjetunion.

Alexander Jewgenjewitsch Fersman (1883-1945):

File:1966 CPA 3343.jpg

Alexander Fersman schrieb mehr als 1.500 Artikel und Veröffentlichungen zur Kristallographie, Mineralogie, Geologie, Chemie, Geochemie und zu ähnlichen Themen: Geochemie in Russland (1922); Chemische Elemente der Erde und des Kosmos (1923); Geochemie, Bände I – IV (1933–1939); Suche nach Mineralvorkommen auf der Grundlage von Geochemie und Mineralogie (1939).

Dieser bedeutende Wissenschaftler machte die Naturwissenschaften in Russland populär. Zusätzlich zu seinen Beiträgen in Priroda (Natur) und anderen Zeitschriften schrieb er viele populärwissenschaftliche Bücher für interessierte Leser, u.a.: Mineralogie für alle (1928, aktualisiert und neu veröffentlicht 1935); 25 Jahre sowjetische Naturwissenschaften (1944); Erinnerungen an Mineralien (1945); Marsch der sowjetischen Wissenschaft (1945); Geochemie für alle (1958).

Избранные труды академика А.Е.Ферсмана. Том 7 | Геологический портал  GeoKniga

Für seine herausragenden Leistungen wurde Alexander Fersman mit dem Lenin-Preis (1929), Stalin-Preis (1942) und dem Orden des Roten Banners der Arbeit (1943) ausgezeichnet. Das Fersman-Mineralien-Museum in Sankt Petersburg erhielt seinen Namen. Seit 1946 vergibt die sowjetisch-russische Akademie der Wissenschaften den Fersman-Preis für herausragende Forschungsarbeiten in Geochemie und Mineralogie.

Im 19. Jahrhundert lieferte der Ural schöne Smaragde für die weltberühmte Schmucksammlung der russischen Zarenfamilie. Sie enthielt einige der größten und kostbarsten Smaragde weltweit. Zwei aristokratische Damen trugen gerne Smaragde: Großherzogin Maria Pawlowna von Russland (1854-1920) und Großherzogin Elisabeth Fjodorowna von Russland (1864-1918).

Alexander Fersman auf einer Expedition durch Russland:

и-Хибины_из истории минералогических исследований

Großherzogin Maria Pawlowna von Russland (Мария Павловна) wurde als Herzogin Marie Alexandrine Elisabeth Eleonore von Mecklenburg-Schwerin in Deutschland geboren. Als sie in Sankt Petersburg lebte, trug sie oft einheimische Bojarenkostüme und führte ihre grünen Smaragdbroschen vor. Eine dieser Broschen enthielt einen rechteckigen Smaragd von 107 Karat.

Großherzogin Maria Pawlowna erhielt 1874 diese Brosche als Hochzeitsgeschenk von Zar Alexander II., als sie seinen dritten Sohn, Großherzog Wladimir Alexandrowitsch, heiratete. Die Großherzogin hatte eine Leidenschaft für Juwelen, ihre Sammlung war berühmt. Sie wurde oft als “die größte der Großherzoginnen” bezeichnet.

Juwelen der Romanows:

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Sie bewohnte den Wladimir-Palast in Sankt Petersburg, ein Zentrum der aristokratischen Gesellschaft. Nach der russischen Revolution rettete ein Freund der Familie die Juwelen aus dem Tresor und schmuggelte sie aus Russland hinaus. Nach Maria Pawlownas Tod verkauften die Nachfahren diese Juwelen, um ihr Leben im Exil zu finanzieren.

Ein weiteres großartiges Beispiel für die Schmucksammlung der Romanows ist eine prächtige Tiara mit russischen Smaragden aus dem Ural. Die Tiara in Form eines „Kokoschnik“, einer typisch russischen Kopfbedeckung für Frauen, wurde der deutschen Prinzessin Elisabeth von Hessen und bei Rhein (1864-1918) überreicht, als sie den Großherzog Sergej Alexandrowitsch von Russland  heiratete, den fünften Sohn von Zar Alexander II. Nach ihrer Heirat wurde sie die Großherzogin Elisabeth Fjodorowna (Елизавета Фёдоровна).

Elisabeth Fjodorowna mit ihrer Smaragd-Tiara:

Дар неба. Немецкая принцесса стала для русских людей образцом доброты |  История | Общество | Аргументы и Факты

Großherzogin Elisabeth Fjodorowna war charmant und hatte eine entgegenkommende Persönlichkeit. Sie wurde von vielen Historikern und Zeitgenossen als eine der schönsten Frauen ihrer Zeit angesehen. Sie machte einen guten Eindruck auf die Familie ihres Ehemanns: “Alle verliebten sich sofort in sie, als sie aus ihrem geliebten Darmstadt nach Russland kam”, schrieb einer von Sergejs Vettern. Das Ehepaar lebte im Beloselski-Beloserski-Palast in Sankt Petersburg.

Möglicherweise wurde Elisabeth Fjodorowna von dem armen russischen Volk nicht geliebt, welches sich nicht leisten konnte, solch prächtige Diamant- und Smaragd-Diademe zu tragen. Mit Sicherheit wurde sie nicht von den Bolschewiken und Wladimir Lenin geliebt, der 1918 ihre Verhaftung und Exekution anordnete. Sie ging in die Verbannung nach Perm, dann nach Jekaterinburg, wo sie mit den anderen Mitgliedern der Familie Romanow hingerichtet wurde.

Smaragdschmuck der Romanows:

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Im Jahr 2013 organisierte das Museum für die Geschichte der Schmuckherstellung in Jekaterinburg eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Museum des Moskauer Kremls. Von Mai bis November 2013 wurde „Ein Smaragdraum“ gezeigt, der den Mineralreichtum des Urals präsentierte. Diese Ausstellung war in der Kunstgalerie der Residenz des Gouverneurs der Oblast Swerdlowsk zu besichtigen. Die Residenz ist auch als Haus des Kaufmanns Tarasow bekannt.

Die Galerie beherbergte 450 Meisterwerke aus verschiedenen russischen Museen und Privatsammlungen, darunter einige wunderbare Smaragde, einschließlich der ersten Stücke, die in den 1830er Jahren gefunden wurden. Fünfzehn Juwelen aus dem 19. und 20. Jahrhundert mit Smaragden aus dem Ural kamen aus der Sammlung des Moskauer Kremls. Mehrere Exponate stammten aus den angesehenen russischen Schmuckfirmen von Carl Fabergé und Iwan Chlebnikow.

Smaragdring der Firma Carl Fabergé:

Three Fabergé emerald and diamond rings. | Jewelry, Emerald jewelry,  Jewelery

Bereits in der Antike wurden Smaragde als mystische Talismane verwendet. Sie sollen Macht und Reichtum, Beredsamkeit und Witz verleihen, das Gedächtnis stärken und in die Lage versetzen, zukünftige Ereignisse vorherzusagen. Die grüne Farbe beruhigt die Augen. Die Menschen hofften auch, dass der smaragdgrüne Edelstein sie vor Dämonen schützen würde. Er sollte Wahrheiten verkünden und von Illusionen oder bösem Zauber befreien.

Mögen die grünen Kristalle aus dem Ural das russische Volk weiterhin vor allen dämonischen Einflüssen schützen, insbesondere vor feindlichen Angriffen aus dem Ausland, vor Einmischung in die Souveränität Russlands und vor der böswilligen Tätigkeit ausländischer Agenten auf russischem Boden. Mit einem smaragdgrünen Talisman werden sich die Russen immer an die lange und stolze Geschichte ihrer Heimat erinnern. Sie werden auch klar in die Zukunft schauen. Mit Hilfe ihrer mystischen Smaragde wird die Russische Föderation für immer reich und mächtig bleiben.

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Russland. Ihr Blog:

https://olivia2010kroth.wordpress.com

 

 

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Olivia Kroth: Russian emeralds from the Ural mountains for export

Russian emeralds from the Ural mountains for export

by Olivia Kroth

Как добывают уральские изумруды. Фоторепортаж с глубины 350 метров |  ОБЩЕСТВО | АиФ Урал

The Russian Federation is one of the biggest export countries for emeralds. In 2021, the Mariinsky mine in the Ural mountains will extend its export of emeralds. An emerald is a first-class gemstone, in the same category as diamonds, sapphires and rubies. Emeralds, a variety of the mineral beryl, are graded according to four basic parametres: colour, clarity, cut and carat weight. A fine emerald gemstone possesses a pure green hue and a high degree of transparency. The crystals obtained in the Urals are considered to be among the best and most expensive in the world, as they are distinguished by a deep grass-green colour. Many of them are kept in museums because they represent national treasures. The most famous of the latest finds have their own names: Miner’s Glory, President, Glorious Ural, Trilith, Jubilee, Zvezdar (Gift of  Stars). The Mariinsky mine, located near the small town of Malysheva, about 60 kilometres northwest of Yekaterinburg, was discovered in 1831. It provided beautiful emeralds first to the Romanov tsars, then to the Soviet Union and nowadays it still provides gems to the Russian Federation. 

Everything you need to know about Emerald | Femina.in

“The Mariinsky mine will supply emeralds for export, in 2021, amounting to 100 million rubles ($1.3 million). The enterprise managed to contract an increasing annual volume of raw crystals. The mine annually processes 150 kg of emeralds” (TASS, 01.10.2020).

The mine informs on its internet site: “The Mariinsky emerald deposit is 220 km long, located on the eastern slope of the Ural ridge. The central part of the strip was named Emerald Mines of the Urals. It is a unique province of global importance. The potential of the Emerald Mines of the Urals, according to geologists, is large. In 2017, on behalf of Russia’s President Vladimir Putin, a procedure was carried out to reorganize the enterprise. And in February 2018, the Mariinsky Mine Joint Stock Company appeared on the map of Russia. All shares are owned by the Rostec State Corporation.”

https://marmine.ru/

The Mariinsky Mine Enterprise:

Rostec opened the mine for visitors, in April 2019, and announced on its site: “Rostec State Corporation provides an opportunity for everyone who wishes to visit the unique emerald deposit Mariinsky Priisk, for which the enterprise has organized tourist routes. Tourists will be able to see the mining, sorting and evaluating process of precious stones, as well as be prospectors themselves and find their own jewellery. The first excursion to the Ural deposit took place today, on April 11th.”

Rostec’s Director of Communications, Ekaterina Baranova, explained: “The Mariinsky mine has developed three tourist routes, ranging from 40 minutes to five hours. Guests are invited to visit the museum of our enterprise, the lapidary production and the emerald extraction plant. The can also see minerals in the rock and unique lapidary machines. The organizers have prepared an interactive programme. Guides will show how to distinguish artificial stones from genuine precious stones. They will offer to participate in a prospecting sketch, so tourists can wash ore.”

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According to Ekaterina Baranova, the development of industrial tourism gives people an opportunity of discovering technological secrets and meeting the people who work in this industry. “All of this allows us to create a new, open and modern image of the Russian industry. We have no doubt that the Mariinsky mine, which is one of the three largest emerald deposits in the world, will attract great attention and be visited by Russian as well as foreign tourists,” she added.

Russia’s emerald export received a huge boost, after the biggest emerald in 30 years was found at the Mariinsky mine, in May 2019. It weighed 1.6 kg. “This was the country’s largest find in almost 30 years, a real natural sample, unique not only for its size but also for its crystal form. Experts attributed the mineral to the second category of green colour and to the third category of value, due to the presence of natural cracks” (TASS, 28.05.2019).

The Mariinsky mine is the largest in Europe, one of the three biggest worldwide and the only one of its kind in Russia. It was discovered, in 1831, in the Sverdlovsk Oblast of the Urals, an area rich in resources. After the Russian Revolution, the oblast was named after Yakov Sverdlov, a Communist revolutionary.

Yakov Mikhailovich Sverdlov (Яков Михайлович Свердлов; 1885–1919) was born in Nizhny Novgorod to a Jewish family. He supported Vladimir Lenin’s Bolshevik faction and became Chairman of the All-Russian Central Executive Committee, from 1917 to 1919. Yakov Sverdlov helped to consolidate Bolshevik control of the new Soviet Administration.

Yakov Mikhailovich Sverdlov (1885-1919):

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Yakov Sverdlov died in March 1919, at the age of 33. He is buried in the Kremlin Wall Necropolis. In 1923, the Russian Navy’s destroyer “Novik” was renamed “Yakov Sverdlov”. The first ship of the Sverdlov class cruisers also received his name. In 1924, the city of Yekaterinburg in the Urals was renamed Sverdlovsk in his honour. Today, Yekaterinburg is the administrative centre of the Sverdlovsk Oblast.

The emerald mine is located near the village of Malysheva (Малышева) in the Sverdlovsk Oblast, about 60 km northwest of Yekaterinburg. Malysheva has about 10.000 inhabitants. The history of this place began with the discovery of emeralds at the nearby Tokovaya brook, in 1831. In the course of the 19th century, several more emerald deposits were discovered around Malysheva.

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One prominent Russian, who described and classified emeralds from the Urals, was the geochemist and mineralogist Alexander Evgenevich Fersman (Александр Евгеньевич Ферсман; 1883–1945). He became a member of the Soviet Academy of Sciences, from 1919 to 1945.

Alexander Fersman participated in a project of the Academy of Sciences to catalogue Russia’s natural resources. Starting in 1915, he travelled throughout Russia to assess mineral deposits. Vladimir Lenin subsequently consulted him for advice on exploiting the country’s mineral resources.

Alexander Evgenevich Fersman (1883-1945):

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Alexander Fersman wrote more than 1.500 articles and publications on crystallography, mineralogy, geology, chemistry, geochemistry and similar topics. Among them were: Geochemistry in Russia (1922); Chemical Elements of the Earth and Cosmos (1923); Geochemistry, vols. I–IV (1933–1939); The Search for Mineral Deposits on the Basis of Geochemistry and Mineralogy (1939).

This eminent scientist was also a great popularizer of science in Russia. In addition to his contributions to Priroda (Nature) and other journals, he wrote many books of popular science for interested readers, including: Mineralogy for Everyone (1928, updated and re-published 1935); Twenty-Five Years of Soviet Natural Science (1944); Reminiscences about Minerals (1945); The March of Soviet Science (1945); Geochemistry for Everyone (pub. 1958).

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For his many achievements, Alexander Fersman was awarded the Lenin Prize (1929), the Stalin Prize (1942) and the Order of the Red Banner of Labour (1943). His name was given to the Fersman Mineralogical Museum in Saint Petersburg. Since 1946, the Soviet/Russian Academy of Sciences has been giving the Fersman Award for outstanding research in geochemistry and mineralogy.

In the 19th century, the Urals provided beautiful emeralds for the Russian Imperial Romanov family’s world famous jewellery collection, which contained some of the greatest, most luxurious emeralds worldwide. Two aristocratic ladies, who liked to wear emeralds, were Grand Duchess Maria Pavlovna of Russia (1854-1920) and Grand Duchess Elisabeth Fyodorovna of Russia (1864-1918).

Romanov emeralds:

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Grand Duchess Maria Pavlovna of Russia (Мария Павловна) was born Duchess Marie Alexandrine Elisabeth Eleonore of Mecklenburg-Schwerin in Germany. When she lived in Saint Petersburg, she often wore a native Boyar costume and displayed her emerald brooches. One of them contained a rectangular emerald of 107 carats.

The magnificent brooch was given to Grand Duchess Maria Pavlovna as a wedding present by Tsar Alexander II, when she married his third son, Grand Duke Vladimir Alexandrovich of Russia, in 1874. The Grand Duchess had a passion for jewels and her collection was renowned. She was often called  ‘the grandest of the grand duchesses’.

Grand Duchess Maria Pavlovna of Russia (1854-1920):

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Her home, the Vladimir Palace in Saint Petersburg, became the centre of Russian aristocratic society. Following the Russian Revolution, a family friend rescued the jewels from her palace safe and smuggled them out of Russia. After the Duchess’s death, they were sold by her children to support their lives in exile.

 Another splendid example of the Romanov jewellery collection is a magnificent tiara with Russian emeralds from the Ural mountains. The tiara in the form of a “kokoshnik”, a typical Russian female headdress, was given to the German Princess Elisabeth of Hessen and by Rhein (1864-1918), when she became Grand Duchess Elisabeth Fyodorovna (Елизавета Фёдоровна) after her marriage to Grand Duke Sergei Alexandrovich of Russia,  the fifth son of Tsar Alexander II.

Diamond and emerald tiara of Grand Duchess Elisabeth Fyodorovna of Russia:

Charming and with a very accommodating personality, Grand Duchess Elisabeth Fyodorovna was considered by many historians and contemporaries to be one of the most beautiful women of her time. She made a good impression on her husband’s family. “Everyone fell in love with her from the moment she came to Russia from her beloved Darmstadt”, wrote one of Sergei’s cousins. The couple lived in the Beloselsky-Belozersky Palace in Saint Petersburg.

However, she might not have been loved that much by the poor Russian people, who could never afford to wear such splendid diamond and emerald tiaras. The Duchess was certainly not admired at all by the Bolsheviks and Vladimir Lenin, who ordered her arrest and death, in 1918. She was exiled first to Perm, then to Yekaterinburg, where she and the other members of the Romanov family were executed.

Grand Duchess Elisabeth Fyodorovna of Russia (1864-1918) with her diamond and emerald “kokoshnik” tiara:

THE EMERALD KOKOSHNIK TIARA OF GRAND DUCHESS ELIZABETH FEODOROVN | Royal  jewels, Royal jewelry, Royal tiaras

In 2013, the Museum for history of stone-cutting and jewellery-making in Yekaterinburg organized an exhibition in cooperation with the Moscow Kremlin Museum. From May to November 2013, it displayed “An Emerald Room,”  designed as representation of the mineral wealth of the Urals. The exhibition was held in the art gallery of the Governor’s Residence of the Sverdlovsk Oblast. The house is also known as Merchant Tarasov’s Mansion.

The gallery hosted 450 masterpieces from various Russian museums and private collections. Among them were miraculous emeralds, including the first pieces found in the 1830s. Fifteen jewels from the 19th and 20th centuries, with emeralds from the Urals, came from the collection of the Moscow Kremlin Museum. Some of these items were created by the distinguished Russian jewellery firms of Carl Fabergé and Ivan Khlebnikov.

Russian emeralds in the Moscow Kremlin Museum:

Экспозиция «Три века уральского изумруда» : ru_gems — LiveJournal

Already in antiquity, emeralds were used as mystical talismans. They were believed to confer power and riches, eloquence and wit. Purportedly, these gems strengthened the memory and made its owner able to predict future events. The soothing green colour was thought to be restful to eyes under strain.

People also hoped that the emerald gemstone would protect them against possession by demons. As a revealer of truths, the emerald reputedly could cut through all illusions and spells.

Russian emeralds:

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May these beautiful green crystals from the Ural mountains keep protecting the Russian people against all demonic influences, for example hostile interference from abroad, incursions on Russia’s sovereignty and the activity of foreign agents on Russian soil.

Wearing an emerald talisman, Russians will always remember the long and proud history of their homeland. They will also look clear-sightedly into the future. With the help of its mystical emerald gems, the Russian Federation will remain rich and powerful forever.

Vintage Russian emerald earrings:

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Olivia Kroth: The journalist and author of four books lives in Russia.

Her blog: 

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Russian emeralds from the Ural mountains for export

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Olivia Kroth: Russland und Myanmar – “In der Not bewährt sich die Freundschaft”

Russland und Myanmar: “In der Not bewährt sich die Freundschaft”

von Olivia Kroth

Kandawgyi Lake, the Karaweik and the Palace Hotel – Yangon, Myanmar –  You're Not From Around Here, Are You?

Russlands Außenpolitik hat die Blickrichtung von West nach Ost gewechselt, mit starkem  Fokus auf Südostasien. Einer dieser südostasiatischen Staaten ist die Republik der Union von Myanmar. Das Land verfügt über natürliche Ressourcen und eine interessante geografische Lage. Die Republik der Union Myanmar grenzt an Bangladesch, China, Indien, Laos, Thailand und den Golf von Bengalen. So stellt sie einen wichtigen Knotenpunkt zwischen Ost-, Süd- und Südostasien dar (SAGE JOURNALS, 01.08.2015). Seit dem Beginn der 1950er Jahre kooperierte Myanmar – damals noch Burma genannt – mit der Sowjetunion. Diese fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Myanmar und der Russischen Föderation wird im 21. Jahrhundert fortgesetzt und intensiviert.

Carte Birmanie Myanmar | Brahmapoutre, Carte, Pays

Ludmila Lutz-Auras schreibt in ihrem interessanten Artikel „Russland und Myanmar – Freunde in Not“, publiziert im Journal of Current Southeast Affairs (SAGE JOURNALS), über Burma nach dem Tag seiner Unabhängigkeitserklärung am 4. Januar 1948. Nach einer langen Zeit antikolonialer Kämpfe gegen die britische Besatzung und Ausbeutung habe das Land vor vielen schwierigen Herausforderungen gestanden.

Mitte der 1950er Jahre begann ein Dialog zwischen der Sowjetunion und Myanmar, damals noch Burma genannt. Er bereitete den Boden für gemeinsame Interessen. Die UdSSR leistete Burma (Myanmar) technische und materielle Unterstützung. Sowjetische Spezialisten halfen beim Wiederaufbau der Städte. Sie installierten ein technologisches Institut in Rangun, das heute Yangon heißt, außerdem bauten sie ein Hotel mit 206 Zimmern am Ufer des Inya-Sees und ein Krankenhaus in Taunggyi.

Tempel in Mandalay bei Sonnenuntergang:

Guide de voyage Mandalay: découvrez la capitale du Nord de la Birmanie |  Agence de voyage francophone locale au Vietnam, Cambodge, Laos, Myanmar

Unter Präsident Wladimir Putin setzte die Russische Föderation den Aufbau der Kooperation mit der Region Südostasien fort. Myanmar spielte eine Schlüsselrolle in dieser Strategie und diente als Brücke zwischen China und Indien. Russland und Myanmar konnten ihre Beziehungen im Verteidigungs- und Energiesektor stärken. Als General Maung Aye im April 2006 Moskau besuchte, unterzeichneten beide Seiten Vereinbarungen über die Zusammenarbeit im Ölsektor, die Bekämpfung des Drogenhandels und den Schutz geheimer Informationen.

2007 legten China und Russland gemeinsam ihr Veto ein gegen eine Resolution, die Myanmars Menschenrechtsbilanz bei den Vereinten Nationen kritisieren wollte. Die Politiker von Myanmar dankten Russland für das Veto gegen diese Resolution. Eine Koalition mit Russland bringt dem kleinen Land in Südostasien die Unterstützung eines starken Landes in internationalen Foren. Auf der anderen Seite hat Russland im südostasiatischen Raum Fuß gefasst.

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Das 2009 von Präsident Dmitri Medwedew verabschiedete und 2013 von Präsident Wladimir Putin erneuerte „außenpolitische Konzept der Russischen Föderation“ rückt den asiatisch-pazifischen Raum als oberste Priorität der Außenpolitik Russlands stärker in den Vordergrund. In diesem Zusammenhang stellt Russland die Relevanz Südostasiens als Kraftwerk des Wachstums fest.

Seit 2010 erhält Myanmar zunehmend Aufmerksamkeit. Myanmars Wirtschaft eröffnet neue Möglichkeiten für ausländische Investitionen. Das ländliche, dicht bewaldete Land ist reich an natürlichen Ressourcen: Edelsteine und Mineralien, Gas und Öl, Teakholz. Im Gegensatz zu westlichen Ländern unterbrach Russland nie den Kontakt zu Myanmar.

Dmitri Medwedew und Wladimir Putin:

Medvedev: Russia to Compete for Organic Food Market Share - Russia Business  Today

Im Jahr 2013 erteilte Myanmar dem russischen Ölkonzern Baschneft International das Recht, den Onshore-Energieblock EP-4 mit einer Fläche von 841 Quadratkilometern im Zentralbecken des Landes zu entwickeln. Mit einer Investition von rund 38,3 Millionen USD fungiert der sechstgrößte Ölproduzent Russlands, Baschneft, mit einem Anteil von 90 Prozent als Hauptbetreiber des Unternehmens, während Sun Apex Holdings Limited aus Myanmar die restlichen 10 Prozent besitzt.

Russland wolle seine wirtschaftlichen Beziehungen zu Myanmar stärken, verkündete Präsident Putin während des Russland-ASEAN-Gipfels in Sotschi im Jahr 2016 bei seinem Treffen mit Htin Kyaw, der zu dieser Zeit Präsident von Myanmar war: „Man sollte ehrlich zugeben, dass das Niveau unserer Handels- und Wirtschaftsbeziehungen vorerst nicht sehr hoch ist, aber es gibt ein gutes Potenzial zur weiteren Entwicklung. Dies gilt für die Politik, Wirtschaft und militärisch-technische Zusammenarbeit“ (TASS, 19.05.2016).

Auf dem Russland-ASEAN-Treffen in Sotschi gab das russische Exportunternehmen Rostec sein Interesse an der Lieferung von High-Tech-Produkten nach Myanmar bekannt: „Rostec ist an einer Zusammenarbeit mit der Republik der Union Myanmar im Bereich Hightech interessiert und will Industrieprodukte verkaufen. Wir sind bereit, Hubschrauber, Lastkraftwagen, Energie- und Gaspumpen, moderne Beleuchtungssysteme, medizinische Geräte und Flugsicherungssysteme zu liefern” (TASS, 19.05.2016).

Ein Jahr später, im Jahr 2017, unterzeichneten Russland und Myanmar ein Abkommen über die Einrichtung einer russischen Handelsmission in Yangon. Die Mission soll den Ausbau der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen erleichtern und zur Organisation internationaler Ausstellungen auf dem Territorium beider Länder beitragen. Im August 2017 wurde die erste Lieferung von Kamaz-Lastwagen über die Handelsmission nach Myanmar geschickt.

Thailand & Myanmar (22 Tage)

Die militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und Myanmar begann in den 1990er Jahren und gewann in den 2000er Jahren an Dynamik. Im Jahr 2001 verkaufte Russland vier Düsenjäger Mig-29 an Myanmar, weitere zehn folgten im Jahr 2002. Im Jahr 2006 eröffnete die russische Firma MiG ein Büro in Yangon. Im Jahr 2009 unterzeichnete das staatliche Unternehmen Rosoboronexport einen Vertrag über die Lieferung von zwanzig weiteren MiG-Produkten nach Myanmar.

Mehr russische Kampfjets wurden im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts geliefert. Im Jahr 2018 verkaufte Russland sechs Kampfflugzeuge SU-30 nach Myanmar. Russlands stellvertretender Verteidigungsminister, General Alexander Fomin, sagte, dass dieses Flugzeug “das wichtigste Kampfflugzeug der Luftwaffe von Myanmar sein werde, um die territoriale Integrität des Landes zu schützen und alle terroristischen Bedrohungen abzuwehren.”

Rosoboronexport signs Contracts at MAKS-2017 - Asian Military Review

Ihm zufolge stellten die russischen Rüstungsgüter ihre Fähigkeiten bereits unter Beweis bei den Streitkräften in Myanmar. „Dies sind insbesondere die Hubschrauber Mi-24, Mi-35 und Mi-17; das Kampfflugzeug MiG-29; das Trainingsflugzeug Yak-130; das Luftverteidigungssystem Pechora-2 und andere Ausrüstung “, spezifizierte er.

General Alexander Fomin berichtete auch, dass mehr als 600 Militärs aus Myanmar an den militärischen Hochschulen Russlands studieren. “All dies trägt dazu bei, die Sicherheit in Südostasien und im pazifischen Raum im Allgemeinen zu verbessern”, sagte der stellvertretende russische Verteidigungsminister (TASS, 22.01.2018).

Landschaft in Myanmar:

Umweltbewusstsein in Myanmar – Sommer Fernreisen – Blog

Im April 2019 besuchte eine Delegation aus Myanmar russische Verteidigungsunternehmen und nahm an der 8. Moskauer Konferenz für internationale Sicherheit teil. Auf der Tagesordnung standen „wichtige Fragen, die sich bei der Formulierung von Ansätzen zur internationalen Sicherheit ergeben, sowie ein Meinungsaustausch über moderne militärische Gefahren und Bedrohungen, einschließlich der Modernisierung des Rüstungskontrollsystems. Die Teilnehmer diskutierten die Situation im Nahen Osten, in Asien, Afrika und Lateinamerika“ (TASS, 24.04.2019).

Ein Schiff aus Russlands Baltischer Flotte wurde im November 2019 nach Myanmar geschickt. „Das Ausbildungsschiff Perekop der Baltischen Flotte mit über 100 Kadetten der Pazifischen Marinehochschule an Bord machte im Hafen von Yangon in Myanmar Halt. Der viertägige Besuch fand statt, um die Schiffsvorräte aufzufüllen. Zudem erhielten die russischen Kadetten der Marinehochschule eine Gelegenheit zur Besichtigungstour und Ruhepause. Die Kadetten üben die Navigation und verbessern ihre Fähigkeiten, das Schiff in den südlichen Breiten des Pazifiks und des Indischen Ozeans zu steuern“ (TASS, 13.11.2019).

Der Hafen von Yangon:

10 Myanmar Ports & Terminals ideas | yangon, port, myanmar

Im August 2020 nahm eine Militärdelegation aus Myanmar am Internationalen Armeeforum 2020 in der Nähe von Moskau teil. Russlands stellvertretender Verteidigungsminister, General Alexander Fomin, traf sich mit dem Generalstabschef der myanmarischen Streitkräfte, General Mya Tun Oo, um die militärische Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern zu erörtern. General Mya Tun Oo flog vom 23. bis 29. August nach Moskau, um an der Eröffnungsfeier der Internationalen Armeespiele 2020 und des Internationalen Militärtechnischen Forums der Armee 2020 teilzunehmen, die im Ausstellungszentrum “Patriot” in der Nähe von Moskau stattfand.

Weiterhin kooperieren Firmen aus Russland und Myanmar im privaten Bereich von Mode und Schmuck. Seit 2018 arbeitet das russische Modehaus von Uljana Sergejenko mit Ravi Lunia, dem Direktor von Faidee, zusammen.  Die Firma Faidee ist auf die Verarbeitung von Rubinen aus Myanmar spezialisiert. Gemeinsam präsentierten sie ihre Kreationen während der Haute Couture Modewoche am 3. Juli 2018 in Paris.

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Uljana Sergejenko über die Zusammenarbeit mit Faidee: «Es war eine große Freude, mit meinem lieben Freund Ravi Lunia an dieser unglaublichen Kollektion zu arbeiten. Er ist ein wahrer Künstler». Ravi Lunia sagte: «In Kooperation mit Uljana Sergejenko war es selbstverständlich, eine gemeinsame Kollektion zu schaffen, die den raffinierten Geschmack und Stil von Uljana mit der Leidenschaft von Faidee für Rubine aus Myanmar und mit handwerklichem Können vereint» (CITY LIFE PRESS, 04.07.2018).

Nach Paris wurde die Kollektion von Faidee und Uljana Sergejenko in Monte Carlo im Salon Belle Epoque des Hotels Hermitage während der Schmuckausstellung vom 31. Juli bis 17. August 2018 gezeigt:

„Während einer Gala im Salon Belle Epoque am 2. August wurde Gästen und Prominenten eine exklusive Sammlung von Faidee-Schmuck präsentiert, gefolgt von der Vorführung der gemeinsamen Kollektion Uljana Sergejenko & Faidee. Eine Reihe russischer Prominenz war anwesend, darunter Vera Breschnewa, Swjetlana Bondartschuk, Nadjeschda Obolezewa, Natalja Jakimtschik, Irina Milowa, Olga Sluzker, Galina Agapowa, Jekaterina Smirnowa, Olga Krutaja“ (THE JEWELLERY INFLUENCER, 03.08.2018).

Modenschau von Uljana Sergejenko und Rubinschmuck von Faidee in Monte Carlo:

Rubine aus Myanmar zeichnen sich durch ihre intensive Farbe aus, die oft als „Taubenblut“ bezeichnet wird. Sie zeigt Fluoreszenz und strahlenden Glanz. Das legendäre Tal von Mogok in Myanmar ist weltweit der wichtigste Fundort für Rubine von allerhöchster Qualität. Mogok, eine Stadt im Distrikt Pyin Oo Lwin der Mandalay Division, befindet sich 200 Kilometer nördlich von Mandalay. Mogok wurde 1218 von drei Jägern gegründet, die Rubine am Fuß eines eingestürzten Bergs entdeckten. Im Jahr 2018 feierte Mogok den 800. Jahrestag seiner Stadtgründung.

„Im Lauf der Geschichte schätzten Monarchen vieler Kulturen und Nationen den Rubin als königliches Symbol für ewige Schönheit, Reichtum und Macht. Im Orient galt der Rubin als Talisman mit besonderen Kräften für Glück. Rubine zu schenken war ein Ausdruck von Liebe und anhaltender Hingabe. Darüber hinaus ist der Rubin der Geburtsstein für die im Juli Geborenen. Er stärkt Körper und Seele, er schützt vor Gefahr und Übel“ (Ravi Lunia, Faidee.com).

Ravi Lunia präsentiert Rubinschmuck von Faidee:

Events – Faidee

„Seit mehr als tausend Jahren werden Fabeln und Legenden über die Minen in Myanmar erzählt, in welchen sich große Mengen glückverheißender roter Edelsteine befinden. In zahlreichen Berichten der gemologischen Literatur wird die Reinheit von Rubinen aus der Region Mogok gewürdigt. Über diese kostbaren Edelsteine war jedoch lange Zeit in der Öffentlichkeit nur wenig bekannt. So blieben sie viele Jahrhunderte lang ein streng gehütetes Geheimnis.

Im Lauf der Zeit kamen diese Geschichten über die Wunder Myanmars allmählich zutage. Sie zogen Entdecker, Reisende und Künstler aus aller Welt an. Durch seine Produktion legendärer Rubine ist und bleibt Myanmar ein geheimnisvolles Land der Mysterien. Seine reiche Kulturgeschichte, großartige Architektur und die fast magischen Juwelen werden Myanmar für immer einen Platz in den Herzen und Köpfen kommenderGenerationen garantieren“ (Ravi Lunia, Faidee.com).

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Genauso wie Myanmar besitzt auch die Russische Föderation eine große Menge an Edelsteinen, zum Beispiel Diamanten in Jakutien und Smaragde im Ural. Die Brillanz Myanmars und Russlands macht diese beiden verbündeten Länder wertvoll und zeichnet sie aus. Myanmar und Russland werden gute Freunde bleiben für viele kommende Generationen.

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Russland.

Ihr Blog:

https://olivia2010kroth.wordpress.com

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Olivia Kroth: Russia and Myanmar – “Friends in need are friends indeed”

Russia and Myanmar: “Friends in need are friends indeed”

by Olivia Kroth

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Russia’s foreign policy has evolved from Western-oriented to multi-dimensional, with a strong focus on Southeast Asia. One of these Southeast Asian states is the Republic of the Union of Myanmar, with natural resources, emerging markets, and an interesting geographic location. It occupies a strategic location facing the Indian Ocean. The country links East Asia, Southeast Asia and South Asia (SAGE JOURNALS, 01.08.2015). Since the 1950s, Myanmar – then still called Burma – and the Soviet Union began cooperating in many areas. This fruitful cooperation between Myanmar and the Russian Federation is continuing and intensifying in the 21st century. 

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The analyst Ludmila Lutz-Auras, in her interesting article about “Russia and Myanmar – Friends in Need,” published in the Journal of Current Southeast Affairs (SAGE JOURNALS), notes that when Burma regained its independence, on the 4th of January 1948, after a long period of anti-colonial struggles against British occupation and exploitation, the country faced many difficult challenges.

In the middle of the 1950s, the Soviet Union and Myanmar, then called Burma, entered into a dialogue. This prepared the ground for common interests. The USSR provided Burma (Myanmar) with active technical and material assistance. Soviet specialists helped to rebuild Burmese cities and towns. They installed a technological institute in Rangoon, which is called Yangon today. They furthermore built a 206-room hotel on the shores of Lake Inya and a hospital in Taunggi.

Lake Inya in Myanmar:

Inya Lake and Kandawgyi Lake

Under President Vladimir Putin, the Russian Federation took a proactive approach towards the region of Southeast Asia. Myanmar played a key role in this strategy, serving as a bridge between China and India. Russia and Myanmar strengthened their ties in the defence and energy sectors. During the visit of Vice Chairman Senior General Maung Aye to Moscow in April 2006, the two sides signed agreements for cooperation in the oil sector, in anti-drug trafficking, and on the protection of secret information.

In 2007, China and Russia jointly vetoed a resolution criticising Myanmar’s human rights record at the United Nations. Politicians of Myanmar thanked Russia for vetoing the resolution. A coalition with Russia brings the small country of Southeast Asia the backing of a strong country in international forums. On the other hand, Russia gained a foothold in the Southeast Asian region.

Burma stamp paper - Revenue Reverend

The ‘Foreign Policy Concept of the Russian Federation’, adopted in 2009 by President Dmitry Medvedev and renewed in 2013 by President Vladimir Putin, placed a greater emphasis on the Asia-Pacific as the top priority of Russia’s future foreign policy. In this context, Russia noted the extensive relevance of Southeast Asia as the powerhouse of growth.

Since 2010, Myanmar has been receiving increasing attention. Its economy has opened a new frontier for foreign investment. The mainly rural, densely-forested country is rich in natural resources, including gas, gems, minerals, oil, teak. In contrast to western countries; imposant sanctions upon Myanmar, Russia never interrupted its contact to the country.

Dmitry Medvedev and Vladimir Putin:

Medvedev Likely to Remain Russia's Prime Minister - Russia ...

In 2013, Myanmar gave Russia’s oil company Bashneft International the right to develop an onshore energy block, EP-4, with an area of 841 square kilometres, situated in the Central Basin of the country. With an investment of around 38.3 million USD, Russia’s sixth-largest oil producer, Bashneft, acts as the main operator of the undertaking, holding a 90 per cent stake, while Sun Apex Holdings Limited from Myanmar owns the remaining 10 per cent.

Russia wants to strengthen its economic ties with Myanmar, President Putin announced at a meeting during the Russia-ASEAN Summit in Sochi, in 2016, with Htin Kyaw who was President of Myanmar at that time: “One should say straight away that the level of trading and economic relations is not very high for the time being, but there is a good potential for the development of our relations. This applies to the economy, politics and military-technical cooperation” (TASS, 19.05.2016).

Russian Oil Company Bashneft in Myanmar:

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On the sidelines of the Russia-ASEAN Summit in Sochi, Russia’s export company Rostec announced that it was interested in supplying Myanmar with high tech products: “Rostec is interested in cooperation with the Republic of the Union of Myanmar in the field of hi-tech industrial products supplies. We are ready to supply helicopters, motor trucks, energy and gas pumping equipment, up-to-date lighting systems, medical equipment, air traffic control systems (TASS, 19.05.2016).
 

One year later, in 2017, Russia and Myanmar signed an agreement on setting up a Russian trade mission in Yangon. The mission works to facilitate the expansion of trade and economic ties, as well as help organize international exhibitions on the territory of both countries. In August 2017, the first batch of Kamaz trucks was supplied to Myanmar, via the trade mission.

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In July 2018, the Roscongress Foundation of Russia and the Federation of Chambers of Commerce and Industry in Myanmar signed a document on cooperation, to facilitate the development of trade and economic relations between both countries. In particular, a business network needs to be created that will help disseminate information on business opportunities in both countries. Congress and exhibition events need to be prepared, as well as the exchange of publications, statistics, legal regulations and trade bulletins (TASS, 27.07.2018).

The Roscongress Foundation is a socially oriented non-financial development institution and a major organizer of international business conventions and exhibitions, as well as of cultural, public, social and sporting events. The Foundation was established in 2007 with the aim of facilitating the development of Russia’s economic potential, promoting its national interests and strengthening the country’s image.

Each year, the Foundation’s events draw participants from 208 countries and territories, with more than 15.000 media representatives working on-site at Roscongress’ various venues. The Foundation benefits from analytical and professional expertise, provided by 5000 people working in Russia and abroad. In addition, the Foundation works in close cooperation with 127 economic partners  in 69 countries worldwide.

Flag of Myanmar:

Myanmar flag | Premium Photo

Military cooperation between Russia and Myanmar began in the 1990s and gained momentum during the 2000s. In 2001, Russia sold Myanmar four MiG-29 jet fighters, another ten in 2002, and in 2006 the Russian Aircraft Corporation MiG opened an office in Yangon. In 2009, the state-owned enterprise Rosoboronexport signed a contract to supply twenty more MiG products to Myanmar.

More fighter jets were delivered in the second decade of the 21st century. In 2018, Russia supplied six Su-30 fighter jets to Myanmar. Russia’s Deputy Defence Minister, General Alexander Fomin, said that this plane “will become the main fighter aircraft of Myanmar’s air force to protect the country’s territorial integrity and repel any terror threats.”

According to him, Russian armaments have already proved their capability during their operation in Myanmar’s Armed Forces. “These are, in particular, the Mi-24, Mi-35 and Mi-17 helicopters, as well as the MiG-29 fighter aircraft, the Yak-130 combat-capable trainer aircraft, the Pechora-2 air defense system and other equipment,” he specified.

He also reported that more than 600 military from Myanmar are studying in Russia’s higher military educational institutions. “All of this helps tighten security in Southeast Asia and the Pacific Rim in general,” General Alexander Fomin concluded (TASS, 22.01.2018).

Visiting a temple in Yangon, Myanmar:

2 jours à Yangon - Suggestion d'itinéraire au Myanmar

In April 2019, a delegation from Myanmar visited Russian defence enterprises and attended the 8th Moscow Conference on International Security. Its agenda included “significant issues arising when formulating approaches to international security, furthermore an exchange of opinions on modern military dangers and threats, including the modernization of the arms control system. The participants discussed the situation in the Middle East, Asia, Africa and Latin America” (TASS, 24.04.2019).

A ship of the Russian Baltic Fleet was sent to Myanmar, in November 2019. “The Baltic Fleet’s training ship Perekop, with over 100 cadets of the Pacific Higher Naval School on board, made a business call at the port of Yangon in the Republic of Myanmar. The business call of four days envisaged replenishing shipboard supplies to the required level. The Russian sailors and naval school cadets also got a possibility to go on a sightseeing tour and have a rest on the shore. The cadets are practicing navigational disciplines and sharpening their skills of steering the vessel in the southern latitudes of the Pacific and Indian Oceans” (TASS, 13.11.2019).

Russian training ship “Perekop” of the Baltic Fleet:

Новости : перекоп - Телеканал «Звезда»

In August 2020, a military delegation from Myanmar took part in the International Army Forum 2020 near Moscow. Russia’s Deputy Defence Minister, General Alexander Fomin, met with the visiting Chief of the General Staff of Myanmar’s Armed Forces, General Mya Tun Oo, to discuss military cooperation between the two countries. General Mya Tun Oo flew to Moscow to take part in the opening ceremony of the 2020 International Army Games and the Army-2020 International Military Technical Forum, held in the Patriot exhibition centre near Moscow, from August 23 through 29.

Last but not least, Russia and Myanmar are cooperating in the private sector of high fashion and luxury jewellery. Since 2018, the Russian fashion house of Ulyana Sergeenko is working together with Ravi Lunia, the director of Faidee Jewels, specialized on rubies from Myanmar. They presented their creations during the haute couture fashion week in Paris, on the 3rd of July, 2018. 

Ravi Lunia with Ulyana Sergeenko:

В Монте-Карло состоялся гала-ужин Ulyana Sergeenko и ювелирного Дома Faidee  | BURO.

Ulyana Sergeenko about the collaboration with Faidee : «It was a big pleasure working with my dearest friend Ravi Lunia on this incredible collection. He is a true artist». Ravi Lunia said, «Happily collaborating with Ulyana Sergeenko, it was natural to proceed with the creation of our joint collection uniting the sophisticated sense of taste and style of Ulyana and the passion of Faidee for rubies from Myanmar and artisanal craftsmanship» (CITY LIFE PRESS, 04.07.2018).

After Paris, the Faidee and Ulyana Sergeenko collection was displayed in Monte Carlo at the Hotel Hermitage, in the Salon Belle Epoque, during the Jewellery exhibition, July 31 to August 17, 2018:

“An exclusive collection of Faidee jewellery masterpieces were presented to guests and celebrities during a gala dinner inside the Salon Belle Epoque on the 2nd of August, followed by the presentation of the joint collection Ulyana Sergeenko & Faidee. The Gala dinner was enjoyed by a number of Russian celebrities, among them Vera Brezhneva, Svetlana Bondarchuk, Nadezhda Oboletseva, Natalya Yakimchik, Irina Milova, Olga Slutsker, Galina Agapova, Ekaterina Smirnova, Olga Krutaya” (THE JEWELLERY INFLUENCER, 03.08.2018).

Myanmar rubies have an intense colour, often described as ‘pigeon-blood’, coupled with resplendent lustre and fluorescence. The legendary Mogok valley in Myanmar is the world’s pre-eminent source of rubies, providing the world with the highest of qualities. Mogok is a city in the Pyin Oo Lwin District of the Mandalay Division in Myanmar, located 200 kilometres north of Mandalay. Mogok was founded in 1218 by three hunters who discovered rubies at the base of a collapsed mountain. In 2018, Mogok commemorated the 800th anniversary of the city’s founding.

“Throughout history, monarchs of every culture and nation have regraded the ruby as a regal symbol of everlasting beauty, wealth and power. In the Orient, the ruby was held to be a good luck talisman, possessing special powers. The gift of rubies was also an expression of love and lasting devotion. Furthermore the ruby is the birthstone for those born in July, promising strength of body and soul, as well as protection from danger or evil” (Ravi Lunia, Faidee.com).

Mogok and the Valley of Rubies in Myanmar:

Mogok Expedition Series, Part 1: The Valley of Rubies

“For more than a thousand years, fables and legends were told  about the mines of Myanmar that held auspicious, red gems in great abundance, with numerous accounts in gemological literature placing the purest rubies in the Mogok area. However, for a long time very little was known or recorded about these precious gems and it remained a closely-guarded secret for many centuries.

As time progressed, tales of the wonders of Myanmar trickled out to the far reaches of the globe, attracting explorers, travelers and artists. By the late 1700s, the brilliance of the Myanmar ruby became renowned to the world. As a result of its production of legendary rubies, Myanmar resonates with intrigue and mystery. Its rich cultural history, grand architecture, and almost magical gems forever guarantee Myanmar a place in the hearts and minds of aficionados for generations to come” (Ravi Lunia, Faidee.com).

Rubies from Myanmar, presented by the Faidee House of Jewellery:

Just like Myanmar, the vast expanses of the Russian Federation also own a great abundance of precious stones, for example diamonds in Yakutia and emeralds in the Ural Mountains. The brilliance of Myanmar and of Russia are renowned in the entire world, making these two allied countries very precious and special. They will both be loved for generations to come. 

Olivia Kroth: The journalist and author of four books lives in Russia. Her blog: https://olivia2010kroth.wordpress.com

This text was also published in THE DURAN:

Russia and Myanmar: “Friends in need are friends indeed”

 

 

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