Olivia Kroth: Russlands Wirtschaftswachstum 2017 mit Tourismus und dem FIFA Konföderationen-Pokal

Russlands Wirtschaftswachstum 2017 mit Tourismus und dem FIFA Konföderationen-Pokal

von Olivia Kroth

Russlands Zentralbank und der Minister für Wirtschaftsentwicklung sagen einen “zuversichtlichen Weg der Entwicklung” für die russische Wirtschaft voraus. Das Finanzministerium hat Russlands Wachstumsprognose des BIP verdoppelt. Präsident Putin versichert, dass diese positive Entwicklung durch Massnahmen der Regierung unterstützt wird. Einer der Bereiche, in dem sich dynamisches Wirtschaftswachstum bemerkbar macht, ist der Tourismus. Insbesondere die Hauptstadt Moskau sah 2016 einen grossen Zuwachs an Besuchern sowohl aus der Russischen Föderation als auch aus dem Ausland. Noch mehr Gäste sind 2017 zu erwarten. Andere russische Städte wie Kasan, Sotschi und Sankt Petersburg werden gleichfalls profitieren, weil der FIFA Konföderationen-Pokal Zuschauer aus aller Welt anzieht. Er wird im Juni und Juli 2017 in diesen Städten sowie in Moskau ausgetragen. Tausende von Eintrittskarten für dieses spektakuläre Sportereignis wurden bereits verkauft. 

Maxim Oreschkin, Russlands Minister für Wirtschaftsentwicklung, sagte eine positive Entwicklung für 2017 voraus: “Die russische Wirtschaft beginnt sich im Jahr 2017 positiv zu entwickeln. Wir haben wachsenden Optimismus festgestellt. Die Zuversicht in Russlands hat jetzt nach sechs Jahren den Höhepunkt erreicht.” Diese Wirtschaftsdynamik wird durch verschiedene Indikatoren angezeigt, insbesondere durch eine höhere Wachstumsrate der Produktionsleistung (TASS, 11.01.2017). Die positive Entwicklung wurde für 2017 auch von der russischen Zentralbank bestätigt, weil die russische Wirtschaft bereits Ende letzten Jahres vierteljährliche Wachstumsraten auswies. Russlands Finanzministerium konnte die Voraussage für Wachstum des BIP 2017 von 0.6 Prozent auf  1-1.5 Prozent erhöhen (TASS, 12.01.2017).

Russlands Minister für Wirtschaftsentwicklung Maxim Oreschkin:

Résultat de recherche d'images pour "Максим Станиславович Орешкин"

Sogar die Agentur Moody, traditionell eher skeptisch bei Russlands ökonomischen Aussichten, gab ein positives Signal für 2017. “Die Agentur Moody sagte, dass Russlands Wirtschaft 2017 trotz antirussischer Sanktionen aus dem Westen wieder wachsen werde. Der russische BIP wird um ein Prozent steigen. Russlands Wirtschaft ist bei weitem die grösste unter denen der neun GUS-Länder (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten – Содружество Независимых Государств). Die russische Wirtschaft kann nach zweijähriger Rezession 2017 mit einem realen Wachstum des BIP von einem Prozent rechnen. Dieser Aufschwung wird der gesamten Region zugute kommen, die durch Finanz und Handel miteinander verbunden ist” (SPUTNIKNEWS, 11.01.2017).

Präsident Wladimir Putin will diese positive Entwicklung der russischen Wirtschaft unterstützen. “Wir wissen, dass es seit 2016 eine positive Entwicklung in unserer Wirtschaft gibt. Makroökonomische Stabilität zu gewährleisten ist zweifellos unsere wichtigste Aufgabe. Wir müssen die Staatsfinanzen stabil halten sowie auf niedrige Inflations- und Arbeitslosenraten achten.” Er wies zudem auf die Notwendigkeit neuer Anreize für die Entwicklung der russischen Wirtschaft hin: Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen durch adäquate Finanzmechanismen; Aufrechterhaltung von Wirtschaftsinitiativen; Sicherstellung von Investitionsströmen inklusive ausländischer, privater und staatlicher Investitionen (TASS, 18.01.2017).

Präsident Wladimir Putin im Gespräch mit Journalisten:

Die Abteilung Sport und Tourismus in Moskau erwartet mindestens 18 Millionen Touristen in der russischen Hauptstadt für 2017. “Wir werden mit Sicherheit 2017 wachsende Zahlen im Tourismus sehen. Etwa 17,5 Millionen Touristen besuchten 2016 Moskau, dieses Jahr hoffen wir über 18 Millionen zu sehen.”  Diese Vorhersage erscheint ziemlich realistisch, da Moskau in den vergangengen sechs Jahren einen Zuwachs von 40 Prozent verbuchen konnte. Die Zahl der Touristen stieg von 12,8 Millionen im Jahr 2010 auf 17,5 Millionen im Jahr 2016 an. Von den Besuchern kamen 74 Prozent aus russischen Regionen, 26 Prozent waren Ausländer, wobei die Touristen aus China, Frankreich, Deutschland, Israel, Italien, der Türkei und Spanien führten.

Wegen des 100-Jahre-Jubiläums der kommunistischen Oktoberrevolution macht sich die russische Hauptstadt 2017 bereit, mehr Touristen aus China zu begrüssen. Russland und China teilen nicht nur ihr kommunistisches Erbe, sondern sind auch als Nachbarländer miteinander verbunden und als Mitgliedsstaaten von BRICS und SOZ (Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit). “Der Anlass des hundertjährigen Jubliäums der Revolution ist für unsere chinesischen Gäste sehr bedeutsam. Sie reisen auf einer speziellen ‘Roten Route’, Moskau ist eine von vier Städten auf dieser Route”, erklärte ein Mitarbeiter der Abteilung Sport und Tourismus in Moskau. “Letztes Jahr besuchten 500.000 Chinesen Moskau, dieses Jahr wird die Zahl steigen.” Aus China kommen die grössten Touristengruppen nach Russland (TASS, 31.01.2017)

Moskau liegt an der ‘Roten Route’:

2016 brachte der Sektor des Tourismus der Stadtverwaltung Moskau 500 Milliarden Rubel an Einnahmen. Der Moskauer Bürgermeister sagte: “Das Reisegeschäft ist für uns ein wichtiger Sektor. Er bedarf der Aufmerksamkeit und Entwicklung.” Die Russen reisten mit dem Flugzeug, Zug oder Auto nach Moskau. 88 Prozent der ausländischen Besucher kamen per Flugzeug. Etwa ein Drittel der Gäste besuchte Freunde und Verwandte in der russischen Hauptstadt, 30 Prozent kamen zur Fortbildung. Sechs Prozent hatten andere Gründe, zum Beispiel Pilgerfahrten oder medizinische Behandlung. Immer mehr Besucher wollen an den Festen der Stadt teilnehmen. 2016 kamen 4,8 Millionen Touristen für das Festival “Weihnachtsreise”, darunter 600.000 Ausländer und 4,2 Millionen Menschen aus der Oblast Moskau und anderen russischen Regionen (TASS, 31.01.2017).

Die Internetseite des Moskauer Bürgermeisters gibt detailliert Auskunft, weshalb Moskau so beliebt bei Ausländern ist: “Moskau entwickelt die Infrastruktur der Hotels weiter und veranstaltet grosse Feste. Mit kulturellen und historischen Angeboten sowie dem Faktor der Medien spielt Moskau eine herausragende Rolle. Deshalb ist die russische Hauptstadt in der Bestenliste des Reiseführers Lonely Planet unter den 10 beliebtesten Städten der Welt platziert, gemeinsam mit Los Angeles, Lissabon und Seoul. Moskau schaffte auch den Sprung in die Weltliste der sieben beliebtesten Reiseziele von National Geographic. Gemäss Angaben von Momondo.ru and RoomGuru.ru steht Moskau an der Spitze der Liste russischer Städte für Touristenreisen zur Neujahrsfeier.”

Die Infrastruktur der Hotels in der Stadt wird aktiv entwickelt. Um Touristen über Unterkunftsmöglichkeiten zu informieren, wurde die jeweilige Kategorie von 870 Moskauer Hotels mit einer Kapazität von insgesamt 58.100 Zimmern durch Sterne gekennzeichnet. Es gibt 27 Fünfsterne-Hotels, 74 Viersterne-Hotels, 184 Dreisterne-Hotels, 40 Hotels mit einem Stern und 447 Hotels ohne Stern, inklusive 230 Herbergen. Das Moskauer Bauamt berichtete, dass für 2017 die Fertigstellung und Renovierung von neun Hotels mit 1.900 Zimmern vorgesehen sei. Auch das Hotel Belgrad am Smolenskaja-Platz ist dabei, eines der herausragenden Bauwerke aus den 1970er Jahren.

Was sollten Ausländer über die Ressourcen für Touristen in Moskau wissen? Wo können sie Informationen über öffentliche Verkehrsmittel erhalten? Was sollten sie bei Notfällen tun? Für Antworten auf diese und andere Fragen können sie sich an die Touristeninformationsstelle wenden, deren Telefonberater Russisch, Chinesisch, Deutsch, Englisch und Französisch sprechen: +7 (800) 302 31 12, +7 (800) 350 51 12, +7 (495) 587 71 12

https://www.mos.ru/en/news/item/19478073

Fünfsterne-Hotel Savoy in Moskau:

Natürlich ist Moskau nicht ganz Russland, aber andere Städte werden 2017 durch den FIFA Föderationen-Pokal ebenfalls vom Tourismus profitieren. Solche grossen Ereignisse haben nicht nur einen positiven Einfluss auf das Ansehen des Landes, sondern stärken auch das touristische Geschäft. Unterkünfte, Restaurants, Transport, Besichtigungen sind einige der Bereiche, in denen vier grosse russische Städte diesen Sommer gut verdienen werden. Der FIFA Konföderationen-Pokal wird vom 17. Juni bis 2. Juli 2017 in der Otkritie-Arena von Moskau, der Sankt Petersburger Arena, der Fischt-Arena in Sotschi und der Arena von Kasan stattfinden.

“Wir glauben, dass soche grossen Veranstaltungen den Sektor des Tourismus und das Ansehen unseres Landes positiv beeinflussen”, sagte Oleg Safonow, Chef der russischen Föderalen Agentur für Tourismus (Rostourism). “Beim Tourismus geht es nicht nur um Geld und Wirtschaft, sondern auch um das Kennenlernen unseres Landes. Die finanzielle Seite ist wichtig, aber ebenso wichtig ist der gute Ruf Russlands. Wir werden alles tun, was möglich ist, damit die Menschen, welche hier in Russland ankommen, sich in unserem Land wohlfühlen”, erläuterte er (TASS, 31.01.2017). 

Oleg Safonow, Leiter der russischen Föderalen Agentur für Tourismus:

Sieben Nationen haben sich bereits für den Konföderationen-Pokal 2017 qualifiziert: die Russische Föderation, der FIFA Weltmeister 2014 Deutschland, der Copa-America-Sieger 2015 Chile, der AFC Sieger Australien, der CONCACAF Sieger Mexiko, der UEFA Sieger 2016 Portugal and der OFC Sieger Neuseeland. Die verbleibende achte Nation wird 2017 bei der Austragung in Afrika ermittelt.

Bereits im Januar 2017 zeigte sich weltweit lebhaftes Interesse an dem kommenden Konföderationen-Pokal in der Russischen Föderation. “82.478 Eintrittskarten für den FIFA Konföderationen-Pokal waren bereits von Interessanten aus allen Kontinenten der Welt bestellt worden, als der Verkauf am 19. Januar 2017 um 12 Uhr mittags in Moskau endete,” teilte die FIFA mit. “Russische Interessenten führen die Liste mit 71.266 Bestellungen an, gefolgt von Chilenen mit 4.949 Reservierungen. Alle bis zum 5. April 2017 gekauften Eintrittskarten werden mit Kurierservice kostenfrei im April geliefert.”

Der Verkaufschef für Eintrittskarten von  FIFA, Falk Eller, erklärte: “Das Verkaufssystem stellt sicher, dass alle Interessenten weltweit die gleichen Chancen haben, Karten zu erhalten. Die Anzahl der Anmeldungen aus Chile zeigt, wie attraktiv unsere Veranstaltung nicht nur in Russland, sondern auch im Ausland ist. Manche Interessenten wollen um die halbe Welt reisen, um ihre Mannschaft in Russland spielen zu sehen. Wir sind überzeugt, dass der FIFA Konföderationen-Pokal eine spannende Angelegenheit sein wird” (XANIA NEWS, 19.01.2017).

Die FIFA teilte mit, dass die Gastgeber in Russland sich auf den Konföderationen-Pokal angemessen vorbereiten. In den vier Städten Moskau, Sankt Petersburg, Sotschi und Kasan hat eine gross angelegte Werbekampagne begonnen. Selbstverständlich freut man sich hier auf die spannenden Spiele und die Einnahmen durch den Tourismus. Diese Städte nehmen auch an der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018 teil. Sie ist ein Fussballturnier für Nationalmannschaften, bei dem alle vier Jahre der Fussball-Weltmeister ermittelt wird. Die 21. Fussball-Weltmeisterschaft wird vom 14. Juni bis 15. Juli 2018 in Russland stattfinden, nachdem die Russische Föderation am 2. Dezember 2010 die Gastgeberrechte zugesprochen bekam. Insgesamt werden 64 Spiele in 12 russischen Stadien in 11 russischen Städten ausgetragen. Das Finale findet am 15. Juli im Moskauer Luschniki-Stadion statt.

Luschniki-Stadion in Moskau:

Das antike römische Imperium schuf das geflügelte Wort: “Alle Wege führen nach Rom.” Das Imperium Romanum war eine grosse Militärmacht, in der alle Distanzen in Bezug auf den goldenen Meilenstein (Milliarium Aureum) in Rom gemessen wurden. Dieses Denkmal wurde vom Imperator Caesar Augustus errichtet. Es war Zeuge von Roms Macht und Wichtigkeit. Heute existiert das römische Reich nicht mehr. Im 21. Jahrhundert steigt die Russische Föderation als eine der Weltmächte empor. Deshalb können wir das alte geflügelte Wort in dieser Weise modifizieren: “Alle Wege führen nach Moskau.” Der neue goldene Meilenstein wird bald das Luschniki-Stadion in Moskau sein, wo 2018 Tausende von Zuschauern Augenzeugen werden, welche Fussballmannschaft den FIFA Weltmeistertitel gewinnt. Goldene Tage warten indessen auch auf Russlands Tourismuswirtschaft.

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Moskau. Ihr Blog:

https://olivia2010kroth.wordpress.com

Publicado en Rusia | Etiquetado | Deja un comentario

Olivia Kroth: Russia’s economic growth in 2017 with tourism and FIFA Confederation Cup

Russia’s economic growth in 2017 with tourism and FIFA Confederation Cup

by Olivia Kroth

Russia’s Central Bank and the Minister of Economic Development are both predicting a “confident path of development” for Russia’s economy, the Ministry of Finance has doubled Russia’s GDP growth outlook for 2017. President Putin assured that these positive trends will be supported with new incentives by the Government. One of the economic sectors, where dynamics of growth can be noted, is tourism. Especially Russia’s capital city Moscow has witnessed a dynamic influx of visitors in 2016, both from the Russian Federation and abroad, with growth predicted for 2017. Other Russian cities like Kazan, Sochi and Saint Petersburg will profit as well, because the FIFA Confideration Cup is attracting plenty of spectators from all around the world. Thousands of tickets have already been sold for this spectacular sports event due to be held in four Russian cities,  in June and July 2017. 

Maksim Oreshkin, Russia’s Minister of Economic Development, predicted a confident development path for 2017, “The Russian economy starts developing more confidently in 2017. Growth of positive mood in business is noted. Business confidence indices are currently at an all-time high in the last five-six years,” he said. The good impetus in economic dynamics is already reflected in various indicators, particularly in a higher growth rate of production output (TASS, 11.01.2017). The positive trend for 2017 was also confirmed by Russia’s Central Bank, as the economy started shifting to quarterly growth already at the end of last year. Russia’s Finance Ministry was able to upgrade GDP growth outlook for 2017 from 0.6% to 1-1.5% (TASS, 12.01.2017).

Even Moody, which is traditionally rather sceptic about Russia’s economic prospects, has given a positive signal for 2017. “Moody’s ratings agency said that Russia’s economy will return to growth in 2017 despite Western anti-Russian sanctions, with the GDP rising 1 percent. Russia, the largest economy by far among the nine CIS countries, will record positive real GDP growth of 1.0% in 2017, after two years of recession. This upturn will lift the broader region due to trade and financial linkages” (SPUTNIKNEWS, 11.01.2017).

President Vladimir Putin wants this positive trend in Russian economy to be supported, “We know about positive trends in our economy that were marked, at the end of 2016. Ensuring macroeconomics stability is undoubtedly the most important task. We need to keep the state’s finances stable, maintain acceptably low inflation and unemployment rates.” He added that it was necessary to provide new incentives for the development of Russia’s economy: supporting small and medium-size business by employing financial mechanisms, upholding business initiatives, as well as ensuring investment flows including foreign, private and government investment (TASS, 18.01.2017).

Vladimir Putin with Maksim Oreshkin:

Moscow’s department for sports and tourism expects at least 18 million tourists to visit the Russian capital in 2017, “We will definitely see a growth in tourist numbers in 2017. About 17.5 million tourists visited Moscow in 2016, this year we hope to see more than 18 million.” This prediction seems to be quite realistic, as Moscow has seen a 40-percent upsurge in the number of tourists, during the past six years. The number of tourists grew from 12.8 million in 2010 to 17.5 million in 2016. Residents of Russian regions accounted for 74% of all tourists visiting Moscow. The share of foreigners is 26%, with tourists from China, France, Germany, Israel, Italy, Turkey and Spain leading among them.

Because of the 100th anniversary of the Communist October Revolution in 2017, the Russian capital is preparing to welcome more tourists from China. Russia and China not only share a communist heritage, but are also linked to each other as border countries and members of BRICS and SCO. “The occasion of the 100th anniversary of the Revolution is very important for our Chinese visitors. They go on a special ‘red’ route and Moscow is among four cities on this route,” an official of Moscow’s department for sports and tourism explained. “If last year some 500,000 Chinese citizens visited Moscow, this time their number will grow.” Chinese citizens have become one of the largest groups of tourists visiting Russia (TASS, 31.01.2017)

Chinese tourists pose with a former Navy officer in Moscow:

The tourism sector contributed about 500 billion rubles to the Moscow city budget in 2016, according to Moscow’s Mayor, “In general, travel business gave Moscow nearly half a trillion rubles of revenues. This is an important sector, which needs attention and development.” Russian tourists arrived in Moscow by plane, train or car. A total of 88% of foreigners arrived by plane. About one third of the guests headed to Moscow to visit friends and relatives, another 30 percent were interested in educational tourism. Six percent arrived in Moscow with other goals in mind – medical treatment, studies, pilgrimage, etc. In general, event tourism is on the rise, with more and more guests coming for city festivals. In 2016, more than 4.8 million tourists, including 4.2 million from the Moscow region and other Russian regions, and 600,000 foreigners visited Moscow for the festival “Trip into Christmas” (TASS, 31.01.2017).

The Moscow Mayor’s website explains in detail, why Moscow is so popular among foreign tourists. “Moscow continues to develop its hotel infrastructure and hosts large festivals. Unique cultural and historical features, as well as the media factor, also play an important role. Moscow was listed among the top 10 cities of Lonely Planet’s Best in Travel ranking, along with Los Angeles, Lisbon and Seoul. The city also made it into the top seven travel destinations on National Geographic’s Best of the World list. According to Momondo.ru and RoomGuru.ru, the city tops the list of the 10 most popular New Year holiday tourist destinations among Russian cities.”

New Year in Moscow:

“The city’s hotel infrastructure continues to develop actively. In order to provide accommodation to tourists, 870 Moscow hotels with a total of 58,100 rooms were assigned star ratings: 27 five-star hotels, 74 four-star hotels, 184 three-star hotels, 40 one-star hotels, 447 no-star hotels, including 230 hostels. Earlier, the Moscow Committee for State Construction Supervision reported that in 2017 construction and reconstruction of nine hotels with 1,900 rooms will be completed. Those include the Belgrade Hotel on Smolenskaya Square, one of the architectural landmarks of the 1970s.”

What should foreigners know about Moscow’s tourist resources? Where can one get information on public transport? What should be done in emergency situations? For answers to these and other questions, you can contact the tourist call centre, whose operators speak Russian, English, German, French and Chinese, at: +7 (800) 302 31 12, +7 (800) 350 51 12, +7 (495) 587 71 12

https://www.mos.ru/en/news/item/19478073

Five-star hotel Metropol in Moscow:

Of course, Moscow is not all of Russia but other cities will also profit from tourism in 2017 because of the upcoming FIFA Confederations Cup. Such large-scale events have an exclusively positive impact on the image of the country, and furthermore they boost the tourism business. Accomodations, restaurants, transport, sightseeing are some of the sectors that will earn windfall profits in four major Russian cities this summer. The 2017 FIFA Confederations Cup will be held between June 17 and July 2 at the Otkritie-Arena in Moscow, St. Petersburg Arena, Fisht-Arena in Sochi and Kazan-Arena in Kazan.

“We believe that such large-scale events have an exclusively positive impact on the tourism sector and the image of our country,” Oleg Safonov, Head of Russia’s Federal Agency for Tourism (Rostourism), said in an interview with TASS. “Tourism is not only about money and economy but also about the acquaintance with our country,” Safonov said. “The financial issues are definitely important but it is also important to position the reputation of Russia. We will do everything possible to make people arriving in Russia feel comfortable in our country” (TASS, 31.01.2017). 

Seven nations have already qualified for the 2017 Confederations Cup: The Russian Federation, 2014 FIFA World Cup Champion Germany, 2015 Copa America Champion Chile, 2015 AFC Asian Cup Champion Australia, 2015 CONCACAF Gold Cup winner Mexico, 2016 UEFA Euro Cup winner Portugal and OFC (Oceania Football Confederation) Nations Cup winner New Zealand. The remaining eighth nation will be determined following the 2017 Africa Cup of Nations.

Vivid interest all around the world to buy tickets for the upcoming football event in the Russian Federation was already noted as early as January 2017. “82,478 FIFA Confederations Cup 2017 tickets had been requested by fans from all continents by the time the first sales window closed, at 12.00 CET (14.00 Moscow time) on 19 January 2017,” FIFA said in a statement. “Russian fans are on top of the list with 71,266 tickets requested, followed by their Chilean counterparts with 4,949. The tickets purchased by 5 April 2017 will be delivered by courier service free of charge as of April 2017.”

FIFA’s Head of Ticketing Falk Eller explained, “The sales system in place ensures that fans all around the world have fair and equal access to tickets. The number of ticket requests from Chile confirms the great appeal of the tournament, not only in Russia but also abroad, as some fans are willing to cross the world to see their team play in the FIFA Confederations Cup. We are convinced that the Tournament of Champions will have a thrilling atmosphere in the stands and that the coming sales phases will enable more fans to secure their tickets” (XANIA NEWS, 19.01.2017).

FIFA announced that the host cities of the upcoming FIFA Confederations Cup were getting ready for the football competition, which is often dubbed as ‘Tournament of Champions,’ with a unique campaign being rolled out in the Russian cities of Kazan, Moscow, Saint Petersburg and Sochi. Of course, these cities may look forward not only to an exciting sports event but also to heightened income from tourism. Last but not least, there are more good things to come their way with the 2018 FIFA World Cup. Altogether, not only four but a total of 11 Russian cities will profit.

The 2018 FIFA World Cup will be the 21st FIFA World Cup, a quadrennial international football tournament. It is scheduled to take place in the Russian Federation from 14 June to 15 July 2018, after the country was awarded the hosting rights, on 2 December 2010. This will be the first FIFA World Cup ever held in Eastern Europe. The final tournament will involve 32 national teams. A total of 64 matches will be played in 12 venues located in 11 Russian cities. The final will take place on 15 July in Moscow’s Luzhniki Stadium.

President Vladimir Putin inspects the renovated Luzhniki Stadium in Moscow:

The antique Roman Empire created the proverb, “All roads lead to Rome.” The Roman Empire was a great military power, measuring all distances relative to the Golden Milestone (Milliarium Aureum) in Rome. This monument, erected by Emperor Caesar Augustus in the central Forum of ancient Rome, was a symbol of the Roman Empire’s importance. Today, the Roman Empire does not exist any more. In the 21st century, the Russian Federation is emerging as one of the major powers worldwide. So we might modify the old proverb this way: “All roads lead to Moscow.” The new Golden Milestone will be the Luzhniki Stadium in Moscow, where thousands of fans will witness which football team is going to be FIFA Football Champion in 2018, and golden days are waiting for Russia’s tourism business as well.

Olivia Kroth: The journalist and author of four books lives in Moscow. Her blog:

https://olivia2010kroth.wordpress.com

 

Publicado en Rusia | Etiquetado , , , , , , , , , , , , , | Deja un comentario

Olivia Kroth: Russlands Nordflotte

Russlands Nordflotte

von Olivia Kroth

Russlands berühmte Nordflotte (Северный флот) bleibt auch im Jahr 2017 ein Kernstück des russischen Verteidigungssystems. Sie ist in Seweromorsk, Murmansk und in der Kola-Bucht stationiert. Dieser Teil der russischen Kriegsmarine ist in erster Linie für die Verteidigung von Nordwestrussland verantwortlich, wird aber auch im Mittelmeer und in allen Ozeanen der Welt eingesetzt. 1937 gegründet, spielte die Nordflotte im Grossen Patriotischen Krieg (1941-1945) eine wichtige Rolle, als sie die Küsten der Halbinseln Rybatschi und Sredni verteidigte. So gelang es der Sowjetunion, interne und externe Transportrouten zu sichern. Das Personal der Nordflotte nahm auch am Krieg auf dem Land teil, inklusive der Petsamo-Kirkenes-Operation (Петсамо-Киркенесская операция) im Jahr 1944. Die U-Boote, Torpedoboote und Flugzeuge der Nordflotte  versenkten 192 feindliche Transportschiffe und 70 andere militärische Schiffe. Ausserdem schädigte die Nordflotte insgesamt 118 feindliche Boote. Seitdem hat sich die Nordflotte mit langer, stolzer Tradition einen exzellenten Ruf in der Verteidigung Russlands erworben. 

Im Herbst 2016 nahm Russlands Nordflotte an dem Kampf gegen Terrorismus in Syrien teil. Die Flotte verstärkte Russlands militärische Präsenz im Mittelmeer. Der Flugzeugträger Admiral Kusnezow, der Kreuzer der Kirow-Klasse Pjotr Weliki, der Zerstörer der Udaloy-Klasse Vize-Admiral Kulakow und der Zerstörer Seweromorsk sowie etliche Versorgungsschiffe der Nordflotte spielten eine wichtige Rolle, indem sie die russische Luftwaffe dabei unterstützten, radikale Gruppen in Syrien auszulöschen. An Bord des Flugzeugträgers Admiral Kusnezow befanden sich Su-33 Kampfjets und Ka-27/Ka-29 ASW Helikopter. Die Su-33 Kampfjets waren mit dem Ultrapräzisions-Ortungssystem SVP-24 ausgestattet. Es kam bereits bei anderen russischen Flugzeugen in ihrem jahrelangen Kampf gegen Terroristen in Syrien erfolgreich zum Einsatz. Vier MiG-29K Mehrzweckkampfflugzeuge waren dabei, ebenso Ka-52K Aufklärungs- und Kampfhelikopter. Diese hatten präzisionsgeleitete Luft-Luft-Raketen und Luft-Boden-Raketen an Bord, auch ungeleitete Bomben und Schnellfeuerkanonen. Die MiGs verwendeten intelligente Bomben des Typs KAB-500 und das Glonass Satelliten-Navigationgssystem” (SPUTNIKNEWS, 15.10.2016).

Flugzeugträger Admiral Kusnezow der russischen Nordflotte:

“2017 wird Russlands Nordflotte weiterhin ihre Missionen im Mittelmeer durchführen, um die wirtschaftlichen und politischen Interessen der Russischen Föderation zu fördern. Jedoch wird der Schutz der Arktis eine Priorität für die Operationen des Strategischen Kommandos der Nordflotte bleiben. Die Nordflotte wird verschiedene Fahrten in der Arktis und etliche taktische Manöver durchführen, an denen sich Einheiten beteiligen, die auf den arktischen Inseln stationiert sind. Überdies sind für dieses Jahr Rettungsübungen zur Sicherheit der russischen Küste und Inselwelt geplant. Die Schiffe der Nordflotte unternahmen 2016 mehrere Langstreckenfahrten in das Mittelmeer. Die umfangreichste Mission begann im September, als eine Einheit mit dem Flugzeugträger Admiral Kusnezow in diese Region fuhr” (TASS, 09.01.2017).

Der Pressedienst der Nordflotte gab genaue Mitteilungen über die 2017 stattfindenden taktischen Manöver und Kriegsübungen heraus. “Die russische Nordflotte plant an 26 von 28 Wettkämpfen der Internationalen Armeeplanspiele (IAG) teilzunehmen, inklusive einem Drohnenwettkampf und Kampfmarsch von Panzerfahrzeugen. Die Nordflotte wird sich auch an einer militärischen Rallye beteiligen, d.h. an einer Fahrt für Panzerfahrzeuge über 2.000 Kilometer. Ausserdem macht sie bei dem Drohnenwettkampf ‘Krieger der GUS’ für Personal der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (Содружество Независимых Государств) mit. Das Personal der Nordflotte hat bereits am 1. Dezember 2016 mit der Ausbildung für diese Wettkämpfe begonnen, die im August 2017 zum dritten Mal ausgetragen werden. Die IAG 2016 wurden von Russland und Kasachstan mit Wettkämpfen in 23 Disziplinen organisiert (30.07-13.08.2016). Elf Staaten waren als Beobachter dabei” (SPUTNIKNEWS, 08.01.2017).

Die Nordflotte in ihrem Stützpunkt Seweromorsk:

Der Kommandeur der Nordflotte, Vizeadmiral Nikolai Jewmenow, sagte der Presse, dass die Verteidigung von Russlands nationalem Interesse in der Arktis eine Priorität des geeinten russischen strategischen Kommandos der Nordflotte bleiben werde: “Die Flotte hat eine enorme Erfahrung in der Arktis. Unter anderem wurden erfolgreich Unterwasser- sowie Überwassertruppen eingesetzt, um Russlands Sicherheit in der Nordostpassage zu garantieren.” Etwa ein Drittel russischen Territoriums befindet sich nördlich des Polarkreises. Deshalb hat Russland ein Interesse an der Entwicklung neuer Projekte in der Arktis. Präsident Wladimir Putin will die Entwicklung der arktischen Region beschleunigen und fördern (SPUTNIKNEWS, 09.01.2017).

Vizeadmiral Nikolai Anatoljewitsch Jewmenow (Николай Анатольевич Евменов) wurde am 2. April 1962 in Moskau geboren. Er erhielt 1987 sein Abschlussdiplom von der Hochschule für Unterwassermarine und wurde in der Marineakademie Kusnezow von 1995 bis 1997 weiter ausgebildet. Von 1999 bis 2001 diente er als leitender Offizier der 25. U-Boot-Division. Danach setzte er sein Studium von 2001 bis 2006 an der Militärakademie des Generalstabs der russischen Streitkräfte fort. Nikolai Jewmenow war stellvertretender Kommandeur (2003-2004) und Kommandeur (2004-2006) der 25. U-Boot-Division sowie Stabschef (2006-2010) und Chef des 16. U-Boot-Geschwaders (2010-2012). Einige Posten in der Pazifischen Flotte und Nordflotte folgten, bevor Präsident Wladimir Putin ihn durch Präsidialbeschluss im April 2016 zum Kommandeur der Nordflotte ernannte.

Vizeadmiral Nikolai Jewmenow:

Russlands Verteidigungsminister General Sergei Schoigu bemerkte, dass Vizeadmiral Nikolai Jewmenow grosse Erfahrung besitze, um komplexe und wichtige Anforderungen des geeinten strategischen Kommandos zu erfüllen. Er sei zudem in der Lage, in dieser Position sein umfangreiches Wissen voll einzusetzen. Sein hoher moralischer und professioneller Standard mache ihn für die Position als Leiter der Nordflotte sehr geeignet. Vizeadmiral Nikolai Jewmenow erhielt 2006 den  Orden “Für Militärische Verdienste” und 2016 “Für Verdienste zur See”.

Die Nordflotte ist in Seweromorsk (Североморск) beheimatet.  Diese geschlossene Stadt mit 50.060 Einwohnern liegt in der Oblast Murmansk an der Barentssee, 25 Kilometer nordöstlich von Murmansk. Hier befindet sich das grösste Trockendock auf der Halbinsel Kola. Der Marinestützpunkt hat Eisenbahn- und Strassenverbindung mit Murmansk.  Seweromorsk ist die sechstgrösste Stadt am Polarkreis. Hier herrscht Permafrost mit durchschnittlichen Temperaturen von – 8 Grad Celsius im Januar, + 12 Grad Celsius im Juli. Diese Siedlung entstand 1896. Die ersten russischen Siedler lebten von Fischfang, Jagd und Tierzucht. 1917 wohnten hier nur 13 Menschen in Holzhäusern. Ab 1933 steigerte sich der Zuzug rapide, weil die Siedlung als Stützpunkt der neu geschaffenen sowjetischen Nordflotte ausgewählt wurde. Von 1934 bis zum Beginn des Grossen Vaterländischen Kriegs entstanden in Seweromorsk Steingebäude, militärische Anlagen und ein Flugplatz für Marineflieger. 1947 wohnten hier bereits 3.884 Einwohner und die erste höhere Schule wurde eröffnet. 1960 besass die Stadt eine Wurstfabrik, eine Getränkefirma und ein öffentliches Schwimmbad.

Einige der Sehenswürdigkeiten in Seweromorsk erinnern an den Grossen Patriotischen Krieg und die Nordflotte. Das “Monument für die Helden von Seweromorsk, Verteidiger der Arktis”, zeigt die Figur eines Matrosen mit einem Schnellfeuergewehr in den Händen. Es ist 15 Meter hoch und steht auf einem 10 Meter hohen Podest in der Form eines U-Boots. Das Denkmal wurde von den Bildhauern Georgi und Juri Neroda gefertigt. 1973 wurde es auf dem Maritimplatz aufgestellt. Das “Monument für die Helden der Artillerie 221-1 in der Rotbanner-Nordflottenbatterie” stellt eine Schiffskanone auf einem Betonsockel dar. Dieses Denkmal wurde von den Architekten A. Schaschkow, T. Schaschkowa, A. Weisman und E. Panteleymonow geschaffen. Es wurde 1961 auf dem Maritimplatz installiert. Das “Monument für das Torpedoboot TKA-12” ist seinem Kommandeur Alexander Schabalin gewidmet. Er wurde zweimal als Held der Sowjetunion ausgezeichnet. Sein Denkmal schufen die Architekten Alexejew and V. Gopak. Sie stellten es 1983 auf dem Platz des Muts auf. Dazu wird die Geschichte der Nordflotte in zwei Museen von Seweromorsk gezeigt. Das Museum der Marinegeschichte befindet sich in der Safonow-Strasse, das Museum “U-Boot K-21” am Platz des Muts.

Monument für die Helden der Artillerie 221-1 in der Rotbanner-Nordflottenbatterie:

Ein Grossteil der Nordflotte ist in Poljarny (Полярный) installiert, einer geschlossenen Stadt an der Westseite der Kolabucht (Кольский залив) mit 17.300 Einwohnern. Seit 2008 sind dort folgende Einheiten stationiert: die Kolskaja Flotille (Flotte der Halbinsel Kola), das 161. U-Boot-Bataillon mit  x7-Kilo-Klasse D-E Jagd-U-Booten; die 7. Brigade der Küstenwache mit dem 270. Bataillon der ASW-Flugkörperkorvetten und dem 108. Bataillon der Flugkörperkorvetten; die 5. Brigade der Minenabwehrfahrzeuge mit dem 83. Bataillon der Küstenminenabwehr und dem 42. Bataillon der Seeminenabwehr.

Während des Kalten Krieges entwickelte die Sowjetunion auf der Halbinsel Kola weitläufige militärische Anlagen, inklusive Radar, ABM Warnsystemen und unterirdischen Docks für U-Boote. Diese Installationen wurden mittlerweile alle modernisiert, so dass die Nordflotte sie heute nutzen kann. Auch die Nordflotte selbst wurde modernisiert. Sie ist zwar kleiner als zu sowjetischer Zeit, aber sehr schlagkräftig. Deshalb stellt sie eine effiziente Abwehr gegen die NATO dar. Dies ist eine der wichtigsten heutigen Aufgaben für Russlands bewährte, traditionsreiche Nordflotte.

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Moskau. Ihr Blog: https://olivia2010kroth.wordpress.com

Publicado en Rusia | Etiquetado , , , , , , , , , , , , , , , , | 1 Comentario

Olivia Kroth: Russia’s Northern Fleet

Russia’s Northern Fleet

by Olivia Kroth

Russia’s famous Northern Fleet (Северный флот) remains one of the main naval units for Russian defence, in 2017. Based in Severomorsk, Murmansk and the Kola Bay, this unit of the Russian Navy is primarily responsible for the defence of northwestern Russia but also operates in all of the world’s oceans and in the Mediterranean Sea. The Northern Fleet was founded in 1937. During the Great Patriotic War (1941-1945), it defended the coastlines of the Rybachiy and Sredniy peninsulas, securing internal and external transportation routes. Northern Fleet personnel also participated in land warfare, including the Petsamo-Kirkenes Operation of 1944. Its submarines, torpedo boats, and aviation sank 192 enemy transport ships and 70 other hostile military ships. The Northern Fleet also damaged a total of  118 transport, military, and auxiliary ships. Since those hard times, the valiant Northern Fleet has continued its long and proud tradition of Soviet-Russian defence.

In autumn 2016, Russia’ Northern Fleet took part in counterterrism efforts for Syria, successfully reinforcing the Russian task force in the Mediterranean Sea. The Admiral Kuznetsov aircraft carrier cruiser, the Kirov-class heavy missile battlecruiser Pyotr Velikiy, the Vice Admiral Kulakov and Severomorsk destroyers, as well as several supply ships of the Northern Fleet played key roles in increasing the capabilities of Russia’s combat air force to destroy international radical groups in Syria. The warplanes aboard the Admiral Kuznetsov included carrier-based variants of the Su-33 air superiority fighters and Ka-27/Ka-29 ASW helicopters. The Su-33s were equipped with an ultra-precision targeting system, the SVP-24, which had already successfully been used by other aircraft in Russia’s year-long anti-terrorist operation in Syria. Four MiG-29K multirole fighters were added, along with several Ka-52K reconnaissance and combat helicopters. The choppers were equipped with precision-guided air-to-air and air-to-ground missiles, as well as unguided bombs and automatic cannon. The MiGs used smart bombs from the KAB-500 family and the Glonass satellite navigation system” (SPUTNIKNEWS, 15.10.2016).

Northern Fleet on its way to Syria:

“In 2017, Russia’s Northern Fleet will continue performing missions, including the Mediterranean Sea,  to protect the economic and political interests of the Russian Federation. The Arctic, however, will remain a priority area of operations for the Northern Fleet’s Unified Strategic Command. The Fleet will carry out a number of Arctic voyages and conduct various tactical exercises with the involvement of units based on Arctic islands. Besides, drills have been scheduled for this year to practice rescue operations and ensure security of Russia’s coastal and island territories. The Northern Fleet’s warships performed several long-distance voyages in the Mediterranean Sea in 2016. The biggest mission by its scope started in September,  when the naval task group led by the aircraft carrier Admiral Kuznetsov set off for that region” (TASS, 09.01.2017).

The fleet’s press service specified the kind of tactical exercises and war games for 2017. “The Russian Northern fleet plans to participate in 26 out of 28 competitions during the International Army Games (IAG), including new ones like a drones competition and an armored vehicles battle march. The Northern fleet will also take part in a ‘military rally,’ which means a distance march for armored vehicles over 2,000 kilometres. Furthermore it will participate in a drones competition, the ‘Warrior of the Commonwealth’ competition for military personnel of the CIS states (Commonwealth of Independent States). The fleet’s personnel has already started training for these events, on the 1st of December 2016. The 2017 IAG are planned to be held in August 2017. It will be the third time that this military competition is held. The 2016 IAG, hosted by Russia and Kazakhstan, lasted from July 30 to August 13. The event featured competitions in 23 disciplines. The IAG were monitored by observers from 11 countries” (SPUTNIKNEWS, 08.01.2017).

Vice Admiral Nikolai Anatolyevich Yevmenov (Николай Анатольевич Евменов)

The Northern Fleet’s commander, Vice Admiral Nikolai Yevmenov, told the press that “defending Russia’s national interests in the Arctic remains a priority activity of the Northern Fleet Joint Strategic Command. The fleet has enormous experience in the Arctic. Among other activities there was the successful use of underwater troops as well as activities of above-water marines to maintain security in Russia’s Northeast Passage. With about a third of its territory located north of the Arctic Circle, Russia is interested in developing more projects in the Arctic region, according to President Vladimir Putin who called for accelerating the development in this area” (SPUTNIKNEWS, 09.01.2017).

Vice Admiral Nikolai Anatolyevich Yevmenov (Николай Анатольевич Евменов) was born in Moscow, on the 2nd of April 1962. He graduated from the Higher Naval Submarine School, in 1987. Afterwards, he was trained in the Naval Academy Kuznetsov, from 1995 to 1997. He served as chief of staff of the 25th division of submarines, from 1999 to 2001. Then continued his studies at the Military Academy of the General Staff of the Armed Forces, from 2001 to 2006. Nikolai Yevmenov served as Deputy Commander (2003-2004) and Commander (2004-2006) of the 25th submarine division. From 2006 to 2010, he was Chief of Staff, and from 2010 until 2012 Commander of the 16th squadron of submarines. Several posts in the Pacific Fleet and Northern Fleet followed, before President Vladimir Putin appointed him Commander of the Northern Fleet by Presidential Decree, in April 2016.

Russia’s Minister of Defence, General Sergei Shoigu, noted that Vice Admiral Nikolai Yevmenov has extensive experience in dealing with complex and important challenges facing the joint strategic command, and in the new position he was capable of fully implementing his comprehensive knowledge, as well as high moral and professional qualities. He received the Order “For Military Merit (2006) and the Order ‘For Merits At Sea” (2015).

Northern Fleet training in the Arctic:

Severomorsk is the Northern Fleet’s main headquarter. This closed town in Murmansk Oblast is located on the Kola Peninsula in the Barents Sea, 25 kilometres northeast of Murmansk. The naval base is linked to Murmansk by railway and motorway. Severomorsk is the sixth-largest city of the Artic Circle, with a population of 51.000. It lies in the zone of permafrost. Average temperatures in January are – 8 degrees Celsius, in July + 12 degrees Celsius. The first settlement goes back to 1896. The Russian settlers were engaged in hunting, fishing and animal husbandry. In 1917, only 13 people lived in the settlement. In 1933, the place was chosen as one of the bases for the newly created Soviet Northern Fleet. From 1934 until the beginning of the Great Patriotic War, brick buildings, military installations and an airfield for marine aviation were installed. In 1947, the population amounted to 3.884 people, and the first high school was opened. By the 1960s, the town owned a sausage factory, a workshop for the production of soft drinks and a public swimming pool.

Some of the town’s landmarks are connected with the Great Patriotic War and the Northern Fleet. The “Monument to the Heroes of Severomorsk, defenders of the Arctic”, shows the figure of a sailor with an automatic rifle in his hands. It is 15 metres tall, standing on a 10 metre pedestal in the form of a submarine. The monument was created by sculptors Georgy and Yury Neroda, installed on Maritime Square in 1973. The “Monument to the Heroes of the Artillery 221-1 of the Red Banner Northern Fleet Battery” features a 130 mm ship weapon on a concrete pedestal. It was created by the architects A. Shashkov, T. Shashkova, A. Weisman, and E. Panteleymonov, installed on Maritime Square in 1961. The “Monument to the Torpedo Boat TKA-12” is dedicated to the boat’s commander, Alexander Shabalin, twice Hero of the Soviet Union. It was created by the architects V. Alekseev and V. Gopak, installed on Courage Square in 1983. Two museums in Severomorsk display the Northern Fleet’s history. The Museum of Severomorsk and Navy History is located on Safonov Street, the Museum “Submarine K-21” on Courage Square.

Monument to the Heroes of Severomorsk, defenders of the Arctic: 

An important part of the Northern Fleet is based in Polyarny (Полярный), a closed town on the west side of Kola Bay (Кольский залив). As of 2008, the following units are stationed there: the Kolskaya Flottila (Kola Peninsula Fleet) Units, the 161st Submarine Battalion comprising x7 Kilo Class D-E Attack Submarines, the 7th Coastal Patrol Brigade comprising the 270th ASW Missile Corvette Battalion & 108th Small Missile Corvette Battalion, the 5th Minesweeper Brigade comprising the 83rd Coastal Minesweeper Battalion & the 42nd Seagoing Minesweeper Battalion.

During the cold war, the Soviet Union developed a vast complex of air, land and sea installations, including radars, ABM warning systems as well as underground docks for submarines in the Kola Peninsula. They have been modernized and serve the Northern Fleet today, which has also undergone an ambitious programme of modernization. Although smaller than in Soviet times, the current Northern Fleet maintains a certain level of threat to NATO’s Atlantic lifelines. This is an important mission for Russia’s Northern Fleet.

Olivia Kroth: The journalist and author of four books lives in Moscow. Her blog: https://olivia2010kroth.wordpress.com

Publicado en Rusia | Etiquetado , , , , , , , , , , , , , , , , | Deja un comentario

Olivia Kroth: Russlands Erfolg in Syrien

Russlands Erfolg in Syrien

von Olivia Kroth

Syriens Präsident Baschar Al Assad und Russlands Präsident Wladimir Putin

Russland hatte 2016 enormen militärischen Erfolg in Syrien. Trotz vieler blutiger Provokationen gegen die Russische Föderation sowohl im In- wie im Ausland konnte sie Syriens umkämpfter Regierung von Präsident Baschar Al Assad helfen, sich in feindseliger Umgebung zu behaupten. Die kürzlich gelungene Befreiung von Aleppo und der in den letzten Tagen des Dezember 2016 durch die UNO beschlossene Waffenstillstand haben das Blatt gewendet in diesem hässlichen Krieg der westlichen Allianz und diverser Terroristengruppen gegen Syrien. Trotz erschwerender Umstände konnten die Russische Föderation, der Iran und die Türkei eine Lösung finden, sei sie auch nur temporär. Sie einigten sich darauf, bei dem in der UNO beschlossenen Waffenstillstand zu kooperieren. Zudem sendet die Russische Föderation kontinuierlich humanitäre Hilfe nach Syrien, während die westliche Allianz mit aller Gewalt versucht, die syrische Infrastruktur zu zerstören, ähnlich wie sie es vorher schon im Irak und in Lybien tat. 

Irans Präsident Hassan Rohani im Gespräch mit Wladimir Putin 

Der russische Präsident Wladimir Putin kündigte am 29. Dezember 2016 an: “Ein Ereignis, auf welches wir schon lange gewartet und für das wir hart gearbeitet haben, ist endlich eingetreten. Drei Dokumente sind unterzeichnet worden. Das erste ist eine Vereinbarung zwischen der syrischen Regierung und der bewaffneten Opposition, den Waffenstillstand auf dem Territorium der Arabischen Republik Syrien einzuhalten. Das zweite Dokument beinhaltet eine Reihe von Massnahmen, um den Waffenstillstand zu überwachen. Das dritte Dokument ist eine Bereitschaftserklärung, Friedensgespräche zu beginnen, um den Konflikt in Syrien zu beenden. Das russische Verteidigungs- und das Aussenministerium standen in ständigem Kontakt mit unseren Partnern sowohl in Damaskus als auch in anderen Hauptstädten. Sie arbeiteten zudem intensiv mit unseren Partnern in der Türkei zusammen. Wir wissen, dass die Aussenminister Russlands, der Türkei und des Iran kürzlich zu dritt ein Treffen in Moskau wahrnahmen, bei welchem alle drei Regierungen sich verpflichteten, den Friedensprozess in Syrien nicht nur zu überwachen, sondern auch zu garantieren” (VOLTAIRENET, 29.12.2016).

Der Waffenstillstand begann kurz vor dem Jahresende am 30. Dezember 2016 als Höhepunkt eines erfolgreichen Jahrs russischer Verteidigung und Hilfe für Syrien. Russland und der Iran werden ihn überwachen, beide Regierungen unterstützen den syrischen Präsidenten Baschar Al Assad. Die Türkei hat ebenfalls zugestimmt, aber es bleibt abzuwarten, wie lange diese türkische Versprechung halten wird. Die Türkei ist ein NATO-Mitgliedsland. Deshalb könnten die türkischen Wünsche für den Waffenstillstand in Syrien schwer erfüllbar sein. Denn die NATO versucht schon seit geraumer Zeit, den syrischen Präsidenten zu stürzen und das Land in verschiedene Interessenzonen für westliche Ansprüche aufzuteilen. Doch hat der feste Widerstand der syrischen Regierung gegen die vom Westen unterstützten Terroristen den Einfluss der NATO geschwächt und Russlands Bedeutung für die Region stark erhöht.

General Baschar Al Assad

“Syriens Widerstand wäre ohne russische Beteiligung nicht möglich gewesen. Dies macht Russland zu einem Gegenspieler westlicher Bemühungen zu Beginn des Jahres 2017. Russland hat sich als eine der Hauptkräfte in globaler Politik profiliert. Russlands unmittelbarer Einsatz in Syrien und die Lieferung wichtiger militärischer Unterstützung für Assads Regierung ermöglichten dem Land, diesen Krieg durchzustehen, der seit sechs Jahren von diversen aus dem Westen organisierten Kräften geführt wird. Obgleich die westliche Allianz  bereits sechs Jahre lang versucht, die syrische Regierung zu stürzen, indem Terroristen beziehungsweise ‘Rebellen’ eingesetzt werden, waren diese Versuche bisher nicht von Erfolg gekrönt. Diese deutliche Niederlage hat den westlichen Anspruch auf Hegemonie gebremst” (Ghada Chelade, GLOBAL RESEARCH, 03.01.2017). Moskaus militärisches Engagement in Syrien trug zur Stabilisierung des Landes bei und stärkte die syrische Armee. So konnte verhindert werden, dass Syrien das gleiche Schicksal wie den Irak und Libyen ereilt. “Die russische Luftwaffe vereitelte diesen Plan. Moskau sorgte dafür, dass in Syrien radikale Gruppierungen nicht weiter vorankommen” (SPUTNIKNEWS, 03.10.2016).

So wie im Irak und in Libyen “bombardiert die von den USA geführte internationale Koalition seit 2012 systematisch syrische Infrastruktur, hat aber die Erdölanlagen der Terroristen nicht berührt”, berichtete Generalmajor Igor Konaschenkow vom russischen Verteidigungsministerium. Er erklärte, dass “lange vor dem Start der russischen Kampagne die westliche Koalition begann, systematisch Syriens Infrastruktur zu zerstören, um die legitime Regierung des Landes so sehr wie möglich zu schwächen. Auf die Belastung der Zivilbevölkerung wurde dabei nicht geachtet, was in Millionen von Flüchtlingen resultierte. Überraschenderweise griff die westliche Koalition keine Ölanlagen der Terroristen an, was ihnen ermöglichte, monatlich zehn Millionen Dollar an illegalem Ölhandel zu verdienen und Söldner aus der ganzen Welt anzuheuern. Dank der russischen Luftwaffe konnten über 12.000 Quadratkilometer syrisches Land und 499 Siedlungen befreit werden. 35.000 Terroristen und 204 ihrer Leiter wurden eliminiert” (SPUTNIKNEWS, 04.01.2017).

Das ‘Bulletin des russischen Zentrums zur Versöhnung gegensätzlicher Seiten in der Arabischen Republik Syrien’, welches vom russischen Verteidigungsministerium eingerichtet wurde,  informierte Anfang Januar 2017 über Details der humanitären Hilfe aus Russland für die syrische Bevölkerung: “In den letzten 24 Stunden wurde viermal humanitäre Hilfe geleistet. Die Bürger erhielten Hilfsgüter in Schulen von Al-Hamdaniya und Aleppo (1 Tonne); in Sahur bei Aleppo (2 Tonnen); in der temporären Unterkunft  Jibrin in der Nähe des Flughafens Al-Nayrab von Aleppo (5,5 Tonnen und warme Mahlzeiten). Hilfsstellen mit warmen Mahlzeiten und Erste-Hilfe-Gütern sind in Aleppo ständig geöffnet und arbeiten weiter” (SYRIA.MIL.RU, 04.01.2017).  Während die westliche Allianz dabei ist, die gesame syrische Infrastruktur zu vernichten, helfen die Russen, diese aufrecht zu erhalten.

Dank russischer Hilfe kehrt in Aleppo zu Beginn des Jahres 2017 allmählich Normalität ein. “Der Stadtverwaltung im syrischen Aleppo ist es gelungen, Teile von 17 Schulen im Osten der Stadt zu reparieren, welche von Terroristen zerstört worden waren. Insgesamt konnten 3.825 Schüler nach den Neujahrsferien den Unterricht wieder aufnehmen. Sechs weitere Schulen im Osten der vom Krieg verwüsteten Stadt werden in Kürze ihre Türen erneut öffnen. Aleppo stand vier Jahre lang unter der Kontolle von Terroristen und wurde 2016 befreit. Am 7. Januar 2017 genehmigte die syrische Regierung einen Plan zur schrittweisen Reparatur der Stadt. Dieser Plan sieht vor, die Strom- Wasser- und Heizölversorgung sicherzustellen. Experten werden die Häuser überprüfen und entscheiden, welche reparierbar sind” (TASS, 07.01.2017).

Der Krieg in Syrien wird sich wohl weiter in die Länge ziehen, weil die westliche Allianz nicht bereit ist, ihre strategische Position im Nahen Osten aufzugeben. Zudem will sie die Russische Föderation daran hintern, Häfen am Mittelmeer zu erreichen. Die russische Marinebasis Tartous in Syrien wurde 1971 gemietet und mit russischem Personal ausgestattet. Sie wurde für die Logistik der sowjetischen Marine geschaffen. Bis heute dient sie der materiellen und technischen Unterstützung der russischen Kriegsmarine im Mittelmeer (Пункт материально-технического обеспечения, ПМТО). Hier werden Schiffe der russischen Flotte repariert und betankt. Seit kurzem gibt es hier auch ein Werkstattschiff (плавучая база) PM-138 für Schiffe der Amur-Klasse. Das Spezialschiff leistet den russischen Kriegsschiffen im Mittelmeer technische Hilfe. Durch die Marinebasis Tartous werden die Möglichkeiten für den operativen Einsatz der russischen Kriegsflotte verbessert. Tartous ist von grosser Bedeutung für die russische militärische Aufklärung, einschliesslich der elektronischen Aufklärung im gesamten Mittelmeerraum.

Russische Marinebasis in Tartous, Syrien:

Zudem hat Russland einen Luftwaffenstützpunkt im Gouvernement Latakia. Hmeimim ist nur für russisches Personal zugänglich. Dieser Stützpunkt teilt sich einige Einrichtungen mit dem Internationalen Flughafen Baschar Al Assad. Im Oktober 2016 unterschrieb die Russische Föderation den Vertrag mit Syrien, dass Hmeimim als russischer Stützpunkt genutzt werden kann. Dazu gehören ein Kontrollturm für den Luftverkehr, Feldküchen, Tankstationen, Rollfelder und Vorratslager.  Vorräte werden von Russland eingeflogen oder über den Hafen Tartous nach Syrien verschifft, der 50 Kilometer entfernt liegt.

Der Luftwaffenstützpunkt Hmeimim ist gross genug, dass dort Antonow An-124 Ruslan und Iljuschin Il-76 Transportflugzeuge landen können. Ausserdem gibt es genug Platz für 50 Militärflugzeuge, inklusive verschiedener Typen von Suchoi Su. Seit 2016 sind dort für den russischen Militäreinsatz in Syrien Su-24M, Su-25SM, Su-30SM und Su-82 stationiert. Zur Nahverteidigung werden Kampfpanzer T-90, Mannschaftstransporter BTR-82, Artillerie und  Kampfhubschrauber Mi-24 eingesetzt. Die 6. Abteilung des russischen Auslandsgeheimdienstes GRU betreibt eine Aufklärungsstation in der Nähe. All diese Installationen weisen deutlich darauf hin, dass die Russische Föderation gleichfalls nicht bereit oder willens ist, ihre Interessen in dieser Region aufzugeben, die in unmittelbarer Nähe ihrer Südwestflanke liegt.

Russischer Kampfjet Su-34 auf dem Luftwaffenstützpunkt Hmeimim in Syrien:

Résultat de recherche d'images pour "luftwaffenstützpunkt hmeimim"

Hoffentlich bringt 2017 die “multipolare Welt”, wie Wladimir Putin sie befürwortet. Mit Russlands zunehmender globaler Bedeutung könnte dies in nächster Zukunft geschehen. 2016 war ein Jahr grosser Erfolge für Russland und Srien, während westliche Pläne sich im Wesentlichen nicht realisieren liessen. Viele Länder rund um die Welt wollen sich nicht mehr von Imperialisten westlichen Zuschnitts bevormunden und einschüchtern lassen. Zum Neujahr 2017 vertrauen sie darauf, dass der Einfluss des Friedensstifters Wladimir Putin und seiner syrischen, iranischen, türkischen Verbündeten weiter wachsen wird.

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Moskau. Ihr Blog:

https://olivia2010kroth.wordpress.com

Publicado en Rusia, Siria | Etiquetado , , , , , , , , , | Deja un comentario

Olivia Kroth: Russia’s success in Syria

Russia’s success in Syria

by Olivia Kroth

Russia’s military success in Syria is enormous. In spite of many bloody provocations against the Russian Federation at home and abroad, it has been able to help Syria’s embattled government with President Bashar Al Assad to hold out in a hostile environment. The recent liberation of Aleppo and the UN ceasefire agreement, reached during the last days of 2016, have turned the tables in this ugly war, waged by the western alliance and several terrorist groups against Syria. Nevertheless, on the 29th of December 2016, the Russian Federation, Iran and Turkey were able to find a solution, even if it might be only temporarily. They have agreed to cooperate in a UN-backed ceasefire agreement. Furthermore, the Russian Federation is sending humanitarian aid on a continuous basis to Syria, while the western alliance has been trying hard to destroy Syrian infrastructure, similiarly to its previous devastation of Iraq and Libya. 

Russia’s President Vladimir Putin announced, on the 29th of December 2016, “An event that we not just long since hoped for but also worked hard for has taken place. Three documents have been signed. The first is an agreement between the Syrian government and the armed opposition on a ceasefire on the Syrian Arab Republic’s territory. The second document agrees a series of measures to monitor the ceasefire. The third document is a statement of readiness to start peace talks on ending the Syrian conflict. The Russian Defence Ministry and Foreign Ministry were in constant contact with our partners in Damascus and other capitals and worked hard together with our partners in Turkey. We know that the Russian, Turkish and Iranian foreign ministers recently held a trilateral meeting in Moscow, at which all three countries committed themselves to not simply monitoring but also guaranteeing the peace process in Syria” (VOLTAIRENET, 29.12.2016).

President Vladimir Putin in a conference with Russia’s military leaders:

The ceasefire came into effect on the 30th of December 2016, shortly before year’s end, marking a successful year of Russia’s defence and help for Syria. Russia and Iran will monitor the ceasefire, both governments are supporting Syrian President Bashar Al Assad. Turkey has agreed as well, although it remains to be seen how long the Turkish promise will hold. Turkey is a NATO country. So these good intentions might be hard to fulfill, since NATO has been trying for a long time to topple the Syrian President and split up the country into different zones of interest for Western countries. But the Syrian government’s continued resistance and Russia’s defence of Syria against western backed terrorists have weakened NATO influence and greatly strengthened Russia’s importance in the region.

“Syria’s withstanding would not have been possible without Russian involvement, firmly placing Russia as a counter to western power as we move into 2017. Russia has emerged as the key actor in global politics, in recent years. It was Russia’s direct involvement in Syria and its provision of crucial military and strategic support to the Assad government that allowed Syria to resist the proxy war, waged against it for almost six years. Overall, though the West tried to topple the Syrian government, using terrorist or ‘rebel’ groups as proxy, it has not succeeded—and this failure arguably weakens western hegemony going forward” (Ghada Chelade, GLOBAL RESEARCH, 03.01.2017). Moscow’s military engagement in Syria has helped to bring stability and boosted the Syrian Arab Army (SAA), saving the embattled Near Eastern country from repeating the fate of Iraq and Libya. “The Russian Aerospace Force changed the agenda. Moscow prevented radical groups active in Syria from making further advances” (SPUTNIKNEWS, 03.10.2016).

Just like in Iraq and in Libya, the “US-led international coalition has been systematically bombing the Syrian infrastructure since 2012 but has not targeted Daesh-held oil facilities”, according to Major General Igor Konashenkov of the Russian Defence Ministry.
He explained that “long before the start of the Russian campaign, the international (western) coalition has been systematically destroying Syria’s economic infrastructure to weaken the legitimate government as much as possible, heedless of burdens for civilians, resulting in millions of refugees. Surprisingly, the coalition has not attacked oil facilities captured by Daesh, which allowed the terrorists to make tens of millions of dollars per month through illicit oil trade and recruit mercenaries from all over the world. Thanks to the Russian Aerospace Forces, over 12.000 square kilometres of Syrian land and 499 settlements were liberated, 35.000 terrorists including 204 of their commanders have been eliminated” (SPUTNIKNEWS, 04.01.2017).

Aleppo City:

The ‘Bulletin of the Russian Centre for reconciliation of opposing sides in the Syrian Arab Republic’, which has been set up by the Russian Ministry of Defence,  informed about details of its latest humanitarian support for the Syrian population, “Within the last 24 hours, four humanitarian events have been held: citizens have received humanitarian aid in schools located in Al-Hamdaniya and Aleppo city – about 1 ton; in the Sahur 3 area of Aleppo city – about 2 tons; in the Jibrin temporary accommodation facility near the Al-Nayrab airport of Aleppo (with hot meals) – about 5.5 tons. Posts with hot meal and items of first necessity for citizens of Aleppo city continue their work” (SYRIA.MIL.RU, 04.01.2017).  While the western alliance seeks to destroy all Syrian infrastructure, the Russians are helping to keep it up.

Thanks to Russian help, Aleppo is slowly returning to normality, at the beginning of 2017. “Municipal authorities of Syria’s Aleppo have managed to partially repair 17 schools in eastern neighborhoods of the city destroyed by terrorists. A total of 3,825 school students have resumed studies after the New Year and Christmas holidays. Six more schools will be opened shortly in the eastern part of the war-ravaged city that had remained under control of militants for four years. On January 7, the Syrian government approved a plan for a step-by-step restoration of Aleppo. The plan envisages restoring electricity, water and fuel supplies to the city. Experts will examine housing facilities stock to decide which of the dwellings are reparable” (TASS, 07.01.2017).

Aleppo school, damaged by terrorists:

The war in Syria might drag on for some time because the western alliance will not give up its strategic position in the Near East so easily. Furthermore, it wants to prevent the Russian Federation to gain access to ports in the Mediterranean Sea. The Russian naval facility in Tartous, Syria, is a leased military installation of the Russian military,  classified as a material-technical support point (Пункт материально-технического обеспечения, ПМТО). It is the Russian Navy’s Mediterranean repair and replenishment spot, installed in 1971 and staffed by Russian naval personnel. Most recently, the facility hosts the Amur class floating workshop PM-138, capable of providing technical maintenance to Russian warships deployed in the Mediterranean.

Entrance to Russian naval facility Tartous in Syria:

Furthermore, Russia has an airbase south-east of Latakia city in the Latakia Governorate. Hmeimim Air Base, which is accessible only to Russian personnel,  shares some airfield facilities with Bassar Al-Assad International Airport. In October 2016, the Russian Federation ratified a treaty with Syria making Hmeimim her permanent air base in Syria. Its structures include an air traffic control tower, field kitchens, refuelling stations, runway extensions and storage facilities. Supplies are flown in from Russia or shipped via Tartous harbour, which lies about 50 km away.

Hmeimim air base can handle Antonov An-124 Ruslan and Ilyushin Il-76 transport aircraft. It can accommodate more than 50 military aircraft including various types of Sukhoi Su. The air base is also home to artillery, gunships, helicopters, tanks and vehicles. At the end of January 2016, Sukhoi Su-35 fighter jets started to be deployed, ready for take-off in 60 seconds, their radars can cover a range of 400 km. The Sixth Directorate of the Russian GRU operates a signals intelligence station nearby. All of these installations show clearly that the Russian Federation is also not ready or willing to give up its interests in the region, located in close vicinity to its south-west flank.

Russian Sukhoi Su-35 in Hmeimim Air Base:

Hopefully, 2017 will be the beginning of a “multi-polar world”, as advocated by Vladimir Putin. With Russia’s increasing global importance, this could finally happen in the near future. 2016 has been a year of success for Russia in Syria, while the western agenda has mostly failed. Many countries around the world are tired of being bullied by western imperialists. They are looking forward to heightened influence of peace maker Vladimir Putin and his Syrian, Iranian, Turkish allies, as the New Year 2017 has begun.

Olivia Kroth: The journalist and author of four books lives in Moscow. Her blog:

https://olivia2010kroth.wordpress.com

 

Publicado en Rusia, Siria | Etiquetado , , , , , , , , , | Deja un comentario

Olivia Kroth: Russlands berühmtes Ensemble Alexandrow

 Russlands berühmtes Ensemble Alexandrow

von Olivia Kroth

Das Jahr 2017 begann für die Russische Föderation sehr traurig, denn 60 Mitglieder des berühmten sowjetisch-russischen Ensembles Alexandrow starben am 25. Dezember 2016 bei einem Flugzeugabsturz im Schwarzen Meer.  Die Iljuschin-Maschine TU-154 stürzte kurz nach dem Start in Sotschi ab. Sie sollte nach Syrien fliegen, wo das Ensemble Alexandrow, auch bekannt als ‘Chor der Roten Armee’, für russische Soldaten im Luftwaffenstützpunkt Latakia ein Neujahrskonzert geben wollte.  Alle Sänger des Chors – bis auf drei, die zuhause geblieben waren – befanden sich an Bord und starben bei dieser Katastrophe. Auch der Chorleiter, Dirigent und Komponist Waleri Chalilow war dabei. Dies ist ein immenser Verlust für ihre hinterbliebenen Familien, die musikalische Welt und insbesondere für die Russische Föderation. Das Ensemble Alexandrow war weltweit beliebt. Mit seinem reichen und breit gefächerten Repertoire von mehr als 2.000 Liedern hatte es sich in die Herzen von vielen Menschen aller Generationen gesungen.  

“Weihnachten 2016 wird wegen des tragischen Verlustes von vielen Mitgliedern des Chors Alexandrow in Erinnerung bleiben, der auch als Chor der Roten Armee bekannt ist. Das Flugzeug TU-154 der russischen Streitkräfte hatte 92 Leute an Bord, darunter auch die Mitglieder des Ensembles Alexandrow. Es stürzte am frühen Morgen des 25. Dezember in das Schwarze Meer, als es unterwegs nach Syrien war. Das Ensemble Alexandrow ist der offizielle Armeechor der russischen Streitkräfte. Es wurde in der sowjetischen Ära gegründet. Dazu gehören ein Männerchor, ein Orchester und eine Tanzgruppe. Sie unterhielten Publikum in Russland und der ganzen Welt mit ihrem Programm, das aus Volksliedern, Hymnen, Opernarien und Militärmusik besteht. Das Ensemble Alexandrow sollte ein Neujahrskonzert für russische Truppen in Syrien geben, aber es verunglückte kurz nach dem Start in Sotschi. Das Militärflugzeug verschwand um 05:30 Uhr morgens vom Radarschirm. Es gibt keine Berichte von Überlebenden” (THE NEW INDIAN EXPRESS, 25.12.2016).

“Das Alexandrow-Ensemble war ein einmaliges Kollektiv, welches unsere Kultur weltweit repräsentierte. Sie hatten überall ein volles Haus und grossen Erfolg. Sie trugen ihren Namen mit grosser Würde, ihre Konzerte strahlten Magie aus”, sagte der russische Klassikpianist Denis Mazuew. “Unsere kulturelle Truppe ist untergegangen”, kommentierte im Fernsehen Alexander Kibowski, Leiter der Kulturabteilung in der Moskauer Stadtverwaltung. “Sie gaben immer in Kriegsgebieten Konzerte, sie trugen Uniformen, sie brachten Freundlichkeit und Licht” (CNN, 25.12.2016). David Johnston, Chef der Keltischen Dudelsäcke und Trommeln, bewunderte General Chalilow: “Er war eine fantastische und machtvolle Persönlichkeit. Es fällt mir schwer, den Verlust zu beschreiben. Wir arbeiteten eng mit General Chalilow zusammen” (RUSSIA TODAY, 25.12.2016).

Der weltbekannte serbische Filmregisseur Emir Kusturica trauerte gleichfalls über den Verlust. “Nichts und niemand kann sich mit dem Ensemble Alexandrow vergleichen. Ihr Gesang berührte uns tief im Herzen. Wir spielten oft gemeinsam. Nie im Leben habe ich solche kraftvolle Melodien anderweitig vernommen. Sie erhielten stets laute Hurra-Rufe, die sich über den gesamten Roten Platz in Moskau verbreiteten. Jedes Mal, wenn ich sie hörte, hatte ich Mühe, die Tränen zurückzuhalten. Dieser Militärchor war unvergleichlich”, so erklärte Kusturica die Kraft des Alexandrow-Chors, erhabene Gefühle zu wecken (TASS, 26.12.2016).

Waleri Michailowitsch Chalilow (Валерий Михайлович Халилов) wurde am 30. Januar 1952 in einer Familie von Dirigenten des Militärs in Terms, Usbekistan geboren. Bis zum elften Lebensjahr besuchte er die Schule für Militärmusik in Moskau. Von 1970 bis 1975 war er Mitglied der Dirigentenfakultät am staatlichen Moskauer Tschaikowski-Konservatorium. 2002 wurde er durch seinen ersten Auftritt im nationalen Fernsehen als Hauptdirigent der kombinierten Musikkapellen bei der Siegesparade berühmt. Er war zudem 14 Jahre lang Hauptdirigent der Militärkapellen und emeritierter Direktor der zentralen Militärkapelle des Verteidigungsministeriums. General Chalilow organisierte viele festliche Aufführungen in Moskau, bei denen Militärkapellen aus Russland und anderen Ländern mitspielten. Solche Veranstaltungen waren unter anderem die militärischen Musikfestivals “Kremlin Sorja” und Spasskaja-Turm”.  Waleri Chalilow ging mit dem Ensemble Alexandrow auf Tourneen rund um die Welt.

Überdies war General Chalilow ein begabter Komponist, der Stücke für Blasorchester schrieb, zum Beispiel “Adagio”, “Elegie”, auch Märsche wie “Kadett”, “Jugend”, “Rynda”, “Ulan” sowie Romanzen und Lieder. Er komponierte neue Militärmärsche und Lieder, die am Tag des Sieges bei den Paraden gespielt wurden. Im Lauf seiner Karriere erhielt er den Orden der Ehre, den Orden für Dienst am Mutterland in den Streitkräften der UDSSR, die Medaille für militärische Verdienste, den Titel “Volkskünstler Russlands”.

Waleri Michailowitsch Chalilow – Валерий Михайлович Халилов (1952 – 2016)

Das Ensemble ist nach seinem Gründer Alexander Alexandrow benannt. Alexander Wassiljewitsch Alexandrow wurde am 13. April 1883 geboren. Er kam in einer Familie von Landwirten in Rachino zur Welt, einem Dorf des Distrikts Sacharowski in der Oblast Riasan südlich von Moskau. Sein musikalisches Talent zeigte sich bereits früh in der Jugend. 1918 gründete der Komponist das Ensemble Alexandrow, welches unter dem Namen “Chor der Roten Armee” berühmt wurde. Zudem komponierte er die Melodie für die Nationalhymne der Sowjetunion. Sie wurde 2001 auch für die Nationalhymne der Russischen Föderation übernommen.

Alexander Wassiljewitsch Alexandrow – Александр Васильевич Александров  (1883-1946)

Zu Lebzeiten leitete Alexander Wassiljewitsch Alexandrow das Ensemble als dessen künstlerischer Direktor, Chorleiter, Dirigent und Lehrer. Zunächst bestand das Ensemble aus Mitgliedern, die 1928 von dem Zentralhause der Frunze-Akademie der Roten Armee kamen. Der sowjetische Führer Josef Stalin hörte gerne ihre Musik und bat sie, nach Moskau überzusiedeln. 1929 unternahm das Ensemble eine Tournee durch den Fernen Osten der Sowjetunion, um die Truppen zu unterhalten, welche für die Eisenbahn des Fernen Ostens arbeiteten. 1933 war das Ensemble auf 300 Mitglieder angewachsen. Sie sangen Kompositionen von Anatoli Nowikow, Boris Mokrusow und Wassili Solowjow-Sedoi. 1935 erhielt das Ensemble den Orden des Roten Banners. Während des Grossen Patriotischen Krieges (1941-1945) gab das Ensemble mehr als 1.500 Aufführungen an verschiedenen sowjetischen Fronten und in Feldlazaretten.

Alexander Wassiljewitsch Alexandrow komponierte einige Kriegslieder, die ewigen Ruhm erlangten. Eines seiner bekanntesten Lieder ist “Der Heilige Krieg”. Die Lyrik stammt von Wassili Lebedew-Kumach (1898-1949).

Erste Strophe:

Steh auf, Riesenland,

Steh auf für den Überlebenskampf

Mit unzähligen Nazihorden,

Mit kraftvoller Macht!

136402162_86dad16abc_z

Grosser Patriotischer Krieg (1941-1945)

 Alexander Wassiljewitsch Alexandrow komponierte die Musik für “Der Heilige Krieg” am 22. Juni 1941, als Nazitruppen in die Sowjetunion einfielen. “Der Heilige Krieg” wurde erstmals am 26. Juni 1941 in der Beloruski-Bahnstation von Moskau aufgeführt, wo das Lied fünfmal in Folge gesungen wurde und nicht enden wollenden Applaus erhielt. Die Melodie wird immer noch jeden 9. Mai am Tag des Sieges für den Marsch der Farbengarde  auf dem Roten Platz in Moskau gespielt. 1942 erhielt Alexander Wassiljewitsch Alexandrow von Josef Stalin den Auftrag, die Melodie für die sowjetische Nationalhymne zu komponieren. Die Lyrik steuerte der Dichter Sergej Wladimirowitsch Michalkow (1913-2009) bei. Die sowjetische Nationalhymne trat offiziell am 1. Januar 1944 in Kraft und wurde schnell innerhalb der gesamten Sowjetunion enorm populär.

Alexander Wassiljewitsch Alexandrow komponierte zudem die Musik für den offiziellen Marsch der sowjetischen und der heutigen russischen Streitkräfte, das “Lied der sowjetischen Armee”. Der Untertitel lautet “Unbesiegbar und legendär”. Dieser Marsch wurde erstmals gegen Ende des Grossen Patriotischen Krieges aufgeführt, eine triumphale Musik mit Fanfaren und Trompeten. Für seine verdienstvolle Tätigkeit erhielt der Dirigent und Komponist verschiedene Orden, Auszeichnungen und Ehrentitel: 1935 Orden des Roten Sterns; 1937 Ehrung als Volkskünstler der UDSSR; 1939 Orden des Roten Banners; 1942 Stalin-Preis, 1. Klasse; 1943 Lenin-Orden.  An seinem 60. Geburtstag wurde er zum Generalmajor befördert.

Grosser Patriotischer Krieg (1941-1945)

1943 erlitt Alexander Wassiljewitsch Alexandrow eine Herzattacke. Seine Ärzte untersagten ihm, weiterhin das Ensemble zu dirigieren, doch er setzte diese Tätigkeit fort. Einer seiner Doktoren schrieb ihm: “Alexander, pass gut auf Dich auf! Es gibt viele Generäle in der Roten Armee, aber nur einen Alexander Alexandrow.” Der Dirigent hörte nicht auf die Ratschläge der Ärzte, sondern ging mit dem Ensemble auf Tournee an den Fronten in Polen und in der Tschechoslowakei. Am 8. Juli 1946 starb er an Herzversagen. In einem seiner letzten Briefe blickte er auf das Leben zurück: “Ich habe viel erlebt seit den Tagen, als ich ein Dorfjunge war und in Sandalen lief. Das Leben bedeutete für mich einen ständigen Kampf voller Arbeit und Sorgen. Gutes und Schlechtes ist mir widerfahren. Doch ich bereue nichts, sondern bin dankbar, dass mein Leben und meine Arbeit unserem geliebten Volk und Mutterland Früchte schenkten. Dies ist ein grosses Glück für mich.”

Nach seinem Ableben setzt der Sohn, Boris Alexandrowitsch Alexandrow (1905-1994), die Arbeit als zweiter Leiter des Alexandrow-Ensembles fort. An den Konservatorien von Leningrad und Moskau wurden Alexandrow-Stipendien eingerichtet. Ab dem Jahr 1970 verlieh das Kultusministerium der UDSSR die Gold- und Silbermedaillen “A.V. Alexandrow” als Auszeichnung für Komponisten, die patriotische Militärmusik schufen. Die erste dieser Goldmedaillen ging an den Sohn und Nachfolger Boris Alexandrowitsch Alexandrow.

Heute dient das Gesangs- und Tanz-Ensemble Alexandrow, zweimal mit dem Orden des Roten Banners ausgezeichnet, als offizieller Armeechor der russischen Streitkräfte. Er besteht aus Tenören, Baritonen und Bässen. Das Orchester verwendet eine Mischung alter und moderner Instrumente. Einige davon sind traditionelle russische Instrumente: Bajan, ein chromatisches Knopfakkordeon, in dem frühen 20. Jahrhundert in Russland entwickelt; Balalaika, ein dreieckiges Zupfinstrument mit drei Saiten und dreieckigem Resonanzkörper; Domra, ein rundes Zupfinstrument mit vier Saiten.

Die Tänzer führen typisch russische Tänze auf, zum Beispiel den Tanz der kosakischen Kavallerie, den Soldatentanz, den Matrosentanz oder den Festmarsch. Das Ensemble Alexandrow singt in der grossen maskulinen Gesangstradition russischer Chöre und überliefert Russlands reiches kulturelles Erbe. Heute geniesst es den Ruf als bestes Militärensemble der Welt und gibt regelmässig Konzerte auf allen Kontinenten. Die Musiker pflegen ihren eigenen charakteristischen Stil, der in internationalen Presseberichten als “eine militärische Ebene der Kameradschaft und Disziplin” und “stählerner, harmonisch reicher, maskuliner Klang” beschrieben wird. Die Soloisten werden alle als “exzellent” gelobt, sie “demonstrieren eine hervorragende Technik, die auf dem klassischen slawischen Ton basiert”. Über die Auswahl an Liedern auf internationalen Tourneen schrieben einige Kritiker: “Das slawische Programm ist durch und durch authentisch. Es wird mit dem typisch russischen Gefühl und mit reiner, unverwässerter Nostalgie aufgeführt.”

Bajan: Chromatisches Knopfakkordeon aus Russland

Die Internetseite des Ensembles ensemble-alexandrova.en informiert: “Heute ist das Akademische Gesangs- und Tanzensemble der Armee A.V. Alexandrow eine bekannte russische Qualitätsmarke, ebenso wie das Bolschoi-Theater, die Tretjakow-Galerie und die Diamantenausstellung in dem Moskauer Kreml. Das Alexandrow-Ensemble wird stets zu Regierungszeremonien eingeladen und tritt am Tag der Verteidiger des Mutterlandes im staatlichen Palast des Kremls auf, wenn der Präsident der Russischen Föderation anwesend ist.”

Hoffentlich werden jene Mitglieder des Ensembles, die noch leben, weil sie sich nicht an Bord des abgestürzten Flugzeugs befanden, die grosse Tradition und das Erbe von Alexandrow weitertragen, indem sie jüngere Generationen in den Liedern und Tänzen des Repertoirs unterweisen. “Russlands Verteidigungsminister Sergei Schoigu sagte, er wolle alles Notwendige tun, um das Alexandrow-Ensemble wieder aufzubauen.  Das Verteidigungsministerium werde Hörproben abhalten, um die geeignetsten Musiker auszuwählen. Bald würden 70 Wohnungen für neue Mitglieder des Ensembles bereit gestellt, um die besten Musiktalente an den Chor zu binden” (PRESS TV, 27.12.2016).  Die Chancen stehen gut, dass die Überlebenden des berühmten Chors der Roten Armee Neuankömmlinge integrieren und unterrichten werden, damit die Welt auch in kommenden Jahrhunderten exzellente sowjetisch-russische Militärmusik hören kann.

Präsident Wladimir Putin – Verteidigungsminister Sergei Schoigu – Sekretär des Sicherheitsrats Nikolai Patruschew 

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Moskau. Ihr Blog:

https://olivia2010kroth.wordpress.com

Publicado en Rusia, Siria | Etiquetado , , , , , , , , , , , , , , , , | 1 Comentario