Olivia Kroth: Frieden und Leben in Venezuela – Peace and Life in Venezuela

Frieden und Leben in Venezuela

Plan “Patria Segura” und die “Virgen de la Paz”

von Olivia Kroth

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Venezuelas Präsident Nicolás Maduro sorgt für den Frieden

In einem Meinungsartikel, der Juni 2013 in dem venezolanischen Online-Portal Patria Grande erschien, äussert sich Adán Chávez zu dem Thema “Frieden und Leben” in Venezuela.

Adán Coromoto Chávez Frías ist der älteste Bruder des verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez. Am 11. April 1953 in Sabaneta/Barinas geboren, studierte er an der Universität der Anden (ULA) in Mérida Sport und war einige Zeit als Dozent für Sport an dieser Universität tätig. Von Januar 2007 bis April 2008 diente er als Minister für Bildung und Erziehung. In den Regionalwahlen von 2008 wurde er zum Gouverneur des Bundeslandes Barinas gewählt, ein Amt, das er von seinem Vater Hugo de los Reyes Chávez übernahm. Im November 2012 wurde Adán Chávez für eine neue Amtsperiode als Gouverneur von Barinas wieder gewählt. Adán Chávez gehörte ebenso wie sein verstorbener Bruder Hugo Chávez zu den Begründern von PSUV, der Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas.

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Gouverneur von Barinas: Adán Coromoto Chávez Frías

Adán Chávez erläutert in seinem Artikel “Por la paz y por la vida” (Für den Frieden und das Leben) das Konzept des Planes “Patria Segura” (Sicheres Vaterland). Für den Sozialismus bedeuten Frieden und Leben “Essenzen, Ziele, Horizonte”, die Hand in Hand gehen mit Vorstellungen von Arbeit, Familie, Gemeinschaft, Liebe, Effizienz, Kultur, Politik und Wirtschaft. So trage der Plan “Patria Segura” dem Erhalt des inneren Friedens und dem Erhalt von Menschenleben Rechnung, schreibt der Gouverneur von Barinas.

Im Folgenden erläutert der Autor die drei Säulen, welche den Plan “Patria Segura” tragen: Sport, Bildung und Erziehung sowie Landwirtschaft und Ernährung. Sport als erste Säule sorge dafür, dass die Menschen lieber ein Sportgerät als eine Feuerwaffe in die Hand nehmen, meint der ehemalige Sportdozent Adán Chávez. Er weist auf die erfolgreichen Fussballmannschaften hin: Vinotinto und Zamora FC. Auch die venezolanischen Athleten haben bedeutende Siege in nationalen wie internationalen Sportwettbewerben errungen, zum Beispiel die Fechter Rubén Limardo und Silvio Fernández in den Panamerikanischen Spielen, Juni 2013, in Cartagena de Indias, in Kolumbien.

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Hugo Chávez mit venezolanischen Sportlerinnen in Caracas (2010)

Als zweite Säule tragen Bildung und Erziehung den Plan “Patria Segura” der Bolivarischen Regierung in Venezuela. Das Land steht weltweit auf Platz Nummer 5 der universitären Immatrikulation. In den 14 Jahren der Bolivarischen Revolution hat die Regierung zahlreiche Bildungseinrichtungen für das Volk geschaffen. Sie sind kostenlos und diskriminieren nicht nach Herkunft, Rasse oder Religion.

Landwirtschaft und Ernährung stellen die dritte Säule des Plans “Patria Segura” dar, erklärt Adán Chávez. Zu Beginn der 90er Jahre litten vier Millionen Venezolaner an Hunger, etwa 15,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Heute sind es nur noch knapp 2,5 Prozent laut Statistik FAO (UNO). Die Sozialpolitik der Bolivarischen Regierung hat dafür gesorgt, dass mehr Menschen sich gut ernähren können und Zugang zu Grundnahrungsmitteln haben.

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Hugo Chavez besucht die Essigfabrik “Diana” in Valencia (2010)

Einen weiteren Schritt zum Erhalt von Frieden und Leben sieht Adán Chávez in Präsident Nicolás Maduros neuem Gesetz gegen das Tragen von Feuerwaffen, “Ley Desarme”. Dieses Gesetz mit insgesamt 126 Paragraphen wurde Anfang Juni 2013 von der Nationalversammlung ratifiziert. Paragraph 26 verbietet das Tragen von Feuerwaffen in öffentlichen Einrichtungen. Der illegale Besitz von Feuerwaffen wird mit Gefängnisstrafen zwischen 7 und 28 Jahren geahndet.

Das Bundesland Trujillo ist schon lange eine Gegend, in der Frieden herrscht. Seit dem Ende des Unabhängigkeitskrieges im Jahre 1820 fanden keine Kriege mehr statt, weder Bürgerkriege noch kriegerische Invasionen von aussen. Es gibt auch relativ wenig Gewaltverbrechen in diesem kleinen Bundesstaat, der meistenteils aus Bergen und Plantagen besteht.

Die “Virgen de la Paz”, Jungfrau des Friedens, wacht über Trujillo. Die 46,72 Meter hohe Monumentalstatue aus Beton wurde im Jahre 1983 auf einer Höhe von 1.640 Metern ueber dem Meeresspiegel oberhalb der Stadt Trujillo errichtet. Sie ist 10 Meter breit und wiegt 1.200 Tonnen. Die Jungfrau des Friedens, das höchste Monument Südamerikas, wurde von dem Bildhauer Manuel de la Fuente geschaffen. Für die Aufstellung war der Ingenieur Rosendo Camargo verantwortlich.

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Ciudad Trujillo: Virgen de la Paz – Jungfrau des Friedens

Von dem Buspark in Ciudad Trujillo, Parque de los Illustres, fahren alle 20 Minuten Kleinbusse die Strecke von acht Kilometern zu der Statue hinauf. Die Fahrt kostet 15 Bolivares (2 Euros). Auf dem Parkplatz gibt es Andenkenstände, ein Restaurant, einen Kiosk mit Getränken und etliche Maler, die vor ihrer Staffelei sitzen, um die “Virgen de la Paz” zu malen. Entlang der Wand sind ihre Werke ausgestellt: von Tuschezeichnungen in Schwarz-Weiss bis zu Acryll- und Ölfarben ist die Jungfrau in vielen Variationen zu sehen. Sie ist ein beliebtes Motiv.

Der Eintritt in die Anlage kostet 10 Bolivares. Ein von duftenden Pinien gesäumter Weg führt zu der Anhöhe hinauf, wo die Statue steht. Die Parkanlage ist gepflegt und mit tropischen Stauden bepflanzt. In Venezuela gehen Katholizismus und Sozialismus Hand in Hand: am Fusse der Statue hat die Bolivarische Regierung einen grossen Spielplatz für Kinder unter acht Jahren eingerichtet. So ist die Anlage an den Wochenenden ein beliebtes Ausflugsziel für Familien aus der Stadt.

Die “Virgen de la Paz” trägt eine weisse Friedenstaube in der rechten Hand, die linke ist geöffnet und grüsst die Besucher. Ihr blassblaues, bodenlanges Gewand erinnert an die Farbe des Himmels. Das weisse Gesicht der Jungfrau gleicht den Wolken über den Anden. Wenn man von unten zu der Statue hinauf blickt, sieht man Wolkenschleier um ihren Kopf ziehen, ein fast surreales Bild. Die “Virgen de la Paz” wirkt erhaben und würdevoll. Sie steht hoch oben auf ihrem Berg, über die Alltagssorgen der Menschen erhaben.

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Eine Treppe führt im Inneren der Statue zu fünf Aussichtspunkten hinauf. Der erste Balkon für den Ausblick steht auf einer Höhe von 80 Stufen. Von hier blickt man auf die Stadt Trujillo hinunter, deren Dächer in der Sonne schimmern. Nach der 120. Stufe ist der zweite Balkon erreicht. Hier sieht man Wolkenfetzen vorbei fliegen. Dahinter liegen die Anden versteckt. Ein frischer Wind weht, der angenehm kühlt. Der dritte Ausguck steht oberhalb der 135. Treppenstufe. Er befindet sich neben der weissen Taube, welche die Jungfrau in der rechten Hand trägt. Nach der 140. Treppenstufe kommt ein Balkon für den Rundgang. Nach der 180. Stufe gibt es eine sehr enge, schmale Leiter, die an dem letzten und höchsten Ausguck neben dem Gesicht der Statue endet. Nur wenige junge Leute steigen ganz hinauf. Die meisten Besucher machen vorher kehrt.

Die “Virgen de la Paz” wacht über den Frieden und das Leben in Venezuela. Wie ist es möglich, Frieden zu wahren und Menschenleben zu erhalten? Die Jungfrau des Friedens wird ihr Geheimnis nicht lüften. Doch der Bolivarischen Regierung von Präsident Chávez und seinem Nachfolger, Präsident Maduro, scheint es gelungen zu sein, die mysteriöse Formel des Friedens zu finden. Trotz ständiger Bedrohung durch den Imperialismus haben beide es geschafft, Venezuela zu sichern und aus kriegerischen Auseinandersetzungen heraus zu halten. Beide nannten beziehungsweise nennen sich “hombres de la paz”, Männer des Friedens.

Peace and Life in Venezuela

Plan “Patria Segura” and the “Virgen de la Paz”

by Olivia Kroth

In an article of opinion, which appeared in the Venezuelan media Patria Grande, June 2013, Adán Chávez shares his thoughts about “Peace and Life” in Venezuela.

Adán Coromoto Chávez Frías is the eldest brother of the late President, Hugo Chávez. Born in Sabaneta/Barinas, on the 11th of April 1953, he studied Physical Education at the University of the Andes (ULA) in Mérida, where he also taught this subject for a few years. From January 2007 until April 2008, he served as Minister of Education. In the regional elections of 2008, he was elected as Governor of Barinas, a post he took over from his father, Hugo de los Reyes Chávez. In November 2012, he was re-elected for a second period as Governor of his home state. Adán Chávez, like his brother, the late Hugo Chávez, belonged to the founders of PSUV, the United Socialist Party of Venezuela.

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Venezuela: State of Barinas

In his article, “Por la paz y por la vida,” Adán Chávez explains the concept of the plan “Patria Segura” (Safe Homeland). In socialism, peace and life are “essentials, aims, horizons,” which go hand in hand with ideas of work, family, community, love, efficiency, culture, politics and economy. He writes that the plan “Patria Segura” aims at keeping peace and saving lives in Venezuela.

In the following parts of the text the Governor of Barinas mentions three fundaments for the plan “Patria Segura”: sports, education, agriculture and nutrition. Sports as first fundament ensures that young people will rather use sports equipment than fire arms, says the former Professor of Physical Education. He points out that the famous Venezuelan soccer teams serve as role models for the younger generation: Vinotinto and Zamora FC. Furthermore, the Venezuelan athletes who won national and international competitions are giving good examples. In June 2013, the fencers, Rubén Limardo and Silvio Fernández, won several competitions in the Panamerican Games in Cartagena de Indias, Colombia.

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Rubén Limardo: victorious fencer of Venezuela

The second fundament of the plan “Patria Segura” in Venezuela is education. The Bolivarian Republic of Venezuela is number 5 worldwide, regarding university immatriculation. In the past 14 years of the Bolivarian Revolution, the Government has created numerous educational institutions for the people. They are free of costs and do not discriminate according to class, race or religion.

Agriculture and nutrition are the third fundament of the plan “Patria Segura”. At the beginning of the 90s, four million Venezuelans suffered from hunger, about 15.5 percent of the total population. Today, only about 2.5 percent are still hungry, according to statistics of FAO (UNO). The socialist Bolivarian Governent has taken care of the population so that people can eat properly and have access to basic foods, with prices regulated by the state.

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Venezuelan fruits

In the eyes of Adán Chávez, another step to protect peace and life is President Nicolás Maduro’s new law against the possession of fire arms, “Ley Desarme”. This law, which consists of 126 articles, was ratified by the National Assembly at the beginning of June 2013. Article 26 forbids carrying fire arms in public places. The illegal possession of fire arms will be punished with prison terms between 7 and 28 years.

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Ciudad Trujillo: Virgen de la Paz – Virgin of Peace

The Venezuelan state of Trujillo has been a region of peace for a long time. Since the end of the War of Independence, in 1820, no more wars have occured, neither civil wars nor military invasions from outside. Criminal acts like manslaughter or murder are also relatively rare in this small state, which consists mostly of mountains and plantations.

The “Virgen de la Paz,” Virgin of Peace, is watching over Trujillo. The monument, made of concrete, is 46.72 metres high, standing above Ciudad Trujillo at a height of 1.640 metres above sea level. The width of the statue is 10 metres, its weight 1.200 tonnes. The Virgin of Peace is the highest monument in all of South America. It was created by the sculptor, Manuel de la Fuente. The engineer, Rosendo Camargo, was responsible for its installation.

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The Virgin’s white face resembles the clouds over the Andes

Small buses drive from the bus station in Ciudad Trujillo, Parque de los Illustres, to the statue. The distance is 8 kilometres, the bus ticket costs 15 Bolivares (2 Euros). Around the entrance, there are stands with refreshments and souvenirs, a restaurant and a several painters, sitting at their paintings, depicting the famous Virgin of Peace in acryllic or oil colours, some in black and white. She is a popular motif in art.

The entrance ticket to the sanctuary costs 10 Bolivares. Scented pines line the path to the statue. The surrounding park with tropical plants is well-kept. In Venezuela, Catholicism and Socialism go hand in hand: at the bottom of the statue the Bolivarian Government has installed a playground for children under eight years. Thus, the sanctuary of the Virgin has become a pleasant recreational area for families from Ciudad Trujillo, who like to come here on the weekends.

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View of Ciudad Trujillo from one of the balconies of the statue

“The Virgin de la Paz” carries a white dove of peace in her right hand. The left hand is open to greet and welcome visitors. Her long dress of a light blue shade reminds us of the colours of the sky. The Virgin’s white face resembles the clouds above the Andes mountains. When looking up, we can see clouds wafting around her face, an almost surreal picture. The “Virgen de la Paz” appears to be lofty, full of dignity. She is standing high up on her mountain,  far above the daily worries and quarrels of human beings.

In the interior of the statue a staircase leads to five lookout points. The first balcony has been placed at a height of 80 steps. Here we can look down upon Ciudad Trujillo, with its roofs shimmering in the sun. The second balcony is reached after 120 steps. Shredded clouds are flying by, covering the Andes mountains. A fresh wind is blowing. A bit of cool air is welcome in the heat. The third lookout point follows above the 135th step. It is located next to the white dove in the Virgin’s right hand. A balcony to walk around the statue has been installed above the 140th step. After the 180th step, a narrow ladder leads up to the highest lookout point on top, near the face of the statue. Only a few young people dare climbing it, most visitors return when reaching the ladder.

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The “Virgen de la Paz” is protecting peace and life in Venezuela. How is it possible to keep peace and save human lives? The Virgin of Peace will not reveal her secret, but the Bolivarian Government of President Chávez and his successor, President Maduro, seems to have found the mysterious formula of peace. In spite of constant imperialistic threats, both presidents have managed to secure Venezuela, keeping the country safe and avoiding wars. Both presidents called or call themselves “hombres de la paz,” men of peace.

Acerca de olivia2010kroth

Escritora y periodista: Pravda
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