Olivia Kroth/DIE STIMME RUSSLANDS: Armenien tritt Anfang 2015 der Eurasischen Wirtschaftsunion bei

http://german.ruvr.ru/2014_09_20/Armenien-tritt-Anfang-2015-der-Eurasischen-Wirtschaftsunion-bei-1863/

Armenien tritt Anfang 2015 der Eurasischen Wirtschaftsunion bei

von Olivia Kroth

Armenian carpets

Armenien ist bereits Mitglied in der GUS (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten) und OVKS (Organisation des Vertrags über Kollektive Sicherheit). Zu Beginn des Jahres 2015 will das Land auch der von Präsident Wladimir Putin geschaffenen Eurasischen Wirtschaftsunion beitreten. Hierzu unterzeichnete der russische Präsident am 1. September dieses Jahres eine entsprechende Instruktion: “Unterschrift für den Beitritt der Republik Armenien zur Eurasischen Wirtschaftsunion.”

 Wladimir Putins langjähriger Freund und Wegbegleiter Sersch Sargsjan ist für das Zustandekommen verantwortlich. Der bereits zum zweiten Mal gewählte Präsident Armeniens unterstützt die Russische Föderation in vielerlei Hinsicht und kann immer wieder selbst mit russischer Hilfe rechnen.

Wladimir Putin und Sersch Sargsjan:

Sersch Asati Sargsjan, am 30. Juni 1954 in Stepanakert geboren, ist seit 2008 Armeniens Präsident. Er studierte an der Staatsuniversität von Jerewan, wo er 1979 sein Examen in Philologie ablegte. Von 1971 bis 1972 diente er in den sowjetischen Streitkräften. Im Jahre 1979 wurde Sersch Sargsjan Leiter der Jugendorganisation Komsomol in seiner Heimatstadt. Später wurde er zum Propagandachef des regionalen Komitees der Kommunistischen Partei befördert, schließlich zum Lehrer dieser Organisation. Sersch Sargsjan half auch bei der Gründung der armenischen Streitkräfte. Im Jahre 1993 diente er als Verteidigungsminister der unabhängig gewordenen Republik Armenien, 1996 wurde er Minister für Nationale Sicherheit.

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Als die EU Sanktionen gegen Russland aussprach und die Russen mit Gegensanktionen antworteten, war Armenien sofort zur Stelle, um einzuspringen. Seitdem die Russische  Föderation die Einfuhr von Lebensmitteln aus Europa drastisch eingeschränkt hat, liefert Armenien vermehrt die notwendigen Nahrungsmittel nach Russland: “Armenien ist bereit, Russland als Antwort auf die EU-Sanktionen zu helfen. Die armenischen landwirtschaftlichen Erzeugnisse haben auf dem russischen Markt bereits eine grosse Nachfrage. Aber jetzt erklärte man in der armenischen Regierung, dass man bereit ist, die Exportmengen nach Russland um ein Mehrfaches zu erhöhen”, schrieb Elina Kasarjan am 22.08.2014 in der STIMME RUSSLANDS.

Armeniens Provinz Lori:

Wegen Armeniens besonderer geografischer Lage ist die Sicherheit im Kaukasus ein weiteres Thema, das von Wladimir Putin und Sersch Sargsjan oft erörtert wird. Der Kaukasus befindet sich zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaspischen Meer. Er bildet die Trennlinie zwischen Europa und Asien.

In dieser Region hat sich Armenien als verlässlicher und standfester Partner Russlands bewährt. Nach Aussage von Präsident Sersch Sargsjan werden die Armenier Russlands loyale Verbündete bleiben. In Transkaukasien, dem südlichen Teil des Kaukasus, hat Armenien die Rolle eines Torhüters inne. Das Land hält Ausschau nach potentiellen Störenfrieden. Die armenische Grenzwache patrouilliert die Grenzen zu Aserbeidschan und Georgien, während die russische Armee die Grenzen zum Iran und der Türkei überwacht.

Armeniens Provinz Kotajk:

Armenia Kotayk Province

Die modernisierten armenischen Streitkräfte umfassen die Armee, Luftwaffe, Luftverteidigung und Grenzwache. Sie bestehen aus 81.000 Soldaten und 32.000 Reservisten. Außerdem kann die Republik jeden wehrfähigen Mann zwischen 15 und 59 Jahren mobilisieren, sollte dies im Falle eines Angriffs notwendig sein. Der 102. militärische Stützpunkt Russlands mit 3.000 stationierten Soldaten befindet sich in der armenischen Stadt Gjumri. Er wird seit den 1940 Jahren genutzt, als dort die 261. Schützendivision der sowjetischen Roten Armee installiert wurde.

Flughafen Gjumri:

Die militärische Kooperation zwischen der Russischen Föderation und der Republik Armenien hat sich während der letzten Jahre stetig intensiviert. Im Herbst 2012 war Armenien das Gastgeberland für militärische Übungen der OVKS in Transkaukasien. Im August dieses Jahres nahmen armenische Soldaten an der Militärübung „Mitwirkung 2014“ der OVKS-Mitgliedländer in Kasachstan teil. Insgesamt waren 3.000 Militärs aus Russland, Weißrussland, Armenien, Kasachstan, Kirgisien und Tadschikistan beteiligt. Auch 200 Technikeinheiten sowie etwa 30 Flugzeuge und Hubschrauber waren im Einsatz. Das Manöver bestand aus drei Etappen, in denen die Handlungen von Sondereinsatzkommandos der kollektiven Sicherheit in der zentralasiatischen Region geübt wurden.

Die Demokratische Republik Armenien ist ein kleines Land ohne Zugang zum Meer. Das Territorium beträgt knapp 30.000 Quadratmeter. Die Bevölkerung von 3.300.000 Einwohnern besteht zu 98 Prozent aus Armeniern und einem Prozent Russen. Im Gegensatz zu anderen Republiken des Kaukasus, in welchen der Islam dominiert, ist Armenien ein christliches Land. Die offizielle religiöse Institution ist die Armenische Apostolische Kirche, deren Wurzeln bis in das 1. Jahrhundert zurück reichen. Der Name “Apostolisch” bezieht sich auf die Apostel Bartholomäus und Thaddäus, die in dieser Gegend den christlichen Glauben predigten.

Jerewan:

Jerewan ist mit fast 1.200.000 Bürgern Armeniens größte Stadt und Hauptstadt. Sie wurde im 8. Jahrhundert vor Christi Geburt gegründet. In der sowjetischen Ära entwickelte sich Jerewan zu einem industriellen und wissenschaftlichen Zentrum. Zudem waren Bildung und Erziehung schon immer die Stärken des armenischen Volkes. In der Sowjetrepublik Armenien wurde das Schulsystem dem sowjetischen System angepasst. Der Unterricht enthielt sowjetische Curricula und folgte sowjetischen Lehrmethoden. Dementsprechend wurde Armenien bereits in den 1960er Jahren hundertprozentig frei von Analphabetentum.

Auch nach der Unabhängigkeitserklärung am 21. September 1991 blieb der Unterricht in Armeniens Primär- und Sekundärschulen kostenlos. Der Abschluss einer weiterführenden Schule war für alle armenischen Staatsbürger verpflichtend. 2012 wurde Jerewan von der UNESCO zur Weltstadt des Buches ernannt.

Armenisches Kloster Khor Virap:

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Mit Armeniens Beitritt zur Eurasischen Wirtschaftsunion wird Anfang 2015 ein weiterer Meilenstein gesetzt, um nach dem Plan des russischen Präsidenten den europäisch-asiatischen Raum wirtschaftlich, sozial und militärisch zu konsolidieren und von westlichen Störmassnahmen unabhängig zu gestalten.

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Buechern lebt in Sudfrankreich. Ihr Blog: https://olivia2010kroth.wordpress.com

Acerca de olivia2010kroth

Escritora y periodista: Pravda
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