Olivia Kroth/DIE STIMME RUSSLANDS: Russlands Programm für militärische Aufrüstung von 2016 bis 2025

Russlands Programm für militärische Aufrüstung von 2016 bis 2025

von Olivia Kroth

http://german.ruvr.ru/2014_10_27/Russlands-Programm-fur-militarische-Aufrustung-von-2016-bis-2025-2204/

Das neue Programm zur militärischen Aufrüstung der Streitkräfte sieht eine graduelle Erweiterung des föderalen Haushalts von 2016 bis 2025 vor. So sollen schon im nächsten Jahr die Ausgaben für das Militär um 33 Prozent gesteigert werden auf insgesamt 3.287 Billionen Rubel, wie Kommersant berichtete. Zusätzlich soll die russische Industrie künftig alles militärische Gerät inklusive Einzel- und Ersatzteile selbst herstellen. Nur in Ausnahmefällen werden ausländische Hersteller beauftragt.

Im Jahr 2011 betrugen die staatlichen Ausgaben für Verteidigung 2,8 Prozent des russischen Bruttoinlandprodukts (BIP). Bis 2016 sollen sie auf 3,8 Prozent des BIP steigen. Das russische Gesamtprogramm für 2016 bis 2025 sieht Investitionen in den Verteidigungsbereich von 20 Billionen Rubel vor (RUSSIA & INDIA REPORT, 13.10.2014).

Lagebesprechung im Kreml

Bereits im Juli dieses Jahres fand im Kreml ein Treffen mit dem Sicherheitsrat und Vertretern der Verteidigungsindustrie statt, in welchem der russische Präsident den Ersatz ausländischer Produkte durch einheimische erörterte. In seiner Begrüssungsrede sagte Wladimir Putin, dass schnellstmöglich russisches Material auf breiter Basis zur Aufrüstung der russischen Streitkräfte verwendet werden solle, um Importe aus dem Ausland zu ersetzen: “Dies sind Kernbereiche für unsere militärische und wirtschaftliche Sicherheit, auch für unsere technologische Unabhängigkeit bei der Produktion. Wir stehen vor der Aufgabe, uns gegen Risiken zu schützen, falls ausländische Partner ihre Vertragsbedingungen nicht erfüllen. Wir müssen die zuverlässige und rechtzeitige Lieferung aller benötigten Teile sichern. Diese sind zudem einer strikten Qualitätskontrolle zu unterziehen.”

http://eng.kremlin.ru/news/22747

Helikopter Mi-38

Diese Anweisung des Präsidenten betrifft unter anderem die Herstellung des russischen Kampfhelikopters Mi-38, dessen kanadische Antriebsmaschinen durch russische ersetzt werden. Der Mi-38 ist ein mittelschwerer Hubschrauber. Er wird von dem russischen Konstruktionsbüro Mil entworfen und von der russischen Firma Kasan Helicopters hergestellt. Beide Firmen gehören zu der Gruppe Russian Helicopters. Der Erstflug erfolgte am 29. November 2013, damals noch mit dem Antrieb von zwei Pratt & Whitney Canada PW 127. Diese werden nun duch zwei russische Klimow TV7-117V Wellenturbinen ersetzt (FLIEGER REVUE, 02/2014, Seite 7). Oleg Pantelejew, der Chef von Avia Port, meinte dazu: “Die russischen Wellenturbinen TV7-117V werden das Potential des Mi-38 stark verbessern und seine Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt erhöhen.” Die Produktion der russischen Wellenturbinen wird Ende 2014 beginnen, die serienmässige Herstellung soll 2015 folgen (RUSSIA & INDIA REPORT, 30.05.2014).

Russlands Militärindustrie-Kommission

In einer weiteren Zusammenkunft im Kreml am 10. September dieses Jahres teilte der russische Präsident mit, dass er personelle Umbesetzungen in der Militärindustrie-Kommission vorgenommen habe. Er selbst fungiert jetzt als Leiter dieser Kommission. Der neue Status der Kommission soll helfen, die Kooperation zwischen Verteidigungsministerium und Verteidigungsindustrie besser zu koordinieren. Wladimir Putin wies darauf hin, dass das Programm zur militärischen Aufrüstung 2016-2025 schon das fünfte staatliche Progamm dieser Art innerhalb der letzten 20 Jahre sei: Wir haben ein effektives System etabliert, das uns hilft, die technischen Möglichkeiten und die Kampfkraft unserer Streitkräfte substantiell zu verbessern. Jetzt müssen wir auf das stetige Wachstum und die Modernisierung unserer Verteidigungsindustrie achten.”

http://eng.kremlin.ru/news/22930

General Waleri Gerassimov, Generalstabschef der russischen Streitkräfte:

Gefahren für die Sicherheit Russlands

Bei dem Treffen zählte Wladimir Putin die aus seiner Sicht drei grössten Gefahren für die Sicherheit Russlands auf: in erster Linie die Vereinigten Staaten von Amerika, die in Europa und Alaska, also nahe der russischen Grenzen, ihre Raketenschilde errichten und an ihrer Theorie des “prompten globalen Schlags” (prompt global strike) arbeiten. Dadurch soll es den Vereinigten Staaten möglich sein, jedes beliebige Ziel innerhalb einer Stunde zu treffen, unter anderem mit Hyperschall-Waffen. Als zweiten Gefahrenherd nannte der russische Präsident die Nato, welche Truppen entlang der russischen Westgrenze in Osteuropa stationiert und sich in den Ukraine-Konflikt einmischen will. Als dritten Gefahrenpunkt sieht er die kontinuierliche Militarisierung des Weltalls.

Konsequenzen für die russische Verteidigung

Russland habe keine andere Wahl, als notwendige Gegenmassnahmen zu ergreifen, so lautete das Ergebnis der Sicherheitskonferenz im Kreml. Als Strategien zählte Wladimir Putin im Einzelnen auf: erstens die Entwicklung eines nationalen Angriffssystems inklusive atomarer Abschreckung, zweitens die Modernisierung der Luftwaffe, drittens den Ausbau eines Verteidigungssystems für den Luftraum, viertens die Entwicklung neuer Komponenten für Hochpräzisionswaffen und fünftens die Ausstattung der Kriegsflotten mit neuen Schiffen modernster Technologie. Präsident Putin zeigte sich überzeugt, dass diese Ziele zu erreichen seien: “Ich bin zuversichtlich, weil wir über eine gut entwickelte Verteidigungsindustrie und geschulte Experten verfügen. Ausserdem haben wir alles, was in früheren Tagen taugte, bewahrt und modernisiert.”

Die Russische Föderation wird alle Ressourcen nutzen müssen, um die Sicherheit ihrer Bürger zu garantieren.

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Südfrankreich. Ihr Blog:

https://olivia2010kroth.wordpress.com

Acerca de olivia2010kroth

Escritora y periodista: Pravda
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