Olivia Kroth: 70 Jahre nach der sowjetischen Weichsel-Oder-Offensive und Befreiung von Auschwitz

70 Jahre nach der sowjetischen Weichsel-Oder-Offensive und Befreiung von Auschwitz

von Olivia Kroth

Am 12. Januar 1945 begann die Rote Armee ihre Weichsel-Oder-Operation auf einer 1.200 Kilometer breiten Front zwischen Karpaten und Ostsee auf einem Gebiet, das heute zu Polen gehört. Im Laufe dieser Operation gelang es der sowjetischen Armee, die eingedrungene deutsche Wehrmacht zurückzudrängen und die überlebenden Häftlinge des von den Nazis eingerichteten Konzentrationslagers Auschwitz zu befreien. Am 2. Februar 1945 endete diese erfolgreiche Offensive, als die Rote Armee die Oder erreichte und 70 Kilometer östlich von Berlin stand. Die Weichsel-Oder-Offensive war die letzte Etappe des sowjetischen Kampfs gegen die deutschen Faschisten. Er endete mit dem sowjetischen Sturm auf Berlin. 

Die Weichsel-Oder-Operation wurde von der Ersten Weissrussischen Front unter Feldmarschall Georgi Konstantinowitsch Schukow (1896-1974) und der Ersten Ukrainischen Front unter Feldmarschall Iwan Stepanowitsch Konew (1897-1973) durchgeführt. Insgesamt waren zwei Millionen sowjetischer Soldaten für diese Offensive im Einsatz, 163 sowjetische Divisionen nahmen teil. Die Rote Armee verlor 43.500 Männer, 150.000 wurden verwundet oder krank.

Von ihrem Baranow-Brückenkopf aus begann die Erste Ukrainische Front am 12. Januar 1945 den Angriff. Zwei Tage später folge ihr die Erste Weissrussische Front nach. Gemeinsam zerschlugen sie die Heeresgruppe A der deutschen Wehrmacht. Am 19. Januar 1945 erreichte Feldmarschall Konew mit seinen Truppen Krakau. Die Stadt wurde von den Sowjets eingekesselt und ohne Zerstörung besetzt. Am 27. Januar 1945 sicherte die Erste Ukrainische Front den Brückenkopf Steinau an der Oder.

Feldmarschall Iwan Stepanowitsch Konew (1897-1973):

Die Erste Weissrussische Front drang ebenfalls schnell nach Westen vor und nahm am 17. Januar Warschau, am 19. Januar Lodsch und am 25. Januar Posen ein. Feldmarschall Schukows Truppen sicherten anschliessend die Region an der Obra und rückten weiter bis Küstrin an der Oder. Der Militärhistoriker Earl Ziemke beschrieb diesen Marsch: “Am 25. Januar 1945 passierten Schukows Truppen Posen und marschierten Richtung Westen nach Küstrin an der Oder, 40 Meilen östlich von Berlin. Die Route der Sowjets sah aus wie ein gigantischer Schneepflug.”

Am 2. Februar 2015 erklärte Stawka, die Oberste Heeresleitung der Sowjets, die Weichsel-Oder-Operation als beendet. Sie bedeutete einen grossen Erfolg für die sowjetische Armee, welche binnen weniger Tage Hunderte von Kilometern zurückgelegt, Polen von den Nazis befreit und die Heeresgruppe A der Wehrmacht zerschlagen hatte.

Feldmarschall Georgi Konstantinowitsch Schukow (1896-1974):

Befreiung von Auschwitz durch die Sowjetarmee

Das Konzentrationslager Auschwitz hatte den Nazis ab 1933 zur Ausrottung von Kommunisten, Juden, Roma und Sinti gedient. Über anderthalb Millionen Menschen wurden hier von den deutschen Faschisten auf bestialische Weise ermordet. Die meisten der Opfer waren Juden aus verschiedenen Ländern Europas. Die SS hatte ab September 1941 auf Anweisung des Lagerkommandanten Rudolf Höss das Giftgas Zyklon B eingesetzt, um die Gefangenen zu vergasen.

Am 27. Januar 1945 befreiten die Sowjets die Gefangenen des Konzentrationslagers Auschwitz. Sie fanden 7.000 Überlebende und 650 Leichen. Ausserdem sahen sie in den Magazinen 843.000 Herrenanzüge, 837.000 Damenkleider, 44.000 Paar Schuhe, 14.000 Tonnen Teppiche und 7,7 Tonnen menschliches Haar.

Es ist an der Zeit, nach 70 Jahren daran zu erinnern, dass es die Sowjetunion war, welche Europa vor dem Faschismus rettete. Die Rote Armee trug die Hauptlast aller Befreiungsaktionen im II. Weltkrieg. Sie setzte dem millionenfachen Morden, Foltern und den Menschenversuchen der Nazis ein Ende. Dies soll den heutigen Bewohnern der Bundesrepublik Deutschland deutlich vor Augen geführt werden. Ihre Vorfahren waren grossenteils an der gigantischen Vernichtungsmaschinerie der Nazis in Europa beteiligt, konnten sich jedoch nach 1945 “nicht erinnern” oder hatten von “nichts gewusst”.

Im Jahr 2015 ist es höchste Zeit, das tiefe Schweigen und scheinheilige Vergessen zu beenden. Auch wäre ratsam, dass sich die Regierung der Bundesrepublik darüber klar wird, welche Geister aus der Vergangenheit sie herauf beschwört, wenn sie der faschistisch orientierten Regierung der Ukraine Geld und Hilfsgüter schickt. Die deutsche Presse wäre zudem gut beraten, sich nicht ihre Meinung vom Pentagon diktieren zu lassen, sondern die eigenen Gedanken zu publizieren, nachdem man hoffentlich die eigene Vergangenheit des Tausenjährigen Reichs gründlich überdacht hat.

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Südfrankreich. Ihr Blog: 

https://olivia2010kroth.wordpress.com

Acerca de olivia2010kroth

Escritora y periodista: Pravda
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