Olivia Kroth: Sotschi im Februar 2015 – ein Jahr nach den Olympischen Winterspielen

Sotschi im Februar 2015

Ein Jahr nach den Olympischen Winterspielen 

von Olivia Kroth

8453626393_b399f30de7_z

Wie sieht Sotschi jetzt, im Februar 2015, aus? Die Stadt am Schwarzen Meer konnte ihr Kulturerbe bewahren, während sie sich im Lauf der Vorbereitungen auf die Olympischen Winterspiele 2014 allmählich in ein modernes Luxusbad verwandelte. “Das olympische Erbe bedeutet ein solides Kapital in der Welt des alpinen Skilaufs. Man kann viele Jahre lang von den Zinsen leben”, schreibt Sergej Kurdjukow im AEROFLOT MAGAZIN (Februar 2015, Seiten 190-193). Dies trifft sowohl auf die kaukasische Skistation Krasnaja Poljana als auch auf den Bade- und Kurort Sotschi zu. Berge und Meer, Schnee und Sonne: “Die Energie, welche durch die Nähe dieser grossartigen Elemente entsteht, ist fantastisch.”

8454588293_11a05db4af_z

Im Februar 2013 wurde die offizielle Zeremonie “Noch ein Jahr bis Sotschi 2014″ gefeiert. Uhren wurden in Moskau, Sankt Petersburg, Nischni Nowgorod, Rostow am Don und Chabarowsk installiert, um die verbleibende Zeit bis zu dem Beginn der Olympischen Winterspiele zu messen. In Sotschi drückte Präsident Wladimir Putin auf den symbolischen Zeitmesserknopf für die Spiele und hielt eine Rede.

“Die Arbeiten, welche in Sotschi und Umgebung durchgeführt werden, sind unvergleichlich in Russlands moderner Geschichte. Die einmaligen Naturbedingungen der Gegend und die neu errichtete Infrastruktur werden diese Spiele für die Sportler und für Tausende von Besuchern sehr angenehm gestalten. Die Olympischen Winterspiele Sotschi 2014 werden ein Vermächtnis von einmaliger Grösse hinterlassen, enorme Vorteile für Sotschi bringen und den Sport in Russland fördern.” Der Präsident liebt Sotschi. Er fährt zu der Skistation Krasnaja Poljana in den Bergen des Kaukasus, so oft es sein gut gefüllter Zeitplan erlaubt, und empfängt Gäste in seiner Residenz bei Sotschi.

Präsident Wladimir Putin spielt Eishockey im Bolschoi Eisdom von Sotschi:

Sotschi ist in der ganzen Welt berühmt und evoziert viele Erwartungen. Diese einmalige Stadt, ein schönes Seebad in der Region Krasnodar, erstreckt sich 145 Kilometer entlang der Küste des Schwarzen Meeres im Kaukasus. Es ist Russlands einzige feuchte, subtropische Zone, wo Besucher Palmen und andere exotische Pflanzen sehen können, die üblicherweise in der Russischen Föderation nicht zu sehen sind, es sei denn in den Glashäusern Botanischer Gärten.

Sotschi ist zu jeder Jahreszeit attraktiv. Malerische Landschaften warten, außerdem in der Sonne gebadete Strände, soweit das Auge reicht. Reguläre Flüge von Moskau und anderen russischen Städten bedienen diesen herrlichen Küstenabschnitt des Schwarzen Meeres. Es gibt auch reguläre Zugverbindungen zwischen vielen russischen Städten, einschließlich Moskaus, und Sotschi. Mit fast 400.000 Einwohnern ist Sotschi Russlands größter Kurort, im Jahre 1838 gegründet. Er wurde von Armeniern, Russen und Weißrussen besiedelt. Im Jahre 1878 wurde das erste russisch-orthodoxe Gotteshaus errichtet, die Kathedrale des Erzengels Michael. Im Februar 1890 folgte die Konstruktion des Leuchtturms von Sotschi.

8454587637_dc19ecdaaf_z

Um die Jahrhundertwende wurde Sotschi ein beliebtes Seebad, weil Zar Nikolaus I. und seine Familie hier eine Sommerresidenz besaßen. Berühmte Künstler, Dichter und Sänger verbrachten gerne den Sommer in Sotschi. Die Stadt blieb auch zu sowjetischer Zeit populär. In dieser Epoche entstanden viele Hotels, Restaurants und Cafés. Josef Stalin hatte eine Datscha in Sotschi. Heute ist sie ein Museum. Die Wachsstatue des sowjetischen Führers stellt seine Hauptattraktion dar. Zu Zeiten von Josef Stalin wurden viele imposante neo-klassizistische Gebäude in dem Kurort errichtet, zum Beispiel die Sanatorien Rodina und Ordsonikidse.

Auch das Museum von Sotschi stammt aus jener Epoche. Es wurde 1939 nach Plänen von Iwan  Soltowski gebaut. Das Winter-Theater entstand zwischen 1934 und 1937. Es ist ein weiteres neo-klassizistisches Bauwerk, von 88 korinthischen Säulen eingerahmt. Die Statuen der antiken griechischen Musen Terpsichore, Melpomene und Thalia wurden von der Bildhauerin Wera Muchina beigefügt. Der Bahnhof, 1952 errichtet, ist ein weiteres bemerkenswertes neo-klassizistisches Bauwerk. Das Empfangsgebäude des Hafens, 1955 fertig gestellt, fällt durch seinen 71 Meter hohen Spitzturm und vier Statuen auf, Symbole der vier Kardinalpunkte.

Gebäude der Sberbank in Sotschi:

8363370035_26af2cd275_z

Für Naturliebhaber gibt es das Arboretum, einen großen Botanischen Garten mit tropischen Bäumen, sowie den Riviera-Park, 1883 von Wassili Chludow gegründet. Der Park bietet viele Attraktionen, zum Beispiel die „Lichtung der Freundschaft”, in der alle sowjetischen Kosmonauten eine Magnolie pflanzten. Das Historische Museum der Stadt zeigt eine Sojus-9-Kapsel, die im Juni 1970 nach 18 Tagen im Weltall zur Erde zurück kehrte.

Das Kaukasische Biosphäre-Reservat, ein UNESCO Weltnaturerbe, liegt nördlich von Sotschi. Auf beinahe 3.000 Quadratkilometern beherbergt es mehr als 120 Seen. Etwa 22 Prozent des Reservats bestehen aus von Menschenhand unberührtem Wald. Er bietet eine einmalige Gelegenheit, die Natur zu genießen, spazieren zu gehen und sich auszuruhen.

Sotschi im Weihnachtsschmuck mit Palme und Tanne:

8363369597_96b1c673f1_z

Für Liebhaber der Literatur lohnt sich ein Besuch in der Puschkin-Bibliothek von Sotschi. Am Eingang grüßt eine zwei Meter hohe Skulptur des berühmten russischen Dichters aus Bronze die Besucher. Sie wurde am 27. Mai 2012 enthüllt. Zum hundertjährigen Jubiläum erhielt das eindrucksvolle Gebäude eine Restaurierung in großem Stil. Auch die Innenausstattung wurde erneuert, um dieses Bauwerk als Blickfang des Kurorts zu gestalten. Der Buchbestand umfasst Tausende von Bänden, die auch im Internet zugänglich sind. Während der Winterolympiade 2014  botdie Puschkin-Bibliothek in Sotschi besondere Kulturveranstaltungen an.

Jeden Sommer wird in der Stadt das Filmfestival Kinotavr gefeiert. Kinotavr ist zu einem führenden Markt für die einheimische russische Filmproduktion geworden. „Wenn sein Film in russischer Sprache von Russland handelt,  darf der Filmemacher an dem Wettbewerb teilnehmen”, erklärte Anna Gudkowa, die Kuratorin des Festivals, der Stimme Russlands.

Auch viele moderne Gebäude sind in der Gegend von Sotschi entstanden, nachdem sie als Austragungsort für die Winterolympiade 2014 ausgewählt wurde. Der Bolschoi-Eisdom konnte für die Endrunde in Eishockey 12.000 Zuschauer aufnehmen, während die Shajba-Arena für 7.000 Eishockey-Fans gebaut wurde. Das Eislaufzentrum in der Adler-Arena ist für 8.000 Besucher ausgelegt. Der Eisberg-Palast verfügt über eine Kapazität von 12.000 Besucherplätzen. Das Eiswürfel-Zentrum für Eisstockschießen kann 3.000 Leute aufnehmen. Das Olympische Fischt-Stadium beherbergte zur Eröffnungs- und Schlusszeremonie 40.000 Menschen.

Diese Neubauten verbessern die Infrastruktur von Sotschi und sind für die Einwohner nützlich. Durch globale Veranstaltungen, die das ganze Jahr über internationale Besucher anziehen, bringen sie zusätzliches Einkommen für die Stadt, wie Andrej Ponomarenko weiss. Der Besitzer der Firma G8 Sprachservice sagt: “Der Bolschoi-Eisdom zieht für jedes Heimspiel von Sotschis Eishockey-Mannschaft ‘Leoparden’ 7.000 bis 9.500 Zuschauer an. Der Kanal-1-Pokal wurde hier im September 2014 mit teilnehmenden Mannschaften aus aller Welt veranstaltet. Die Shaijba-Arena hat für Februar 2015 den Cirque du Soleil eingeladen. Sechs Monate lang zeigte der Eisberg-Palast ein Musical mit fünf Vorführungen pro Woche. Das Zentrum für Eislauf ist jetzt eine ganzjährig geöffnete Tennisakademie. Andere Austragungsorte boten solch hochrangige Veranstaltungen wie die Schach-Weltmeisterschaft an” (RUSSIA & INDIA REPORT, 08.02.2015).

In der kaukasischen Skistation Krasnaja Poljana wurden gleichfalls neue Konstruktionen errichtet: Der Biathlon-Ski-Komplex für Biathlon, Skilanglauf und die Nordische Kombination; der Ski-Park für Freistil und Schneebrett; der Skiort Rosa Chutor für Ski Alpin; das Zentrum Sanki für Bobsport, Rennrodeln und Skeleton; das Zentrum RusSki Gorki für Skispringen und die Nordische Kombination; das Olympische Dorf Chutor Plateau. “Reiche Russen ziehen jetzt Krasnaja Poljana den Schweizer Skiorten wie Klosters vor. Die Anzahl derer, welche sich auf den Pisten an den kaukasischen Skihängen tummeln, ist riesig” (RUSSIA & INDIA REPORT, 08.02.2015).

“Für die Pflege der Skipisten wird im Februar 2015, ein Jahr nach der Winterolympiade, modernste Technologie verwendet”, erzählt Sergej Kurdjukow. Der Journalist und Skiläufer war selbst dort. Er hat die berühmten Skipisten von Krasnaja Poljana ausprobiert und darüber im AEROFLOT-MAGAZIN (Februar 2015) berichtet. “Der Skilift fährt von der untersten Station des Kabellifts im Skidorf Rosa Chutor (560 Meter Höhe) zum Rosa-Plateau (1.170 Meter) hinauf, dann weiter nach Besedka (1.350 Meter) und schliesslich zum Rosa-Gipfel (2.320 Meter Höhe).”

Olympische Sprungschanze in Krasnaja Poljana:

Der Journalist und Skiläufer Sergej Kurdjukow schwärmt enthusiastisch von dem Skiort Rosa Chutor: “Hier war das Zentrum der Olympiade. Jetzt kann jeder diese Hänge hinunterfahren, wo Erinnerungen an die scharfen Kanten der Sieger immer noch lebendig sind. Ein Flug nach Adler und eine Zugfahrt nach Krasnaja Poljana, schon bist du hier. Oder du nimmst einen Bus. Sogar der Preis für individuellen Transport ist erschwinglich, gemessen am internationalen Standard.”

Rosa Chutor is auch ein idealer Ort für Kinder: “Ihr könnt mit der ganzen Familie kommen. Es gibt eine Skischule für jene, die ihre Fertigkeiten verbessern wollen, auch im Schneebrettfahren. Kinder können sich in den Spielzimmern aufhalten oder erste unabhängige Schritte an den Hängen im Kinderklub unter Aufsicht von Skilehrern unternehmen.”

 Bergkulisse des Kaukasus bei Krasnaja Poljana:

 6854306560_b47b395090_z

Der Skiort Rosa Chutor wächst und verwandelt sich nach und nach in eines der wichtigsten Skizenten der Welt”, schreibt Sergej Kurdjukow im AEROFLOT MAGAZIN (Februar 2015). “Es wäre eine gute Idee, bald hinzufahren um zu sehen, was es Neues gibt. Rosa Chutor ist jetzt eine Skistation der Weltklasse. Die olympischen Pisten wurden von dem legendären Bernhard Russi geplant. Er passte sie perfekt dem natürlichen Terrain an, so dass sie mit der umgebenden Landschaft verschmelzen. Die Abfahrten geben den Skiläufern Gelegenheit zu Schwung oder Schuss. Und der Schnee! Für so frischen Pulverschnee nach einem Schneefall – einmalig hier in Meeresnähe – würde mancher Skiläufer bedenkenlos seine Seele opfern.”

Sergej Kurdjukow hat es selbst ausprobiert: “Hier in Rosa Chutor ist alles ehrlich und rauh. Die Berghänge sind mächtig, steil und wild. Das stärkste Gefälle der markierten und präparierten Pisten beträgt 70 Prozent. Man fühlt sich wie ein Tier in der Tierwelt – und sie sind tatsächlich ganz in der Nähe, es gibt wilde Tiere im Nationalpark. Nur einen Liftsessel entfernt von den Luxushotels kann man diese Naturschönheiten betrachten.”

7000419333_e3625b502a_z

Rosa Chutor: 77 km Pisten mit Gefälleunterschieden von 1.745 m; Skipass für Erwachsene in der Hochsaison (Januar bis März) 1.850 Rubel (1 Tag), 9.700 Rubel (6 Tage)

Bergkarussell: 30 km Pisten mit Gefälleunterschieden von 1.340 m; Skipass für Erwachsene in der Hochsaison (Januar bis März) 1.400 Rubel (1 Tag), 6.000 Rubel (5 Tage)

Laura: 2.320 km Pisten auf 910 m bis 1.460 m Höhe; Schwierigkeitsgrade von “Grün” bis “Schwarz”; viele Möglichkeiten für Skilangläufer; Skipass für Erwachsene in der Hochsaison (Januar bis März) 1.500 Rubel (1 Tag), 8.000 Rubel (7 Tage)

8316768063_db4a3f8270_z

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Südfrankreich. Ihr Blog:

https://olivia2010kroth.wordpress.com

Acerca de olivia2010kroth

Escritora y periodista: Pravda
Esta entrada fue publicada en Rusia y etiquetada , , , , , , , , , , , . Guarda el enlace permanente.

Responder

Introduce tus datos o haz clic en un icono para iniciar sesión:

Logo de WordPress.com

Estás comentando usando tu cuenta de WordPress.com. Cerrar sesión / Cambiar )

Imagen de Twitter

Estás comentando usando tu cuenta de Twitter. Cerrar sesión / Cambiar )

Foto de Facebook

Estás comentando usando tu cuenta de Facebook. Cerrar sesión / Cambiar )

Google+ photo

Estás comentando usando tu cuenta de Google+. Cerrar sesión / Cambiar )

Conectando a %s