Olivia Kroth: Russland und China kooperieren als Nachbarn und in BRICS

Russland und China kooperieren als Nachbarn  und in BRICS

von Olivia Kroth

Seit der Gründung von BRICS haben sich die Beziehungen zwischen Russland und China mächtig intensiviert. Der neueste Erfolg dieser Kooperation ist ihr Währungstausch, der beiden Ländern ermöglicht, direkte Transaktionen in russischen Rubeln und chinesischen Yuan durchzuführen. Vergleichbarer Währungstausch wird auch zwischen Russland und China mit anderen Mitgliedsstaten von BRICS vorbereitet. Ein Grossteil an russischem Erdöl und Naturgas wird in Rubeln und Yuan gehandelt. Anfang März 2016 berichtete die russische Zentralbank, dass der russisch-chinesische Währungstausch erfolgreich erprobt worden sei und im Lauf dieses Jahres implementiert werden solle. Der Umfang des Währungsabkommens, auf welches sich China und Russland im Oktober 2014 einigten, um Zahlungen für Exporte zu erleichern, beträgt insgesamt 815 Milliarden Rubel und 150 Milliarden Yuan (TASS, 02.03.2016).

Im Dezember 2015 stellte Russlands Bank VTB24 fest, dass der chinesische Yuan sich unter den fünf beliebtesten Auslandswährungen ihrer Kunden befand: “Binnen eines Monats wurden in den Filialen unserer Bank Währungstauschaktionen im Wert von circa vier Millionen Yuan getätigt.”  Das grösste Transaktionsvolumen wurde in Wladiwostok notiert, in einer Stadt unweit der chinesischen Grenze. VTB24 begann am 2. November 2015, chinesische Yuan zu kaufen und verkaufen (TASS, 01.12.2015).  Nicht nur wegen BRICS, sondern hauptsächlich wegen der direkten Nachbarschaft wollen die russischen und chinesischen Banken entlang der Landesgrenze in ihren nationalen Währungen kooperieren. Schon im Sommer 2015 hatten sich Russlands Sberbank Ferner Osten und Chinas Harbin-Bank auf Kooperation in ihren nationalen Währungen geeinigt und eine Vereinbarung  unterschrieben, im Aussenhandel  ihre eigenen Währungen Rubel und Yuan zu nutzen. Die Vereinbarung umfasst auch gemeinsame Handelsfinanzierung und Darlehen (TASS, 25.09.2015).

Harbin hat eine zentrale Position in den chinesisch-russischen Beziehungen. Die Distanz zwischen Harbin und Wladiwostok beträgt nur 500 Kilometer. Harbin ist die Hauptstadt der Provinz Heilongjiang und mit circa zehn Millionen Einwohnern die grösste Stadt in Nordostchina. Die erste und zweite China-Russland Expo fand 2014 und 2015 in Harbin statt. Harbin Taiping ist der größte internationale Flughafen in Nordchina, von hier aus gibt es Direktflüge nach Russland. Zudem ist Harbin ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt Nordostchinas, mit Zugverbindungen nach Russland. In Harbin befinden sich 19 Hochschulen mit rund 70.000 Studierenden. Die Technische Universität Harbin gehört zu den zehn besten chinesischen Universitäten. Überdies gibt es 22 Erwachsenenhochschulen mit rund 116.000 Studierenden. Harbin ist ein Industriestandort für Automobil-, Chemie-, Lebensmittel-, Leicht- und Textilindustrie sowie Elektronik, Maschinenbau und Medizin. Eine wichtige Rolle spielt auch die Herstellung von Flugzeugen, Kraftwerksausrüstungen, Messinstrumenten und Omnibussen. Die Winter sind in Harbin sehr kalt und dauern von Oktober bis April. In den Nächten kann die Temperatur bis auf −40 °C sinken. Harbins Einwohner haben sich in der Kunst der Eisfigurenherstellung perfektioniert, so ist die Stadt unter anderem berühmt für ihr winterliches Eisfigurenfestival.

Die chinesische Stadt Harbin im Winter:

Dieses Jahr wird die China-Russland Expo im russischen Ural stattfinden: “Die dritte China-Russland Expo ist für den 11. bis 15 Juli 2016 in der russischen Stadt Jekaterinburg geplant. Diese fünftägige Messe wird Produkte, Projekte und Technologien aus den Bereichen von Bildung und Erziehung, Finanzen, Forst- und Landwirtschaft, Gerätebau, regionale Entwicklung, Ressourcenentwicklung und Tourismus präsentieren. Die Ausstellung ist eine wichtige Plattform für bilaterale Kooperation in Handel und Wirtschaft. Sie wird von dem chinesischen Wirtschaftsministerium, der Regierung der Provinz Heilongjiang, dem russischen Ministerium für Wirtschaftsentwicklung  sowie dem russischen Ministerium für Industrie und Handel gemeinsam ausgerichtet (CHINA DAILY, 15.02.2016).

Jekaterinburg (Екатеринбург) ist die viertgrösste Stadt der Russischen Föderation und das Verwaltungszentum der Oblast Swerdlowsk im Uralgebirge. In Jekaterinburg leben 1,35 Millionen Menschen. Die Stadt ist das Industriezentrum des Föderationskreises Ural. Schon seit dem frühen 18. Jahrhundert gibt es in der Stadt Ansiedlungen der Metallindustrie. Neben dem Maschinenbau sind Metallverarbeitung und -verhüttung, Lebensmittelproduktion, Holzverarbeitung und chemische Industrie vertreten. Einen Schwerpunkt bildet mit über 40 angesiedelten Unternehmen die Produktion von Rüstungsgütern. Jekaterinburg ist auch ein Zentrum des russischen Banken- und Finanzwesens. Jekaterinburg ist überdies einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte im Ural mit dem internationalen Flughafen Kolzowo und einer Anbindung an die Transsibirische Eisenbahn. Die Stadt verfügt über etwa 30 verschiedene Bildungsakademien, Hochschulen und Universitäten.  Mehrere Theater mit Oper, Ballett, und Komödien, eine Philharmonie, eine Kunstgalerie und eine Vielzahl von Museen sorgen für das kulturelle Leben der Stadt. Bekannt ist vor allem ein großer Museumspark für den Bergbau im mittleren Ural.

Die russische Stadt Jekaterinburg im Ural:

Ein sehr wichtiger Sektor der chinesisch-russischen Handelsbeziehungen ist die Lieferung von russischem Naturgas nach China. “Zurzeit konstruiert Gazprom die Gasleitung ‘Kraft von Sibirien’ , um aus den sibirischen Gasproduktionszentren in Jakutsk und Irkutsk Gas nach China zu schicken. Ihre Kapazität wird 68 Milliarden Kubikmeter pro Jahr betragen. Im Mai 2014 unterzeichneten die Vertreter von Gazprom und der nationalen China-Petroleum-Korporation einen Vertrag mit Laufzeit von 30 Jahren. China soll Naturgas über zwei Wege erhalten: Die östliche Route versorgt China mit 38 Milliarden Naturgas im Jahr. Die 2.700 Kilometer lange westliche Route schickt jährlich 30 Milliarden Kubikmeter Naturgas aus den Feldern von Westsibirien nach China. Diese westliche Route heisst ‘Kraft von Sibirien 2’. Sie soll durch das Altaigebirge Westsibiriens nach China führen. Der Beginn der Gaslieferungen ist für 2019 geplant” (TASS, 03.03.2016).

Bau der Gasleitung ‘Kraft von Sibirien’ nach China:

Russland und China arbeiten auch im Bereich der Kommunikation eng zusammen. Im Sommer 2015 eröffnete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua eine offizielle Internetseite in Russlands grösstem sozialem Netzwerk Vkontakte, welches über 6.000 Teilnehmer verfügt. Georgi Lobuschkin, der Sprecher von Vkontakte, sagte: “Xinhua ist einer der weltweit führenden Nachrichtenagenturen. Deshalb sind wir glücklich über ihre Präsenz bei uns. Vkontakte hat bereits die Kooperation mit den chinesischen Kollegen begonnen.  Wir hoffen, dass Xinhua unseren russischen Internetnutzern Neuigkeiten aus China und über wichtige internationale Ereignisse bringen wird” (TASS, 02.09.2016).

Von russischer Seite hat Yandex, Russlands grösste Internetfirma, ein Büro in Schanghai eröffnet.  Hier wollen die Mitarbeiter von Yandex chinesische Firmen, die auf dem russischen Markt arbeiten, bei ihren Dienstleistungen im Internet mit Technologie von Yandex unterstützen. Der Pressedienst von Yandex teilte mit: “Yandex stellt grosses Interesse bei chinesischen Herstellern von Konsumgütern wie Kleidung, Schuhen und Accessoires fest, auch bei Produkten für Kleinkinder, mobilen Telefonen, elektronischen Geräten, Kosmetik, Autoteilen sowie Dienstleistungen für die Buchung von Hotels und Flügen. Chinesische Online-Verkaufsseiten, zum Beispiel JD.com, Lightinthebox und DHGate, arbeiten zurzeit mit Werbung bei Yandex. Chinesische Transportfirmen wie die Fluggesellschaft Hainan oder Produktionsfirmen wie ZKTeco nützen gleichfalls Yandex” (TASS, 10.09.2016). Yandex ist Russlands am häufigsten genutztes Internetportal mit der beliebtesten Suchmaschine. Der Nettoverdienst von Yandex betrug 2014 auf 17 Milliarden Rubel.

 Russlands soziales Netzwerk Vkontakte im Internet:

China und Russland pflegen seit dem 17. Jahrhundert ihre stabile und verlässliche Freundschaft. 1618 besuchte der sibirische Kosake Iwan Petlin (Иван Петлин) zum ersten Mal die kaiserliche Stadt Peking zur Zeit des Kaisers Wanli aus der Ming-Dynastie. Danach entwickelten sich Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern. 1654 wurde Fjodor Bajkow der erste russische Botschafter in China. Tsar Alexis schickte Fjodor Isakowitsch Bajkow (Фёдор Исакович Байков, 1612-1663) an den Hof des Kaisers Shunzhi aus der Qing-Dynastie, um einen Vertrag über Handel zwischen Moskau und Peking zu erhalten. Die chinesisch-russischen Beziehungen wurden im 20. Jahrhundert sehr intensiv, als beide Länder sich dem Kommunismus zuwandten. Ab 1923 gab die Sowjetunion der Kommunistischen Partei von China (CPC) Unterstützung. 1928 wurden offiziell die diplomatischen Beziehungen zwischen den kommunistischen Regierungen von China und der Sowjetunion etabliert. Mittlerweile sind die menschlichen Kontakte durch Austauschprogramme erweitert. 2015 wurde zum Jahr der chinesisch-russischen Jugend ausgerufen. 2016 ist das Jahr der chinesisch-russischen Medien.

In einer Zeremonie am 17. Dezember 2015 lobte der chinesische Premierminister Li Keqiang in Peking den Jugendaustausch beider Länder, welcher “eine lange und grosse Geschichte und Kultur” repräsentiere.  Er erwähnte auch die Beliebtheit mancher chinesischer Filme in der Russischen Föderation, zum Beispiel der Chinesische Macher und Hallo China. Diese Filme hatten in Russland mehr als 100 Millionen Zuschauer.  “Wenn junge Menschen die aktivsten Zellen der Gesellschaft darstellen, so sollten die Medien ihre wichtigsten Nerven sein. Sie sollten als effektivster Kanal den Generationenwechsel und die zwischenmenschlichen Beziehungen leiten”, betonte Li Keqiang in seiner Rede. Er drückte seine Hoffnung aus, dass die Medien von China und Russsland “ein tieferes Verständnis der nationalen Bedingungen und Kulturen beider Länder” fördern könnten. Sie sollten auch die Kommunikation beider Völker erleichtern und “klare Signale senden, dass chinesisch-russische Kooperation auf allen Ebenen stattfindet, um in der Region sowie der ganzen Welt Stabilität und Frieden zu wahren.”

http://english.gov.cn/premier/news/2015/12/17/content_281475255759473.htm

Kaiser Wanli (1563 – 1620) empfing 1618 den sibirischen Kosaken Iwan Petlin in Peking:

Im Tourismus findet ebenfalls reger Austausch zwischen China und Russland statt. 2014 besuchten circa 1,2 Millionen Chinesen Russland, zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Die chinesischen Touristen fanden Moskau und Sankt Petersburg besonders attraktiv, ausserdem Sotschi, Kasan, Sibirien und den russischen Fernen Osten. Russische Bürger unternahmen 2014 etwa zwei Millionen Reisen nach China (TASS, 10.02.2015). Im Jahr 2015 kamen 2,5 Millionen Chinesen als Touristen in die Russische Föderation. Ihre Zahl soll sich bis 2020 verdreifachen, wie der stellvertretende Leiter der russischen Agentur für Tourismus sagte (TASS, 28.10.2015).

Chinesische Touristen interessieren sich für die gemeinsame kommunistische Vergangenheit beider Länder. “Roter Tourismus” wird als Thema für Touren zu historischen Gedenkstätten angeboten mit Bildungsprogrammen zur Geschichte des Kommunismus in China und der Sowjetunion.  Die staatliche Touristenverwaltung von China teilte mit, dass “Roter Tourismus” sehr beliebt sei. Im Lauf der letzten zehn Jahre nahmen mehr als vier Milliarden Chinesen an Programmen des “Roten Tourismus” in Russland teil. Jedes Jahr steigt die Flut der Besucher um durchschnittlich 16 Prozent. “Vor kurzem unterzeichneten der Leiter des Lenin-Gedächtnismuseums in Uljanowsk und der stellvertretende Direktor  für chinesischen Tourismus, Liu Shaoqi, eine Vereinbarung über Zusammenarbeit. Sie wollen gemeinsame wissenschaftliche Konferenzen abhalten und Themen-Ausstellungen austauschen. Diese Vereinbarung ist ein weiterer Schritt zur Entwicklung des Tourismuspotentials in beiden Ländern.  Sotschi ist seit der Olympiade 2014 ebenfalls ein beliebtes Urlaubsziel geworden. Ausser Besichtigungstouren bietet Sotschi den Touristen verschiedene sportliche Aktivitäten an, zum Beispiel Schneebrettfahren, Skilaufen, Kayakfahren auf Flüssen, Bergwanderungen und Gummiseil-Springen in Schluchten” (SPUTNIKNEWS, 18. 09. 2015).

Lenin-Gedächtnismuseum in Uljanowsk an der Wolga:

Ein weiteres wichtiges Kooperationsprojekt für China und Russland ist die neue Seidenstrasse. In Wirklichkeit ist diese Idee nicht neu. Die Seidenstrasse gab es bereits im 2. Jahrhundert nach der Zeitenwende, sie wurde von der chinesischen Han-Dynastie errichtet und verband als Netzwerk von Handelswegen den asiatischen Kontinent mit Europa. Die alte Seidenstrasse führte von China zum Mittelmeer. Den Chinesen war sehr daran gelegen, den Transport ihrer Waren auf der Seidenstrasse zu sichern. Ausser Waren wurden auch Kulturgüter transportiert. So diente die Seidenstrasse als Transport für Kulturen und Zivilisationen aus Asien nach Europa und umgekehrt. Sie wurde von Arabern, Armeniern, Chinesen, Griechen, Indern, Persern, Römern, Syrern und anderen Mittelmeeranrainern genutzt. Nun wollen China und Russland im 21. Jahrhundert diese antike Handelsroute erneuern und wieder aufleben lassen. 2013 schlug der chinesische Präsident Xi Jinping vor, eine neue Seidenstrasse einzurichten, um den Transport von Waren vom Pazifischen Ozean bis zur Ostsee zu erleichtern. Dieses Riesenprojekt soll die wirtschaftlichen Bindungen in Asien stärken.

Russland und China haben eine Verbeinbarung zum Bau der Trasse für den Schnellzug von Moskau nach Kasan geschlossen. Diese Zuglinie stellt einen Abschnitt der neuen Seidenstrasse dar. Beide Lände wollen ein gemeinsames Forschungsinstitut einzurichten, um die Konstruktion der Trasse durch moderne Technologie zu unterstützen. An diesem Forschungsinstitut sind die Staatliche Moskauer Universität für Zugkonstruktionen und die Staatliche Sankt Petersburger Universität für Transport beteiligt. Die Eisenbahntrasse wird eine Länge von 770 Kilometern aufweisen. Die Züge werden mit einer Geschwindigkeit von 350 bis 400 Kilometern pro Stunde auf ihr fahren. Diese Geschwindigkeit verkürzt die Fahrzeit von derzeit 14 auf drei Stunden zwischen Moskau und Kasan in Tatarstan. Später soll die Eisenbahnlinie nach Kasachstan und China verlängert werden mit einer Länge von insgesamt 7.700 Kilometern. Die Fahrzeit von Moskau bis zur Endstation in China soll 33 Stunden statt wie zurzeit 130 Stunden betragen. Es wird mit durchschnittlich 195 Millionen Passagieren pro Jahr auf dieser Route gerechnet (TASS, 04.09.2015).

Der östliche Abschnitt der antiken Seidenstrasse führte durch China, die Mongolei und Pakistan:

Um Sicherheit für die Lastwagen zu gewährleisten, welche auf der Seidenstrasse fahren, wollen China und Russland  ihre Navigationssysteme Beidu und GLONASS koordinieren. “Russland hat die Möglichkeit ins Spiel gebracht, dass  russische Experten ihre Erfahrungen zur Verfügung stellen, um Kontrollsysteme zu schaffen, mit denen der Verkehrsfluss, insbesondere von Schwerlastern, effektiv kontrolliert werden kann. Auch russische Navigationstechnologie für Versicherungen ist im Gespräch” (TASS, 03.09.2016). Russische und chinesische Spezialisten planen ein Projekt zur Schaffung eines internationalen, globalen Navigationssystems für die BRICS-Staaten. Das System basiert auf Beidu aus China und GLONASS aus Russland. Es nutzt modernste Technologien zur globalen Positionsbestimmung. In der Endphase der Entwicklung soll das Navigationssystem in Brasilien, Russland, Indien, China (BRICS) sowie in Pakisten, Tadschikistan, Kirgistan und Usbekistan angewandt werden (SPUTNIKNEWS/RUSSIA & INDIA REPORT, 16.12.2015).

China and Russland arbeiten auch gemeinsam auf anderen Gebieten der Forschung. So wurde ein russsisch-chinesisches Forschungszentrum für supraleitende Protonen in der chinesischen Stadt Hefei eingerichtet, das Institut für Nuklearforschung aus Moskau ist beteiligt. China und Russland kooperieren seit mehr als 30 Jahren in der Forschung von Kernfusion. Die Partnerschaft weitet sich in diesem Bereich stetig aus. Innerhalb der nächsten drei Jahre planen die Ingenieure des Zentrums, ein Mittel zur Behandlung von Krebs und anderen schweren Krankheiten zu entwickeln. Bis 2017 sollen in China die Hauptbestandteile des Mittels hergestellt werden. Für 2018 ist die Erprobung in beiden Ländern vorgesehen. Der Einsatz von hochenergetischen Protonen und Schwerionen wird es ermöglichen, Krebstumoren direkt zu beeinflussen, ohne die gesunden Zellen des menschlichen Körpers zu zerstören (TASS, 21.12.2015).

Russisches Navigationssystem GLONASS:

Einer der sichtbarsten Bereiche chinesisch-russischer Kooperation ist natürlich die militärische Verteidigung. In den letzten Jahren sind beide Länder dazu übergegangen, regelmässig gemeinsame Militärübungen abzuhalten. Militärische Zusammenarbeit ist das sichere Fundament der Partnerschaft zwischen Russland und China. Sie stabilisiert zudem die internationale Lage, wie der russische Verteidigungsminister Sergej Shoigu meint. “Im August 2015 hielten Russland und China ein gemeinsames Marinemanöver ab, bei dem 20 Flugzeuge, 22 Schiffe, 40 Panzerwagen und 500 U-Boote zum Einsatz kamen. Russisches und chinesisches Militär trainierte den Einsatz gegen feindliche Sabotage, U-Boote, Schiffe und Verteidigung des Luftraums. Auch Schiessübungen auf verschiedene Arten von Land-, Luft- und Unterwasserzielen wurden durchgeführt. Dieser Einsatz fand in der Peter-der-Grosse-Bucht statt. Sergej Shoigu lud überdies Vertreter der chinesischen Verteidigungsindustrie ein, an dem Militärforum 2016 teilzunehmen, welches in dem neuen Patrioten-Expopark der Region Moskau stattfinden wird” (RUSSIA TODAY, 02.09.2015).

China kaufte als erstes Land Su-35 Kampfflugzeuge von Russland: “Russland und China haben einen Kaufvertrag für 24 Suchoi Su-35 Kampfflugzeuge abgeschlossen. China ist somit offiziell der erste ausländische Käufer des russischen Geräts. Dieser Vertrag hat keine Vorläufer in der Geschichte militärischer Flugzeugverkäufe. Die Flugzeugproduktionsstätte Gagarin Komsomolsk-am-Amur in Russlands Fernem Osten wird für die chinesische Luftwaffe diese 24 Su-35 Kampfflugzeuge produzieren. Sie gehört zu Suchoi, Russlands grösstem Flugzeughersteller. Die neu überarbeitete Version von Su-35 ist ein Langstreckenjäger mit einer Höchstgeschwindigkeit von 2.095 km/h bzw. Mach 2,00 (auf 10.975 m). Die maximale Reichweite beträgt 3.680 km (TASS, 19.11.2015).

Chinesisches Militär unterwegs nach Russland zum gemeinsamen Manöver “Friedensmission 2013”:

Den Regierungen beider Länder ist bewusst, dass es einer guten Vorbereitung für potentiell ausbrechende Kriege bedarf, um den Frieden zu gewährleisten. Dies wurde mit diplomatischen Worten von Präsident Wladimir Putin und Präsident Xi Jinping im September 2015 bei einem Treffen in Peking ausgedrückt, als der russische Präsident China besuchte. Xi Jinping begrüsste den Staatsgast aus Russland so: “China und Russland sind Sieger im II. Weltkrieg, ständige Mitglieder des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen und zwei grosse eurasische Staaten, deshalb tragen sie eine schwerwiegende Verantwortung für Frieden in der Region sowie weltweit. Es sollte betont werden, dass wir beide an den Veranstaltungen teilnahmen, die auf chinesischer und russischer Seite organisiert wurden. Dies ist ein bedeutender Beitrag zum Frieden in der Region und in der Welt, ein positiver Beitrag zur Entwicklung der Menschheit. Wir sind dabei, eine enge strategische Kooperation zu entwickeln, und hoffen, dass sie sogar noch enger wird.”

Wladimir Putin antwortete: “Im Namen der russischen Delegation möchte ich Ihnen für die Einladung danken, an den Veranstaltungen teilnehmen zu können, mit denen China seinen Sieg im II. Weltkrieg feiert. Sie sagten soeben, dass wir durch strategische Beziehungen verbunden sind, und wie wir sagen, durch eine umfassende Partnerschaft. Wir sollten alles, was möglich ist, tun, um in der Zukunft grosse militärische Konflikte zu verhindern und alle bewaffneten Konflikte auf ein Minimum zu beschränken. Ich muss sagen, dass wir das Niveau der Beziehungen schätzen, welches Russland und China nun erreicht haben.”

http://en.kremlin.ru/events/president/news/50228

Wladimir Putin und Xi Jinping:

Weder China noch Russland sind daran interessiert, dass Eindringlinge von aussen auf dem asiatischen Kontinent Chaos und Unruhe stiften. Ihre eindrucksvolle militärische Aufrüstung und Allianz währen des letzten Jahrzehnts ist ein sicheres Zeichen dafür, dass Asien den Asiaten gehört und dass fremdes Militär im asiatischen Kontinent nicht willkommen ist. Zusammengerechnet umfassen die Russische Föderation und die Volksrepublik China eine Landmasse von 27 Millionen Quadratkilometern. Sie werden von 1,5 Milliarden Einwohnern bewohnt. Dies ist der grösste und menschenreichste Teil Asiens und der ganzen Welt. Die Bürger von China und Russland werden am besten geschützt, wenn beide Staaten regelmässig gemeinsame Militärübungen durchführen. Sie müssen auch den asiatischen Kontinent zu Land und zur See überwachen. Dank beider Präsidenten, Wladimir Putin und Xi Jinping, kann diese Hoffnung auf Frieden in Asien und der ganzen Welt erfüllt werden.

 Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Südfrankreich. Ihr Blog:

http://Olivia2010kroth.wordpress.com

Acerca de olivia2010kroth

Escritora y periodista: Pravda
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