Olivia Kroth: Olympisches Gold für Russland bei den Sommerspielen Rio 2016

 Olympisches Gold für Russland bei den Sommerspielen Rio 2016

von Olivia Kroth

280 russische Athleten reisten nach Rio de Janeiro zu den Olympischen Sommerspielen 2016. Wegen einer in Nordamerika initiierten Schmierkampagne gegen die Russische Föderation und den russischen Sport waren es 120 weniger als geplant. Glücklicherweise spielte der amtierende Präsident des Olympischen Komitees, Thomas Bach, das üble Spiel nicht mit, sondern delegierte die Entscheidungen über eine Teilnahme russischer Sportler an die Weltverbände der einzelnen olympischen Disziplinen. Nach ihrer Ankunft in Rio de Janeiro wurden die russischen Athleten vom russischen Generalkonsul und der russischen Diaspora in Brasilien am Internatiolen Flughafen Galeao begrüsst. Zahlreiche in Brasilien lebende Russen waren zum Flughafen gekommen, um ihre Landsleute mit russischen Flaggen und russischen Liedern enthusiastisch zu feiern. Alles in allem schnitt die russische Olympiamannschaft in Rio sehr gut ab und gewann 56 Medaillen: 19 Gold, 18 Silber und 19 Bronze. Sogar ohne angebliches Doping sind die Russen hervorragende Athleten, wie sie in Rio 2016 einmal mehr bewiesen.  

Am 27. Juli empfing Präsident Wladimir Putin die russische Olympiamannschaft im Alexandersaal des Kremlpalastes. In seiner Ansprache wünschte er den russischen Sportsleuten viel Glück und Erfolg: “Sie haben alle in den letzten Jahren lange und hart trainiert, um für dieses grosse Ereignis vorbereitet zu sein. Sie alle haben das Recht verdient, Russlands sportliche Ehre zu verteidigen. Bedauerlicherweise werden Sie nicht alle die Chance erhalten, Ihre Träume in Rio zu verwirklichen. Wir sehen, dass kurzsichtige Politiker sich jetzt auch in den Sport einmischen, obgleich der Sport eigentlich die Völker vereinen und Differenzen zwischen Ländern ausgleichen sollte. Die derzeitige Situation überschreitet legale Grenzen und sogar die Grenzen des gesunden Menschenverstands. Die gegen die Athleten unseres Landes gerichtete Schmierkampagne zeigt eine heuchlerische Doppelmoral und verfolgt Kollektivschuld. Eine solche Vorgehensweise passt nicht zum Sport und ist illegal.”

http://en.kremlin.ru/events/president/news/52588

Wladimir Putin und Thomas Bach freuen sich über die Erfolge russischer Sportler in Rio de Janeiro:

Am 4. August wurde die russische Flagge im olympischen Dorf von Rio de Janeiro gehisst, wo die Sportler während der Sommerspiele wohnten. An der Zeremonie nahmen der Präsident des russischen Olympiakomitees, Alexander Schukow, der Leiter der russischen Delegation, Igor Kasikow, Athleten und Trainer teil.  “Wir sind guter Stimmung”, verkündete Alexander Schukow. Youtube-Videos zeigten die Russen, wie sie am Strand von Copacabana entlang wanderten und in die Fluten tauchten. Die Einwohner dieses lebhaften Stadtviertels freuten sich, russische Sportler zu sehen, die zu den besten der Welt gehörten.

Russland und Brasilien pflegen ihre engen Bindungen. Beide Länder sind Mitglieder des Staatenbunds BRICS. Beide Nationen verfolgen gemeinsame Ziele in Politik, Wirtschaft, Kultur und im Sport. Laut Wladimir Tokmarow, dem russischen Generalkonsul in Rio de Janeiro, waren 12.000 Russen nach Rio gereist, um die Olympischen Sommerspiele 2016 zu erleben. Es war eine grosse Chance für sie, ihren eigenen Sportlern Beifall zu klatschen, aber auch für Reisen Brasilien, um Land und Leute kennenzulernen (TASS, 04.08.2016).

Der erste russische Sportler, der olympisches Gold gewann, war Beslan Mudranow (Беслан Заудинович Мудранов). Am 6. August 2016 gewann er Gold beim Judo in der Gewichtsklasse bis 60 kg.  Er siegte im Finale über den Kasachen Jeldos Smetow. Marius Vizer, Präsident des Internationalen Judoverbands, gratulierte dem Olympiasieger zu seinem Erfolg: “Ich beglückwünsche den russischen Sportler an diesem grossartigen Tag. Er ist ein Olympiasieger. Viel Glück für Beslan auch in der Zukunft!”

Beslan Mudranow erzählte Journalisten, dass er vor dem Finale in Rio keine Angst spürte. “Ich bin sehr glücklich, dass ich die erste Goldmedaille für Russland gewann. Sicher wird sie nicht die letzte sein. Beim Kampf war ich ruhig und gefasst. Wenn man nervös ist, wird es nichts mit dem Sieg. Beim Judo ist der mentale Zustand am wichtigsten”, sagte der russische Judoka. Er erzählte auch, dass sein Kampfpartner im Finale eine neue Taktik gegen ihn anwendete. “Ich habe schon früher mit ihm gekämpft, aber heute fing er mit einem ungewöhnlichen Stil an. Ich wusste zuerst nicht, was ich tun sollte, ich musste mich darauf einstellen”, sagte Beslan Mudranow (TASS, 07.08.2016).

Der Sieg des russischen Judoka Beslan Mudranow in der Gewichtsklasse bis 60 kg ist der erste für die russische Mannschaft in Rio. Es war für alle Russen ein psychologisch sehr wichtiger Sieg, da die Mannschaft unter grossem Druck stand aufgrund der Ereignisse im Vorfeld der Olympischen Spiele. Chasanbi Taow, Haupttrainer der russischen Ringer, sagte Journalisten von TASS: “Wir erinnern uns sehr gut daran, dass der russische Präsident Wladimir Putin einmal auf einer Pressekonferenz äusserte, die Kabardiner seien sogar besser als die Japaner im Judo. Präsident Putin liebt Judo und unterstützt diese Sportart. Ich denke, der Präsident wird über Beslans Sieg sehr erfreut sein. Ich bin sicher, dass unsere Mannschaft von Ringern weiterhin gute Leistungen zeigen wird. Die Mannschaft ist gut trainiert.”

Der russische Judoka Beslan Mudranow ist am 7. Juli 1986 in Baksan, Kabardino-Balkarien, geboren. Vor der olympischen Goldmedaille hatte er bereits 2012 und 2014 zweimal Gold in den Europäischen Judomeisterschaften gewonnen. Er begann mit 13 Jahren zu kämpfen, erst als Freistilringer, später mit Sambo, einer russischen Kampfsportart, schliesslich mit Judo. Beslan Mudranow ist verheiratet und hat eine Tochter.

Russische Teilrepublik Kabardino-Balkarien im Nordkaukasus:

Die Ehefrau des Siegers, Diana Mudranowa, erzählte, wie sie in der Heimatstadt Baksan Beslans Sieg feierten: “Hier zuhause versammelten sich alle Verwandten, Freunde und sogar frühere Klassenkameraden. Als sein Name in Rio als erster russischer Olympiasieger verkündet wurde, stieg ein Feuerwerk über Baksan auf, das den Himmel hell erleuchtete. Alle tanzten, sangen, schrien oder weinten vor Freude. Sogar die Kinder blieben auf und schauten zu, wie Beslan gewann! Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie glücklich wir sind! Wir sind so stolz auf Beslan! Wir haben keine Worte, nur Gefühle! Als wir anriefen, konnten wir ihn nicht erreichen. Nun warten wir auf den Moment, wenn wir seine Stimme hören werden. Seine vierjährige Tochter Samira schrieb ein rührendes Gedicht für den Papa in der Hoffnung, dass es ihn zum Siegen inspirieren würde. Die geistigen Kräfte, der Siegeswille, die Jahre der Übung und die warmen Worte der Liebe von zuhause haben alle zum Resultat geführt: Beslan Mudranow brachte seinem Land die erste Goldmedaille” (KOMSOMOLSKAYA PRAVDA KUBAN, 07.08.2016).

Schliesslich kursierte ein Video der kleinen Samira auf Twitter: “Mein Papa ist ein Sieger, er ist der stärkste Mann auf der Welt, einer in einer Million, er ist einmalig.” Man hörte die kleine dunkelhaarige Schönheit auf Russisch: “Мой папа чемпион, oн самый в мире сильный, oдин на миллион, tакой неповторимый.”

http://m.kuban.kp.ru/daily/26564/3580971/

Olympische Goldmedaille für Russlands Judoka Beslan Mudranow:

Am 8. August 2016 gewann die russische Säbelfechterin Jana Jegorjan Eine Goldmedaille, als sie in der Endrunde mit 15:14 über ihre russische Mannschaftskollegin Sophia Welikaja siegte. Nach dem Sieg sagte sie: “Ich weiss nicht, woher ich die Kraft und Nervenstärke nahm, aber ich bin sehr glücklich über diesen Sieg. Es ist schade, dass es nicht zwei Goldmedaillen für uns beide gibt, denn Sophia ist eine grossartige Fechterin. Aber so sind nun einmal die Regeln (MATCH TV, 09.08.2016). “Russlands Jana Jegorjan hat den Einzelwettkampf der Frauen im Säbelfechten gewonnen, indem sie von ganz hinten nach vornne aufrückte, um Gold mit nach Hause zu nehmen. Es war keine leichte Übung für Jana Jegorjan, die gegen ihre eigene Mannschaftskameradin Sophia Welikaja antreten musste, die beste Säbelfechterin der Welt. Der Neuling und der alte Hase … Es war ein harter Kampf, beide Fechterinnen erhielten alternierend Punkte. Unbeirrt erzielte Jana Jegorjan fünf Punkte hintereinander, welche sie zum Sieg führten. Jana Jegorjan hat sich in den letzten Jahren von unten ganz nach oben hochgearbeitet und ihren Platz unter den 10 besten Säbelfechterinnen der Welt zementiert” (NBC, 08.08.2016).

Nach ihrem Sieg wurde sie von Journalisten gefragt, wie ihr Brasilien gefalle. Sie antwortete: “Es gefällt mir hier sehr gut. Wir leben ausserhalb des Olympischen Dorfs in einem netten, ruhigen Ort, 100 Kilometer von Rio entfernt. Dort werden wir gut versorgt: ein Koch bereitet unsere Mahlzeiten zu, wir haben auch einen Fitnessraum. Ich habe das Olympische Dorf besucht, doch nach wenigen Stunden war ich müde von dem Lärm und den vielen Leuten” (SPORT EXPRESS.RU, 09.08.2016). 

Jana Karapetowna Jegorjan (Яна Карапетовна Егорян) ist am 20. Dezember 1993 in der armenischen Hauptstadt Jerewan geboren. Seit 1999 lebt und trainiert sie in Chimki, Oblast Moskau. Ihre Mutter lebt gleichfalls in Chimki, der Vater in Jerewan. Jana Jegorjan gewann bereits zweimal die Silbermedaille in europäischen Juniorenmeisterschaften (2009 und 2010). Bei den Weltmeisterschaften der Junioren 2010 in Baku, Aserbaidschan, erreichte sie den 5. Platz. Die 22jährige Säbelfechterin ist noch nicht verheiratet.

Sie liebt Katzen und sagte in einem Gespräch mit der Presse: “Meine Mutter sitzt zuhause und versorgt die Katzen. Unsere Katze hat kürzlich vier Junge bekommen, zwei Kätzchen und zwei kleine Kater. Bitte schreiben Sie, dass ich sie verschenken will. Ja, Katzenjunge von einer Olympiasiegerin! Ich möchte sie in gute Hände übergeben” (LENTA.RU, 09.08.2016). In ihrer Freizeit reist Jana Jegorjan gerne. Im Sommer fährt sie ans Meer und im Winter in die Berge zum Skilaufen. Ausserdem spielt sie gerne auf der Strasse Basketball mit Freunden. Später will sie als Haupttrainerin für die russische Nationalmannschaft im Fechten arbeiten (CHAMPIONAT.COM, 09.08.2016).

Olympische Goldmedaille für Russlands Säbelfechterin Jana Jegorjan:

Die dritte Goldmedaille für Russland folgte am 9. August 2016, als der russische Judoka Hassan Chalmurzaew in der Gewichtsklasse bis 81 kg  siegte. “Russland kletterte an die Spitze in der Tabelle der Judomedaillen mit Hassan Chalmursaew, der emphatisch die zweite Goldmedaille in Rio gewann. Mit seinem Kampf begeisterte er die Zuschauermenge in der Carioca-Arena. Seine Kampfrunde beendete er mit einem Paukenschlag. Der Europameister gewann nämlich die letzten beiden Wettbewerbe durch einen Ippon. Ein Ippon im Judo bedeutet immer den sofortigen Sieg für den Judoka und ist damit die höchste mögliche Wertung” (INDIAN EXPRESS, 10.08.2016).

Hassan Magometowitsch Chalmursaew (Хасан Магометович Халмурзаев) wurde am 9. Oktober 1993 in Nasran, Inguschetien, geboren. Der russische Judoka gewann bei den Olympischen Jugendsommerspielen 2010 in Singapur und siegte bei der Sommer-Universiade 2015 in Gwangju, Südkorea.

Olympische Goldmedaille für Russlands Judoka Hassan Chalmursaew:

Hassan Chalmursaew sagte, dass ihm seine Herkunft auf dem Kaukasus dabei geholfen habe, im Judo Gold zu gewinnen. Der 22Jährige und sein Zwillingsbruder Hussein, ebenfalls ein Judoka, sind in der russischen Teilrepublik Inguschetien geboren. Er meint, diese Region bringe kraftvolle Söhne hervor: “Es ist wahr, viele Leute, die von hier stammen, sind körperlich stark und gut vorbereitet. Nicht nur im Sport, sondern auch die auf der Strasse. Vielleicht hilft es, in den Bergen geboren zu sein. Kampfsport ist hier sehr beliebt.” Sein Vater brachte die Zwillingsbrüder zum Judo. “Wir trainieren immer gemeinsam. Wir waren zuunächst in derselben Kategorie, aber jetzt ist Hussein eine Kategorie höher, Gewichtsklasse bis 90 kg. Er ist Nummer zwei in der russischen Nationalmannschaft”, erklärte Hassan Chalmursaew (YAHOO SPORTS, 10.08.2016).

Die russischen Medien teilten mehr Informationen über die Zwillinge mit. Als Schuljungen hätten Hassan und Hussein “ständig miteinander gekämpft. Die Eltern hatten ihre Mühe zu entscheiden, wer von beiden Recht hatte. Deshalb beschlossen sie, die beiden dorthin zu schicken, wo sie ihre Energie positiv einsetzen konnten. Glücklicherweise fand sich in ihrer Heimatstadt Nasran eine solche Möglichkeit im Judoklub. Man weiss, dass Zwillinge eine besondere Bindung zueinander haben, viele von ihnen betätigen sich im Sport. Sie fühlen sich zueinander hingezogen und teilen die Energie, welche ihnen aus einer unsichtbaren Quelle zufliesst. Jahre vergingen, jetzt sind die Brüder der Stolz Inguschetiens. Sie ernten bei internationalen Wettkämpfen Erfolge” (SPORT EXPRESS.RU, 10.09.2016).

Russische Teilrepublik Inguschetien im Nordkaukasus:

Am 10. August 2016, gewann die russische Florettfechterin Inna Deriglasowa eine Goldmedaille. Sie “riss triumphierend ihre Maske herunter, die erste Russin, die jemals in dieser Kategorie siegte seit den Zeiten von Elena Nowikowa-Belowa, die 1968 einen Sieg in dieser Kategorie für die damalige Sowjetunion errang” (NBC, 10.08.2012). Es macht sich deutlich bemerkbar, dass der russische Fechtsport zurzeit eine Periode der Renaissance durchlebt. Die russischen Fechterinnen gewinnen eine Goldmedaille nach der anderen bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio.

In einem Gespräch mit der Presse sagte Inna Deriglasowa: “Ich bin so glücklich, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Ich hätte selbstsicherer sein können, dass ich die letzte Runde gewinnen werde, aber am Schluss war ich sehr nervös, das ist eine Krankheit bei mir. Im entscheidenden Wettkampf kann ich oft meine Sache nicht zu einem guten Ende bringen. Nachdem ich die erste Runde verloren hatte,  sagte mir mein Trainer, ich solle mich entspannen und an meine taktische Aufgabe denken.” Ihr Trainer Ildar Mawljutow meinte: “Wir glauben an Inna. Jugend hat über Erfahrung gesiegt. Sie bezwang eine ältere Gegnerin. Das Ende war für die Zuschauer aufregend und für die Trainer sehr beunruhigend. Ich hatte starke Kopfschmerzen, es hat bestimmt eine Menge meiner Nervenzellen getötet. Dies ist der absolute Erfolg für Inna, sie wird hier nicht aufhören. Ich bin sicher, dass viele grosse Wettkämpfe auf sie warten. Sie ist ein Arbeitstier und hält sich immer gut in Form” (IZVESTIA, 11.08.2016).

Olympische Goldmedaille für Russlands Florettfechterin Inna Deriglasowa:

 

Inna Wassiljewna Deriglasowa (Инна Васильевна Дериглазова) wurde am 10. März 1990 in Kurtschatow, Oblast Kursk, geboren. Sie fing mit acht Jahren an, in ihrer Heimatstadt Kurtschatow zu fechten. Als ihre Begabung offensichtlich wurde, liess man sie gegen ältere Fechterinnen antreten. Sie wurde 2011 Weltmeisterin in der russischen Mannschaft, gewann mit dieser Mannschaft Silber bei den Olympischen Sommerspielen 2012 und Gold bei den Weltmeisterschaften 2015 in Moskau. 2012 erhielt sie den Orden “Für Dienste am Mutterland” wegen ihres ausserordentlichen Beitrags zur Entwicklung des Sports in Russland. Inna Deriglasowa hat Jura an der Staatlichen Technischen Universität Kasan studiert. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter.

“Diana wartet zuhause auf mich. Meine Tochter ist jetzt sieben. Im September wird sie zur Schule gehen und weiter zum Fechten. Diesen Sieg bei der Olympiade, die Goldmedaille, ich widme sie ihr. Als ich zu fechten anfing, wollten mich meine Eltern davon abbringen. Sie sagten, das sei ein Sport für Männer. Aber jetzt haben sie ihre Meinung geändert. Ich bin stolz auf meine Eltern und dankbar. Wenn Diana mir zuschaut, will sie auch fechten. Ich möchte unbedingt sehen, dass meine Tochter baldmöglichst eine erfolgreiche Florettfechterin wird!” (SPORT.RU, 11.08.2016).

Olympische Goldmedaille für Russlands Florettfechterin Inna Deriglasowa:

Die 5. Olympische Goldmedaille in Rio gewann die russische Florettfechtermannschaft der Männer am 12. August 2016 . “Die russische Mannschaft der Florettfechter habe einen überwältigenden Sieg im Finale des Mannschaftsturniers bei der Olympiade 2016 errungen, meinte der Haupttrainer Ilgar Mamedow. Im Finale gewannen Timur Safin, Alexei Tscheremissinow und Artur Achmatchusin Gold. Es war das erste Mal seit 1996, dass eine russische Fechtermannschaft bei den Olympischen Spielen siegte. Ilgar Mamedow war auch bei den Gewinnern vor 20 Jahren dabei” (TASS, 13.08.2016).

Alexei Borisowitsch Tscheremissinow (Алексей Борисович Черемисинов) ist am 9. Juli 1985 in Moskau geboren. Dieser russische Florettfechter wurde 2012 Europameister und 2014 Weltmeister im Florettfechten. Artur Kamilewitsch Achmatchusin (Артур Камилевич Ахматхузин) kam am 28. Mai 1988 im Distrikt Krasnokamski, Baschkortostan, zur Welt. Der russische Florettfechter erhielt 2013 bei den Weltmeisterschaften Silber. Timur Marsselewitsch Safin (Тимур Марселевич Сафин) wurde am 4. August 1992 in Taschkent, Usbekistan, geboren und wohnt zurzeit in Ufa, Baschkortostan. Der junge russische Florettfechter erhielt bei den Weltmeisterschaften 2014 die Bronzemedaille.

Die 6. Goldmedaille für Russland kam mit dem Sieg der russischen Frauenriege im Säbelfechten: Sophia Welikaja, Jana Jegorjan, Julia Gawrilowa und Jekaterina Djatschenko. Jana Egorian hatte vorher bereits eine Goldmedaille im Einzelkampf gewonnen. Sophia Welikaja erarbeitete sich die zweite olympische Silbermedaille in ihrer Karriere. Die russischen Säbelfechterinnen waren als Mannschaft bereits 2015 Siegerinnen in den Weltmeisterschaften geworden.

Sophia Alexandrowna Welikaja (Софья Александровна Великая) ist am 8. Juni 1985 in Alma-Ata, Kasachstan, geboren. Die russische Säbelfechterin hatte bereits bei der Olympiade 2012 eine Silbermedaille gewonnen. Sie ist ausserdem siebenfache Weltmeisterin und neunfache Europameisterin. Sophia Welikaja ist mit Alexei Mischin verheiratet, der 2004  eine olympische Goldmedaille im Ringen gewann. Das Ehepaar hat zwei Kinder. Jekaterina Wladimirowna Djatschenko (Екатерина Владимировна Дьяченко) ist am 31. August 1987 in Sankt Petersburg geboren. Diese Säbelfechterin vertrat Russland bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking. Julia Petrowna Gawrilova (Юлия Петровна Гаврилова) kam am 20. Juli 1989 in Nowosibirsk zur Welt. Sie gewann zwei Medaillen, Gold und Bronze, als Mitglied der russischen Riege bei den Weltmeisterschaften 2011.

Die 7. Goldmedaille für Russland gewannen am 14. August 2016 zwei Tennisspielerinnen im Doppel, Jekaterina Makarowa und Jelena Wesnina. Die Leiterin, Anastasia Myskina, ehemals zweitbeste Tennisspielerin der Welt, sagte, dass dieser Erfolg des Doppels für sie als Überraschung gekommen sei: “Wir sind sehr glücklich. Diese Mädchen haben erreicht, was wir seit langer Zeit zu erreichen versuchen. Offen gesagt, wir hofften auf Gold im Doppel” (RUSSIA TODAY, 14.08.2016).

Jelena Sergejewna Wesnina (Елена Сергеевна Веснина) ist am 1. August 1986 in Lwow geboren. Die professionelle russische Tennisspielerin wurde dreimal Doppelsiegerin im Grand Slam. Sie steht auf Platz Nr. 21 der Weltrangliste im Einzel und Nr. 3 im Doppel. Jelena Wesnina ist seit November 2015 mit dem Geschäftsmann Pawel Tabunzow verheiratet. Jekaterina Walerjewna Makarowa (Екатерина Валерьевна Макаpова) ist am 7. Juni 1988 in Moskau geboren. Diese professionelle russische Tennisspielerin erreichte im April 2015 Platz Nr. 8 der Weltrangliste im Doppel. Sie gewann m Doppel dreimal Grand Slam.  

Olympische Goldmedaille für Russlands Tennisdoppel Jelena Wessnina und Jekaterina Makarowa:

Am selben Tag, dem 14. August, gewann die Kunstturnerin Alija Mustafina (Алия Фаргатовна Мустафина) Russlands 8. Goldmedaille am Stufenbarren mit 15.900 Punkten. Alija Fargatowna Mustafina ist am 30. September 1994 in Jegorjewsk in einer russisch-tatarischen Familie geboren. Ihr Heimatverein ist der ZSKA Moskau. Ihr Vater, der frühere Weltklasse-Ringer Farhat Mustafin, ist ihr Berater. Bei den Weltmeisterschaften 2010 gewann sie die Goldmedaille im Mehrkampf mit der russischen Nationalmannschaft. Bei den Olympischen Sommerspielen 2012 gewann Alija Mustafina vier Medaillen – so viele wie kein anderer Teilnehmer am Turnwettbewerb. Sie wurde Olympiasiegerin am Stufenbarren. Bei den Turnweltmeisterschaften 2013 gewann Aliya Mustafina das Schwebebalken-Finale.

“Alija Mustafina ist seit 2010 im russischen Kunstturnen eine bekannte Grösse. Sie hat sich den Ruf als ehrgeizigste Kunstturnerin erworben. Mit sechs Jahren begann sie, diesen Sport zu betreiben. Das ist kein Wunder bei ihren athletischen Genen: Ihr Vater Farhat ist griechisch-römischer Ringer, der bei der Olympiade 1976 die Bronzemedaille gewann. Von 2012 bis 2016 erhielt Alija Mustafina acht Medaillen in Europameisterschaften und sechs Medaillen in Weltmeisterschaften ” (NBC, 14.08.2016).

Olympische Goldmedaille für Russlands Kunstturnerin Alija Mustafina:

An diesem selben Glück bringenden Tag, dem 14. August, gewann Roman Wlassow für Russland die 9. Goldmedaille im griechisch-römischen Ringen, Gewichtsklasse 75 kg. Der amtierende Weltmeister und Olympiasieger erzielte in Rio Russlands erste Medaille im Ringen. Bereits bei den Olympischen Spielen 2012 hatte Roman Wlassow die Goldmedaille in der vergleichbaren Gewichtssklasse 74 kg gewonnen. Er wurde auch Weltmeister im Jahr 2015 und kam als Nummer eins der Weltrangliste im Ringen (75 kg) nach Rio. “Trotz der unfairen Entscheidung von WADA gegen unsere Athleten ist es sehr wichtig, dass wir die grösstmögliche Zahl an Medaillen erkämpfen”, sagte Roman Wlassow (AP).

Roman Andrejewitsch Wlassow (Роман Андреевич Власов) ist am 6. Oktober 1990 in Nowosibirsk geboren. Der griechisch-römische Ringer im Weltergewicht ist jetzt ein sehr erfolgreicher, zweifacher Olympiasieger (2012 und 2016). Ausserdem ist er zweifacher Europameister (2012 und 2013). Im selben Jahr gewann er zudem eine Goldmedaille in der Sommeruniversiade von 2013. Es ist bemerkenswert, dass Roman Wlassow in seinen wichtigsten Wettkämpfen Doppelerfolge erzielte, so wie ein tüchtiger Schneider Doppelnähte anfertigt, damit sie besser halten.

Olympische Goldmedaille im griechisch-römischen Ringen für Roman Wlassow:

Der 15. August 2016 war ein weiterer glücklicher Tag, der Russland zwei Goldmedaillen schenkte. Zunächst gewann der Russe Davit Tschakwetadse im griechisch-römischen Ringen, Gewichtsklasse bis 85 kg,  die 10. Goldmedaille in Rio. Danach erkämpfte der russische Boxer Jewgeni Tischtschenko die 11. Goldmedaille in der Gewichtsklasse bis 91 kg.

“Russland holte sich an zwei Tagen hintereinander Gold im griechisch-römischen Ringen. Davit Tschakwetadse betrat den Ring als Nummer 3 der Weltrangliste. Jeden Tag gab es Wettkämpfe in zwei verschiedenen Gewichtsklassen dieser olympischen Disziplin. Russland gewann Goldmedaillen in der Hälfte der Abteilungen.  Die russische Nation hatte bereits bei der Olympiade 2012 die meisten Medaillen im Ringen errungen und zeigte ein weiteres Mal ihre Stärke in Rio” (NBC, 15.08.2016). Davit Gotschaewitsch Tschakwetadse (Давит Гочаевич Чакветадзе) ist am 18. Oktober 1992 in Kutaisi, Georgien, geboren. Der georgisch-russische Ringer im griechisch-römischen Stil gewann 2015 eine Goldmedaille bei Russlands nationalen griechisch-römischen Ringermeisterschaften, Gewichtsklasse bis 85 kg. Er gewann weiterhin 2015  eine Goldmedaille bei den Europameisterschaften.

Olympische Goldmedaille im griechisch-römischen Ringen für Davit Tschakwetadse:

Der russische Boxer Jewgeni Tischtschenko gewann die Goldmedaille in der Kategorie bis 91 kg durch einstimmige Entscheidung der Schiedsrichter mit 29-28 Punkten. Dies war die 11. Goldmedaille für Russland. Jewgeni Andrejewitsch Tischtschenko (Евгений Андреевич Тищенко) ist am 15. Juli 1991 in der Region Krasnodar geboren. Der russische Amateurboxer im Schwergewicht wurde zweimal russischer Meister. Dieser Athlet begann bereits sehr früh in seinem Leben mit dem Boxen und konnte sich eine eindrucksvolle Karriere aufbauen.

2009 wurde er Mitglied der russischen nationalen Jugendmannschaft. Er gewann die Jugendmeisterschaften in Russland, erhielt den ersten Preis in einem internationalen Wettkampf in Kroatien, siegte auch in den europäischen Jugendmeisterschaften. 2010 ging er von der Jugend- in die Herrenmannschaft über und erreichte zwei Bronzemedaillen in den russischen Meisterschaften. 2012 wurde Jewgeni Tischtschenko russischer Meister im Schwergewicht. 2013 gewann er die Goldmedaille bei der Sommeruniversiade. Jewgeni Tischtschenko nahm 2015 an den Europameisterschaften teil und erhielt die Goldmedaille im Schwergewicht. Im October des Jahres 2015 wiederholte er seinen Erfolg, indem er die Goldmedaille bei den Weltmeisterschaften in Doha, Katar, mitnahm.  

Olympische Goldmedaille für den russischen Boxer Jewgeni Tischtschenko in der Kategorie Schwergewicht:

Am 16. August 2016 gewannen Russlands berühmte Schwimmerinnen wieder einmal eine Goldmedaille mit ihrem Duett im Synchronchwimmen. Natalja Ischtschenko und Swetlana Romaschina wurden damit zum fünften Mal Olympiasiegerinnen. Für ihre grandiose freie Kür im Finale erhielten sie 98.5333 Punkte. Mit der kombinierten Punktewertung aus freier Kür und technischer Kür kamen sie auf insgesamt 194.9910 Punkte. Dies war die 12. Goldmedaille für die Russische Föderation.

Die fünffachen Olympiasiegerinnen Natalja Ischtschenko und Swetlana Romaschina werden sich wahrscheinlich nach Rio 2016 zur Ruhe setzen. Sie sagten nach ihrem Sieg in Rio, dass sie nach der Olympiade an einen Rückzug denken. “Ich glaube, dass wir ausgezeichnete Nachfolgerinnen haben. Russland führt weltweit im Synchronschwimmen, sowohl mit den Juniorinnen als auch den Damenmannschaften. Sie gewinnen sowohl Europa- als auch Weltmeisterschaften. Deshalb wird es guten Ersatz für uns geben, wenn Sweta und ich uns zurückziehen”, erzählte Natalja Ischtschenko. “Ich fühle mich grossartig und bin von Emotionen überwältigt, wenn ich daran denke, dass Sweta und ich fünffache Olympiasiegerinnen sind. Wir haben unsere Gefühle sehr lange unter Kontrolle gehalten, damit wir nicht unsere Energie verschleudern, aber jetzt dürfen wir ihnen freien Lauf lassen und uns über unsere Siege freuen”, meinte die russische Synchronschwimmerin.

Die fünffachen Olympiasiegerinnen im Synchronschwimmen, Natalja Ischtschenko und Swetlana Romaschino:

“Als wir aus dem Wasser stiegen und unsere Punkte sahen, wussten wir sofort, dass wir gewonnen hatten. Wir hatten bereits nach der technischen Kür einen riesigen Vorsprung, noch höhere Wertungen wären gar nicht mehr möglich gewesen”, erläuterte Natalja Ischtschenko. Bei den Weltmeisterschaften 2015 hatte das russische Synchronduo seine freie Kür namens “Molba” (Gebet) präsentiert. Es wurde für die Olympiade 2016 in Rio leicht modifiziert. “Es ist immer angenehmer für das Publikum, eine lustige und leichte Vorführung zu sehen als ein Gebet. Hierbei sind die entsprechenden Gefühle den Zuschauern viel schwerer zu vermitteln. Aber ich denke, wir haben diese Aufgabe bewältigt”, betonte Natalja Ischtschenko” (TASS, 19.08.2016).

Die russischen Stars des Synchronschwimmens, Natalja Ischtschenko und Swetlana Romaschina, zeigten eine fehlerfreie Kür. Seit langem scherzen ihre Verehrer, es seien in Wirklichkeit Meerjungfrauen mit Schwimmflossen. Während der freien Kür im Finale von Rio tat das Duo so, als sei das wahr. Sie trugen Schwimmanzüge mit Fischschuppenmuster. Als sie ihre schlanken Beine aus dem Wasser streckten und die Füsse so stellten, dass sie wie Fischschwänze aussahen, sammelten sie Gold ein, wie erwartet. Sie kamen dem Ziel wieder ein wenig näher, ihren Status als Sirenen zu besiegeln.  “Manchmal nennt man uns Meerjungfrauen und fragt uns, ob wir Fischschuppen tragen, deshalb fühlen wir uns wohl mit dieser Vorführung”, sagte Swetlana Romaschina nach der Kür und zog die Haarklammern aus ihrem mit Gel zurückgekämmten Haar. Die Russinnen tragen ihre Tradition des Balletts in das Schwimmbecken hinein. Seit 2000 nehmen sie von jeder Olympiade Goldmedaillen für ihre Duette mit nach Hause, wobei sie sich den Ruf erarbeiten konnten, sehr präzise und kreativ in ihren Choreographien zu sein.  Die Kür der Meerjungfrauen war etwas ganz Besonderes für das russische Duo, denn damit gewannen sie bereits bei der Olympiade 2012 eine Goldmedaille. Die verführerische Musik wurde speziell für sie komponiert (Alexandra Ulmer, REUTERS, 16.08.2016).

Die russischen “Meerjungfrauen” Natalja Ischtschenko und Swetlana Romaschina:

Natalja Sergejewna Ischtschenko (Наталья Сергеевна Ищенко) wurde am 8. April 1986 in Smolensk geboren. Die russische Synchronschwimmerin ist fünffache Olympiasiegerin und 19fache Weltmeisterin. Natalia Ischtschenko war Mitglied der russischen Damenmannschaft, die 2008, 2012 und 2016 olympisches Gold gewann. Sie erhielt auch zweimal die Goldmedaille im Duett gemeinsam mit Swetlana Romaschina bei den Olympiaden 2012 und 2016. Nach der Geburt ihres Sohnes hatte sie 2013 ein Jahr lang pausiert. Ab 1. Januar will sie sich endgültig zurückziehen und ein Sportbekleidungsgeschäft führen.

Swetlana Alexejewna Romaschina (Светлана Алексеевна Ромашина) ist am 21. September 1989 in Moskau geboren. Die russische Synchronschwimmerin gewann bei den Olympischen Spielen 2008 mit der russischen Damenmannschaft die Goldmedaille in der Gruppenwertung. Diesen Erfolg wiederholte sie bei den Olympischen Spielen 2012 und 2016. Außerdem gewann sie gemeinsam mit Natalja Ischtschenko 2012 und 2016 Gold im Duett. Als Mitglied der russischen Gruppe siegte Swetlana Romaschina bei den Weltmeisterschaften 2005, 2007 und 2009.  Zudem gewann sie bei der Weltmeisterschaft 2009 mit Natalja Ischtschenko den Titel im Duett.

Olympische Goldmedaille im Duett des Synchronschwimmens für Natalja Ischtschenko und Swetlana Romaschino:

 Am 19. August gewann die russische Riege im Synchronschwimmen die 13. Goldmedaille für Russland. Wlada Tschigirjowa, Natalja Ischtschenko, Swetlana Kolesnitschenko, Alexandra Pazkewitsch, Jelena Prokofiewa, Swetlana Romaschina, Alla Shischkina, Maria Schurotschkina and Helena Topilina erreichten nach ihrer freien Kür und technischen Kür eine Gesamtpunktzahl von 196.1439 Punkten.

Swetlana Romaschina and Natalja Ischchenko erhielten hiermit ihre fünfte olympische Goldmedaille, zweimal als Duo und dreimal in der Gruppe, womit sie den früheren Rekord der Russin Anastasia Davidowa wiederholten. Die russische Damenmannschaft im Synchronschwimmen hatte bereits 2000, 2004, 2008 und 2012 die olympische Goldmedaille gewonnen. Alexandra Pazkewitsch, Alla Schischkina, Natalja Ischtschenko und Swetlana Romaschina waren die Siegerinnen, die als Gruppe bei der Olympiade 2012 teilgenommen hatten (TASS, 19.08.2016). Seit 16 Jahren führen die Russinnen weltweit in dieser Schwimmdisziplin in einer ununterbrochenen Serie von Siegen.

Der 20. August 2016 war ein goldener Tag für Russland in Rio de Janeiro. Triumphierend gewann die Russische Föderation vier Goldmedaillen. Die russische Damenmannschaft im Handball holte Goldmedaille Nr. 14.  Bereits bei der Olympiade 2008 hatten sie Silber erreicht, zudem wurden sie 2001, 2005, 2007 und 2009 Weltmeisterinnen. So krönt diese olympische Goldmedaille in Rio 2016 ihre Bemühungen. “Russland siegte in einem spannenden, schnellen Finale vor einer begeisterten Zuschauermenge. Danach knieten sie nieder und umarmten einander. ‘Wir taten, was wir geplant hatten … Alles ist wie ein Traum für mich’, erzählte eine strahlende Anna Sen, 25, den Reportern. Im Umkleideraum sang die Gruppe: Wir kamen um zu gewinnen!” (Alexandra Ulmer, REUTERS, 20.08.2016). Der Trainer der russischen Handballerinnen Jewgeni Trefilow lobte die Athletinnen: “Ich denke, dieser Sieg wird der Entwicklung von Handball in Russland und dem Sport insgesamt grossen Aufschwung bringen” (RUSSIA TODAY, 20.08.2016). 

Wie erwartet, gewann Russland auch Gold in rhythmischer Gymnastik. Seitdem Irina Wiener-Usmanowa die russische Damenmannschaft trainiert, hat sie eine olympische Goldmedaille nach der anderen gewonnen. Am 20. August 2016  war Rita Mamun an der Reihe, die 15. Goldmedaille für Russland zu holen. “Eine Vorführung voll von Grazie und Eleganz gestattete Rita Mamun, im Einzel Gold zu erreichen. Damit verlängerte sie Russlands Dominanz in rhythmischer Gymnastik, die jetzt fünf Olympiaden andauert. Eine Gesamtpunktzahl von 76.483 sicherte Rita Mamun den Platz ganz oben auf dem Siegerpodium. In der Arena hörte man Sprechgesänge, ‘Ros-si-ja, Ros-si-ja’. Die Athletin ist auch als ‘Bengalische Tigerin’ bekannt, weil ihr Vater aus Bangladesch stammt. Sie wusste, dass ihr die Goldmedaille sicher war, wenn sie keine Fehler beging, was sie auch schaffte” (Pritha Sarkar, REUTERS, 20.08.2016).

Rita Mamun hat einen Vater aus Bangladesch und eine russische Mutter. Die rhythmische Gymnastin zeigte ihre herausragenden Fähigkeiten der Balance, Dreh- und Sprungkraft, als sie den “Sieg für zwei Länder” im Finale errang, wie sie sagte. Die 20jährige “bengalisch-russische Tigerin” siegte nicht mit brutaler Gewalt über ihre Rivalinnen, sondern liess sie hinter ihrem Schatten herjagen. Ihre vier exzellenten Küren mit Reifen, Ball, Keulen und Band brachten ihr die erste olympische Goldmedaille, eine wohl verdiente Premiere.

Olympische Goldmedaille in rhythmischer Gymnastik für die “bengalisch-russische Tigerin” Margarita Mamun:

Margarita “Rita” Mamun (Маргарита Мамун) ist am 1. November 1995 in Moskau geboren. Die rhythmische Gymnastin wurde dreimal (2011–2013) russische Meisterin. Rita Mamun hatte als Juniorin ihr Vaterland Bangladesch repräsentiert. Deshalb war sie mit nach ihrem Sieg in Rio sehr erfreut, dass dieses Ereignis auch in Bangladesch, der Heimat ihres Vaters Abdullah Al Mamun, gefeiert wurde. “Ich bin wirklich sehr glücklich, dass ich viele Freunde in Bangladesch habe, die mich unterstützen”, sagte Rita Mamun auf Russisch. “Ich kann auf Bengali von eins bis zehn zählen. Als ich ein Kind war, unterrichtete mich mein Vater in der bengalischen Sprache. Aber mittlerweile habe ich fast alles vergessen.”  Und warum entschied sie sich dafür, als Juniorin Bangladesch zu repräsentieren, obwohl sie in ihrem Mutterland Russland geboren wurde und aufwuchs?  “Ich hatte die doppelte Staatsbürgerschaft. Deshalb beschloss ich, bei einem Juniorenwettbewerb für Bangladesch anzutreten. Dann kam ich zurück und trat für Russland an, da ich immer in Russland gelebt und trainiert habe.”  Der kleine Staat Bangladesch in Zentralasien hat noch nie eine olympische Medaille gewonnen (THE STAR ONLINE, 21.08.2016).

Rita Mamun mit ihrer Trainerin Irina Wiener-Usmanowa in Rio:

Die 16. Goldmedaille für Russland kam wieder aus dem Bereich der Ringer, als der Russe Abdulraschid Sadulajew im Freistilringen, Kategorie bis 86 kg, gewann. Das Freistilringen ist eine Variante des Ringens. Zusammen mit dem griechisch-römischen Ringen bildet es die Ringsport-Disziplinen bei den Olympischen Spielen. Abdulraschid Sadulajew, 20, in der kaukasischen Teilrepublik Dagestan geboren, is zweifacher Weltmeister in dieser Disziplin. Er lebt in der dagestanischen Hauptstadt Machatschkala. Abdulraschid Bulatschewitsch Sadulajew (Абдулрашид Булачевич Садулаев) kam am 9. Mai 1996 im Rajon Tscharodinski, Dagestan, zur Welt.  Der russische Freistilringer awarischer Abstammung wird auch “russischer Panzer” genannt. Er gewann zweimal den Weltmeistertitel (2014, 2015). Abdulraschid Sadulajew wurde 2014 mit 18 Jahren Weltmeister in der Kategorie bis 86 kg. Olympiasieger 2016 wurde er mit knapp 20 Jahren. Seit November 2013 hat er in allen Wettkämpfen gewonnen und wird von vielen als der beste Ringer im Freistil weltweit gelobt. Seit August 2016 hält Abdulraschid Sadulajew in seiner Kategorie den 1. Platz auf der Weltrangliste der Freistilringer.

Der Korrespondent von “Championat” sprach mit dem dagestanischen Freistilringer nach seinem Sieg in der Endrunde von Rio 2016. “Seit meiner Kindheit träume ich von der Olympiade. Heute bin ich glücklich, dass ich die Erwartungen meiner Trainer, des Publikums und all jener Menschen erfüllt habe, die sich Sorgen um uns machen”, sagte Abdulraschid Sadulajew. Auf die Frage, warum er über die Barriere des Podiums gesprungen sei, antwortete er: “Dort drüben sassen meine Freunde und Brüder, all meine Lieben. Sie sind hierher gekommen, um mich zu unterstützen. Ich wollte ihnen danken. Ich möchte auch Omar Murtusaliew danken, dem stellvertretenden Präsidenten des russischen Ringerverbands” (CHAMPIONAT.COM, 21.08.2016).

Olympische Goldmedaille für den Russen Abdulraschid Sadulajew im Freistilringen in der Kategorie bis 86 kg:

Schliesslich gewann am 20. August 2016 Alexander Lessun die 17. Goldmedaille für Russland. Er erreichte diesen Sieg mit 1.479 Punkten im Pentathlon. Alexander Lessun sagte bereits vor seiner Abreise nach Rio, dass er gewinnen würde. “Ich werde mir nicht die Christusstatue auf dem Corcovado anschauen, ich werde gewinnen”, versprach er. Ausserdem plant er, bei der Olympiade 2020 in Tokio wieder anzutreten. “Ich will undingt dort mitmachen, nicht nur im Einzelwettkampf, sondern auch gemeinsam mit Donata Rimschaite”, kündigte er an. Russlands Sieger im Pentathlon erzählte Reportern, dass er  in Tokio ebenfalls die Goldmedaille erringen wolle: “Ich träume davon. Warum auch nicht? Die nächste Olympiade wird in Tokio stattfinden, dort bin ich noch nie gewesen” (TASS, 21.08.2016).

Alexander Leonidowitsch Lessun (Александр Леонидович Лесун) ist am 1. Juli 1988 in Barysaw, Weissrussland, geboren. Er besitzt die russisch-weissrussische Doppelstaatsbürgerschaft. Der Pentathlet ist mehrfacher Weltmeister. Bei den Weltmeisterschaften in Chengdu, China, gewann er sowohl im Einzelwettkampf als auch in der Staffel. Bei den Weltmeisterschaften in Moskau führte er die starke russische Pentathlon-Mannschaft zum Sieg. Seine erste Goldmedaille im Einzel erhielt er bei den Weltmeisterschaften 2012. Die Goldmedaille 2016 in Rio ist sein erstes olympisches Gold.

Olympische Goldmedaille für den Russen Alexander Lessun im Pentathlon:

Der letzte Triumph für Russland kam am letzten Tag dieser Olympiade in Rio, am 21. August 2016. Russland gewann noch zwei Goldmedaillen dazu. Die Gruppe der rhythmischen Gymnastinnen holte die 18. Goldmedaille im Gruppenwettbewerb. “Die Russinnen waren ihren Rivalinnen weit überlegen. Vera Birjukowa, Anastasia Blisnjuk, Anastasia Maksimowa, Anastasia Tatarewa und Maria Tolkatschewa nahmen sich zusammen, um das Beste zu geben und ihren Gegnerinnen keine Chance zu lassen. Die fünf Russinnen zeigten ein brillantes Finale. Es war eine kunstvoll verwobene Kombination aus Tanz und Gymnastik mit Keulen und Reifen, die auch im Cirque du Soleil nicht fehl am Platz gewesen wäre. Dafür erhielten sie ihre fünfte olympische Goldmedaille in Serie” (RIO2016.COM, 21.08.2016).

Irina Wiener-Usmanowa  war bestimmt stolz auf ihre Mädchen. Ihre Bemühungen als Haupttrainerin der russischen Damenmannschaft in rhythmischer Gymnastik zeitigten goldene Ergebnisse, ebenso wie sich die Betreuung des russischen Fechterteams durch ihren Ehemann als sehr effektiv erwies. Die Russische Föderation darf für den gemeinsamen Einsatz von Irina Wiener und Alischer Usmanow dankbar sein. Sie investierten viel Zeit, Geld und harte Arbeit, um die russischen Fechter und rhythmischen Gymnastinnen zu unterstützen.

Der russische Freistilringer Soslan Ramonow gewann die 19. Goldmedaille für Russland in der Gewichtsklasse bis 65 kg. Der Kampf dauerte nur zwei Minuten. Seinen Sieg widmete er dem Andenken an den Landsmann Besik Kuduhowu, der 2013 bei einem Autounfall starb. Soslan Ramonow sprach mit Sport Express: “Der Sieg fiel mir leicht. Wahrscheinlich half mir, dass ich guter Laune war. Dann läuft alles wie von selbst. Der Kopf denkt nicht, die Hände arbeiten alleine. Die Zwiespältigkeit in der Frage von Russlands Teilnahme an der Olympiade war das Schrecklichste von allem. Unsere Sportler waren angespannt und besorgt. Wir schauten jeden Tag Nachrichten. Natürlich war es ein Sieg für uns, dass wir zu den Olympischen Spielen reisen durften. Das motivierte uns. Nun mussten wir beweisen, dass wir nicht umsonst gekommen waren” (SPORT-EXPRESS, 21.08.2016).

Soslan Ljudwikowitsch Ramonow (Сослан Людвикович Рамонов) ist am 1. Januar 1991 in Zchinwali, Südossetien, geboren. Der russische Freistilringer erreichte 2014 einen nationalen und internationalen Sieg in der Kategorie bis 65 kg. Er wird von Anatoli Margijew und seinem Onkel Stanislaw Ramonow trainiert. Sein älterer Bruder Alan ist ebenfalls Wettkampfringer. In seiner Heimatstadt Zchinwali, jetzt Hauptstadt der freien Republik Südossetien, wurde ein Feuerwerk zu Ehren des Champions veranstaltet. “Es ist sehr symbolisch, dass es heute ein Feuerwerk in der Heimatstadt unseres Olympiasiegers gab. Soslan kam in der ersten Januarnacht des Jahres 1991 in Zchinvali zur Welt. Damals herrschte kriegerische Unruhe in Südossetien, fast die ganze männliche Bevölkerung war bewaffnet. Soslans Vater und Onkel freuten sich so sehr über die Geburt des Jungen, dass sie beschlossen, diesen Anlass mit einer Feuersalve zu feiern. Manche Nachbarn hielten sie für ein Neujahrsfeuerwerk. Es war die erste Zeremonie im Leben unseres Olympiasiegers, heute folgte die zweite” (CHAMPIONAT.COM, 21.08.2016).

Olympische Goldmedaille für Soslan Ramonow im Freistilringen, Kategorie bis 65 kg:

Bei der Schlusszeremonie in Rio de Janeiro durften die russischen Stars des Synchronschwimmens, die fünffachen Olympiasiegerinnen Natalja Ischtschenko und Swetlana Romaschina, die russische Flagge tragen. Alles in allem kann die Russische Föderation stolz auf ihre wunderbaren Athleten sein. Sie triumphierten in Rio de Janeiro mit Bravur, obwohl die Situation sich für sie sehr schwierig gestaltete. Die Sachlage wird sich bestimmt bessern bis zur nächsten Sommerolympiade 2020 in Tokio.

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt derzeit in Moskau. Ihr Blog:

https://olivia2010kroth.wordpress.com

Acerca de olivia2010kroth

Escritora y periodista: Pravda
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