Olivia Kroth: BRICS Wasserforum in Moskau

BRICS Wasserforum inMoskau

von Olivia Kroth

In Moskau fand Ende September 2016 eine Konferenz von BRICS statt. Wissenschaftler und Politiker der Mitgliedsstaaten diskutierten Themen, welche die Wasserversorgung betrafen. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen internationale Aspekte des Wasserverbrauchs. Viele Themen der Wassernutzung und des Wasserschutzes sind international von Relevanz, nicht nur für Russland, sondern auch für die Partnerstaaten Brasilien, China, Indien und Südafrika.  

Die Frischwasserversorgung ist heute eine der wichtigsten globalen Aufgaben. Sie ist schwierig wegen wachsenden Wasserverbrauchs, geringer Nachfüllung der Wasserresourcen und äusseren Faktoren wie Klimawechsel. Sie alle führen zu einer Verknappung von Wasser. Dieses ist jedoch wichtig, um menschliches Leben und andere lebende Organismen zu erhalten, zudem wird Wasser in den meisten Sektoren der Wirtschaft für Produktionsprozesse gebraucht. Für die Lösung der Probleme sind eine gemeinsame Planung und Entwicklung der Wasserversorgung sowie Technologien zur Wasserwiederverwertung notwendig.

“Eine Diskussion der weltweiten Wasserkrise ist überfällig. Es scheint so, als verfüge unser Planet über grosse Wasserresourcen, aber diese sine ziemlich ungleich verteilt.  Die Natur folgt ihren eigenen Gesetzen, die wir nicht ganz verstehen. So können wir nicht zuverlässig voraussagen, wieviel Wasser manche Gegenden nächstes Jahr haben werden”, sagte Wladimir Kirillow, Leiter des Labors für Wasserökologie am Institute für Wasserökologie der Russischen Akademie der Wissenschaften in Sibirien. “Es gibt Probleme, die mit der Wasserquantität und -qualität zu tun haben. Hier hängt alles von den Menschen ab. Diese beiden Bereiche müssen sorgfältig beobachtet werden. Die existierenden Überwachungssysteme sind nicht auf der Höhe unserer Zeit. Ich denke, dass dies eines der Themen sein wird, die von den BRICS-Mitgliedsstaaten zu diskutieren sind. Das Forum soll dem Austausch von Erfahrungen bei den weltweit praktizierten Methoden der Wasserversorgung dienen” IZVESTIA/RUSSIA & INDIA REPORT, 12.05.2016). 

https://issek.hse.ru/en/bricswater/

Am 29. September 2016 fand die erste Plenumssitzung dieser wissenschaftlichen Konferenz statt. Sie behandelte die Kooperation der BRICS-Länder hinsichtlich ihrer Wasserversorgung. Die Sprecher für Russland waren Wadim Nikanorow und Michail Bolgow. Wadim Nikanorow von der Föderalen Agentur für Wasserresourcen in Russland berichtete den Experten von den Erfahrungen der Russen mit grenzübergreifender Wasserregulierung. Michail Bolgow, der Repräsentant des Instituts für Wasserproblematik an der Russischen Akademie der Wissenschaften, sprach über Russlands wichtigste Aufgaben in der Wasserstrategie bis 2030.

For Südafrika präsentierte Barbara Schreiner, Vorsitzende der Kommission für Wasserforschung am Pegasus-Institut, das Thema “Wasserforschung in Südafrika”.  Francisco de Assis de Souza Filho von Brasiliens Föderaler Universität in Ceara sprach über “Wasserresourcen – Behandlung, Erforschung, Ausbildung”. Der chinesische Referent Jun Xia vom Forschungsinstitut für Wassersicherheit an der Universität Wuhan sprach über “Klimawechsel und Wassersicherheit in China”. Als Sprecher für Indien erklärte Anumita Raj von der strategischen Planungsgruppe den “Index des BRICS Wasserkooperations-Quotienten”.

Danaach folgte die Präsentation des Rahmenprogramms “Saubere Flüsse für BRICS”. Abil Wesirow vom Zentrum für Entwicklung der russischen Wasserindustrie behandelte Probleme der Säuberung von Wasserflächen. Nachmittags traf sich die Gruppe der BRICS Netzwerkuniversität zur Diskussion von Wasserresourcen, moderiert von Oleg Sawichew (Polytechnikum Tomsk). Die Erfahrungen von Sankt Petersburg könnten auch für andere BRICS-Staaten hilfreich sein, wenn sie für ihre speziellen Bedürfnisse modifiziert werden. Sankt Petersburg, Russlands zweitgrösste Stadt, hatte Erfolg bei der Reinigung der Newa. Verschiedene Massnahmen umfassten die Errichtung von Dämmen, ein Stauwehr und einen Tunnel. Dadurch wurde Überflutung verhindert, die vorher jedes Jahr in Sankt Petersburg eingetreten war.

Der erste Konferenztag in Moskau endete mit einem Runden Tisch. Die Teilnehmer diskutierten  “Behandlung von Wasserresourcen für die Landwirtschaft des Wirtschaftsgürtels der Seidenstrasse – Erfahrungen von China und BRICS”.  Dieses Thema wurde von Roman Girenko von der russischen Agentur für Systemdesign moderiert. Der Wirtschaftsgürtel der Seidenstrasse ist ein Projekt zur Schaffung eines Transport-, Energie- und Handelskorridors zwischen asiatischen Ländern und Mittelmeeranrainern. Der Name des Projekts erinnert an die Handelsstrassen von Karawanen im Mittelalter, welche durch das Territorium von China, Korea, Mongolien, Russland, Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan, Usbekistan, Turkmenistan, Bangladesch, Bhutan, Nepal, Pakistan, Afghanistan, Indien, Iran, Irak, Libanon, Syrien und der Türkei führten. Diese Routen hiessen früher “Grosse Seidenstrasse”.

Grosse Seidenstrasse:

Am 30. September 2016 wurden an einem weiteren Runden Tisch “Programme und finanzielle Möglichkeiten für Wasserforschung und innovative Projekte in BRICS” behandelt. Vertreter von staatlichen Forschungsinstitutionen und Stiftungen für Innovationen präsentierten ihre Programme zur Unterstützung bilateraler und multilateraler Projekte. Die Forscher erfuhren über Finanzierungsquellen für ihre Studien. Vertreter von Finanzagenturen tauschten Erfahrungen und Meinungen aus. Diese Veranstaltung wurde von Dmitri Korotkow vom russischen Ministerium für Bildung und Wissenschaften moderiert.

Der Runde Tisch “Planung für Wasserresourcen” diskutierte solche Themen wie “Russlands langfristige wissenschaftliche und techlologische Planung: Möglichkeiten für die Sphäre der Wasserresourcen”; “Gefahren und Chancen für Russlands Wasserresourcen: Überblick über die technologische Plattform”; “Soziale Innovation beim verantwortungsvollen Wasserverbrauch: internationale Erfahrungen und Lektionen für Russland”; “Mechanismen und Hilfsmittel für wissenschaftliche Unterstützung der technologischen Regulierung von Wasserverwendung”; “Mega-Projekt Kanal Eurasien”.

“Mineralwasser und Tafelwasser in Flaschen” was das Thema des vierten Runden Tischs. Juri Rakhamin, Mitglied der russischen Akademie der Wissenschaften, sprach über  “moderne Kriterien, Kategorien and Qualitätsstandards”. Rufina Michailowa, Irina Rysowa and Anna Alexejewa – alle drei arbeiten im wissenschaftlichen Forschungsinstitut für Humanökologie und Umwelthygiene A.N. Sysin – teilten ihre Überlegungen zu “hygienischen Anforderungen für die Qualität von Trinkwasser in Flaschen für Kleinkinder” mit.

Ein anderer Aspekt war die “Aquahomöopathie zur Problemlösung und Heilung von chronischen Krankheiten”, präsentiert von Wladimir Fedorow (LLC “TermoPrimier). Verschiedene andere Themen bezogen sich gleichfalls auf Wasser in Verbindung mit menschlicher Gesundheit. Man weiss, dass Wasser grosse Heilkraft für den menschlichen Körper und die Seele besitzt. Sauberes Wasser ist von grösster Bedeutung für die Menschheit, nicht nur in BRICS-Ländern, sondern weltweit. BRICS führt auf dem Weg zur Einrichtung von Programmen für sauberes Wasser, Gesundheit und Hygiene, um der Welt Arbeitsmittel und Ressourcen an die Hand zu geben, mit Hilfe von Wasser das Leben zu bewältigen.

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt derzeit in Moskau. Ihr Blog:

https://olivia2010kroth.wordpress.com

Acerca de olivia2010kroth

Escritora y periodista: Pravda
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