Olivia Kroth: Kuba wird Russland immer loyal verbunden bleiben

Kuba wird Russland immer loyal verbunden bleiben

von Olivia Kroth

In schwierigen Zeiten haben Russland und Kuba einander immer geholfen. Diese Freundschaft entstand in sowjetischer Zeit, als nach der kubanischen Revolution 1969 die Sowjetunion Kuba bei der Errichtung einer kommunistischen Regierung auf der Insel unterstützte. Russland hat eine Botschaft in Havanna und ein Generalkonsulat in Santiago de Cuba. Kuba wird durch eine Botschaft in Moskau und einen ehrenamtlichen Konsul in Sankt Petersburg repräsentiert. Die kubanischen Brüder Fidel und Raul Castro sind treue Freunde Russlands. Sie stärkten das Bündnis zwischen Kuba und der Sowjetunion, später der Russischen Föderation. Diese Verbindung basiert auf Solidarität und Vertrauen. Im Jahr 2016 erreichte die langfristige Völkerfreundschaft eine neue Intensitätsstufe. 

Fidel Castros erster Besuch in der UDSSR fand am 27. April 1963 statt. Sein Flug von Havanna nach Murmansk wurde der längste Flug jener Zeit ohne Zwischenlandung. Die Daten und Routen wurden geheimgehalten. Wie der Übersetzer mitteilte, waren alle Fenster mit Vorhängen verhängt, so dass niemand von Fidel Castros Begleitern sehen konnte, wohin sie flogen. Seine Reise durch die Sowjetunion dauerte 40 Tage. Der Führer der kubanischen Revolution besuchte viele Städte und Fabriken, geheime Militärstützpunkte und ein Atom-U-Boot. Er ging ohne Leibwachen durch Moskau, sprach mit Funktionären und einfachen Leuten.  Fidel Castro war der erste Ausländer, welcher das Podium des Mausoleums betrat. Er erhielt auch den Titel “Held der Sowjetunion” (ENGLISH RUSSIA, 29.04.2013). 

Fidel Castro in der UDSSR:

Als Fidel Castro am 13. August 2016 seinen 90. Geburtstag feierte, schickte ihm Präsident Wladimir Putin folgende Botschaft: “Bitte akzeptiere meine herzlichsten Glückwünsche zu deinem Geburtstag. Du geniesst als ausserordentlicher Staatsmann, der sein ganzes Leben dem Dienst am kubanischen Volk widmete, grossen Respekt in Russland. Man kann kaum deinen persönlichen Anteil an der Entwicklung von Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern hoch genug einschätzen. Ich bin zuversichtlich, dass diese Beziehungen auch in Zukunft ertragreich weiter wachsen werden. Sie leisten ihren Beitrag zur Erhaltung von regionaler Stabilität und Sicherheit. Ich wünsche Dir gute Gesunheit, ein langes Leben, Vitalität und Erfolg.”

http://en.kremlin.ru/events/president/news/52695

Fidel Castro und Wladimir Putin:

Am 7. Mai 2015 nahm Raul Castro an der russischen Siegesfeier über die Nazis teil. Der kubanische Führer dankte Präsident Wladimir Putin für die Einladung nach Moskau, als der 70. Jahrestag des Siegs über Nazideutschland gefeiert wurde. “Ich wollte dieses Ereignis nicht versäumen”, sagte er und führte auch an, dass es auf Kuba gleichfalls Gedenkfeiern zu diesem Datum gab. Als Raul Castro mit dem russischen Präsidenten sprach, nannte er ihn “mein lieber Freund Putin” (TASS, 07.05.2015). Sein Besuch begann mit einer Kranzniederlegung am Gab des unbekannten Soldaten  vor der Kremlmauer. Nach Gesprächen mit Präsident Wladimir Putin traf sich Raul Castro mit Nikolai Patruschew, dem Leiter von Russslands machtvollem Nationalen Sicherheitsrat, um über regionale und internationale Themen zu reden. Im April 2016 wurde Raul Castro erneut als Leiter von Kubas Kommunistischer Partei bestätigt. Seitdem setzt er Kubas russlandfreundliche Politik fort.

Raul Castro in Moskau zur Feier des 70. Jahrestags über Nazideutschland:

Heute hat das Bündnis zwischen Kuba und Russland eine neue Ebene erreicht. Russland bietet Kuba 55 bilaterale Kooperationsprojekte, die von 2016 bis 2020 durchgeführt werden. Dieser Wirtschaftsplan umfasst Projekte im Bereich von Energie, Eisenbahn, Informationstechnologie und Flugzeugindustrie. “Die russische Investmentfirma Sinara-Gruppe wird ab Anfang 2017 Lokomotiven nach Kuba exportieren. Der Transportmaschinenhersteller Transmasch-Holding wird Passagierwaggons exportieren, die Energiefirma Inter-RAO nimmt an der Konstruktion des Thermalwerks Maximo Gomez im Osten von Havanna teil. Sie wird auch die bereits vorhandenen Thermalkraftwerke in Kuba modernisieren. Die Hydroelektrikfirma RusHydro arbeitet bereits an einem Angebot zum Bau von 16 kleinen hydroelektrischen Kraftwerken für Kuba. Die Firma Ivekta plant, verschiedene Fahrzeuge und Material für den Strassenbau nach Kuba zu exportieren. Rosinform hat ein Projekt zur Schaffung eines Internetprogramms für die kubanische Regierung vorbereitet. Uralchimmasch ist bereit, ein Depot zur Aufbewahrung von flüssigem Hydrokarbongas zu bauen”(TASS, 27.04.2016). 

Präsident Wladimir Putin in Kuba:

Kooperation im militärischen und Geheimdienstbereit hat immer eine grosse Rolle in den russisch-kubanischen Beziehungen gespielt. In der Sowjetzeit war Lourdes SIGINT aktiv. Diese russische Anlage steht 30 Kilometer südlich von Havannna. Sie wurde von dem sowjetischen Auslandsgeheimdienst betrieben. Die Konstruktion auf einem Gelände von 73 Quadratkilometern begann 1962 und wurde 1967 beendet.  Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges waren dort 1.500 russische und kubanische Geheimdienstleute, Ingenieure und Techniker tätig. Das Zentrum spielte eine Schlüsselrolle bei der Gewinnung von Nachrichten, die Einrichtung wurde mehrfach modernisiert. In Lourdes wurden Daten von US-amerikanischen Kommunikationssatelliten abgefangen, sowohl von Erdkabeln als auch Berichte von dem NASA-Zentrum im nahe gelegenen US-Staat Florida. In Lourdes hörten kubanische und russische Geheimdienstleute gemeinsam Telefone in den USA ab. In der postsowjetischen Ära nach 1991 wurde die Einrichtung von Lourdes für Industriespionage verwendet.  2002 wurde die Anlage geschlossen. Man erneurte die Gebäude für die kubanische Universität der Informationswissenschaft.

Lourdes SIGINT:

Seitdem die NATO sich den russischen Grenzen nähert, macht es Sinn für die Russische Föderation, den Stützpunkt Lourdes auf Kuba wieder zu eröffnen. Tatsächlich hat der Kalte Krieg nie aufgehört, sondern in neuem Millenium ein neues Stadium erreicht. Im Oktober 2016 informierte das russische Verteidigungsministerium, dass in Planung sei, die militärischen Stützpunkte der Sowjetunion im Ausland wieder zu aktivieren. Der stellvertetende Verteidiungsminister Nikolai Pankow antwortete in der Staatsduma auf die Frage, ob das Militär nach Lourdes auf Kuba zurückkehren werde: “Wir arbeiten daran.” In der Staatsduma wurde das Thema diskutiert, Russlands Militärstützpunkte in Lateinamerika, Südostasien und Afrika zu reaktivieren (TASS, 07.10.2016).

Die Wiedereröffnung des Stützpunktes Lourdes auf Kuba wird der Russischen Föderation ermöglichen, Streitkräfte in ausreichendem Umfang in der westlichen Hemisphäre der Welt bereit zu halten, um allen Eventualitäten angemessen zu begegnen. Diese Base ist eine Form von Direktinvestition im Ausland. Sie dient ausserdem als Mittel, starke bilaterale Bande zu knüpfen. Vom kulturellen, politischen, militärischen und wirtschaftlichen Austausch zwischen Russland und Kuba werden beide Seiten profitieren. Sicherlich bereitet das russische Verteidigungsministerium eine sorgfältige Studie und objektive Kalkulation des politischen und wirtschaftlichen Werts vor. In naher Zukunft kann Kuba nicht nur russische Touristen an den wunderbaren Sandstränden der Insel willkommen heissen, sondern auch russisches Geheimdienstpersonal und Militär in Lourdes, südlich von Havanna. Die NATO in Osteuropa, die Russen auf Kuba – diese Gegenmassnahme wird die Waagschalen im Gleichgewicht halten und die globalen Kräfte  sinnvoll austarieren.

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt zurzeit in Moskau.  Ihr Blog:

https://olivia2010kroth.wordpress.com

Acerca de olivia2010kroth

Escritora y periodista: Pravda
Esta entrada fue publicada en Cuba, Rusia y etiquetada , , , , , , , , , , , , , , , . Guarda el enlace permanente.

Responder

Introduce tus datos o haz clic en un icono para iniciar sesión:

Logo de WordPress.com

Estás comentando usando tu cuenta de WordPress.com. Cerrar sesión / Cambiar )

Imagen de Twitter

Estás comentando usando tu cuenta de Twitter. Cerrar sesión / Cambiar )

Foto de Facebook

Estás comentando usando tu cuenta de Facebook. Cerrar sesión / Cambiar )

Google+ photo

Estás comentando usando tu cuenta de Google+. Cerrar sesión / Cambiar )

Conectando a %s