Olivia Kroth: Russlands Erfolg in Syrien

Russlands Erfolg in Syrien

von Olivia Kroth

Syriens Präsident Baschar Al Assad und Russlands Präsident Wladimir Putin

Russland hatte 2016 enormen militärischen Erfolg in Syrien. Trotz vieler blutiger Provokationen gegen die Russische Föderation sowohl im In- wie im Ausland konnte sie Syriens umkämpfter Regierung von Präsident Baschar Al Assad helfen, sich in feindseliger Umgebung zu behaupten. Die kürzlich gelungene Befreiung von Aleppo und der in den letzten Tagen des Dezember 2016 durch die UNO beschlossene Waffenstillstand haben das Blatt gewendet in diesem hässlichen Krieg der westlichen Allianz und diverser Terroristengruppen gegen Syrien. Trotz erschwerender Umstände konnten die Russische Föderation, der Iran und die Türkei eine Lösung finden, sei sie auch nur temporär. Sie einigten sich darauf, bei dem in der UNO beschlossenen Waffenstillstand zu kooperieren. Zudem sendet die Russische Föderation kontinuierlich humanitäre Hilfe nach Syrien, während die westliche Allianz mit aller Gewalt versucht, die syrische Infrastruktur zu zerstören, ähnlich wie sie es vorher schon im Irak und in Lybien tat. 

Irans Präsident Hassan Rohani im Gespräch mit Wladimir Putin 

Der russische Präsident Wladimir Putin kündigte am 29. Dezember 2016 an: “Ein Ereignis, auf welches wir schon lange gewartet und für das wir hart gearbeitet haben, ist endlich eingetreten. Drei Dokumente sind unterzeichnet worden. Das erste ist eine Vereinbarung zwischen der syrischen Regierung und der bewaffneten Opposition, den Waffenstillstand auf dem Territorium der Arabischen Republik Syrien einzuhalten. Das zweite Dokument beinhaltet eine Reihe von Massnahmen, um den Waffenstillstand zu überwachen. Das dritte Dokument ist eine Bereitschaftserklärung, Friedensgespräche zu beginnen, um den Konflikt in Syrien zu beenden. Das russische Verteidigungs- und das Aussenministerium standen in ständigem Kontakt mit unseren Partnern sowohl in Damaskus als auch in anderen Hauptstädten. Sie arbeiteten zudem intensiv mit unseren Partnern in der Türkei zusammen. Wir wissen, dass die Aussenminister Russlands, der Türkei und des Iran kürzlich zu dritt ein Treffen in Moskau wahrnahmen, bei welchem alle drei Regierungen sich verpflichteten, den Friedensprozess in Syrien nicht nur zu überwachen, sondern auch zu garantieren” (VOLTAIRENET, 29.12.2016).

Der Waffenstillstand begann kurz vor dem Jahresende am 30. Dezember 2016 als Höhepunkt eines erfolgreichen Jahrs russischer Verteidigung und Hilfe für Syrien. Russland und der Iran werden ihn überwachen, beide Regierungen unterstützen den syrischen Präsidenten Baschar Al Assad. Die Türkei hat ebenfalls zugestimmt, aber es bleibt abzuwarten, wie lange diese türkische Versprechung halten wird. Die Türkei ist ein NATO-Mitgliedsland. Deshalb könnten die türkischen Wünsche für den Waffenstillstand in Syrien schwer erfüllbar sein. Denn die NATO versucht schon seit geraumer Zeit, den syrischen Präsidenten zu stürzen und das Land in verschiedene Interessenzonen für westliche Ansprüche aufzuteilen. Doch hat der feste Widerstand der syrischen Regierung gegen die vom Westen unterstützten Terroristen den Einfluss der NATO geschwächt und Russlands Bedeutung für die Region stark erhöht.

General Baschar Al Assad

“Syriens Widerstand wäre ohne russische Beteiligung nicht möglich gewesen. Dies macht Russland zu einem Gegenspieler westlicher Bemühungen zu Beginn des Jahres 2017. Russland hat sich als eine der Hauptkräfte in globaler Politik profiliert. Russlands unmittelbarer Einsatz in Syrien und die Lieferung wichtiger militärischer Unterstützung für Assads Regierung ermöglichten dem Land, diesen Krieg durchzustehen, der seit sechs Jahren von diversen aus dem Westen organisierten Kräften geführt wird. Obgleich die westliche Allianz  bereits sechs Jahre lang versucht, die syrische Regierung zu stürzen, indem Terroristen beziehungsweise ‘Rebellen’ eingesetzt werden, waren diese Versuche bisher nicht von Erfolg gekrönt. Diese deutliche Niederlage hat den westlichen Anspruch auf Hegemonie gebremst” (Ghada Chelade, GLOBAL RESEARCH, 03.01.2017). Moskaus militärisches Engagement in Syrien trug zur Stabilisierung des Landes bei und stärkte die syrische Armee. So konnte verhindert werden, dass Syrien das gleiche Schicksal wie den Irak und Libyen ereilt. “Die russische Luftwaffe vereitelte diesen Plan. Moskau sorgte dafür, dass in Syrien radikale Gruppierungen nicht weiter vorankommen” (SPUTNIKNEWS, 03.10.2016).

So wie im Irak und in Libyen “bombardiert die von den USA geführte internationale Koalition seit 2012 systematisch syrische Infrastruktur, hat aber die Erdölanlagen der Terroristen nicht berührt”, berichtete Generalmajor Igor Konaschenkow vom russischen Verteidigungsministerium. Er erklärte, dass “lange vor dem Start der russischen Kampagne die westliche Koalition begann, systematisch Syriens Infrastruktur zu zerstören, um die legitime Regierung des Landes so sehr wie möglich zu schwächen. Auf die Belastung der Zivilbevölkerung wurde dabei nicht geachtet, was in Millionen von Flüchtlingen resultierte. Überraschenderweise griff die westliche Koalition keine Ölanlagen der Terroristen an, was ihnen ermöglichte, monatlich zehn Millionen Dollar an illegalem Ölhandel zu verdienen und Söldner aus der ganzen Welt anzuheuern. Dank der russischen Luftwaffe konnten über 12.000 Quadratkilometer syrisches Land und 499 Siedlungen befreit werden. 35.000 Terroristen und 204 ihrer Leiter wurden eliminiert” (SPUTNIKNEWS, 04.01.2017).

Das ‘Bulletin des russischen Zentrums zur Versöhnung gegensätzlicher Seiten in der Arabischen Republik Syrien’, welches vom russischen Verteidigungsministerium eingerichtet wurde,  informierte Anfang Januar 2017 über Details der humanitären Hilfe aus Russland für die syrische Bevölkerung: “In den letzten 24 Stunden wurde viermal humanitäre Hilfe geleistet. Die Bürger erhielten Hilfsgüter in Schulen von Al-Hamdaniya und Aleppo (1 Tonne); in Sahur bei Aleppo (2 Tonnen); in der temporären Unterkunft  Jibrin in der Nähe des Flughafens Al-Nayrab von Aleppo (5,5 Tonnen und warme Mahlzeiten). Hilfsstellen mit warmen Mahlzeiten und Erste-Hilfe-Gütern sind in Aleppo ständig geöffnet und arbeiten weiter” (SYRIA.MIL.RU, 04.01.2017).  Während die westliche Allianz dabei ist, die gesame syrische Infrastruktur zu vernichten, helfen die Russen, diese aufrecht zu erhalten.

Dank russischer Hilfe kehrt in Aleppo zu Beginn des Jahres 2017 allmählich Normalität ein. “Der Stadtverwaltung im syrischen Aleppo ist es gelungen, Teile von 17 Schulen im Osten der Stadt zu reparieren, welche von Terroristen zerstört worden waren. Insgesamt konnten 3.825 Schüler nach den Neujahrsferien den Unterricht wieder aufnehmen. Sechs weitere Schulen im Osten der vom Krieg verwüsteten Stadt werden in Kürze ihre Türen erneut öffnen. Aleppo stand vier Jahre lang unter der Kontolle von Terroristen und wurde 2016 befreit. Am 7. Januar 2017 genehmigte die syrische Regierung einen Plan zur schrittweisen Reparatur der Stadt. Dieser Plan sieht vor, die Strom- Wasser- und Heizölversorgung sicherzustellen. Experten werden die Häuser überprüfen und entscheiden, welche reparierbar sind” (TASS, 07.01.2017).

Der Krieg in Syrien wird sich wohl weiter in die Länge ziehen, weil die westliche Allianz nicht bereit ist, ihre strategische Position im Nahen Osten aufzugeben. Zudem will sie die Russische Föderation daran hintern, Häfen am Mittelmeer zu erreichen. Die russische Marinebasis Tartous in Syrien wurde 1971 gemietet und mit russischem Personal ausgestattet. Sie wurde für die Logistik der sowjetischen Marine geschaffen. Bis heute dient sie der materiellen und technischen Unterstützung der russischen Kriegsmarine im Mittelmeer (Пункт материально-технического обеспечения, ПМТО). Hier werden Schiffe der russischen Flotte repariert und betankt. Seit kurzem gibt es hier auch ein Werkstattschiff (плавучая база) PM-138 für Schiffe der Amur-Klasse. Das Spezialschiff leistet den russischen Kriegsschiffen im Mittelmeer technische Hilfe. Durch die Marinebasis Tartous werden die Möglichkeiten für den operativen Einsatz der russischen Kriegsflotte verbessert. Tartous ist von grosser Bedeutung für die russische militärische Aufklärung, einschliesslich der elektronischen Aufklärung im gesamten Mittelmeerraum.

Russische Marinebasis in Tartous, Syrien:

Zudem hat Russland einen Luftwaffenstützpunkt im Gouvernement Latakia. Hmeimim ist nur für russisches Personal zugänglich. Dieser Stützpunkt teilt sich einige Einrichtungen mit dem Internationalen Flughafen Baschar Al Assad. Im Oktober 2016 unterschrieb die Russische Föderation den Vertrag mit Syrien, dass Hmeimim als russischer Stützpunkt genutzt werden kann. Dazu gehören ein Kontrollturm für den Luftverkehr, Feldküchen, Tankstationen, Rollfelder und Vorratslager.  Vorräte werden von Russland eingeflogen oder über den Hafen Tartous nach Syrien verschifft, der 50 Kilometer entfernt liegt.

Der Luftwaffenstützpunkt Hmeimim ist gross genug, dass dort Antonow An-124 Ruslan und Iljuschin Il-76 Transportflugzeuge landen können. Ausserdem gibt es genug Platz für 50 Militärflugzeuge, inklusive verschiedener Typen von Suchoi Su. Seit 2016 sind dort für den russischen Militäreinsatz in Syrien Su-24M, Su-25SM, Su-30SM und Su-82 stationiert. Zur Nahverteidigung werden Kampfpanzer T-90, Mannschaftstransporter BTR-82, Artillerie und  Kampfhubschrauber Mi-24 eingesetzt. Die 6. Abteilung des russischen Auslandsgeheimdienstes GRU betreibt eine Aufklärungsstation in der Nähe. All diese Installationen weisen deutlich darauf hin, dass die Russische Föderation gleichfalls nicht bereit oder willens ist, ihre Interessen in dieser Region aufzugeben, die in unmittelbarer Nähe ihrer Südwestflanke liegt.

Russischer Kampfjet Su-34 auf dem Luftwaffenstützpunkt Hmeimim in Syrien:

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Hoffentlich bringt 2017 die “multipolare Welt”, wie Wladimir Putin sie befürwortet. Mit Russlands zunehmender globaler Bedeutung könnte dies in nächster Zukunft geschehen. 2016 war ein Jahr grosser Erfolge für Russland und Srien, während westliche Pläne sich im Wesentlichen nicht realisieren liessen. Viele Länder rund um die Welt wollen sich nicht mehr von Imperialisten westlichen Zuschnitts bevormunden und einschüchtern lassen. Zum Neujahr 2017 vertrauen sie darauf, dass der Einfluss des Friedensstifters Wladimir Putin und seiner syrischen, iranischen, türkischen Verbündeten weiter wachsen wird.

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Moskau. Ihr Blog:

https://olivia2010kroth.wordpress.com

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Acerca de olivia2010kroth

Escritora y periodista
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