Olivia Kroth: Das Phänomen des Präsidenten Wladimir Putin

Das Phänomen des Präsidenten Wladimir Putin 

von Olivia Kroth

Seit vielen Jahren beträgt die Zustimmungsrate für den russischen Präsidenten mehr als 80 Prozent. Deshalb wird seine Wiederwahl im März 2018 die russische Nation nicht in Erstaunen versetzen. Diese Mehrheit von über 80 Prozent ist ziemlich stabil geblieben und zeigt sogar die Tendenz, sich zu vergrössern. Wladimir Putins Gefolgschaft schätzt seinen Charakter und seine stetige Arbeit zum Wohl Russlands. Er ist ein Phänomen, ein echter russischer Patriot, ein aussergewöhnlicher Präsident. Die meisten Russen halten Wladimir Putin für einen grosser Führer und exzellenten Kommunikator. Sie bewundern seine Entschlossenheit, Stärke und Willenskraft. Zudem hat er während seiner vorherigen Mandate als Präsident Russlands viel Erfahrung gesammelt. Die Russen vertrauen ihm, weil sie wissen, dass er sie nie enttäuschen wird. 

Wladimir Putin hat die russischen Streitkräfte erneuert, um Russlands Verteidigung zu stärken. Die russischen Streitkräfte sind bereit, Russlands Abwehr und militärisch-technologische Unabhängigkeit zu schützen. Die Russische Föderation muss Stärke zeigen und Angriffe abwehren können, insbesondere in diesen Zeiten, wo überall auf der Welt regionale Kriege ausbrechen, manche sogar direkt vor den russischer Grenzen.

Wladimir Putin ist ein gebildeter und belesener Mann. Neben russischer Literatur zur Militärstrategie könnte er auch die Werke des Generals und Militärstrategen Sun Tzu studiert haben, der im 6. Jahrhundert vor der Zeitenwende lebte. “Unbesiegbarkeit beruht auf Verteidigung”, wusste Sun Tzu. Wladimir Putin scheint diese Strategie ebenfalls zu kennen, denn er hat während der letzten zehn Jahre konstant die russischen Streitkräfte modernisiert und gestärkt.

“Du musst an dich glauben”, schrieb Sun Tzu. Wladimir Putin glaubt an sich, mehr noch glaubt er an Russland. In den Augen vieler Russen ist er zum Symbol der Rückkehr Russlands zur Macht geworden. Russland war schon immer eine Weltmacht, seit den alten Tagen des russischen Imperiums. Nach Auflösung der Sowjetunion sank Russland auf den absoluten Tiefpunkt, um wieder aufzuerstehen zu neuer Glorie und Wohlstand, wie Phönix aus der Asche. Es ist Wladimir Putin gelungen, ein Land zusammenzuhalten, das auseinanderzufallen drohte. Dies stellt eine beträchtliche Leistung dar. Die Russen sind Wladimir Putin dankbar, dass er ihnen ihren Stolz auf Russland zurückgab, auch ihr Selbstbewusstsein als Bürger einer großen Nation mit langer Geschichte und ruhmreichen Traditionen.

Wladimir Putins grösste Leistung in der Aussenpolitik ist vermutlich der Sieg über die Terrororganisation IS (Islamischer Staat) in Syrien. Die russischen Streitkräfte halfen Syriens Präsident Baschar Al Assad, gegen Gruppen von Extremisten auf syrischem Territorium zu kämpfen, um die Kontrolle über das eigene Land zu erhalten. Die russische Luftwaffe und iranische Bodentruppen kooperierten mit der syrischen Armee. So waren sie in der Lage, in diesem sich schon lange hinziehenden Krieg die Oberhand zu gewinnen. Präsident Al Assad sagte dem russischen Präsidenten, dass sein Volk nie vergessen werde, wie mit Russlands Hilfe IS vertrieben werden konnte. Mittlerweile wurden die russischen Truppen nachhause zurückgeholt. Nur wenige Russen bleiben im Luftwaffenstützpunkt Hmeimim und im Mittelmeerhafen Tartous stationiert. Als Präsident Putin im Dezember 2017 Hmeimim besuchte, erzählte er den russischen Truppen, wie stolz er sei, dass es ihnen gelang, Syrien als unabhängigen, souveränen Staat zu retten.

Präsident Baschar Al Assad, Präsident Wladimir Putin und Russlands Verteidigungsminister General Sergej Schoigu in Hmeimim, Syrien

Ein weiteres glückliches Ereignis war die Wiederanbindung der Krim an das Mutterland im Jahr 2014. In einem Referendum wünschte ein Grossteil der Bewohner dieser Halbinsel, wieder unter russischer Verwaltung zu leben. Seitdem hat sich die Wirtschaftslage der Krim verbessert, es geht aufwärts. Viele Jahre wurde dieser vergessene Teil der beinahe bankrotten Ukraine vernachlässigt. Doch seit 2014 wird die Infrastruktur der Halbinsel von Grund auf modernisiert. Denn es ist Präsident Putins Wunsch, das alte Juwel aus der Krone des russischen Reichs wieder aufzupolieren und vorzuzeigen: die schönen Paläste und Kurorte, die eindrucksvollen Berge und herrlichen Strände am Schwarzen Meer.

Russlands strategischer Plan fûr die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Krim bis 2030 sieht vor, mit Nachhaltigkeit alte Gebäude zu modernisieren und neue Transportwege einzurichten. Zu diesem Zweck investiert die Russische Föderation beträchtliche Summen in die Halbinsel. Die Gehälter, Löhne und Renten der Krimbewohner wurden erhöht. Im Jahr 2013, als die Krim noch zur abgewirtschafteten Ukraine gehörte, betrug der durchschnittliche Monatslohn weniger als 3.000 Hrywnja (11.000 russische Rubel). Zum Ende des Jahres 2016 verdiente der durchschnittliche Krimbewohner bereits 25.000 russische Rubel. Die Differenz beträgt mehr als 120 Prozent. Dementsprechend stieg auch der Lebensstandard an.

Neuer russischer Geldschein mit dem Aufdruck des Marine-Denkmals von Sewastopol auf der Krim: 200 Rubel

Eines der spektakulärsten Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur auf der Krim ist der Bau einer neuen Brücke, welche die Halbinsel mit dem russischen Festland verbindet. Nach Fertigstellung wird die Länge der Brücke 19 Kilometer betragen. Sie soll für den Autoverkehr Ende 2018 eröffnet werden, für den Zugverkehr 2019. Die Krim und das russische Festland werden durch die Meerenge von Kertsch getrennt. Zurzeit können die Russen die Halbinsel nur per Flugzeug oder Fähre erreichen. Die Brücke ist notwendig als Bindeglied zur Halbinsel im Schwarzen Meer.

Die Stadt Sewastopol auf der Krim ist von stratetegischer Bedeutung für Russland als Heimathafen der russischen Schwarzmeerflotte. Von Sewastopol gingen viele Transportschiffe nach Syrien während des militiärischen Einsatzes im Syrien-Krieg. Die russische Regierung will die Schwarzmeerflotte in den nächsten 10 bis 20 Jahren mit modernen Kriegsschiffen weiter verstärken. Die Schwarzmeerflotte schützt die ausschliessliche Wirtschaftszone (AWZ) Russlands, sie sichert Navigation und Kommunikation zur See, sie dient der militärischen und politischen Kontrolle in der Region, sie fördert Russlands wirtschaftliche Interessen im Schwarzen Meer sowie Mittelmeer, sie unterstützt andere russische Flotten, welche im Mittelmeer manövrieren, sie sichert Russlands Herrschaft über das Schwarze Meer.

Russlands Schwarzmeerflotte in Sewastopol

Jalta ist gleichfalls eine Stadt auf der Krim, die den Russen am Herzen liegt. Im Livadija-Palast fand vom 04. bis 11. Februar 1945 die Konferenz von Jalta statt. Hier trafen der sowjetische Führer Josef Stalin und andere Staatsoberhäupter wichtige Entscheidungen zum Ende des Zweiten Weltkriegs über die Welt nach dem Krieg. Im November 2017 nahm Präsident Wladimir Putin an der Einweihungszeremonie für das Monument eines anderen russischen Friedensstifters, des Zaren Alexander III., teil. Dieses Denkmal wurde im Park des Livadija-Palasts in Jalta errichtet, weil der Zar und seine Familie diesen Palast als Sommerresidenz bewohnten.

Das Monument ist ein Geschenk des russischen Künstlerverbands. Der Bildhauer Andrej Kowaltschuk schuf diese Skulptur. Er ist der Chef des Künstlerverbands mit dem Ehrentitel  “Volkskünstler Russlands”. Das vier Meter hohe Monument aus Bronze wurde in einer Fabrik des Urals hergestellt. Alexander III. ist auf einem Baumstamm sitzend dargestellt. Er trägt Militäruniform und stützt sich auf sein Schwert. Hinter ihm steht eine Stele mit Russlands doppelköpfigem Adler. Der Spruch auf dem Denkmal wird Zar Alexander III. zugeschrieben, aber auch oft von Präsident Putin zitiert: “Russland hat nur zwei Verbündete, seine Armee und seine Flotte”.

Präsident Putin bei der Einweihung des Denkmals für Zar Alexander III. in Jalta

In seiner Rede zog Wladimir Putin Vergleiche zwischen der Herrschaft des konservativen Zaren und seinen eigenen 18 Jahren an der Spitze Russlands. Alexander III. war der Herrscher, welcher dem russischen Reich “Frieden, Ruhm, Entwicklung und Stabilität” brachte. Das Gleiche kann man von Präsident Putin behaupten, der “Frieden, Ruhm, Entwicklung und Stabilität” für die Russische Föderation schuf. Wladimir Putin sagte, dass Alexander III. oft “Friedensstifter” genannt wurde, weil er keine grossen Kriege führte, während er das Reich von 1881 bis 1894 leitete. Er “schenkte Russland 13 Jahre des Friedens, nicht durch Nachgeben, sondern durch gerechte und unbeugsame Festigkeit”. Zudem habe der Zar das Militär modernisiert und den Bau der Transsibirischen Eisenbahn begonnen. Auch der russische Präsident ist ein Mann von “gerechter und unbeugsamer Festigkeit”, der dem Druck von Sanktionen nicht nachgibt. Ausserdem hat er das Militär modernisiert und wichtige Bauprojekte für die Russische Föderation in die Wege geleitet.

Präsident Wladimir Putin im Moskauer Kreml

Am ersten Tag des Jahres 2018 sagte Präsident Wladimir Putin, dass er nicht an seine eigene Rolle in der Geschichte denke. “Ich denke nicht darüber nach, denn wenn man viel Aufhebens um sich selbst macht … Jeder sollte seine Arbeit ordentlich erledigen”, lautete seine Antwort, als er gefragt wurde, ob er sich selbst in Darstellungen von Geschichtsbüchern vorstellen könne. Doch verbringt er seine Freizeit mit dem Lesen von Geschichtsbüchern: “Ich lese gerne Geschichtsbücher. Da ich jetzt bin, wer ich bin, versuche ich stets zu verstehen, was ein bestimmter Staatsleiter dachte, als er Entscheidungen traf. Ich will wissen, was sein Ziel war und was er erreichte. Ich stelle fest, dass ich Geschichte und vergangene Ereignisse von diesem Standpunkt aus beurteile” (TASS, 01.01.2018).

Er selbst denkt vielleicht nicht an seine Rolle in der Geschichte, aber andere tun das gewiss, zum Beispiel die US-amerikanische Zeitschrift “Time”, die Wladimir Putin zur “Person des Jahres” 2007 kürte: “Wenn Russland als Nationalstaat in der Familie der Nationen Erfolg hat, so ist das in erster Linie dem Erfolg eines Mannes zu verdanken, Wladimir Wladimirowitsch Putin.” Übrigens teilt Russlands prominente “Person des Jahres” 2007 diese Ehre mit einem anderen grossen russischen Staatsmann, dem früheren Führer der Sowjetunion Josef Stalin, welcher sogar zweimal zur “Person des Jahres” ernannt wurde, 1939 und 1942.

Andere vergleichen Präsident Wladimir Putin mit Zar Peter dem Grossen: “Während seiner 42jährigen Herrschaft veranlasste er eine Transformation des russischen Reichs.  Er war ein Visionär der Moderne, ein Bauherr und Diplomat. In der Tat ähneln die beiden ersten Dekaden von Putins Präsidentschaft sehr stark der Herrschaft dieses Vorgängers. Genauso wie später Putin verstärkte Peter der Grosse die zentrale Kontrollmacht des Staats und sicherte Russlands Zugang zum Schwarzen Meer. Putin hat viel von Peter dem Grossen gelernt, der den Beginn von Russlands lang erwarteter Rolle als führende Weltmacht zur See einleitete. Diese Voraussicht bei Peter dem Grossen spiegelt sich heutzutage bei Wladimir Putin wider. Sie wurzelt in einem umfassenden Verständnis von Russlands historischer Rolle” (THE DIPLOMAT, 14.07.2016).

Zar Peter der Grosse (1672-1725), Zar Alexander III. (1845-1895), Josef Stalin (1878-1953) und Wladimir Putin, 1952 geboren: Jedes Jahrhundert brachte in Russland eine grosse Führungskraft hervor, um das historische Erbe von Grösse und Ruhm weiterzuführen.  Die russische Nation versteht dies und wird deshalb am 18. Märs 2018 erneut für Wladimir Putin stimmen, damit er eine vierte Runde als Präsident der Russischen Föderation antreten kann.

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Moskau.

Ihr Blog:

https://olivia2010kroth.wordpress.com

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Acerca de olivia2010kroth

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2 respuestas a Olivia Kroth: Das Phänomen des Präsidenten Wladimir Putin

  1. karovier dijo:

    Reblogueó esto en karovier blogy comentado:
    Hommage an den Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin
    von Olivia Kroth

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  2. sascha313 dijo:

    Danke Olivia Kroth!
    Was Putin mit Charme und Initatitive, mit hoher Intelligenz und kluger Menschenkenntnis erreicht hat, das hat Rußland vor der Versklavung durch fremde imperialistische Mächte gerettet.

    Es ist nicht angebracht, Putin mit anderen Persönlichkeiten der russischen Geschichte zu vergleichen (schon gar nicht mit Stalin!). Denn erst, wenn das Volk zu neuem Kampf gegen die Unterdrückung und gegen das tägliche bösartige Auslöschen seines historischen Gedächtnisses durch die Massenmedien aufwacht, wird entschieden sein, welchen Anteil Putin an der Rettung seines Volkes hatte und welche historische Rolle er wirklich gespielt hat. Unstreitbar ist schon heute seine friedenserhaltende Rolle im Weltgeschehen.

    Und daß Putin ein gebildeter Mensch ist und daß er es binnen kurzem versteht, die Sympathien oft sogar tausender seiner Zuhörer zu gewinnen, daß er eloquent und witzig auf Fragen zu reagieren versteht, macht ihn auch menschlich zu einer wirklichen Ausnahmeerscheinung. Allenfalls vergleichbar wäre er da nur mit Dr. Bashar al-Assad, (der übrigens ebenso gut Russisch spricht, wie Putin Deutsch).

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