Olivia Kroth: Russland begeistert mit Musik und Fussball

Russland begeistert mit Musik und Fussball

von Olivia Kroth

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Liebhaber von Musik und Fußball kamen in diesem Sommer in Russland auf ihre Kosten, denn Konzerte der klassischen Musik, Jazz, Pop und Rock begleiteten alle Veranstaltungen der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018. Vor allem gab es ein wunderbares Konzert auf dem Roten Platz in Moskau mit internationalen Opernstars und dem Mariinski-Orchester für die Eröffnungszeremonie am 13. Juni 2018. Es folgten weitere Konzerte in den elf Städten, in denen die Fußballspiele ausgetragen wurden: Moskau, Sankt Petersburg, Kasan, Nischni Nowgorod, Saransk, Kaliningrad, Wolgograd, Jekaterinburg, Samara, Sotschi und Rostow am Don. Die brillante Eröffnungszeremonie auf dem Roten Platz in Moskau war eine Klang- und Lichtschau, an der Präsident Wladimir Putin, FIFA-Chef Gianni Infantino und Tausende von Menschen teilnahmen.

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Die Lage war gut gewählt, die Symbolik des Roten Platzes wurde gut verstanden. Er ist nicht nur das Herz Moskaus, sondern gewissermaßen auch das Herz Russlands. Der Rote Platz trennt den Kreml von einem historischen Kaufmannsviertel, das unter dem Namen Kitai-Gorod bekannt ist. Vom Roten Platz gehen die wichtigsten Straßen Moskaus aus, die mit den wichtigsten Autobahnen Russlands verbunden sind. Im Mittelalter diente der Platz als Moskaus Hauptmarkt. Hier wurden die russischen Zaren gekrönt. Der Rote Platz war der Ort, wo öffentliche Zeremonien und Proklamationen abgehalten wurden. Seit 1945 wird er jedes Jahr für die Siegesparade am 9. Mai verwendet. Im Jahr 1990 fand der Rote Platz Eingang in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

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Das russische Mariinski-Orchester unter der Leitung von Maestro Waleri Gergjew und berühmte Opernstars nahmen an dem Eröffnungskonzert teil, das von dem renommierten russischen Pianisten Denis Mazuew initiiert wurde, der zugleich Gastgeber und Teilnehmer war. An der Veranstaltung beteiligte sich auch Dmitri Bertman, künstlerischer Leiter der Moskauer Helikon-Oper.

Das Konzertprogramm bot interessante Werke russischer Musik: die Ouvertüre von Michail Glinkas Oper “Ruslan und Ludmila”, Pjotr Tschaikowskis Romanze Nr. 6 “Regiert der Tag”, Pjotr Tschaikowskis Klavierkonzert Nr. 1 in b-Moll, gespielt von Denis Mazuew, Sergei Rachmaninows “Italienische Polka” für vier Hände, gespielt von Denis Mazuew und einem siebenjährigen russischen Pianisten; schließlich das populäre russische Lied “Kalinka” am Ende des Konzerts. Es wurde von dem Ensemble der Sänger gemeinsam vorgetragen.

Der russische Pianist Denis Mazuew:

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In der Welt der russischen Musik ist Waleri Abisalowitsch Gergjew ein bekannter Name. Der Generaldirektor und künstlerische Leiter des Mariinski-Theaters in Sankt Petersburg wurde am 2. Mai 1953 in Moskau als Sohn ossetischer Eltern geboren er. Doch er wuchs im heimatlichen Kaukasus auf, in Wladikawkas, Nordossetien, in dem Geburtsort seiner Familie.  Von 1972 bis 1977 studierte Waleri Gergjew am Sankt Petersburger Rimski-Korsakow-Konservatorium, wo ihn Professor Ilya Musin für Orchesterleitung ausbildete.

1978 wurde Waleri Gergjew stellvertretender Dirigent der Mariinski-Oper und gab sein Debüt mit Sergei Prokofjews “Krieg und Frieden”. 1988 wurde er Chefdirigent der Mariinski-Oper. Seit 1996 arbeitet Waleri Gergjev als künstlerischer Leiter des Mariinski-Theaters. Der Maestro ist seiner Mission treu geblieben, das Mariinski in die beste Opern- und Ballettkompanie der Welt zu verwandeln. 1993 gründete er das berühmte Festival der Weissen Nächte in Sankt Petersburg.

Der russische Dirigent Waleri Gergjew:

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Waleri Gergjew hat die Werke vieler namhafter russischer Komponisten aufgenommen, darunter Michail Glinka (1804-1857), Pjotr ​​Tschaikowski (1840-1893), Nikolai Rimski-Korsakow (1844-1908), Sergei Prokofjew (1901-1953), Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) und Rodion Schtschedrin, geboren 1932.

Für seine Verdienste erhielt Waleri Gergjew 1996 den Titel Volkskünstler Russlands. Er erhielt 2000 auch den Orden der Freundschaft und 2003 eine Medaille anlässlich des 300. Jubiläums von Sankt Petersburg. Darüber hinaus wurde Waleri Gergjew 2003 und 2008 mit zwei Orden des Verdiensts für das Vaterland ausgezeichnet. Er ist Ehrendoktor der Staatlichen Universität Sankt Petersburg und Honorarprofessor der Moskauer Staatlichen Universität.

Ein Artikel im Scotsman von Edinburgh, wo er ein bekannter Festivalleiter ist, beurteilte, dass “Waleri Gergjews Energie andere in den Schatten stellt. Er gleicht einem eingesperrten Wirbelwind der Energie. Waleri Gergjews Stil ist für seine Intensität bekannt. So wurde er zu einem der besten Dirigenten der Welt mit einer unglaublichen Vielfalt an Terminen. Seine Arbeit am Mariinski zeigt ihn nicht nur als begnadeten Dirigenten, sondern auch als genialen Administrator”.

Moskau im Fussballfieber:

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Am 14. Juni fand im Moskauer Luschniki-Stadion das Eröffnungsspiel zwischen Russland und Saudi-Arabien statt. Russland gewann mit 5:0, was für alle russischen Fußballfreunde Freude und Stolz bedeutete. Am 19. Juni gewann die russische Mannschaft erneut, diesmal mit 3:1 gegen Ägypten im Fußballstadion von Sankt Petersburg. Beide Siege hatte der weißhaarige Achilles vorhergesagt, ein Orakel-Kater der Eremitage in Sankt Petersburg. Anna Kondratjewa, die Tierärztin des Museums, wies darauf hin, dass der Kater “seine Heimat liebt und gar nicht anders wählen kann”.

Achilles ist taub, wie viele weiße Katzen es sind. Jedoch kompensiert er die Taubheit durch große psychische Qualitäten. Nach Angaben des Museums zeigt Achilles “Fähigkeiten der Wahl, Analyse und ungewöhnliches Verhalten”. Um die Fußballergebnisse zu prognostizieren, musste Achilles jeweils zwischen zwei identischen Futternäpfen wählen, die mit Flaggen konkurrierender Nationen markiert waren. Diese Darbietungen waren ein gemeinsames Tourismusprojekt zwischen der Stadt Sankt Petersburg und der Eremitage, die 2017 von mehr als vier Millionen Besuchern besichtigt wurde.

Der Orakel-Kater Achilles aus Sankt Petersburg:

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Am 25. Juni spielte die russische Fußballmannschaft in Samara gegen Uruguay. Leider behielt Achilles  mit seiner Vorhersage für dieses Spiel nicht Recht, denn die Russen verloren 0:3. In Samara wurde die spektakuläre Kosmos-Arena mit einer Kapazität von 45.000 Zuschauern speziell für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018 gebaut. Ihr architektonische Hauptmerkmal ist die von der Weltraumforschung inspirierte Metallkuppel, deren Silhouette einem Stern oder Raumschiff ähnelt. Das elliptische Fundament des Stadions trägt zwei Ebenen von Zuschauerplätzen. Die Sitze sind komplett überdacht, die Tribünen können beheizt werden.

Das Stadion ist ein Hinweis auf Samaras Bedeutung in der Raumfahrtindustrie. Die Stadt an der Wolga ist für ihre Produktion von Trägerraketen, Satelliten und für verschiedene Weltraumdienste bekannt. Im Jahr 1960 wurde Samara zum Raketenzentrum der Sowjetunion. Die Trägerrakete Wostok, welche das erste bemannte Raumschiff in den Weltraum beförderte, wurde in Samara konstruiert. Juri Gagarin, erster Kosmonaut im Weltraum, ruhte sich in Samara aus, nachdem er 1961 zur Erde zurückgekehrt war. Samaras Unternehmen spielten eine führende Rolle bei der Entwicklung der sowjetischen Luftfahrt und der Umsetzung des sowjetischen Weltraumprogramms.

Die Kosmos-Arena in Samara:

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Am 1. Juli trafen die Mannschaften Russlands und Spaniens im Moskauer Luschniki-Stadion aufeinander. Russland gewann gegen Spanien nach dem Gleichstand 1:1 im Elfmeterschiessen mit 4:3. So avancierte die russische Mannschaft ins Viertelfinale. Die Russen spielten am 7. Juli gegen die Kroaten im Fischt-Stadion von Sotschi. Doch endete hier ist der russische Weltmeisterschaftstraum, weil die russischen Spieler gegen Kroatien verloren. Nach dem 2:2 Unentschieden gewannen die Kroaten im Elfmeterschiessen mit 4:3.

Das Fischt-Stadion steht im Olympia-Park von Sotschi. Es ist nach dem Fischt, einem Berg des westlichen Kaukasus in der russischen Republik Adygea, benannt. Das 40.000 Zuschauer fassende Stadion wurde für die Olympischen Winterspiele von 2014 errichtet. Es diente als Austragungsort für die Eröffnungs- und Abschlussfeier. Im Jahr 2016 wurde es in ein Freiluft-Stadion umgestaltet und  2018 für die Spiele der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft wiedereröffnet. Die Form des Dach erweckt den Eindruck von verschneiten Gipfeln. Das untere Deck öffnet sich nach Norden mit Blick auf Krasnaja Poljana im Kaukasus, während das Oberdeck nach Süden offen ist, wo man das Schwarze Meer sieht.

Das Fischt-Stadion in Sotschi:

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Am 8. Juli trafen sich mehr als 24.000 russische Fußballfans in der WM-Fan-Zone in Moskau, wo sie die aus Sotschi zurückkehrenden russischen Spieler erwarteten, um ihnen für ihre großartige Leistung bei der FIFA 2018 zu gratulieren. Cheftrainer Stanislaw Tschertschessow bedankte sich bei allen für die Unterstützung und versprach, dass die russische Fußballmannschaft bei der nächsten WM in Katar bessere Ergebnisse zeigen werde.

Ab dem Beginn der Fußballweltmeisterschaft hatten sich die Straßen Moskaus und der zehn anderen Austragungsstädte mit feiernden Fußballfreunden gefüllt. Das ganze Land schien auf das große Sportereignis konzentriert zu sein. Natürlich war dies auch eine ausgezeichnete Zeit für die russischen Geschäfte. Neben der FIFA, die an dem Grossereignis 6,1 Milliarden Dollar verdiente, wollten auch die lokalen Unternehmen ein Stück vom Kuchen bekommen. Also verkleideten sie sich für die Feier. Geschäfte, Bars, Restaurants und Hotels wurden mit Fussballartikeln dekoriert, um internationale FIFA-Touristen anzuziehen.

Zum Andenken an die FIFA WM 2018 in Russland:

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Die Fußballweltmeisterschaft 2018 erhöhte Präsident Putins Nimbus in Russland, weil er das Land auf die große internationale Bühne des Sports zurückbrachte. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts FOM stimmten 74 Prozent der russischen Bevölkerung für das Großereignis. Als Gründe für ihre Zustimmung nannten die Befragten die Verbesserung der russischen Infrastruktur und weitere russische Erfolge im Sport.

Die WM-Stadien und modernen Trainingsanlagen beeindruckten nicht nur die 32 teilnehmenden Mannschaften, sondern bilden auch eine solide Grundlage für die weitere Entwicklung des Fußballs nach der WM in Russland. Zusätzlich zu den WM-Arenen wurden rund 100 Stadien mit kleineren Kapazitäten gebaut, jetzt gibt es 1.900 in der gesamten Russischen Föderation. Die Anzahl der Fußballfelder ist in den letzten Jahren von 18.000 auf 26.000 gestiegen.

FIFA 2018 Schlüsselanhänger:

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Präsident Wladimir Putin, zu dessen liebsten Sportarten Judo und Eishockey gehören, huldigte dem Fußball, als er bei der Eröffnungszeremonie sagte: “Die Russen lieben Fußball, eine Liebe auf den ersten Blick seit dem ersten offiziellen Spiel im Jahr 1897.” FIFA-Präsident Gianni Infantino fügte hinzu: “Fussball wird Russland erobern und von Russland aus die ganze Welt.”

Eine friedliche Eroberung – mit Liebe aus Russland.

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Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Moskau.

Ihr Blog:

https://olivia2010kroth.wordpress.com

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Acerca de olivia2010kroth

Escritora y periodista
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