Olivia Kroth: Russland hilft Syrien bei der Restaurierung des UNESCO Weltkulturerbes in Palmyra

Russland hilft Syrien bei der Restaurierung des UNESCO Weltkulturerbes in Palmyra

von Olivia Kroth

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Die Zerstörung von Palmyra durch die Terrormiliz des Islamischen Staats (IS) gilt als eine der barbarischsten Taten während des achtjährigen Stellvertreterkriegs, den westliche Regierungen gegen Syrien auslösten. Die antike syrische Stadt Palmyra gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Auch als “Venedig des Sands” bekannt, liegt sie am Rand einer Oase aus Dattelpalmen und Gärten. Vom 1. bis 3. Jahrhundert nach Christus war Palmyra ein wohlhabendes Karawanenzentrum, gelegentlich politisch selbständig oder unter der Kontrolle von Rom. In den letzten Jahren ist es den Terroristen des IS gelungen, einige der bedeutendsten Monumente im antiken Palmyra zu beschädigen oder sogar vollständig zu zerstören. Die Bauten konnten aufgrund des andauernden Stellvertreterkriegs in Syrien immer noch nicht restauriert werden. Dieser Stellvertreterkrieg wird heimlich durch finanzielle und militärische Hilfe westlicher Staaten für den IS angeheizt. Doch Russland übernimmt als treibende Kraft die Führung zur Wiederherstellung von Palmyra.

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Vor Ausbruch des Stellvertreterkriegs im März 2011 war Palmyras UNESCO-Weltkulturerbe eine der wichtigsten Touristenattraktionen im Nahen Osten. Seitdem sind Teile des Kulturerbes beschädigt worden und ein Denkmal nach dem anderen ist verschwunden. Syrische Regierungsbeamte geben an, in den letzten Jahren etwa 300.000 Kunstwerke an sichere Orte verbracht zu haben.

Die UNESCO bezeichnet die Zerstörung als “unerträgliches Verbrechen gegen die Zivilisation”. Die Generaldirektorin der UNESCO Irina Bokowa erklärte: „Diese Zerstörung ist ein Kriegsverbrechen, ein immenser Verlust für das syrische Volk und die Menschheit. Dieser Schlag gegen das kulturelle Erbe zeigt, dass die von gewalttätigen Extremisten angeführte Säuberung der Kultur einzig dem Zweck dient, sowohl Menschenleben als auch historische Denkmäler zu zerstören, um das syrische Volk seiner Vergangenheit und Zukunft zu berauben. Deshalb ist der Schutz von Kulturerbe untrennbar mit dem Schutz  menschlichen Lebens verbunden. Wir müssen uns alle zusammenschließen, um diese Idee in den Mittelpunkt aller Bemühungen um Frieden zu rücken. “

Irina Bokowa, Generaldirektorin der UNESCO:

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Als loyaler Partner und Verbündeter Syriens übernimmt Russland die Führung bei der Wiederherstellung der antiken Stätte Palmyra. In den kommenden Monaten wird Moskau Unterlagen zum Wiederaufbau von Palmyra an die UNESCO weitergeben, auch ein 3D-Modell ist dabei, sagte Sergei Schoigu, russischer Verteidigungsminister und Präsident der Russischen Geographischen Gesellschaft, in einem Interview mit TASS, Rossiskaja Gazeta und Komsomolskaja Prawda.

Sergei Schoigu erklärte: „Als wir unsere Archive durchsuchten, entdeckten wir Fotos von Palmyra, welche 1872 von den ersten russischen Reisenden aufgenommen wurden, die dort ankamen. Jetzt stellen wir ein Album zusammen, mit dem wir zeigen wollen, was dort war und was beschädigt oder zerstört wurde. Dies ist erforderlich, um zu verstehen, was als nächstes zu tun ist. Aus disem Grund erstellen wir ein 3D-Modell von Palmyra. In Kürze werden wir diese Dateien an die UNESCO senden, damit das Gesamtvolumen der Restaurierungsarbeiten beurteilt werden kann“ (TASS, 19.03.2019).

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Palmyra ist eine Oase in der syrischen Wüste, nordöstlich von Damaskus gelegen. Palmyra beherbergt die monumentalen Ruinen einer Stadt, welche eines der wichtigsten Kulturzentren der Antike war. Palmyra wurde im 2. Jahrtausend vor Christus erstmals in Archiven erwähnt. Zu Zeiten des Römischen Reichs vom 1. bis zum 3. Jahrhundert nach Christus war die Oase eine etablierte Karawanenstation. Als Stadt an der Handelsroute von über Indien und Persien bis zum Römischen Reich gewann sie stetig an Bedeutung. Sie markierte den Scheideweg mehrerer Zivilisationen in der Antike.

Eine prächtige Kolonnadenstraße mit einer Länge von 1100 Metern bildet die monumentale Achse der Stadt. Sie verbindet gemeinsam mit sekundären Querstraßen die wichtigsten öffentlichen Denkmäler von Palmyra miteinander: den Tempel des Baal, das Feld des Diokletian, die Agora, das Theater sowie andere Tempel und Stadtviertel. Die Entdeckung der zerstörten Stadt durch Reisende im 17. und 18. Jahrhundert führte dazu, dass ihr Baustil Einfluss auf die Architektur von Europa und Russland nahm.

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Unter anderem wurde der Stil von Palmyra durch Charles Louis Clérisseau in Russland bekannt. Der französische Architekt, Maler und Zeichner verkaufte 1779 ein Konvolut von 1100 Zeichnungen und Gemälden an Zarin Katharina die Grosse. Darunter befanden sich auch Darstellungen der antiken Wüstenoase Palmyra. Bis 1787 sandte er ihr regelmäßig weitere Zeichnungen und Gemälde. Daher besitzt heute die Eremitage von Sankt Petersburg einen beträchtlichen Fundus an Bildern der antiken Stadt Palmyra. Die Zarin ernannte Clérisseau zunächst zum Ehrenmitglied der russischen Akademie der Künste und verlieh ihm später den Titel eines Premier Architecte de Sa Majesté Impériale.

1980 wurde Palmyra aufgrund folgender Kriterien zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt: „Die Pracht der Ruinen von Palmyra, die nordöstlich von Damaskus aus der syrischen Wüste ragen, ist ein Beweis für die einzigartige ästhetische Leistung einer wohlhabenden Karawanenoase, welche zeitweise unter der Herrschaft Roms stand. Die große Kolonnade ist ein charakteristisches Beispiel für eine Art von Struktur, die eine bedeutende künstlerische Entwicklung darstellt. Reisende erkannten im 17. und 18. Jahrhundert die Pracht der Ruinen von Palmyra. Ihre Bewunderung trug maßgeblich zur Wiederbelebung  klassischer Architekturstile im Städtebau des Westen bei. “

Die primitiven Barbaren der Terrormiliz IS sind sicherlich nicht in der Lage, die architektonischen und kulturellen Errungenschaften früherer Zeiten zu würdigen. Sie zerstören einen Teil von Palmyra nach dem anderen, um “Götzendienst” zu vernichten. Religiöse Toleranz ist für diese Wilden ein Fremdwort, ebenso wie die Vorstellung, dass unser globales menschliches Erbe für zukünftige Generationen erhalten bleiben muss. Die Vandalen des IS sind zu fanatisch, zu ungebildet, zu ungeschlacht, um zu verstehen, dass diese Strukturen aus der Vergangenheit feste Anknüpfungspunkte für die sinnstiftende Kultur einer Nation darstellen, in der Gegenwart geformt und als Symbol für die Zukunft richtungweisend.

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Im August 2015 wurde der Tempel des Baal vom IS schwer beschädigt. Dieser Tempel der mesopotamischen Gottheit Baal bildete das Zentrum des religiösen Lebens in Palmyra. Er wurde 32 v. Chr. eingeweiht. Der Tempel zeigte eine wunderbare Synthese aus altorientalischer und griechisch-römischer Architektur. Er wies eine rechteckige Form auf in Nord-Süd-Ausrichtung.

Die nördliche Kammer war bekannt für ihr Flachrelief der sieben Planeten, umgeben von den zwölf Tierkreiszeichen. Auch eine Prozession von Kamelen und verschleierten Frauen war zu sehen. Im Hof ​​befanden sich Überreste eines Altars und Beckens, eines Speisesaals und eines Gebäudes mit Nischen. In der nordwestlichen Ecke lag eine Rampe, über die Opfertiere in den Tempelbereich geführt wurden. Nach der Verwüstung durch IS sind nur noch der gewölbte Haupteingang des Tempels sowie die Außenmauern und das befestigte Tor erhalten.

In den semitischen Sprachen war Baal ein Name für “Herr” oder “Meister”.  Dieser Wettergott schickte Blitz, Regen und Wind. Die trockenen Sommer der Gegend wurden als Baals Zeit in der Unterwelt erklärt. Man sagte, dass seine Rückkehr im Herbst Stürme verursachte, welche das ausgetrocknete Land wieder belebten. Baal wurde verehrt, weil die  Landwirtschaft der Region abhängig war von Regen. Besorgnis über die Verfügbarkeit von Wasser für Bäume und Nutzpflanzen erhöhte die Bedeutung seines Kults, der seine Rolle als Regengott in den Mittelpunkt stellte.

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Im selben Monat, im August 2015, zerstörten die Horden von IS auch den Tempel des Baalshamin in Palmyra. Gingen diese architektonischen Juwelen für immer verloren? Nach der Rückeroberung von Palmyra durch die syrische Armee im März 2016 gab der syrische Direktor für Antiquitäten und Museen, Maamoun Abdelkarim, bekannt, dass der Tempel von Baalshamin zusammen mit dem Tempel von Baal unter Verwendung der erhaltenen Überreste wieder aufgebaut werde.

Der früheste Bauabschnitt des Tempels von Baalshamin stammt aus dem späten 2. Jahrhundert v. Chr. Der Altar wurde 115 v. Chr. in einer Mischung aus alt-syrischem und römischem Baustil errichtet. Die Proportionen des Tempels und die Kapitelle seiner Säulen waren römisch inspiriert, während die Seitenfenster der alt-syrischen Tradition folgten. Die Seitenwände waren mit Pilastern verziert.

Syriens Direktor für Antiquitäten und Museen, Maamoun Abdelkarim:

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Baalshamin war ein weiterer semitischer Gott, der in Syrien verehrt wurde. Der Name bedeutet “Herr der Himmel”. Seine Attribute waren Adler und Blitz. Baalshamin bildete eine Dreiheit mit dem Mondgott Aglibol und dem Sonnengott Malakbel.

In Palmyra fanden Archäologen das Kalksteinrelief „Göttlicher Dreiklang“ aus dem 1. Jahrhundert vor Christus. Es zeigt Baalshamin in der Mitte, Aglibol links und Malakbel rechts. Die drei Gottheiten tragen Brustpanzer mit Lamellen. Alle drei halten ein mit Edelsteinen verziertes Schwert in der linken Hand. Die rechten Hände fehlen. Wir wissen nicht, ob sie eine Geste des Segens ausführten oder einen Speer hielten. Im Hintergrund ist ein Text in der alten Schrift von Palmyra zu sehen.

Tempel des Baalshamin:

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Die Nekropole von Palmyra fiel ebenfalls Angriffen des IS zum Opfer. Im September 2015 sprengten Terroristen insgesamt sechs Grabtürme, darunter die drei am besten erhaltenen. Sie zerstörten den Turm von Kithot (44 n. Chr.), den Turm von Iamblichos (83 n. Chr.) und den Turm von Elahbel (103 n. Chr.).

Außerhalb der Stadtgrenzen liegen verschiedene Grabstätten, die je nach ihrer Lage als nördliche, südöstliche, südwestliche oder westliche Nekropole im „Tal der Gräber“ bezeichnet werden. Den Inschriften zufolge wurden diese Gräber zwischen 9 v. Chr. und 128 n. Chr. errichtet. Der Grabturm von Elahbel war der größte der Türme. Zahlreiche Tote fanden ihre letzte Ruhestätte in diesen Türmen, deren vier Stockwerke durch schmale Wendeltreppen miteinander verbunden sind. Das Äußere der Grabtürme war normalerweise schlicht gehalten, doch innen waren sie reich verziert mit architektonischen und skulpturalen Ornamenten.

Grabturm in Palmyra:

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Nur einen Monat später, im Oktober 2015, sprengte IS den Monumentalbogen, auch Triumphbogen oder Septimius-Severus-Bogen genannt. Er wurde im dritten Jahrhundert nach Christus während der Regierungszeit des römischen Kaisers Septimius Severus erbaut, die von 193 bis 211 nach Christus dauerte. Dieser Bogen verband die Hauptstraße der Kolonnade mit dem Tempel des Baal.

Der Monumentalbogen bestand aus einem großen Tor in der Mitte, flankiert von einer jeweils kleineren Öffnung auf beiden Seiten. Er war mit kunstvollen Steinschnitzereien verziert, unter anderem mit Reliefs von Pflanzen und geometrischen Mustern. Die Reliefs auf dem Monumentalbogen wurden von der UNESCO als „herausragendes Beispiel für palmyrenische Kunst“ beschrieben. Er war eines der aufwendigsten Denkmäler der alten Wüstenstadt.

Monumentalbogen in Palmyra:

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Entsetzt von so viel brutaler Zerstörung, gab der berühmte russische Maestro Waleri Gergijew am 5. Mai 2016 ein Konzert in den Ruinen von Palmyra. Er dirigierte das Mariinski- Symphonieorchester aus Sankt Petersburg im Theater von Palmyra. Der Dirigent führte Stücke der russischen Komponisten Sergei Prokofjew und Rodion Schtschedrin auf. Russische Soldaten, Minister, Journalisten und viele interessierte syrische Zuschauer hörten zu.

Der Maestro bezeichnete das Konzert als Protest gegen die Barbarei und Gewalt der IS-Terroristen, die das Theater zur Hinrichtung von Gefangenen missbraucht hatten. Bei dieser Gelegenheit sprach Russlands Präsident Wladimir Putin zum Publikum in Palmyra per Videoverbindung von seiner Residenz am Schwarzen Meer in Sotschi. Er nannte den Terrorismus eine Ansteckungskrankheit, von der sich die Welt befreien müsse.

“Ich betrachte das Konzert als ein Zeichen der Dankbarkeit, Erinnerung und Hoffnung”, sagte er und fügte hinzu, dass jeder dankbar sein solle für “diejenigen, die den Terrorismus bekämpfen, ohne ihr eigenes Leben zu schonen.” Der russische Präsident forderte die Menschen dazu auf, sich an “alle Opfer des Terrors” zu erinnern und “nicht nur auf die Wiederbelebung von Palmyra als kulturelles Erbe der Menschheit zu hoffen, sondern auch auf die Rettung der modernen Zivilisation vor dieser schrecklichen Bedrohung, dem internationalen Terrorismus”.

Konzert des Mariinski-Symphonieorchesters mit Maestro Waleri Gergijew im Theater von Palmyra:

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“Das Konzert in Palmyra ist eine höchst spirituelle Antwort an all diejenigen, welche Syrien zerstören und das Land nach nationalen und religiösen Gesichtspunkten aufteilen wollen”, schrieb Konstantin Dolgow auf Twitter, der Verantwortliche für Menschenrechte des russischen Außenministeriums (RUSSIA TODAY, 05.05.2016).

Das Konzert trug den Titel „Betet für Palmyra! Musik lässt alte Ruinen wieder aufleben“. Das Datum der Aufführung fiel zusammen mit dem Datum der Überführung des Leichnams von Alexander Prochorenko zur Beerdigung in Russland. Der russische Offizier wurde in Syrien von IS-Terroristen getötet. Er starb im April 2016, als Palmyra von der syrischen Armee zurückerobert wurde, während russische Luftangriffe für Unterstützung sorgten.

Oberleutnant Alexander Prochorenko, im April 2016 in Palmyra gefallen:

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Nach seiner Rückkehr in die Heimat gab Maestro Waleri Gergijew ein Interview, in dem er das Konzert in Palmyra als “humanitäre Geste” bezeichnete: “Ein Akt der Sympathie und Unterstützung für Syrien. Die Menschen dort haben schreckliche Ereignisse erlebt. Wir hörten Explosionen in der Nähe von Palmyra, während wir uns auf unsere Probe vorbereiteten. Das Theater von Palmyra hat eine zweitausendjährige Geschichte. Es ist großartig, wunderschön, ein herrliches architektonisches Ensemble, das der Menschheit würdig ist.“

Dieses Konzert beeindruckte jedoch die Terroristen des IS nicht. Sie setzten ihren zügellosen Weg der Zerstörung fort. Im Dezember 2016 sprengten sie das Tetrapylon, ein Denkmal, welches eine wichtige Straßenkreuzung der Kolonnadenstraße von Palmyra markierte. Das Tetrapylon war ein Zeugnis der Größe der Ära um 270 nach Christus, als Königin Zenobia den Gipfel ihrer Macht erreichte.

Tetrapyla waren Denkmäler mit vier Öffnungen, welche die Römer an den Kreuzungen von Hauptstraßen platzierten. Sie zeugten von der Verehrung des Janus, des römischen Gotts der Tore und Türen. Das Tetrapylon von Palmyra stellte ein markantes Beispiel für diese Form des römischen Denkmals dar. Jede der vier Säulengruppen trug 150.000 kg festes Gesims. Das Tetrapylon von Palmyra war eines der seltenen Bauwerke in Syrien, in dem rosafarbene Granitsäulen verwendet wurden. Der Granit stammte aus Assuan in Ägypten.

Tetrapylon in Palmyra:

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Septimia Zenobia (240–274 n. Chr.) war eine Königin des Reichs von Palmyra. Als kultivierte Monarchin förderte sie das geistige Umfeld ihres Hofs, der Wissenschaftlern und Philosophen offen stand. Königin Zenobia war tolerant gegenüber ihren Untertanen und schützte religiöse Minderheiten. Sie herrschte über ein multikulturelles und multiethnisches Reich mit stabiler Verwaltung. Ihr Aufstieg und Tod inspirierte Historiker, Künstler und Schriftsteller. Zenobia wurde zu einem patriotischen Symbol in Syrien.

“Im Russischen Reich wurde Kaiserin Katharina die Große mit Königin Zenobia, der mächtigen Herrscherin des Palmyrischen Reiches, verglichen, die Ägypten und einen großen Teil Anatoliens eroberte. In der Zeit Puschkins entwickelten russische Schriftsteller die Anspielung weiter, wobei sie sich im Allgemeinen auf die bekannte Schönheit und den kulturellen Reichtum von Palmyra bezogen”, stellt Gilbert Doctorow in seinem interessanten Essay fest: „Die Zivilisation kehrt nach Palmyra zurück – während der Westen spottet“ (GLOBAL RESEARCH, 08.05.2016).

Königin Zenobia von Palmyra:

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Das römische Theater, in dem Maestro Gergijew und das Mariinski-Symphonieorchester spielten, wurde im Januar 2017 von den Terroristen des IS schwer beschädigt. Das Bauwerk stammt aus dem 2. Jahrhundert nach Christus. Es wurde in der Mitte eines halbrunden Platzes mit Kolonnaden errichtet, der sich zum Südtor von Palmyra öffnete. Die Haupteingänge des Theaters waren 3,5 Meter breit und führten zu einem steinernen Orchester, dessen Durchmesser 23,5 Meter betrug. Dieses Orchester wurde von einer kreisrunden Mauer mit einem Durchmesser von 20,3 Metern begrenzt. Die Wand des Proszeniums war mit Nischen dekoriert.

Als die Barbaren des IS Palmyra Anfang 2017 zurückeroberten, zerstörten sie die Fassade des Theaters vollständig. Die syrischen Behörden berichteten, dass Satellitenbilder Anzeichen einer absichtlichen Zerstörung zeigten. Michail Piotrowski, Gelehrter des Arabischen und Direktor der Eremitage in Sankt Petersburg, sagte, es handele sich um einen Racheakt als Reaktion auf das klassische Konzert Russlands. Drohnenaufnahmen des russischen Verteidigungsministeriums zeigten, dass das Römische Theater teilweise zerstört wurde. Der zentrale Teil der Bühne erlitt schwere Schäden.

Michail Piotrowski, Direktor der Eremitage in Sankt Petersburg:

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Palmyra wurde Anfang März 2017 von syrischen Regierungstruppen zurückerobert. Danach hofften die syrischen Behörden auf die baldige Rückkehr von internationalen Touristen, aber daraus wurde nichts. Denn die Wiederherstellung der beschädigten Bauten musste aufgeschoben werden. Der Gouverneur von Homs, Tar al-Barazi, teilte der Presse mit , dass das syrische Palmyra bereit sei, seine ersten Touristen im Sommer 2019 zu begrüßen (TASS, 15.08.2018). Doch diese Hoffnungen wurden zerschlagen aufgrund des immer noch andauernden Kriegs in Syrien. Einige westliche Länder und ihre Stellvertreter des IS scheinen sowohl ein geopolitisches als auch militärisches Interesse daran zu haben, Syrien weiter zu terrorisieren.

Der Direktor des russischen Hermitage-Museums in Sankt Petersburg bot sein Fachwissen an, um die Wiederherstellung der alten syrischen Stadt zu unterstützen. “Die Restaurierung von Palmyra liegt in der Verantwortung von uns allen”, sagte Michail Piotrowski gegenüber TASS. “Palmyra wieder aufzubauen wird sich als langfristige Aufgabe erweisen. Es ist wichtig, dass wir uns Zeit nehmen.” Er schätzt, dass bis zu 70 Prozent der alten historischen Stätte beschädigt oder zerstört worden sind. Aber Russland habe “viel Erfahrung mit der Restaurierung zerstörter historischer Denkmäler, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg”, erklärte Michail Piotrowski (TASS, 02.06.2016).

Syrischer Präsident Baschar Al Assad mit Russlands Präsident Wladimir Putin:

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Restaurierung und Rekonstruktion können nicht durchgeführt werden, solange der Krieg noch andauert. Man sollte nichts überstürzen. Doch Eines ist klar: Die siegreiche Seite wird entscheiden, wie diese Nachkriegsarbeit in Palmyra durchgeführt werden soll. Sicherlich wird die syrische Regierung mit Hilfe Russlands die Pläne für den Wiederaufbau von Palmyra genehmigen und ihre Umsetzung überwachen.

Unterdessen wartet die Welt auf die Wiederherstellung des UNESCO-Weltkulturerbes in Syrien und das russische Sprichwort gilt immer noch: „Betet für Palmyra!“

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Moskau.

Ihr Blog:

https://olivia2010kroth.wordpress.com

Acerca de olivia2010kroth

Writer, journalist: The Duran https://olivia2010kroth.wordpress.com
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