Olivia Kroth: Lektionen in russischer Geschichte – Die letzten Tage des letzten Zaren (I. Teil)

Lektionen in russischer Geschichte: Die letzten Tage des letzten Zaren

(I. Teil)

von Olivia Kroth

Le Couronnement de Nicolas II (1868-1918), dernier tsar de Russie  (1894-1917) et de l'impératrice Alexandra Féodorowna (1872-1918) en  l'Eglise de l'Assomption à Moscou de Henri Gervex - Reproduction d'art haut  de gamme

Parallel zu den Ereignissen der russischen Revolution schrieb Zar Nikolaus II. ein privates Tagebuch. Trotz der dramatischen politischen Situation ist sein „Journal intime“ in der Tat sehr intim und privat. Der letzte Zar nahm kaum zur Kenntnis, was in der Außenwelt um ihn herum geschah. Er begann 1881 zu schreiben und hörte einige Tage vor seiner Hinrichtung im Juni 1918 auf. So füllte er 51 in schwarzes Leder gebundene Büchlein. Nach seinem Tod wurden diese Dokumente von den Bolschewiken nach Moskau transportiert und im Archiv des Kremls abgelegt. Die erste französische Ausgabe erschien 1931 bei den Editions Payot in Paris. Eine neue Version wurde als Taschenbuch von den Editions Perrin, Paris 2020, herausgegeben mit dem Titel „Nicolas II – Journal intime“. Ein Vorwort und Kommentar des Herausgebers Jean-Christophe Buisson vervollständigen diese Ausgabe. Die folgenden Zitate wurden ins Englische übersetzt. Die Daten sind nach dem alten julianischen Kalender sowie dem neuen gregorianischen Kalender in Russland angegeben.

Le mystère de la princesse Anastasia, l'autre histoire de la dynastie  Romanov

Wie der Herausgeber feststellt, schrieb Zar Nikolaus II. in einem eher banalen und naiven Stil. Seine Einträge sind kurz. Sie beziehen sich hauptsächlich auf das Wetter, das Essen, die täglichen Aktivitäten und die Familienmitglieder. Trotzdem ist das Tagebuch interessant zu lesen, weil es uns hilft zu verstehen, warum die Romanow-Dynastie 1917 zum Scheitern verurteilt war. Sie hatte sich erschöpft. Nikolaus II. war ein schwacher, schüchterner, realitätsfremder Mann, nicht in der Lage, ein so riesiges Land wie das Russische Reich zu regieren.

Er scheint ein Muttersöhnchen gewesen zu sein. Viele seiner Briefe sind an die «liebe Mama» gerichtet, die Zarenwitwe Maria Fjodorowna (1847-1928), geborene Dagmar von Dänemark. Sie überlebte die russische Revolution und verbrachte den Rest ihres Lebens zuerst in London, dann in ihrer Heimat Dänemark. Die andere willensstarke Frau, welche ihn beeinflusste, war seine deutsche Gattin Alexandra Fjodorowna (1872-1918), geborene Alix von Hessen-Darmstadt. Sie wurde 1918 mit Nikolaus II. und den Kindern hingerichtet.

Nikolaus II. und Alexandra Fjodorowna:

Der Tod von Nikolai II. - PDF Kostenfreier Download

23.02./08.03.1917: „Ich wachte um 9:30 Uhr in Smolensk auf. Es war kalt, der Himmel wolkenfrei, aber ein starker Wind wehte. Ich las ein französisches Buch über die Eroberung Galliens durch Julius Cäsar“ (Journal intime, S. 59).

Wahrlich eine prophetische Lektüre. Julius Cäsar (100 v. Chr. – 44 v. Chr.) wurde an den Iden des März, am 15. März 44 v. Chr., im Senat von Rom ermordet. Die Iden des März waren ein traditioneller Feiertag im alten Rom, auch eine Frist zum Begleichen von Schulden. Sechzig Verschwörer, angeführt von Brutus und Cassius, betraten den Senat und erstachen Julius Cäsar. Nach Angaben des Historikers Plutarch hatte ein Seher Cäsar gewarnt, dass er an den Iden des März Schaden nehmen würde.

Die Ermordung von Julius Cäsar im Senat von Rom an den Iden des März:

Füger: Die Ermordung Julius Cäsars. Kunstdruck, Leinwandbild, Gerahmtes Bild

24.02./09.03.1917: „Um 10:30 Uhr ging ich zum Rapport, der um 12 Uhr endete. Vor dem Mittagessen brachte mir … das Kriegskreuz, vom belgischen König Albert I. geschickt. Das Wetter war schlecht, Schneesturm. Ich ging kurz im Garten spazieren“ (Journal intime, S. 59).

Während der letzte Zar das belgische Kriegskreuz erhielt, kam es in der russischen Hauptstadt Petrograd – ehemals Sankt Petersburg – wegen mangelnder Nahrung zu Unruhen. Die Garnison von Petrograd schloss sich dem Aufstand an. Diese revolutionäre Aktivität dauerte acht Tage lang an. Es gab Demonstrationen und gewaltsame, bewaffnete Zusammenstöße.

Aufstand 1917 in Petrograd:

Palais d'hiver - Le Temps

27.02./12.03.1917: „In Petrograd kam es vor einigen Tagen zu Unruhen. Ich bin unzufrieden, dass auch unsere Truppen daran teilnahmen. Wie schrecklich, so weit weg zu sein und solch schlechte Nachrichten nur bruchstückweise zu erhalten! (…) Ich ging in Orscha spazieren“ (Journal intime, S.60).

Orscha, heute eine Stadt in Weißrussland, gehörte zum Russischen Reich, als Nikolaus II. sie besuchte. Die Siedlung wurde im 11. Jahrhundert gegründet. Im März 1917 umfasste die Stadt etwa 16.000 Einwohner, heute leben dort 125.347 Menschen. Die Entfernung von Orscha nach Sankt Petersburg beträgt 710 km.

Orscha:

Орша (Беларусь) Что посмотреть

Meuternde Garnisonskräfte stellten sich auf die Seite der Revolutionäre. So weigerte sich ein Regiment der Kosaken, in die aufrührerische Menge zu schießen, ein Bataillon des angesehenen Preobraschenski-Leibgarderegiments half den Revolutionären sogar. Dies war eines der ältesten und elitärsten Wachregimenter der kaiserlichen russischen Armee. Es diente dem Zaren auch als Geheimpolizei. Dieses Regiment begann 1906 zu meutern. Am 12. März 1917 nahm es an den revolutionären Aktionen teil, welche zur Abdankung von Zar Nikolaus II. führten.

Das Preobraschenski-Leibgarderegiment wurde im Dezember 1917 aufgelöst und 2013 als 154. unabhängiges Preobraschenski-Kommandantenregiment erneut aufgestellt. Heute ist es in Moskau stationiert und dient als Haupteinheit der Ehrengarde der russischen Streitkräfte. Der Marsch des Preobraschenski-Leibgarderegiments ist einer der bekanntesten russischen Militärmärsche. Er wird im modernen Russland häufig eingesetzt, insbesondere während der jährlichen Siegesparade und zur Inspektion von Truppen.

Marsch des Preobraschenski-Leibgarderegiments:

01.03./14.03.1917: „Als wir heute Abend in Malaja Wischera ankamen, mussten wir umkehren. Ljuban und Tosno befinden sich in den Händen von Aufständischen. Wir kamen durch Waldai, Dno, Pskow, wo ich übernachtete. Gattschina und Luga sind ebenfalls von Aufständischen besetzt. Schade! Es ist unmöglich, Zarskoje Selo zu erreichen, aber mein Herz und meine Gedanken weilen stets dort“ (Journal intime, S. 61).

Pskow ist eine der ältesten Städte Russlands. Die früheste Erwähnung stammt aus dem Jahr 903. Wegen ihrer Bedeutung wurde die Stadt im Lauf der Geschichte vielfach belagert. So widerstand Pskow 1615 einer Belagerung durch die Schweden. Seit 1777 war der Ort Sitz des Gouvernements Pskow. Während des Ersten Weltkriegs wurde Pskow zum Zentrum zahlreicher Aktivitäten hinter den Linien. Auf einem Nebengleis der Eisenbahn in der Nähe von Pskow unterzeichnete Zar Nikolaus II. an Bord des kaiserlichen Zugs das Manifest seiner Abdankung.

Postkarte aus Pskow:

CPA AK PSKOW Palais Pogankine RUSSIA (308804) / HipPostcard

Während der Abwesenheit des Zaren erteilte der Sowjet in Petrograd seinen Befehl Nr. 1, der das Militär anwies, ausschließlich sowjetischen Befehlen Folge zu leisten. Natürlich wusste der Zar das nicht. Er ahnte noch nicht, dass die letzten Tage seiner Herrschaft begonnen hatten. Einen Tag später musste Nikolaus II. abdanken. In seinem Tagebuch schrieb er: „Die Situation in Petrograd erfordert meine Abdankung. Um Russland zu retten und die Ordnung der Truppen an der Front (im Ersten Weltkrieg) aufrechtzuerhalten, ist es notwendig, diese Entscheidung zu treffen. Ich habe zugestimmt“ (Journal intime, S. 61, 62).

Nach der Abdankung des Zaren weigerte sich sein Bruder, Großfürst Michail Alexandrowitsch Romanow (1878-1918), den Thron zu besteigen. Er wusste wahrscheinlich, welches Schicksal ihn erwartete als neuer Zar. Er wurde ebenfalls 1918 liquidiert. So endete nach mehr als 300 Jahren die Regierungszeit der Romanow-Dynastie. Im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es der autokratischen Monarchie des Russischen Reichs nicht gelungen, die archaischen wirtschaftlichen, politischen und sozialen Strukturen zu modernisieren. Der letzte Zar ignorierte diese Fakten. Er war ein passiver, schüchterner, schwacher Mann, der entweder die falschen oder gar keine Entscheidungen traf.

Revolutionäre Aktivitäten in Petrograd 1917:

In seinem Tagebuch schrieb Nikolaus II. keinerlei Gedanken über die Ursachen und Gründe für das Scheitern der Monarchie auf. Wir erfahren nicht, ob er in der Lage war, diese zu analysieren. Stattdessen wandte er sich an seine Mutter, um Trost zu finden.

04.03./16.03.1917: „Mittags ging ich zum Bahnhof, um meine liebe Mama zu treffen, die aus Kiew anreiste“ (Journal intime, S.63). 05.03./17.03.1917: „Um 10 Uhr ging ich in die Kirche. Mama kam später. Wir aßen miteinander zu Mittag, sie blieb bis 15:15 Uhr. Dann machte ich einen Spaziergang im Garten. Um 20 Uhr ging ich zu Mama für das Abendessen“ (Journal Intime, S. 63).

Zar Nikolkaus II. und seine Familie, Würdenträger der russischen Aristokratie und der russisch-orthodoxen Kirche:

Dieses Hin und Her mit der Mama setzte sich eine Weile fort. Nikolaus und seine Mama trafen sich zum Mittagessen, Tee, Abendessen und spielten Karten. Schließlich fuhr sie mit dem Zug zurück nach Kiew.

08.03./21.03.1917: „Um 10:15 Uhr unterschrieb ich den Ukas, meiner Armee (nach der Abdankung) Lebewohl zu sagen. Mittags besuchte ich Mama in ihrem Zug. Ich speiste mit ihr in ihrer Suite zu Mittag und blieb bis 16:30 Uhr bei ihr. Jetzt fühle ich mich sehr deprimiert, einsam und traurig“ (Journal intime, S. 64, 65).

 Die Mutter von Nikolaus II., Maria Fjodorowna, geborene Dagmar von Dänemark:

Princesse Dagmar de Danemark

Als der letzte Zar in Zarskoje Selo ankam, begrüßte ihn die diensthabende Rote Garde mit einem ironischen „Bürger Romanow“ anstelle seines früheren Titels. Nikolaus II. musste um Erlaubnis bitten, seinen Palast zu betreten, der für ihn und seine Familie zu einem Gefängnis geworden war. Er wusste nicht, dass die neue Regierung ihn als Gefangenen in seiner frühere Residenz hielt, während man über seine Zukunft debattierte. Die Bolschewiken waren sich noch nicht sicher, wie sie mit ihm verbleiben wollten.

09.03./22.03.1917: „Ich kam um 11:30 Uhr in Zarskoje Selo an. Guter Gott! Was für eine Veränderung! In den Straßen rund um den Palast, im Park, überall Rote Garde! Ich ging nach oben zu meiner geliebten Gattin (Alix) und meinen lieben Kindern. Alix sah gut aus, überhaupt nicht depressiv. Die Kinder lagen jedoch alle in einem verdunkelten Raum“ (Journal intime, S. 65, 66).

Farbfotos der Familie des letzten Zaren:

Nach und nach entdeckte Zar Nikolaus II., dass sich die Welt um ihn herum für immer verändert hatte. Er hatte alle Autorität verloren. Sein Schicksal war noch nicht entschieden. Exil oder Hinrichtung? Er hoffte, dass er und seine Familie nach England entkommen könnten.

23.03./05.04.1917: „Das Wetter ist schön geworden, das Eis taut auf. Am Morgen machte ich einen kurzen Spaziergang. Ich sortierte meine Bücher und begann alles vorzubereiten, was ich nach England mitnehmen wollte“ (Journal intime, S. 71).

Die russischen Zaren | Torke, Hans-Joachim | Broschur

30.03./12.04.1917: „Am Nachmittag wehte ein heftiger Wind, er jagte die Wolken weg. Wir sahen eine Begräbnisfeier für die ‘Opfer der Revolution’ im Park vor dem Alexanderpalast in der Nähe des chinesischen Pavillons. Ein Trauermarsch und die Marseillaise waren zu hören“ (Journal intime, S.73, 74).

Die Marseillaise ist ein patriotisches Lied der Französischen Revolution. Es wurde erstmals 1792 von seinem Autor Claude Joseph Rouget de Lisle gesungen:

„Auf geht’s, Kinder des Vaterlands,
der Tag der Herrlichkeit ist gekommen!
Gegen uns hat die Tyrannei
ihre blutigen Fahnen erhoben.
Hört ihr im ganzen Land
das Dröhnen dieser wilden Soldaten?
Sie kommen geradewegs in eure Arme,
um euren Söhnen, euren Frauen die Kehlen durchzuschneiden!“

La Marseillaise:

„An die Waffen, Bürger,
bildet eure Bataillone,
lasst uns marschieren, lasst uns marschieren!
Lasst ein unreines Blut
unsere Furchen bewässern!“

„Was will diese Horde von Sklaven,
von Verrätern und verschwörerischen Königen?
Für wen wurden diese abscheulichen Ketten,
diese Eisen schon lange vorbereitet?
Franzosen, für uns, ah! Was für eine Empörung,
was für eine wütende Aktion muss es hervorrufen!
Sie planen für uns
eine Rückkehr in die alte Sklaverei!

Claude Joseph Rouget de Lisle (1760 – 1836):

ROUGET DE L'ISLE : Mourir pour la patrie, C'est le sort le plus beau, Le

18.04./01.05.2017: „Heute ist der 1. Mai in westlichen Ländern. Unsere Idioten haben beschlossen, diesen Feiertag ebenfalls zu begehen. Sie marschierten mit Musik und roten Bannern durch die Straßen. Natürlich betraten sie den Park und legten Kränze auf dem Grab der ‘Opfer der Revolution’ nieder! Das Wetter wurde während ihrer Zeremonie schlecht, Schnee fiel in großen Flocken“ (Journal intime, S. 80, 81).

Der Internationale Tag der Arbeit ist eine Feier der Arbeiterklasse, die jedes Jahr am 1. Mai von der internationalen Arbeiterbewegung gefördert wird. Das Datum wurde 1889 aus politischen Gründen vom Marxistischen Internationalen Sozialistischen Kongress gewählt, der sich in Paris traf und die Zweite Internationale als Nachfolger der früheren Internationalen Arbeitervereinigung etablierte.

Die Sechste Konferenz der Zweiten Internationale von 1904 forderte die Gewerkschaften aller Länder auf, an jedem 1. Mai energisch zu demonstrieren für die legale Einrichtung des Achtstundentags, für die Forderungen des Proletariats und den universellen Frieden.

Sowjetisches Plakat für den 1. Mai:

Советские первомайские открытки : marinagra — LiveJournal

06.05./19.05.1917: „Ich bin heute 49 geworden. Fast ein halbes Jahrhundert! Heute gingen meine Gedanken mehr denn je zu meiner lieben Mama. Wie schrecklich, nicht mit ihr kommunizieren zu können! Ich habe keine Neuigkeiten von ihr, außer dummen, diffamierenden Zeitungsartikeln“ (Journal intime, S. 88, 89). Nikolaus II. war fast ein halbes Jahrhundert alt, doch immer noch Mamas Sohn. Voller Sehnsucht jammerte er, dass er den Kontakt zu ihr verloren hatte.

Der letzte Zar war ein gebildeter Mann. Er las intellektuelle Literatur in mehreren Sprachen und unterrichtete seinen Sohn Alexei in Geschichte. Aber er war emotional nicht in der Lage, den Rock seiner Mutter loszulassen. Natürlich könnte dieses Verhalten eine Form der Regression unter Stress gewesen sein. Der psychologische Abwehrmechanismus verbesserte seine Situation jedoch nicht. Er half nicht, ihn zu retten. Seine infantile Persönlichkeit wurde von den Bolschewiken nicht ernst genommen. Sie beschlossen schließlich, seinem Leben ein Ende zu setzen.

Wladimir Lenin organisierte die russische Revolution:

Lange Nacht der russischen Revolutionen - Vereint im Leiden und Aufbegehren  (Archiv)

Seine kindlichen Fluchtideen, seine Frustrationen und unrealistischen Erwartungen zeigen seine Unfähigkeit, als Herrscher zu handeln. Er wollte und konnte nicht Verantwortung für den russischen Staat und die russische Gesellschaft übernehmen. Der Herausgeber, Jean-Christophe Buisson, bemerkt in seinem Kommentar, dass Nikolaus nicht geeignet war, Russland zu regieren. Er sagte nach dem Tod seines Vaters über sich selbst: „Ich bin kaum darauf vorbereitet, der Zar zu sein. Ich wollte diese Position nie einnehmen.“ Trotzdem wurde er 1896 gekrönt. Danach stolperte er von einer Katastrophe zur nächsten.

Der Herausgeber schreibt, dass Zar Nikolaus II. kein Eroberer war wie Iwan III. oder Iwan IV., der «Schreckliche». Er war auch kein Baumeister wie Peter II., der «Große». Er war kein Reformator wie sein Großvater Alexander II. Wenn er so nicht war, wie war er dann? Hätte die Dynastie der Romanows im 20. Jahrhundert gerettet werden können? Dies scheint zweifelhaft, da der letzte Sohn der regierenden Familie, Zarewitsch Alexei, ein Bluter war.

Alexei Nikolajewitsch (Алексей Николаевич, 1904 – 1918), Thronfolger des Russischen Reichs, wurde mit Hämophilie geboren. Er erbte die Krankheit von seiner Mutter. Alexandra Fjodorowa hatte sie durch die Linie ihrer Großmutter mütterlicherseits, der englischen Königin Viktoria, geerbt. Diese Erbkrankheit betraf nur Männer. Sie wurde als «Krankheit der Könige» bezeichnet, weil viele Nachfahren der untereinander verheirateten europäischen Königsfamilien damit belastet waren.

Zarewitsch Alexei Nikolajewitsch (1904 – 1918):

Fine Art Images - Expertensuche | Portr�t von Zesarewitsch Alexei  Nikolajewitsch von Russland (1904-1918) -

Die Hämophilie von Zarewitsch Alexei war so schwerwiegend, dass selbst kleine Verletzungen wie Blutergüsse, Nasenbluten oder Schnittwunden für ihn lebensbedrohlich wurden. Seine Eltern machten sich ständig Sorgen um ihn. Darüber hinaus beeinträchtigten die wiederkehrenden Episoden der Krankheit und die langwierigen Phasen der Genesung Alexeis Kindheit und Ausbildung erheblich. Offensichtlich war dieser Junge körperlich nicht in der Lage, Russland zu regieren.

Das russische Volk erhob sich gegen die nutzlos und schwach gewordene, entartete, dekadente Romanow-Dynastie. …

Die Fortsetzung folgt im Juli 2021:

„Die letzten Tage des letzten Zaren“ (II. Teil)

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Russland. Ihr Blog:

http://olivia2010.kroth.wordpress.com

Die Zarenfamilie in Tobolsk:

La famille Romanov : fin ou survie ? du 09 octobre 2012 - France Inter

Acerca de olivia2010kroth

Writer, journalist: The Duran https://olivia2010kroth.wordpress.com
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