Olivia Kroth: Lektionen in russischer Geschichte – Die letzten Tage des letzten Zaren (IV. Teil)

Lektionen in russischer Geschichte: Die letzten Tage des letzten Zaren (IV. Teil)

von Olivia Kroth

Im Mai 1918 hatten Nikolaus II. und seine Familie nur noch zwei Monate zu leben. In diesem prekären Zustand als Gefangener der Bolschewiken in Jekaterinburg setzte der letzte Zar seine Gewohnheit fort, Bücher zu lesen. Bis wenige Tage vor seinem Tod notierte er tägliche Ereignisse in seinem persönlichen Tagebuch. Dieses ist, vom Herausgeber Jean-Christophe Buisson ins Französische übersetzt und kommentiert, mit dem Titel «Journal intime» 2020 bei der Edition Perrin in Paris erschienen.

08.05./21.05.1918: «Ich habe den vierten Teil von Lew Tolstois Roman Krieg und Frieden gelesen, welchen ich noch nicht kannte» (Journal intime, S. 210). Was lernte der letzte Zar bei dieser Lektüre? Er schrieb keine weiteren Kommentare. Er zog keinen Vergleich zwischen dem Vaterländischen Krieg von 1812 und dem Ersten Weltkrieg (1914-1918).

Zar Alexander I. hatte Feldmarschall Michail Illarionowitsch Kutusow (1745-1813), der Napoleons Armee aus dem Russischen Reich vertrieb. Leider gab es keine gleichwertige Persönlichkeit, die Zar Nikolaus II. geholfen hätte, die Feinde zu vertreiben. Alexander I. konnte Napoleon in seine Schranken weisen, er hielt ihn für einen verachtenswerten „Parvenu“.

Wegen der klugen Taktik von Feldmarschall Kutusow und wegen des grimmigen, langen Winters in Russland verlor Napoleon fast seine gesamte Armee, er musste sich beschämt zurückziehen. Mit 400.000 Mann war er losgezogen, um das Russische Reich zu erobern. Kaum 40.000 Mann kehrten mit erfrorenen Gliedmaßen und zerfetzten Uniformen nach Frankreich zurück.

Feldmarschall Michail Illarionowitsch Kutusow (1745-1813):

Krieg und Frieden (Война и мир) wurde 1869 veröffentlicht. In diesem literarischen Meisterwerk mischt Lew Tolstoi Kapitel über Geschichte und Philosophie. Der monumentale Roman ist bis heute ein international gelobter Klassiker der Weltliteratur geblieben.

Der Autor beschreibt die französische Invasion und die Auswirkungen der napoleonischen Ära auf die zaristische Gesellschaft anhand der Geschichten von fünf russischen Adelsfamilien. Der vierte Teil, den der letzte Zar während seiner Gefangenschaft in Jekaterinburg las, handelt von Napoleons endgültiger Niederlage und seinem schmählichen Rückzug von russischem Boden.

Im Gegensatz zu Zar Alexander I. konnte Nikolaus II. die Eindringlinge nicht besiegen und aus Russland vertreiben. Als «Willy», Kaiser Wilhelm II., nach vielen Telegrammen an «Nicky», Zar Nikolaus II., dem Russischen Reich am 1. August 1914 den Krieg erklärte, war «Nicky» am Boden zerstört und beklagte den Verrat seines deutschen Cousins.

Die Cousins «Willy» und Nicky»:

Das Lesen scheint für den Häftling in Jekaterinburg eine Art Flucht gewesen zu sein. Nachdem er Lew Tolstois Roman beendet hatte, begann er, die Werke eines anderen berühmten russischen Autors zu lesen.

13.05./26.05.1918: «Ich fing an, die Werke von Michail Saltykow-Schtschedrin zu lesen, die ich in der Bibliothek des Hauses fand» (Journal intime, S. 213). 14.05./27.05.1918: «Es war ein milder Tag. Ich lese viel» (Journal intime, S. 213).

Michail Jewgrafowitsch Saltykow-Schtschedrin (1826–1889):

Michail Jewgrafowitsch Saltykow-Schtschedrin (1826–1889) war ein russischer Schriftsteller und Satiriker des 19. Jahrhunderts. In seinen Werken beherrschte er sowohl den Stil des Realismus als auch der grotesken Satire, vereint mit Fantasie.

Er schrieb seinen Roman „Die Herren Golowljow“ (Господа Головлёвы) im Lauf von fünf Jahren. Das Buch wurde zu einem der Hauptwerke des russischen Realismus. Im Jahr 1880 veröffentlicht, schildert es das Leben einer Familie von Landadligen. Dieser Roman ist eine gnadenlose Satire auf die russische Gesellschaft unter den Zaren.

Laut D. S. Mirski ist es „das düsterste Buch der gesamten russischen Literatur“ und stellt den Autor „an die vorderste Front der russischen realistischen Romanciers. Es sichert ihm einen festen Platz unter den nationalen Klassikern Russlands».

Laut seiner Biografin Maria Gorjachkina gelang es dem Autor, eine satirische Enzyklopädie des zeitgenössischen russischen Lebens zu erstellen, die zuerst auf die Leibeigenschaft mit ihrer erniedrigenden Wirkung in der Gesellschaft abzielte. Nach deren Abschaffung richtete sich die Kritik gegen Korruption, bürokratische Ineffizienz, opportunistische Tendenzen der Intelligenzia, gegen Gier und Amoral der Machthaber, aber auch gegen die Apathie und soziale Unbeweglichkeit des einfachen Volks im Russischen Reich.

Nikolaus II. beschwerte sich über das strenge Gefängnisregime im Haus Ipatijew. 20.05./02.06.1918: «Es ist unerträglich, so eingesperrt zu sein. Wir können nicht einmal in den Garten gehen, um frische Luft zu schnappen» (Journal intime, S. 215).

28.05./10.06.1918: «»Im Hangar, wo sie alle Koffer mit unseren Sachen verschlossen haben, öffnen sie sie jeden Augenblick, um verschiedene Gegenstände herauszunehmen. Sie erklären uns nicht, warum sie sie brauchen. All dies lässt uns denken, dass wir unsere Besitztümer nie wieder sehen werden. Es ist furchtbar!» (Journal intime, S. 217). Tatsächlich hatte er recht. Nach seinem Tod wurden alle Koffer im Hangar versiegelt und an den Moskauer Sowjet geschickt.

09.06./22.06.1918: «Wir haben die Erlaubnis erhalten, 90 Minuten im Freien spazieren zu gehen. Heute, während wir Tee tranken, erschienen sechs Männer vom örtlichen Sowjet, um sich unsere Fenster anzusehen. Schon mehrmals kamen verschiedene Leute, um die Fenster zu kontrollieren. Dies geschah, während wir anwesend waren. Sie sprachen kein einziges Wort mit uns» (Journal intime, S. 220). 10.06./23.06.1918: «Heute hörten wir, dass unsere gestrigen Besucher Kommissare aus Petrograd waren» (Journal inime, S. 220).

Das Haus Ipatijew auf einer sowjetischen Postkarte von 1928:

Seit Anfang Juli 1918 war Jakow Jurowski für die Überwachung der Familie und Angestellten des Zaren verantwortlich. Nikolaus II. notierte in seinem Tagebuch einige weitere Veränderungen, die ihn beunruhigten. 25.06./08.07.1918: «Unser Leben hat sich durch Jurowskis Ankunft überhaupt nicht verändert. Wir haben neue lettische Wachen im Haus, aber die draußen sind immer noch die gleichen wie vorher. Die Hälfte sind Soldaten, die andere Hälfte Arbeiter» (Journal intime, S. 233).

28.06./11.07.1918: «Heute Morgen kamen drei Arbeiter und verbarrikadierten unsere Fenster von aussen mit Eisengittern. All dies geschah, ohne dass Jurowski uns warnte» (Journal intime, S. 223). Das persönliche Tagebuch des letzten Zaren endet mit einer kurzen Notiz über seinen hämophilen Sohn Alexis, dem es nicht gut ging. Einige Tage später wurde die Familie Romanow nachts im Haus Ipatijew hingerichtet.

Wladimir Lenin hatte Ende Juni 1918 auf dem 5. Sowjetkongreß in Moskau beschlossen, alle Romanows zu eliminieren. Er wollte nicht das Risiko eingehen, dass Nikolaus II. befreit würde und ins Ausland fliehen konnte, um von dort gegen die neue sowjetische Regierung zu hetzen.

Jakow Michailowitsch Jurowski (Яков Михайлович Юровский; 1878 – 1938):

Wahrscheinlich hatte Wladimir Lenin auch einen persönlichen, privaten Grund für diese harte Entscheidung. Sein Bruder Alexander Uljanow wurde 1877 auf Befehl von Zar Alexander III., dem Vater des letzten Zaren, gehängt. Wladimir Lenins Bruder hatte einer revolutionären Gruppe angehört, die versuchte Alexander III. zu töten, aber der Versuch war gescheitert. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass die Oktoberrevolution von 1917 aus heiterem Himmel gekommen sei. Das revolutionäre Feuer brodelte in Russland bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Alexander Iljitsch Uljanow (Александр Ильич Ульянов; 1866–1887) wurde in Nischni Nowgorod als zweites Kind und ältester Sohn der Schullehrer Ilja Nikolajewitsch Uljanow und Maria Alexandrowna Uljanowa geboren. Er schloss 1883 die höhere Schule von Simbirsk mit Auszeichnung ab und besuchte danach die Staatliche Universität in Sankt Petersburg, wo er Naturwissenschaften studierte und einen Abschluss in Zoologie erwarb.

Während seines Studiums nahm er an Untergrundtreffen teil, verteilte oft Flugblätter und hielt Reden vor Studenten und Arbeitern. 1886 wurde er Mitglied der Partei Narodnaja Wolja (Volkswille). Er war einer der Autoren des Parteiprogramms. Dieses Programm erkannte die Arbeiterklasse als „Kern der Partei“ an und bekräftigte die Initiative der Revolutionäre zur Abschaffung der Autokratie.

Wladimir Iljitsch Lenin (Владимир Ильич Ленин; 1870-1924):

Alexander Uljanow wurde verhaftet, nachdem der Plan, Zar Alexander III. zu ermorden, gescheitert war. Während seines Prozesses vor Gericht hielt er eine politische Rede. Alexanders Mutter Maria Alexandrowna schrieb eine Petition an den Zaren, in der sie um Gnade bat. Sie erhielt die Erlaubnis, ihren Sohn im Gefängnis zu besuchen. Bei diesem Besuch forderte sie ihn auf, selbst um Gnade zu ersuchen. Also schrieb Alexander Uljanow:

„Mir ist vollkommen bewusst, dass meine Tat und meine Einstellung mir weder das Recht noch die moralische Grundlage geben, mich mit einer Bitte um Nachsicht zur Linderung meines Loses an Eure Majestät zu wenden.

Aber ich habe eine Mutter, deren Gesundheitszustand sich in den letzten Tagen stark verschlechtert hat. Die Vollstreckung meines Todesurteils wird ihr Leben in größte Gefahr bringen. Im Namen meiner Mutter sowie meiner jüngeren Brüder und Schwestern, welche keinen Vater mehr haben und in mir ihre einzige Stütze finden, habe ich beschlossen, Eure Majestät zu bitten, meine Todesstrafe durch eine andere Strafe zu ersetzen.

Diese Nachsicht wird die Kraft und Gesundheit meiner Mutter wiederherstellen und sie der Familie zurückgeben, für die ihr Leben so wertvoll ist. Es wird mich vor dem schmerzlichen Bewusstsein bewahren, die Ursache für den Tod meiner Mutter und das Unglück meines gesamten Familie zu sein.»

Alexander Iljitsch Uljanow (Александр Ильич Ульянов; 1866–1887):

Eine Begnadigung wurde jedoch nicht gewährt. Am 8. Mai 1887 wurde Alexander Uljanow in Schlüsselburg gehängt und in einem Massengrab hinter der Mauer der Oreschek-Festung am Ufer des Ladogasees im Leningrader Gebiet beigesetzt.

Alexanders Hinrichtung veranlasste seinen jüngeren Bruder Wladimir Iljitsch Uljanow (Wladimir Lenin), den russischen revolutionären Kampf noch konsequenter fortzusetzen. Es gelang ihm schließlich, die regierende Clique der Romanows endgültig auszurotten, den Zarismus in Russland ein für alle Mal abzuschaffen, um seiner Heimat wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich eine neue Richtung zu geben.

Plakette zum Andenken an Alexander Iljitsch Uljanow an der Mauer der Festung in Schlüsselburg, wo er gehängt wurde:

Obwohl Alexander Uljanows Versuch, Russland zu befreien, nicht erfolgreich war, lebte seine Erinnerung in den Herzen und Köpfen des sowjetischen Volks im 20. Jahrhundert weiter. In Sankt Petersburg, Twer und Donezk wurden Straßen nach ihm benannt. Eine UdSSR-Briefmarke der Familie Uljanow wurde 1962 herausgegeben.

Im Jahr 1965 drehte der Regisseur Mark Donskoi den Film «Das Herz einer Mutter». Er erzählt über die Hinrichtung von Alexander Uljanow und wie seine Mutter Maria Alexandrowna dieses Ereignis erlebte. 1970 lief das Schiff «Alexander Uljanow» von den Docks der Werft in Rostock, DDR, vom Stapel. 1972 erhielt der Kleinplanet (2112) Uljanow seinen Namen.

Alexander Iljitsch Uljanows Zimmer im Elternhaus, heute das Uljanow-Museum in Uljanowsk:

Der französische Herausgeber des Tagebuchs des letzten Zaren, Jean-Christophe Buisson, berichtet weitere Einzelheiten über die Hinrichtung der Romanows in Jekaterinburg:

«Am 16. Juli 1918 zählten Jakow Jurowski und seine Tschekisten die Revolver, welche sie verwenden wollten, während die Familie Romanow beim Abendessen saß. Insgesamt verfügten sie über 12 Revolver vom Typ Browning, Mauser und Nagan. Um 22:30 Uhr ging die Familie zu Bett. Weniger als zwei Stunden später wurden sie von Jakow Jurowski geweckt, der ihnen befahl, sich anzukleiden und nach unten zu gehen. Er führte sie in einen 30 Quadratmeter großen, fensterlosen Kellerraum» (Journal intime, S. 249).

Zur Erinnerung an Alexander Iljitsch Lenin:

Nikolaus II. bat um Stühle. Die Tschekisten brachten drei Stühle. Der Zar, seine Ehefrau und Alexis setzten sich, die Mädchen blieben stehen. Die Familie wurde von ihrem Arzt, Koch, Kammerdiener, einem Dienstmädchen und dem Hund der Kinder begleitet. Die Magd brachte zwei Kissen für die Zarin Alexandra. Später fanden die Tschekisten heraus, dass ihre wertvollsten Juwelen darin eingenäht waren.

Um drei Uhr morgens betrat Jakow Jurowski mit zehn Männern erneut den Keller. Er sagte dem letzten Zaren: „Nikolaus Alexandrowitsch, deine Freunde wollten dich befreien, aber ihre Pläne sind gescheitert. Jetzt sind wir verpflichtet, euch zu töten.» Die gesamte Familie Romanov und ihre Begleiter wurden erschossen.

Auf diese Weise endete die Herrschaft der Romanow-Dynastie und eine neue Epoche der russischen Geschichte konnte beginnen.

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Moskau. Ihr Blog:

http://www.olivia2010kroth.wordpress.com

Acerca de olivia2010kroth

Writer, journalist: The Duran https://olivia2010kroth.wordpress.com
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43 respuestas a Olivia Kroth: Lektionen in russischer Geschichte – Die letzten Tage des letzten Zaren (IV. Teil)

  1. elvira797mx dijo:

    Wow! Amazing images and video, thanks for sharing, dear Olivia,.Happy Holidays!
    Enjoy your day!

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  2. So even the Tsar has read War and Peace with all its volume of pages we were talking about.
    I really appreciate the value of books and I would not have thought of a diary written by the Tsar.

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  3. Interessante e anche dispiacere quando vengono stroncate delle vite che avrebbero potute essere allontanate dal Governo, ma non trucidate, specie le principesse.

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  4. Thank you, dear Elvira. Today is a very special day for the Russian Federation: 9th of May – Victory Day. Hooray!

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  5. Thank you for your comment, Grazia.

    It certainly was a harsh decision by Vladimir Lenin and the Bolshevik Goverment, to have the entire Romanov family killed, including the girls, the young princesses.

    The Bolsheviks believed that this was necessary because they would have done harm, if they had fled abroad. Even today, there are some Romanov descendents, who try to grab power again in Russia – but in vain, they will not succeed. Russia will never return to tsardom, thank God!

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  6. I also was astonished when I found the French translation of the last Tsar’s diary, Claudia. It had been kept under wraps for a long time in the Kremlin and was released rather late.

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  7. As they say «better late than never» …
    Fortunately, at least it was kept and gave the possibility to be read, albeit so long after.

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  8. I am glad that the last Tsar’s diary was not destroyed. Whatever one’s attitude may be towards the Tsar – positive or negative – his diary is an important historical document.

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  9. I agree.
    The matter is not judging, but learning from history.

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  10. Yes, of course we are enabling ourselves to come to a form of judgement as well, when we are learning from history.

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  11. Yes Olivia and in an ideal world I would like the experiences of those who lived before us could make us wiser.

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  12. elvira797mx dijo:

    You are welcome dear Oliva. I am so happy for you, enjoy your day! Cheers.

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  13. I believe that acquiring wisdom is a long process, Claudia. Some people learn from other people’s experiences, some don’t. They need to make their own.

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  14. Thank you, dear Elvira. I have enjoyed it. I watched the Victory Parade on video – it can be seen better there, and listened to some speeches.

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  15. elvira797mx dijo:

    You are welcome, dear Olivia. Wow! That’s great!
    And of course with a cup of delicious tea.
    Have a relaxing time!

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  16. Yes, dear Elvira, I drank coffee while watching the Victory Parade on video. It is much more relaxing than being outside in a crowd of people.

    Here it is!

    Hooray! Hooray! Hooray!

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  17. elvira797mx dijo:

    Delicious coffee, dear Olivia.
    I agree with you, better at home, comfortable sofa and with a cup.
    Great!

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  18. Yes, dear Elvira, a great cup of coffee, a great video, a great parade.

    And here is a video of the fireworks in the evening over Moscow:

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  19. elvira797mx dijo:

    Wonderful! I am happy for you, dear Olivia. Have a lovely week!

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  20. It will be a good week, dear Elvira, and I hope for you too.

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  21. elvira797mx dijo:

    Great! Thank you, dear Olivia.
    It will be! 🙏🤗

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  22. «What shall be, shall be», as the song goes. «Que sera, sera»! 🙏🤗

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  23. elvira797mx dijo:

    Exactly! I like this song! 🎶🎶🙏🤗

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  24. It is a good song, dear Elvira. 🎶🎶

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  25. elvira797mx dijo:

    Yes it is, dear Olivia. 🤗🎶🎶🎶👍

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  26. С Днём Победы! Путин в своей речи сказал, что мы должны хранить и чтить память всех, кто участвовал: «Мы чтим всех воинов союзнических армий – американцев, англичан, французов, – участников Сопротивления, отважных солдат и партизан Китая – всех, кто разгромил нацизм и милитаризм.»

    Happy Victory Day! Putin said in his speech that we must keep and honour the memory of all those who participated: «We honour all the soldiers of the allied armies – the Americans, the British, the French – the participants in the Resistance, the brave soldiers and partisans of China – all who defeated Nazism and militarism.»

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  27. You are definitely right Olivia. Each person has their own path and these paths are not always linear …

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  28. Not linear at all. Sometimes I believe that I am going in circles.

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  29. Right Olivia.
    I also have the feeling that we are going backwards instead of moving forward.

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  30. I personally do not feel that I am going backwards, Claudia. I see that am going forwards, but not in a straight line, because the way is blocked. I need to make detours to get there, where I want to be. These detours are often circular movements, but with a forward trend.

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  31. You definitely Olivia!!
    Actually I too would like to go on, but I am a bit demoralized because in general I do not see progress but only worsening of life.

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  32. You will feel better when you find a job again. How about doing some freelance work?

    You write well, you are creative and inventive. Maybe you could find work as advertising writer for the footwear industry in your area, working from home?

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  33. Oh that would be so beautiful!
    Maybe I lack the courage, maybe I don’t believe in myself enough, I don’t know.
    I just don’t think I’m up to it.

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  34. Well, you could try, send your resumé to various firms that you know in your area and ask them if they need help with advertising their products. You are a good writer, you could start writing ads for them. Who knows, maybe someone will need your help.

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  35. THANK YOU SO SO MUCH for the advice dear Olivia!!
    Sometimes I fear my self shadow …

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  36. Oh dear! We are all sometimes afraid of our own shadow. We simply need to «jump over it», if you know what I mean ….

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  37. Yes I know, and you are right: I really need to jump!
    Embrace!

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  38. Jumping over the shadow is a very good exercise in self-confidence, Claudia. We need to train it daily.

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  39. You teach me also in this. I really need to learn.
    Thanks a lot Olivia!

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  40. You are weocome, Claudia.

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  41. Nelsapy dijo:

    Reblogueó esto en Nelsapy.

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  42. Thank you for publishing my article on your blog. I appreciate it, Elsa Marie.

    Le gusta a 2 personas

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