Olivia Kroth/DIE STIMME RUSSLANDS: Russlands Firma Alrosa fördert künftig auch in Simbabwe Diamanten

http://german.ruvr.ru/2014_10_01/Russlands-Firma-Alrosa-fordert-kunftig-auch-in-Simbabwe-Diamanten-7243/

Russlands Firma Alrosa fördert künftig auch in Simbabwe Diamanten

von Olivia Kroth

Von Jakutiens Eis in Simbabwes Hitze: Alrosa wird künftig nicht nur in der Republik Sacha (Jakutien) und der Region Archangelsk am russischen Polarkreis Diamanten fördern, sondern auch in Simbabwe am südöstlichen Zipfel Afrikas. Vom 15. bis 17. September 2014 besuchte der Minister für Handel und Industrie, Denis Manturow, Simbabwes Hauptstadt Harare, um lukrative Wirtschaftsverträge zu unterschreiben. Die russische Unternehmensgruppe Alrosa wird den Afrikanern helfen, Diamanten zu fördern, reinigen, sortieren und klassifizieren. Zu diesem Zweck soll ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden.

Seit sowjetischer Zeit besteht gutes Einvernehmen zwischen Russland und Simbabwe. Die Russische Föderation legte 2008 im Sicherheitsrat der UNO ihr Veto ein, als westliche Länder Simbabwe sanktionieren wollten. Dafür hilft jetzt Simbabwe den russischen Partnern, die ihnen kürzlich auferlegten Wirtschaftssanktionen von EU- und Nato-Ländern zu überwinden (REUTERS, 15.09.2014).

 Alrosa

Die russische Diamantenfirma wurde 1992 gegründet. Heute ist sie einer der bedeutendsten Produzenten von Rohdiamanten weltweit. Ihre Tätigkeit umfasst die Erkundung von Vorkommen, Förderung, Reinigung, Verarbeitung und den Vertrieb von Diamanten. Alrosa besitzt die grösten globalen Reserven an Rohdiamanten. Im Jahr 2013 betrugen Alrosas Vorräte 971 Millionen Karat, was etwa 97 Prozent der gesamtrussischen Vorräte ausmacht. Seit 2013 ist Alrosa eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Mirny, Republik Sacha.

Alrosas Lagerstätten liegen grösstenteils in der Republik Sacha, aber auch in der Oblast Archangelsk. Weiterhin ist Alrosa zu 33 Prozent an der Catoca-Mine in Angola beteiligt und fördert auch in Botswana. Insgesamt beschäftigt Alrosa 40.000 Mitarbeiter. In der Republik Sacha gibt es vier Betriebe: Aichal, Mirny, Njurba und Udatschny. Die Förderung von Diamanten wird sowohl im Tagebau als auch im Untertagebau betrieben.

http://eng.alrosa.ru

Diamanten in Jakutien

Bereits in sowjetischer Zeit war Jakutien ein Diamantenzentrum. 1954 wurde das erste Lager in Sarniza gefunden, 1955 das nächste in Mirny, dann ein weiteres in Udatschny. Insgesamt betrieb die Sowjetunion 15 Diamantenlagerstätten in dieser Gegend. 2007 wurde das Diamantenfeld in Werchne-Muntskoje entdeckt mit einem geschätzten Wert von 2,75 Millionen Euros.

Eine alte jakutische Legende erzählt, Gott habe bei der Erschaffung der Erde einen Engel mit einem Sack voller Reichtümer über Asien fliegen lassen. Südlich des Polarkreises, über der Region von Jakutien, wurden die Finger des Engels vor Kälte so steif, dass er den Sack fallen liess. Gold und Silber, Platin und Diamanten blieben in Jakutien liegen. Gott aber wurde über den Verlust so zornig, dass er die Region mit grosser Kälte strafte.

Die Siedlung wurde 1955 gegründet, um das nahe gelegene Diamantenlager zu betreiben. Das russische Adjektiv “mirny” bedeutet “friedlich”. Das friedliche Städtchen mit 40.000 Einwohnern liegt 800 Kilometer westlich von der Hauptstadt Jakutsk in der Region ewigen Frosts. Mirny besitzt einen Flughafen, eine Filiale der Nordöstlich-Föderalen Universität, ein Diamanten-Forschungsinstitut, ein Museum zur Geschichte der Diamantenförderung, die orthodoxe Dreifaltigkeitskathedrale und seit 2005 auch eine Stalinbüste, die zum 60. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion im Grossen Vaterländischen Krieg (1941-1945) aufgestellt wurde.

Der Diamantenschlot “Mir” (Frieden) wurde am 13. Juni 1955 von den sowjetischen Geologen Jekaterina Jelagina, Juri Chabardin und Wiktor Awdejew entdeckt. Der Schlot erreicht eine Tiefe von 525 Metern und besitzt einen Durchmesser von 1.200 Metern. Dort wurden von 1957 bis 2001 jährlich zehn Millionen Karat an Rohdiamanten gefördert. Als sich die Vorräte erschöpften, wurde “Mir” geschlossen. In der Nähe von Mirny befinden sich zudem die Schlote Internazionalnaja und Jubileinaja, seit 1969 beziehungsweise 1990 in Betrieb, weiterhin die Schlote Botuobinskaja und Njurbinskaja.

Udatschny

Der Schlot in Udatschny wurde schon 1955 von Wiktor Schtschukin entdeckt, jedoch erst 1960 im Untertagebau in Betrieb genommen. Der wenige Kilometer südlich des Polarkreises gelegene Schlot stellt das grösste Diamantenvorkommen Russlands dar. Seit 1982 wird der Schlot Udatschnaja im Tagebaubetrieb ausgebeutet. Mit einer Tiefe von 530 Metern gehört Udatschnaja zu den tiefsten Diamantenschloten der Welt.

Die Siedlung Udatschny entstand 1968. “Udatschny” heisst “glücklich”. Das glückliche Städtchen mit 13.000 Einwohnern liegt 1.400 Kilometer nordwestlich von der Hauptstadt Jakutsk. Udatschny heisst zurecht “glücklich”, denn 2013 brachte der Schlot Udatschnaja fünf Millionen Karat zutage. Nach der Reinigung mit chemischen Mitteln werden die Rohdiamanten in die Alrosa-Zentrale von Mirny transportiert, wo sie je nach Grösse und Reinheit in Gruppen eingeteilt werden.

Die Schönheit russischer Diamanten

Sie haben sich in Millionen von Jahren unterirdisch gebildet, um später als Juwelen überirdisch zu leuchten. Schon die Zaren wussten russische Diamanten zu schätzen. Die Schatzkammern des Kreml-Museums zeugen davon. Diamanten sind der härteste natürliche Stoff, sie gehören zur Mineralklasse der Elemente. Ihr Leuchten in geschliffenem Zustand kommt durch die hohe Lichtbrechung und hohe Dispersion zustande. Diamanten besitzen Fluoreszenz und Phosphoreszenz. Die berühmte französische Modeschöpferin Coco Chanel, die nicht nur Kleidung, sondern auch Schmuckkollektionen entwarf, begründete ihre Entwürfe mit Diamanten so: «Ich wollte für Frauen die Sterne vom Himmel holen.» In der russischen Republik Sacha und auch in Simbabwe kommen diese Sterne aus den tiefen der Erde, gehen durch viele Hände, müssen etliche Stufen der Bearbeitung durchlaufen, bis internationale Juweliere mit Diamanten «die Sterne vom Himmel holen» können.

Olivia Kroth: Die Journalistin und Autorin von vier Büchern lebt in Südfrankreich. Ihr Blog: 

https://olivia2010kroth.wordpress.com

Acerca de olivia2010kroth

Escritora y periodista: Pravda
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